Meine Polaroidkameras & Erfahrungen

Analoge bzw. Polaroid-Fotografie erlebt ja zur Zeit, auch dank der Produkte von Fujifilm, einen wahren Aufschwung. Was vor einiger Zeit nur etwas für nostalgische Liebhaber mit großem Geldbeutel war, ist nun auf Grund neuer Systeme und Filme wieder etwas für die breite Masse geworden. Einen etwas größeren Geldbeutel muss man allerdings immer noch mitbringen…

Mich hat das Fieber schon vor vielen Jahren gepackt und so habe ich nun nicht nur so einige Generationen Film hinter mir, sondern auch ein paar mehr Kameras zu Hause stehen. Habe ich dann eine meiner Polaroidkameras dabei, egal ob bei Shootings oder privat, bekomme ich unweigerlich immer wieder die gleichen Fragen gestellt: „Wie viel kosten die Filme?“, „Kann ich so was auch?“, „Welche Kamera empfiehlst du einem Laien?“; Fragen, die auch hier immer wieder aufkommen, sobald ich ein paar Polaroids gepostet habe.

Und da gerade Fragen nach meiner neusten Errungenschaft (der sq10 von Fujifilm) laut wurden, dachte ich mir es ist an der Zeit, meine Erfahrungen mit den unterschiedlichen Kameras und Filmen mal ordentlich zusammen zufassen. Vielleicht habe ich den ein oder anderen Tipp für euch, egal ob ihr analoge Liebhaber oder Neubegeisterte seid.

Und wenn beides nicht auf euch zutrifft (Achtung, es folgt eine Menge Text…) dann gibt’s immerhin ein paar hübsche Polaroids…

Die SX-70 – Der Klassiker unter den Polaroidkameras

Die SX-70 ist nicht nur die erste Polaroidkamera, die ich mein Eigen nannte, sondern auch ein absoluter Klassiker unter diesen Kameras. Und – obwohl mir das angesichts dieses Kleinods aus den 70igern nie jemand glauben möchte – ist es auch diejenige Kamera, die man ziemlich oft und einfach bei eBay bekommt. Und zwar für unter 200€. Meine bekam ich damals sogar, voll funktionstüchtig, für unter 100€. Manchmal muss man ein bisschen warten bis ein Angebot herein kommt, tatsächlich ist sie beinahe ständig auffindbar.

Was wiederum für die Filme natürlich nicht gilt. Seit einigen Jahren gibt es nun impossibleproject, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, wieder Filme für diesen Typ Kamera herzustellen. Da sie nur die Maschinen, aber leider keine Rechte an den Aufzeichnungen über die chemische Zusammensetzung der Filme erwerben konnten, kein leichtes Unterfangen. Ich bin quasi von Generation 1 an mit an Bord und wurde daher leider Zeuge zahlreicher, eher mäßigen Erzeugnisse. Schlechte Farben, seltsame, zu blasse Farbigkeit, unendliche Entwicklungszeit und vor allem diese verdammte Lichtempfindlichkeit! Das nahm mit ihrer speziell (!) dafür entwickelten „Shield“-Technik – auf gut Deutsch muss man dabei eine „Abschirmung“ so über den Schacht aus dem das Foto kommt platzieren, dass das Polaroid beim Herauskommen ja keinen Strahl Sonnenlicht abbekommt – schon fast lächerliche Züge an… Zwar gewöhnt man sich irgendwann an diese Technik, dennoch versaut man sich bis dahin – und selbst danach – zig teuere Polaroids.

Unschlagbar was die Optik angeht und dennoch nur etwas für Liebhaber.

Negatives:

Meine Negativpunkte in diesem Fall beziehen sich vor allem auf den Film selbst; da es allerdings leider nach all den Jahren und auf Grund mit Sicherheit abgelaufener Filme, nicht ratsam ist, sich welche aus Restbeständen zu beschaffen (die mit hoher Wahrscheinlichkeit kaputt sein und total überteuer angeboten werden), ist und bleibt theimpossibleproject die einzige Alternative.

  • Extrem lichtempfindlich; auch nur ein Lichtstrahl (gerade in den ersten Sekunden) der auf das Polaroid fällt und schon ist es versaut.
  • Der ISO Wert des Films ist mit 160 im Gegensatz dazu jedoch sehr gering und dementsprechend sind die Filme quasi nur bei strahlendem Sonnenschein nutz- und in Innenräume so gut wie unbrauchbar.
  • Relativ häufig ist die Emulsion im Eimer und man hat „braune Flecken“ (also Flecken ohne Emulsion, die sich dementsprechend auch nicht entwicklen) auf seinem Polaroid; bei ca 2,20€ pro Polaroid wirklich ärgerlich – noch dazu zeigt sich der Kundenservice dahingehend echt nicht kulant…
  • Ungeeignet für Landschaftsaufnahmen – was allerdings der Kamera und Linse selbst geschuldet ist!
Positives:
  • Unschlagbarer Retro-Charme
  • Faltbar und somit einfach mitzunehmen
  • Klassisches Polaroidformat
Tipp:

Das Polaroid noch während der Entwicklungszeit erhitzen (im Winter beispielsweise auf die Heizung legen). So werden die Farben intensiver.

Beispiele:

Eva Patricia Klosowski theimpossibleproject polaroid SX70 Eva Patricia Klosowski theimpossibleproject polaroid SX70 

Eva Patricia Klosowski theimpossibleproject polaroid SX70 

Mein Modell und geeignete Filme:

Ähnliches (und aktuell auch verfügbar):


Keine Kamera im eigentlichen Sinne: das Instant Lab

Das Instant lab ist keine Kamera und gehört genau genommen also nicht in diese Kategorie, sollte aber trotzdem kurz Erwähnung finden.

Einfach gesagt kann man mit diesem „Turm“ und einer App, Fotos vom Smartphone auf Polaroids übertragen.

Was ich lange Zeit als „schummeln“ und wenig reizvoll angesehen habe, hat sich geändert als mir klar geworden ist, was dieses Ding für Möglichkeiten hinsichtlich Collagen bietet… Was auch bis heute eigentlich mein einziger Einsatzzweck dafür ist.

Negatives:
  • Die Konstruktion des Turms; auf Grund des Ausziehens und anschließendem Ablegen des Smartphones, gibt es gerne Mal einen schmalen, schwarzen Rand auf den Polaroids. Weil mal wieder ein Millimeter gefehlt hat… Man muss schon echt sehr genau und öfter überprüfen, ob der Turm perfekt steht und vollkommen ausgezogen ist.
  • Da man hierfür natürlich auch die Filme von impossibleproject nutzen muss, gelten generell die gleichen – oben bereits genannten – Kritikpunkte am Film
Positives:
  • Große Kontrolle der Umgebung und somit weniger Probleme mit der Lichtempfindlichkeit der impossible project Filme
  • Kreative Möglichkeiten, die Polaroids sonst nicht bieten
  • Nicht an eine „Sorte“ Film gebunden; sowohl mit Filmen für die SX-70, als auch mit anderen nutzbar
Beispiele:

Mein Modell und geeignete Filme:


Polaroid 340 Land Camera; ein weiterer Klassiker und optisches Highlight

Vielleicht meine optisch eindrucksvollste analoge Kamera. Zieht man dieses Ding auf, macht das schon echt ganz schön was her!

Tatsächlich ist es auch die Kamera, die meiner Meinung nach vom Format und den Farben her die schönsten Polaroids produziert! Ähnlich wie die SX-70, nutzt man sie dafür am besten draußen und im Tageslicht, was wiederum der geringen Lichtempfindlichkeit der Filme geschuldet ist.

Allerdings, und das ist schon verdammt cool und verdammt praktisch für eine Kamera aus den 60ern, kann man den Anschluss für den Blitz auch heute noch nutzen! Das heißt ich kann diese Kamera, genau wie meine eigentliche Arbeitskamera, mit den Studioblitzen verbinden und somit bei der Arbeit im Studio nutzen.

Und im Gegensatz zu den Filmen von impossibleproject, nutzt man in ihrem Fall Trennbildfilm. Das heißt nach kurzer Entwicklungszeit, zieht man den Streifen mit den Chemikalien ab und – siehe da – hält ein fertiges Polaroid in den Händen.

Traurig aber wahr ist allerdings, dass Fujifilm die Produktion der FC-100p und 3000b (Himmel! Sind da die Preise nach oben gegangen!) Filme, und somit der letzten erhältliche Filme überhaupt für diese Kamera, eingestellt hat. Ich habe mir zwar einen ordentlichen Vorrat angelegt, dennoch ist der ja irgendwann aufgebraucht. Und wie es dann weiter geht? Bis auf Gerüchte ist dahingehend leider noch nichts bekannt…

Negatives:
  • Bei harschem Sonnenlicht sind die Kontraste bzw. Schatten etwas zu dominant; das muss man wissen und darauf achten, ansonsten wird es schnell zu einem „schwarzen Etwas“ mit ein paar farbigen Flecken
  • Nicht für Aufnahmen mit Gegenlicht geeignet; dabei versagen Belichtungsmesser und Fokus
  • Quasi kaum noch Filme (zum Normalpreis; manchmal findet man noch ganze „Kisten“ voll zu vernünftigen Preisen) erhältlich…
Positives:
  • Unkompliziert zu verwendender Film
  • Verhältnismäßig günstig
  • Im Studio mit modernen Blitzlampen nutzbar
  • Auch mit dem „Müll“ (den Negativen) lassen sich interessante Sachen machen
  • Selbst nach einigen Jahren damit, habe ich keinerlei Ausschuss, der dem Film/der Emulsion selbst geschuldet wäre, produziert
Tipp:

Natürlich extrem vom Kameratyp (der Nummer…) abhängig, aber etwas überbelichten kommt in der Regel auf dem Polaroid genau richtig raus.

Profitipp:

Selbst bei neuer Batterie, spinnen die Belichtungsmesser dieser alten Modelle mittlerweile oft. Wenn die Polaroids konstant zu dunkel werden, kann man sich ein wenig damit behelfen transparente, dunklere Folie über den Belichtungsmesser zu kleben.

Beispiele:

Mein Modell (meistens nur auf eBay zu finden) und geeignete Filme:


 

Instax Mini Neo 90 Classic/Mini

Einer der Gründe dafür, warum Polaroidkameras wieder groß in Mode gekommen sind. Mit den Instax Systemen in Fujifilm gelungen, was impossibleproject lange nicht möglich war: sie haben Polaroids aus ihrer verstaubten Schublade für Liebhaber herausgeholt und wieder massentauglich gemacht. Sie sind auch für den Hobbyfotografen einfach zu handhaben und liefern tolle Ergebnisse. Wobei die Filme verhälsnitmäßi günstig angeboten werden und tolle Qualität liefern. Was die Farbgebung und Handhabung der Filme betrifft, ist Fujifilm theimpossibleproject Meilenweit voraus.

Für die Instax Mini Neo 90 Classic habe ich mich im übrigens, trotz der hübschen Farben der anderen Modelle, entschieden, da ich ein paar mehr Einstellungsmöglichkeiten bezüglich Helligkeit und Blitz – gerade auf Grund meiner bisherigen Erfahrungen mit Polaroids – als sehr nützlich angesehen habe. Ich würde mich auch nach zwei Jahren wieder für genau dieses Modell entscheiden.

Negatives:
  • Das Format der Instax Mini ist schon sehr klein. Wunderbar als Erinnerung, aber nicht künstlerisch verwertbar
  • Viel Licht – gleich zu helle Polaroids; trotz Einstellungsmöglichkeiten der Instax Classic Neo 90 hatte ich damit gerade in Kalifornien schwer zu kämpfen. Der ISO der Filme liegt bei 400 und selbst mit „Verdunklungsfunktion“ und ausgeschaltetem Blitz (sowieso klar) wird’s dann oft zu hell
Positives:
  • Im Gegensatz zu den „Wide“ Modellen sind die Mini-Kameras wirklich handlich und lassen sich daher überall leicht mitnehmen; perfekt für den Urlaub!
  • Einfach zu bedienen, selbst für Laien
  • Dank Blitz und hohem ISO Wert der Filme für Partys perfekt
  • Schöne Farben
  • Sehr wenig unbrauchbarer Ausschuss
  • Die Instax Classic Neo 90 bietet im Vergleich zu den restlichen Instax Mini (die gibt es halt dafür in vielen schönen Farben) Kameramodellen eine „Verdunklungs“-Funktion an, die sich gerade bei Tageslicht als nützlich und nötig erweist
  • Im Gegensatz zu den klassischen Polaroidkameras auch für Landschaftsaufnahmen – eigentlich nutze ich sie nur dafür! – geeignet
  • Verschiedene Modi für Makro-, Porträt- oder Landschaftsaufnahmen etc.
Tipp:

Der Belichtungsmesser der Instax Mini/Neo liegt genau in der Mitte. Wenn man das weiß, kann man sich ein bisschen helfen, in dem man die Mitte auf den hellsten Punkt richtet. Allerdings stört das natürlich die ein oder andere Komposition; gerade bei Landschaftsaufnahmen.

Beispiele:

   Fujifilm Instax Polaroid; Bridge in Gap of Dunloe, Ring of Kerry; Ireland Polaroid of the entrance of fushimi inure in Kyoto, Japan

Polaroid of red torii of fushimi inure in Kyoto, JapanFujifilm Instax Polaroid; Bridge in Gap of Dunloe, Ring of Kerry; Ireland  Fujifilm Instax Polaroid; Aran Islands; Inishmore; Dun Aengus; West Atlantic Way; Ireland Fujifilm Instax Polaroid of beach atSlea Head Drive; Dingle Peninsula; West Atlantic Way; Ireland

Polaroid of a red temple in Koya-san; Japan Japan; Tokyo; view from the Skytree over the city

Fujifilm Instax Polaroid of Cliffs and ocean at Slea Head Drive; Dingle Peninsula; West Atlantic Way; Ireland

 

Mein Modell und geeignete Filme:

  

Alternativen:


 

Fujifilm Instax Square sq10 – Der Hybrid unter den Kameras

Nachdem ich bereits ein sehr großer Fan der Instax Mini Filme und Kameras war, hat es mich in Verzückung versetzt, als ich lesen durfte, dass sich Fujifilm nun auch an das klassische, quadratische, Polaroidformat heranwagt. Endlich!

Meine Begeisterung flachte dann allerdings wieder etwas ab, als ich las was die sq10 im Grunde genommen ist: ein Polaroid Printer.
Sie ist keine analoge Kamera im klassischen Sinne!

Dennoch haben mich einige Dinge an ihr – vor allem die nun viel größere Kontrolle über die Belichtung – gereizt. Immerhin merzt sie somit meine größten Kritikpunkte an der Instax Mini aus. Auch Dinge wie der Speicher sind letztlich sogar ziemlich praktisch. Wie oft habe ich schon Polaroids verschenkt? Und dafür zwar große Freude geerntet, stand aber ja trotzdem ohne das Poloarid (das ich auch gerne gehabt hätte…) da.

Viele Überlegungen später konnte ich doch nicht mehr widerstehen und habe mir eine bestellt. Und in Schottland ausgiebig getestet.

Und was soll ich sagen? Sie hat sich definitiv zum Liebling meiner Polaroidkameras entwickelt. Ja, die Optik ist ein bisschen… unschön. Etwas mehr analoges Feeling bei der Haptik wäre wünschenswert gewesen. Auch der Bildschirm wirkt seltsam, irgendwie vermisst man es durch einen Sucher zu schauen. Dennoch: auch wenn ich im Grunde meines Herzens ein analogen Charme liebendes Kind bin, sind Polaroids letztlich teuer und alles was die Chancen eines misslungenen Fotos mindert eigentlich ziemlich begrüßenswert.

Natürlich hat es dennoch ein paar Polaroids gebraucht – der Bildschirm ist nämlich leider nicht ganz akkurat was die Wiedergabe der Belichtung und der Tiefe der Schatten auf dem letztlichen Polaroid angeht! – bis ich wirklich den Dreh heraus hatte was Einstellungen bei bestimmten Lichtstimmungen angeht, dennoch kann sich das Ergebnis von gerade mal drei nicht mal komplett unbrauchbare und nur etwas zu dunkle Polaroids in zwei Wochen Schottland und bei ca. 30 Aufnahmen wirklich sehen lassen.

Und auch mein größter Kritikpunkt im Vorfeld – diese Printer und nicht-Kamera Sache – hat sich schnell erledigt sobald ich das Ding wirklich in den Händen hielt. Denn die manuelle „Drucken“-Funktion lässt sich an und ausschalten. Und so hat man mit einem Handgriff auch wieder ein nicht weiter manipulierbares Polaroid und analoges Feeling.

Wobei sich der interne Speicher sogar als recht nützlich erwies. Denn obwohl ich es eigentlich gewohnt bin darauf zu achten, passiert es eben doch manchmal, dass man irgendwo steht und feststellen muss: Mist, Film alle. Ein Problem, was damit sofort behoben und letztlich ziemlich praktisch ist.

Negatives:
  • Optisch nicht gerade ein Highlight
  • Der Bildschirm gibt Belichtung und Schatten nicht ganz akkurat wieder; was etwas Eingewöhnung erfordert
  • Bisschen seltsame Menüführung/Bedienung (nicht was das eigentliche Fotografieren betrifft!)
  • Nach wie vor keine Kamera für Gegenlichtaufnahmen; aber das werden Polaroidkameras wohl nie sein
Positives:
  • Endlich Fujifilm Filmqualität im quadratischen Format!
  • Wie gewohnt tolle Filmqualität bezüglich Farben und Look; wobei meiner Meinung nach die Farben etwas satter heraus kommen als noch bei den Instax Mini Filmen – was mir sehr gefällt!
  • Endlich mehr Einstellungsmöglichkeiten was die Belichtung angeht und daher nun perfekt in wirklich heller Umgebung einsetzbar; somit ideal auch Urlaubserinnerungen in sonnigen Regionen
  • Kein Bedarf mehr an s/w Filmen; auf Grund eines Monochrom-Filters ist man dahingehend komplett unabhängig
  • Der Speicher ist gerade auf Reisen (und plötzlich auftretender Filmknappheit) oder beim Verschenken von Polaroids extrem praktisch
  • Dennoch wird quasi durch Knopfdruck aus einem Printer wieder eine Sofortbildkamera; was ihr den Charme einer analogen Kamera ohne Manipulationsmöglichkeiten zurück gibt – man genießt das Beste aus beiden Welten, ganz wie’s beliebt
  • (Die mitgelieferten Filter liefern eine nette Möglichkeit sich hinsichtlich der Farbigkeit etwas mehr auszutoben – allerdings ist das ein Feature, dass ich bisher noch überhaupt nicht genutzt habe) 
Beispiele:

Mein Modell und geeignete Filme:


 

Fazit:

Wenn ihr ein wahrer Liebhaber von analoger bzw. Polaroidfotografie seid und dahingehend auch schon Erfahrungen gesammelt habt, führt natürlich kein Weg um eine der klassischen Kameras dieses Mediums herum. Ihr werdet das Besondere und den Charme daran lieben und die Nachteile am Preis und Schwierigkeiten mit den Filmen als notwendiges Übel an der Sache betrachten. Stöbert auf eBay, haltet die Augen auf und genießt den Spaß!

Allen anderen (und auch den Liebhabern, die Lust auf etwas weniger Probleme haben!) kann ich ohne Einschränkung und guten Gewissens die Systeme von Fujifilm ans Herz legen. Ob ihr nun ganz einfach mit der Instax Mini/Neo 90 Classic sofort durchstarten und Erinnerungen sammeln oder mit der sq10 in Genuss von etwas mehr moderne Technik und Einstellungsmöglichkeiten kommen wollt, ihr werdet nicht enttäuscht werden.

So schön wahrer Retro-Charme auch ist, so enttäuschend ist es auch, wenn man trotz Übung und Erfahrung viel Ausschuss und Mist produziert. Der einem auch noch ein ganz schönes Loch in den Geldbeutel frisst…

Habt ihr die Wahl, würde ich mich also definitiv für eines der neuen Systeme entscheiden. Sie werden euch nach kurzer Eingewöhnungszeit mehr Spaß und weniger Frust bescheren.


PS: Als ich den größten Teil dieses Artikels geschrieben habe (abgesehen vom Fazit zur sq10, die ich erst in Schottland ausprobieren konnte), war die Fusion von impossibleproject und Polaroid zu Polaroid Originals noch nicht bekanntgegeben. Ich kann mich also noch überhaupt nicht zur Qualität der neusten Generation an Kameras und Filmen äußern und beziehe mich hier auf meine bisherigen Erfahrungen.


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Polaroid Cameras & Experiences
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Quick Shooting: Ola Munik

Ola war eigentlich für eine Beauty Strecke im Studio. Eigentlich. Aber irgendwie fand ich ihren Style (und sie!) dann so cool, dass ich sie nach getaner Arbeit darum gebeten habe noch ein paar mehr Fotos von ihr machen zu dürfen. Fotos, auf denen nicht nur in Gesicht und die Schultern (typisch Beauty eben) zu sehen sein würden; ganz ohne großes Styling oder Umschminken. Glückspilz der ich bin (und professionelles Model das nun mal Ola ist) hat sie nicht nein gesagt und so sind diese Fotos entstanden.

Ola ist eigentlich Polin und war nur für ein paar Wochen in München. Und den Großteil dieser Zeit war ich in Schottland… Dementsprechend war es ein Glücksfall, dass sich dann doch alles so fix organisieren ließ (tatsächlich habe ich einen Großteil der Organisation am Handy und am Flughafen Köln/Bonn erledigt).

Eines der spannenden Dinge an meiner Arbeit, ist es all diese kreativen Menschen von überall auf der Welt kennen zu lernen. Ola war die letzten Jahre über so gut wie nie zu Hause und gehört zu denjenigen Models, die von Destination zu Destination fliegen. Türkei, München, China, Japan, New York… Sie fliegt dorthin wo die Jobs auf sie warten. Zieht von einem Model Appartement (und ja, einige sehen wirklich so aus, wie sie es uns bei GNTM zeigen – zumindest dann, wenn sie mit besonders abschreckenden Beispielen aufwarten) in das nächste, mal mit vielen anderen Models, mal allein. Mal kennt sie Leute vor Ort – sind andere Models dort, die sie aus anderen Ländern kennt – mal niemanden… Sie hat kein Problem mit dem Alleinsein. Wofür gibt es Netflix? Und Instagram? Und Wein…

Sie und ich teilen unsere Liebe für Tokyo. Für die so freundlichen Asiaten, die allerdings ein bisschen Angst vor uns haben (weil wir nur Englisch sprechen). Sie liebt Technomusik und Tattoos. Möchte am liebsten noch viel mehr; vielleicht sogar im Gesicht. Noch geht das nicht; zu sehr sind Tattoos noch immer ein Tabu bei Models, die nur bei wenigen Kunden Anklang finden. Lange jedoch wird sie den Model Zirkus nicht mehr mitmachen; zu sehr fordert er nach all den Jahren (und sie ist erst 21) ihren Tribut. Noch ein Jahr oder so will sie das machen. Noch ein bisschen Geld auf den Fashion Weeks verdienen und dann nach Hause zurückkehren. Um etwas Bodenständigeres zu machen. Sie will lernen wie man mit Holz arbeitet und Möbel bauen.

 

Model: Ola Munik (@ ECManagement)
Hair&Make-up: Hannah Manser

Telekom – Der Super-Gau

Ich habe es das ein oder andere Mal (hier oder auch auf Instagram) bereits angesprochen: seit vergangenem April kämpfen wir mit der Telekom. Was kamen wir uns schlau vor, als wir der anstehenden Kündigungswelle auf Grund der Abschaltung der analogen Telefonie zuvor kommen und uns rechtzeitig um die  Umstellung auf Telefonieren-via-Internet kümmern wollten!

Was lange währt…

Der Länge dieses Textes zu Liebe, möchte ich die alte Chose nicht erneut aufwärmen; lasse einige Vorkommnisse der Zwischenzeit außen vor und beschränke mich auf die jüngsten Ereignisse.

Von denen es genau genommen und bis zum Super-Gau eigentlich gar keine gab…

Denn seit August hatte man uns mit unserem Problem allein gelassen. Irgendwann, nach unzähligen Telefonaten, Einschreiben und so einigen Techniker-Besuchen (zwischenzeitlich haben wir aufgegeben zu zählen), hatte man uns einfach wieder auf analoges Internet/Telefonie zurück gestellt.

Während wir das als Übergangslösung sahen (immerhin konnten wir so wieder ohne Unterbrechungen Telefonieren!), war man wohl bei der Telekom der Ansicht eine DSL 6000 Leitung bei der „0,irgendwas“ auch wirklich ankommt, wären absolut ausreichend und die sowieso drohende Abschaltung dieser Technik könne man auch ignorieren.

Seit August hatte sich in unserem Fall also nichts nennenswertes mehr getan. Trotz mehreren Anrufen, Einschreiben und Mails. Man kam halt immer bei jemand anderen raus, nie hatte jemand Ahnung, man wurde vertröstet und zurück gerufen dann doch nie… Geschweige denn, dass wir so zu einer Lösung kamen!

Als dann auch noch Techniker-Stunden verrechnet wurden, die niemals stattgefunden hatten (satte 250€) war klar, dass wir so nicht weiter machen konnten.

Die einzige mögliche Lösung (denn O2&Co laufen leider auch über die kaputte Leitung der Telekom) war ein Wechsel zu Kabel Deutschland. Gesagt, getan. Ein Techniker kam, sah sich die Situation an. Aber anstatt uns nun zu versichern, dass der Umstieg keinerlei Problem darstellen würde, gab er das Aufgraben der Straße und den Austausch der Leitung in Auftrag!

Denn: wie wir schon seit Monaten vermuten – was allerdings beharrlich von der Telekom abgestritten wird – haben die Leitungen wohl vor ein paar Jahren, als aus unserem Schotterweg eine geteerte Straße wurde, eine Macke abbekommen.

Man hatte uns Monate lang hingehalten, teure Geräte umsonst verkauft und uns zum Schluss sogar für verrückt erklärt. Und doch hatten wir die ganze Zeit recht mit unserer Vermutung. Davon wollte halt nur niemand etwas wissen…

… wird nur noch schlimmer!

Innerhalb von drei Wochen war das Thema mit Kabel Deutschland geklärt, die Straße (an sieben Stellen…) aufgegraben und ein neues Kabel verlegt worden. Es fehlte nur noch das letzte bisschen, ein letzter Termin, eine letzte Umstellung.

Doch, da grätschte uns die Telekom mal wieder dazwischen. Während für uns der Countdown zum Abschied bereits lief, entschlossen die sich letzten Freitag zu einer Teilabschaltung unserer Dienste. Diese beinhaltete die Möglichkeit zu Telefonieren und (!) den Zugriff auf unsere Mails. Ich wusste nicht mal, dass so etwas überhaupt möglich ist!!

Das Perfide daran: wir gingen zunächst von einer Störung aus. Erst nach zig Telefonaten (und nachdem wir vergeblich auf einen Techniker gewartet hatten – der noch dazu ins System eingab, die Störung behoben und uns Bescheid gegeben zu haben) offenbarte uns ein Callcenter-Mitarbeiter, dass gar keine Störung der Grund dafür sei, sondern eine Sperrung vorliegt.

Ich möchte an dieser Stelle betonen: wir haben unsere Rechnungen bezahlt.

Die Sperrung erfolgte auf Grund der 250€, die wir uns zurück geholt hatten. Für eine Rechnung über Techniker, die niemals hier waren. Für eine Rechnung, für die man sich bereits entschuldigt UND eine Gutschrift zugesichert hatte.

All das, sagte man uns erst Freitagabend. Als uns niemand mehr helfen konnte. Was natürlich keiner zugab. Vertröstet wurden wir zur Genüge. Beruhigt. Abgespeist. Erst bis 22 Uhr diesen Tages; dann einen ganzen Samstag lang. Wir müssten uns gedulden… Und das, obwohl wir in unserer Hilflosigkeit die 250€ sofort online überwiesen! Aber selbst das half nicht. Denn aus: „Wir brauchen nicht mal einen Beleg für die Überweisung; wir schalten Ihren Anschluss innerhalb der nächsten Stunde wieder frei!“, wurde schnell wieder ein: „Das Geld muss zunächst auf unserem Konto eingehen.“.

Der Super-Gau

Und obwohl das spätestens am Montag der Fall hätte sein müssen, lief die Geschichte dann natürlich weiter…

Es ist wirklich unglaublich, was man sich von einem Unternehmen wie der Telekom gefallen lassen muss. Die Sperrung eines Anschlusses ohne berechtigten Grund ist das eine, das Verhalten der Hotline Mitarbeiter das andere. Auch wenn wir sicherlich nicht bei jedem Anruf die Ruhe selbst waren (wie denn auch? Nach dem – erfolglosen! – dreißigsten Telefonat), sieht man sich selbst im höflichen Modus sofort mit genervten, unverschämten Mitarbeitern konfrontiert. Ruft man noch dazu mehrmals wegen dem gleichen – noch immer nicht geklärten – Vorfall an, wird man auch gerne mal einfach nur aus der Leitung gekickt und aufgelegt.

Diese Sache hat nach drei Tagen unzähliger Telefonate (die wir natürlich vom Handy aus führen mussten; ich freu mich schon auf die Abrechnung!), Beschimpfungen und Lügen vorläufig ein Ende gefunden. Demnächst lassen wir diesen Verein sowieso hinter uns und die Sache mit dem gesperrten Zugriff auf meine eMails war mir eine Lehre. Ich habe mir sofort eine info@-Adresse bei meinem Host besorgt!
Unser Anwalt bekommt die Sache trotzdem auf den Tisch. Es ist schlicht und ergreifend eine nicht mehr zu akzeptierende Frechheit (nach acht Monaten sinnloser Versuche, die per Einschreiben, telefonisch und per Mail erfolgten) auch noch Geld überweisen zu müssen, dass der Telekom erstens nicht zustand und zweitens nicht mal zu einer Lösung führte.

Wir waren ihnen hilflos ausgeliefert. Ohne Telefon, ohne Fax und vor allem: ohne Zugang zu meinem (geschäftlichen!) Mailkonto. Ohne zuständige Mitarbeiter, zuverlässige Infos oder kompetente Hilfe. Es war ein Albtraum, bei dem man irgendwann nur noch heulen wollte.


PS: Übrigens ist mittlerweile noch ein weiterer Tag vergangen, die Telekom hat das – ihr nicht zustehende – Geld schon seit gestern (was auch sehr interessant ist, wenn man es schon Samstags online überwiesen hat…) und freigeschalten ist noch nichts!