Eine Erkältung ist eine Erkältung ist eine Erkältung…

Seit damals war ich schon erkältet. So ungefähr ein Mal im Jahr – zum Glück nicht öfter – und immer ungefähr um diese Jahreszeit herum, bekomme ich meinen Mörderschnupfen. Was zunächst mit Halsweh anfängt – was ich allerdings mit Hausmitteln (Gurgeln! Das hilft bei mir wie nichts anderes) super schnell in den Griff bekomme, endet nach einer kurzen Verschnaufpause, in der ich stets trotz besseren Wissens die Hoffnung hege doch darum herum zu kommen, mit triefender Nase. Wenn ich Pech habe, was dieses Mal der Fall ist, aber bei weitem nicht immer, gesellt sich gegen Ende noch ein Husten dazu (der stets Pläne in mir weckt, es doch mal mit einer Erotikhotline zu versuchen. Die sexy Reibeisenstimme dafür habe ich definitiv und vielleicht findet irgendwer das gelegentliche Husten dazwischen sogar erotisch?!). Eine ganz klassische Erkältung eben.

Nicht ganz. Denn ich hege schon seit Jahren die Vermutung – eine, die meine Familie für ziemlich wahrscheinlich hält; immerhin läuft das bei denen (haha, im wahrsten Sinne des Wortes) so nicht ab – dass ich etwas mehr Schnupfen habe als andere. Was sich da bei mir an Tempoverbrauch, Niesen und laufender Nase abspielt, hat schon fast komische Züge. Und übertrifft das, was ich bei anderen mit Schnupfen bisher so erlebt habe…

Nun gut, man fängt sich halt mal was ein. Nachdem ich mich in Schottland selbst auf engsten Raum und bei all der Kälte und Nässe nicht angesteckt hatte, war es nun eben zu viel, dass nach und nach die ganze Familie am kränkeln war.

Doch auf einmal war sie da. Kam aus dem Nichts. Und an einem Nachmittag, an dem nichts weiter vorgefallen und ich eigentlich schon auf dem Weg der Besserung und am Arbeiten war. Da war sie wieder. Die alte Angst.

Die, die ich eigentlich schon abgehakt glaubte; hinter mir gelassen hatte. Die mir lange Zeit im Nacken saß, gegen die ich mich irgendwann gewehrt und die ich aufgearbeitet hatte. Glaubte ich.

„Kein Wunder; du hast ja auch genug mitgemacht.“, sagte meine Mama, als ich am Küchentisch von einem Moment auf den nächsten in Tränen ausgebrochen bin und mich selbst als ein bisschen kindisch und melodramatisch bezeichnet habe. Denn: mir ist natürlich klar, dass ich einfach nur eine Erkältung habe. Eine, wie gefühlt halb Deutschland; zu einer Zeit, in der das nicht weiter verwunderlich ist und eine, die ja noch nicht mal länger andauern oder anders verlaufen würde, als man es von so einer Erkältung zu erwarten hat.

Nur hat Angst wenig mit Vernunft zu tun und nur weil man etwas in der Theorie weiß, heißt das noch lange nicht, dass sie nicht trotzdem da ist. Diese Angst.

Angst vor dem Kranksein, dem Krankbleiben, dem ewigen schwach und nicht man selbst sein. Bei jedem Ziepen zu fürchten wieder dorthin zu kommen wo man schon mal war; völlig am Ende. Angst davor noch einmal zu verlieren, was man schon verloren hatte. Bevor man überhaupt wieder der ist, der man war. Was man sowieso nie mehr sein wird. Was gut ist und wieder doch nicht. Weil man auf dem Weg etwas verloren hat, was es nicht mehr zurück gibt, wenn man einmal dort war. Unbeschwertheit. Ein bisschen Urvertrauen.

Ich dachte ich hätte das hinter mir gelassen, der Angst auf Wiedersehen gesagt. Sie zugelassen und verabschiedet als es an der Zeit war. Und dennoch. Da ist sie wieder. Ich habe es schon eine ganze Weile lang gespürt. Diese alte Unsicherheit, die wieder aufgebrochen war. Vielleicht habe ich mir nur etwas vorgemacht; sie zur Seite gedrängt, und sie ignoriert. Genug zu tun gab es ja; da fiel es mir leicht ihr nicht zuzuhören, sie wegzuschieben.

Vielleicht muss ich auch akzeptieren, dass sie immer wieder kommen wird. In unruhigen Wellen, die sich auch wieder zurück ziehen werden, sobald es an der Zeit dazu ist. Jede Welle ein bisschen schwächer als die letzte…

Ich weiß, auch dieses Mal wird sie wieder verschwinden. Mein irrationale, lächerliche Angst. Ausgelöst durch eine noch lächerlichere Erkältung.

Die Angst stand immer neben mir. Aber gerade sitzt sie mir im Nacken.

Gedacht, gelesen und erlebt – Von den Highlands, über die Isle of Skye, bis ganz in den Norden Schottlands

Schottland war nass, Schottland war geprägt durch eine Erkältung (nicht meinerseits), engen, kurvigen Straßen und nicht vorhandenen Nordlichtern. Meine Zeit in Schottland war aber vor allem eins: wunderschön. Und voller atemberaubender, einsamer Landschaft! Ach ja, und der ein oder andere seltsame Besitzer eines B&Bs war auch dabei…

Gelesen: Statistisch gesehen ist der September der trockenste Monat Schottlands.
Erlebt: Denkste. Ich will gar nicht wissen wie die anderen Monate aussehen?
Muss: Vernünftige Kleidung einpacken und einfach losziehen.
Definitiv nicht tun: Darauf warten, dass das Wetter besser wird. Also zumindest nicht, wenn es darum geht überhaupt los zu gehen. Schon eine schottische Redensart sagt: Wenn du das Wetter nicht magst, warte einfach fünf Minuten. Und ja, entsprechend wechselhaft ist das Wetter wirklich. Da hat man im einen Moment noch strahlenden Sonnenschein, dann sieht man in der Ferne schon wieder einen Regenbogen (etwas, worüber man sich nach einiger Zeit übrigens nicht mehr freut, denn – wie mir nun das erste Mal so richtig bewusst wurde – bedeutet der ja nur, dass der Regen noch vor einem liegt…), bekommt ein paar Tröpfchen ab, hat wieder Sonne, einen Platzregen, Wind, Wolken, Sonne. Es ist ein ewiges Hin und Her.
Also ja, an einem Aussichtspunkt mal kurz auf bessere Sicht zu warten kann sich lohnen. Aber vom Regen abhängig machen, ob man eine Wanderung antritt? Schlechte Idee. Im Zweifelsfall mach man dann nämlich tagelang gar nichts und ärgert sich, weil eine Stunde später das Wetter eh schon wieder ganz anders aussieht.
Ultimative Tipp: Regenhose! Das kann ich gar nicht genug betonen. Und ja, ich wurde für mein darauf-Bestehen dieses Kaufes im Vorfeld tatsächlich gelobt. Es gibt nichts besseres, als nach einer Wanderung, bei der man gefühlt zehn Mal nassgeworden ist, im Auto alles abzustreifen und mit trockener Kleidung weiter zu fahren.
Versteht sich (hoffentlich) von selbst: Zur Regenhose gehört natürlich auch eine vernünftige Jacke. Und wasserfeste Schuhe. Mit Profil. Ja liebe Mädels: wer sexy sein will, der fährt nicht nach Schottland! Diese Blogger mit ihren hübschen Klamotten und niedlichen Schuhen fahren da echt nur für ein Foto hin und steigen danach gleich wieder ins Auto… Die haben noch nie schottischen Herbst erlebt! Und zum Nass- und Kaltwerden bin ich definitiv zu alt.
Für die verfrorenen unter uns: Mütze und dicker Schal, vielleicht sogar Handschuhe, werdet ihr schmerzlich vermissen, wenn ihr sie nicht einpackt. Gerade in den Küstenregionen weht selbst bei Sonnenschein eine steife Brise.

Fakt: In Schottland gibt es viele Schafe.
Tatsache: Es gibt noch mehr als gedacht.
In Kauf nehmen: Muss man da die ein oder andere Verzögerung. Die lieben Schafe kennen nämlich keine Angst, wenn es um Straßen oder Autos geht. Die sind Autofahrer (und die Schotten sind ja eh ausgeglichene Zeitgenossen) wohl gewöhnt und trippeln auch mal gerne einige Zeit und in aller Seelenruhe vor dem Auto her…
Und: Wenn man ihnen nicht auf der Straße begegnet, dann spätestens im Pub. Dann halt nicht mehr lebend und in Form von Haggis. Auf Haggis stehen die Schotten echt, das ist kein Klischee! Das gibt es in allen Varianten…

Erwartet: Schlechtes Pub Essen. Die Briten waren ja noch nie für ihre Küche bekannt.
Erlebt: Ganz-okay-iges Pub Essen. Schottland ist nun mal nicht gleich England.
Natürlich muss in diesem Fall auch erwähnt werden, dass wir uns vor allem in der absoluten Walachei Schottlands herum getrieben haben und die Auswahl an guten Restaurants oder Pubs in den Städten größer ist. Da wo wir waren, gab’s manchmal einen Pub. Wenn man Glück hatte. Manchmal wurde einem auch einfach gleich ein Tisch im B&B eigenen Pub (natürlich der einzige…) reserviert. Zwar hatten wir (auch dank dem ein oder anderen Blick – da, wo es überhaupt Auswahl gab – auf Internetbewertungen) keinen Totalausfall, aber die Schotten mögen eben frittiertes. Pommes gibt es eigentlich immer. Und viel Fleisch. Und den allgegenwärtigen Scottish Salmon (den gibts schon auch mal aufs Rührei…).
Gedacht: So als Vegetarier hat man es da nicht leicht. Zwar bezeichne ich mich offiziell nicht als einer, esse generell aber doch sehr wenig Fleisch… Das war dann manchmal nicht ganz einfach.
Grausam: Full scottish Breakfast. Was einem da serviert wird, muss man eigentlich mal gesehen haben. Aber am besten nicht auf dem eigenen Teller. Selbst Begleitung und im Vorjahr noch Anhänger der full-irish Variante eines Frühstücks, hat angesichts dieser Fett/Cholesterin/Frittier-Bombe die Segel gestreikt.
Zum Glück und gut zu wissen: Auch wenn in der Buchungsbeschreibung full-scottish steht, heißt das nichts. In jedem B&B wurden wir zuerst gefragt bzw gab es Formulare für unsere Wünsche; meistens war eine kontinentale Frühstücksvariante verfügbar. Und Toast und Marmelade (meistens auch Müsli, Joghurt und ein paar Früchte) gibt es sowieso immer.
Dennoch: Nach zwei Wochen wieder in richtiges Brot beißen war toll.

Gelesen: Statistisch gesehen ist der September in Schottland bereits touristenarm und zählt nicht mehr zur Hauptsaison.
Fakt: Ich möchte nicht wissen, wie voll die Highlands und die Isle of Skye dann erst zur Hauptreisezeit sind? Die „Hotspots“ sind dann sicherlich heilos überlaufen; denn auch bei uns waren sie noch ordentlich voll.
Aber: Umso weiter wir in den Norden kamen, umso touristenärmer wurde es. Ob das nun letztlich an der Saison lag oder daran, dass der Norden touristisch generell noch nicht so erschlossen ist? Schwer zu sagen. Müsste ich wetten, würde ich jedoch auf letzteres schließen. Dafür sprechen allein schon die Anzahl der vorhandenen Übernachtungsmöglichkeiten.

Geschluckt: Haben wir bei der Buchung und als ich gemerkt habe, dass Schottland zwar – ähnlich wie Irland – ein üppiges Angebot an Bed&Breakfasts aufweist, im Gegensatz zu ihren Nachbarn allerdings nicht so viel von einheitlicher Preisgebung hält.
Ergebnis: Von nicht mal 80€ (ungefähr 68£) bis 130€ (ca. 110£) die Nacht war alles vertreten. (Der Schnitt in Irland lag übrigens bei genau 80€)
Geboten: Wurde einem dafür so einiges; vom allgemeinen Niveau her auch mehr als in Irland. Von Zwangs-Umbuchung durch die Besitzer (natürlich genau dann, als wir gerade eine halbe Stunde in die entgegen gesetzte Richtung gefahren waren und nun wieder die ganze Strecke zurück mussten) auf Grund eines Wasserschadens (der irgendwie mehr nach Überbuchung aussah…), über die einzige B&B Besitzerin, die uns wirklich Angst gemacht hatte (und bei der man wirklich auch erst genau um 16 Uhr – und keine Sekunde früher! – einchecken konnte), bis hin zur Suite mit Kamin und Mega-Platz&Ausblick in Bettyhill.
Da muss man durch: Blümchen. Blümchen und noch mal Blümchen. Auf Tapeten, Kissen und Bettwäsche. Manchmal sogar gepaart mit Glitzer und in einigen Fällen Schmetterlingen… Also mit Blumen haben es die Schotten!
Nicht zu empfehlen: Keine Unterkunft im Vorfeld zu buchen. Klar, gerade im Norden wird es dann sehr viel einsamer und man trifft auf verhältnismäßig wenige Touristen. Nur bekommt man dann schon wieder ein Problem, weil es dort zum Teil halt nur ein B&B pro Ortschaft gibt. Und die fünf Zimmer sind eben auch mit wenigen Touristen schnell belegt.
Geschmunzelt: Zahlt man bar, gibt’s gerne mal ein bisschen Rabat. Tja, warum wohl?
Reingefallen: Sind wir eigentlich nirgends so richtig… Klar, eine Unterkunft ist immer schöner als die andere, aber zum Teil waren das schon echte Luxusbuden.
Darauf muss man sich einstellen: Vom eigenbrötlerischen Junggesellen mit Hang zu PC Spielen bis hin zur bösartigen Schrapnelle (zu der passte die Tatsache, dass sie unter anderem auch einen „Ramsey-Room“ vermietete…) war bei den Bed&Breakfast Besitzern jedes Klischee vertreten.

Klischee: Die Schotten sind sehr freundliche Geschöpfe.
Erlebt: Wie wahr! Bis auf besagte B&B Besitzerin und einem unfreundlichen Kassierer an der Supermarktkasse, ist uns tatsächlich niemand blöd gekommen. Und gute Tipps gab’s überall gratis dazu.
Vermutung: So langsam vermute ich ja – nach Amerika und nun Schottland – das wir Deutschen einfach besonders unfreundlich sind…

Gelacht: Die Züge in Schottland sind übermäßig pünktlich. Wenn nicht sogar etwas zu früh dran.
Zum „Problem“ geworden: Wäre uns das fast am Glenfinnan Viadukt (ihr wisst schon, dieser Brücke aus den Harry Potter Filmen). Denn obwohl ich – ganz schlau – am Vortag sogar gegoogelt hatte, wann denn genau die Eisenbahn dort drüber fährt und wir dementsprechend unseren Stopp geplant hatten (aka tadellose Vorbereitung für’s perfekte Foto…), unsere einzige Sorge also nur noch war, ob der Zug an dem Tag auch mit Rauch fahren würde oder eben nicht und wir mehr als pünktlich am Aussichtspunkt standen, wurde es dann auf einmal doch noch hektisch. Wegen des heftigen Regens wollte ich nämlich bis zum letzten Moment warten, bevor ich meine Kamera aus dem Rucksack holte… Tja, und auf einmal fuhr der Zug um die Ecke! Sogar mit Rauch! Quasi genau wie im Film! Nur halt eben gute fünf bis zehn Minuten zu früh…

Verwöhnt: War ich durch die breiten Straßen Amerikas.
Im Gegensatz dazu: Boten vor allem die Isle of Skye und der Norden enge Straßen oder gar „Single Track Roads“ mit „passing places“ – aka verdammt enge, schlechte Straßen (die den Ausdruck teilweise kaum verdienen) bei denen man nur hoffen kann, dass der entgegenkommende Autofahrer aufmerksam ist und früh genug hält, bevor man sich dann selbst in der Situation befindet, rückwärts in die letzte Haltebucht zu zittern…
Unbedingt vermeiden: Der Straßenrand ist meistens unbefestigt und von dem her gerade bei anhaltendem Regen nicht unbedingt als Parkplatz zu empfehlen. Und ja, wir haben sogar einen gesehen, der Stecken geblieben ist… Was bei einer einspurigen, viel befahrenen Straße und eh schon wenig Platz echt kein Vergnügen ist!
Allerdings: Was zunächst ein Tipp von einem B&B Besitzer war, stimmt wirklich; es lohnt sich die Augen nach all den kleinen Parkplätzen, die kaum wie einer aussehen, Ausschau zu halten. Selbst bei größeren Sehenswürdigkeiten sind die Parkplätze oftmals unscheinbar und man fährt auch gerne mal daran vorbei. Manchmal ist auch von der Straße aus überhaupt nicht ersichtlich, was es dort zu sehen gibt!
Aber: Wenn da viele Busse oder Autos halten, ist eh klar, dass es da etwas zu sehen gibt und sich ein Stopp (und wohl auch ein paar Schritte Gehen) unter Umständen echt lohnt!
Und: Ja ja, da klinge ich wie ein Spielverderber und ja, wir haben auch mal am Straßenrand geparkt; dennoch sollte man immer schön darauf achten andere nicht zu behindern und vor allem beim Überqueren der Straßen bitte auf den Verkehr achten… Damit man trotz all der Motive nicht zum Foto-Terroristen für seine Mitmenschen wird.
Darauf vorbereitet sein: Auf enge Straßen und viele Kurven (nicht unbedingt etwas für Menschen mit Reisekrankheit!). Und auf den rasanten Fahrstil der Schotten… Da braucht man Nerven.

Daher nicht verwunderlich: Das ein oder andere Mietauto kommt ganz schön mitgenommen daher. Also schon bei der Übergabe…
Aufpassen: Sollte man daher natürlich darauf, dass die bisherigen Schäden gleich bei der Übergabe festgehalten werden und nicht später auf der eigenen Rechnung landen. Lieber noch mal eine Runde mehr ums Auto drehen und wirklich genau hinschauen.
Weil: Bei uns fehlte hinten ein beachtliches Stück…

In der Theorie: Kann man vor allem im Norden Schottlands Nordlichter sehen.
Glückliche Umstände: Boten sich uns während wir dort waren. Also rein hypothetisch.
Denn: In der Praxis gab es ausgerechnet als die Bedingungen denkbar günstig standen (selbst in Edinburgh waren welche zu sehen!) Vollmond, viel Regen und noch mehr Wolken… Das hat mich zwar nicht daran gehalten meine kranke Begleitung nach Mitternacht aus dem Bett zu scheuchen (nur um mal kurz auf die Straße – wegen der besseren Sicht auf den Himmel – zu schauen), aber leider lohnte sich auch diverses Aufstehen und aus dem Fensterschauen nicht. Da zeigte sich nix Buntes am Himmel!

Sollte man sich nicht darauf verlassen: Auf Navigationsgeräte.
Dummerweise: Viele Orte oder Sehenswürdigkeiten gerade auf der Isle of Skye (aber auch generell) haben natürlich keine Anschrift/Adresse. Manche Seiten mit Tipps für Wanderungen etc behelfen sich daher mit der Angabe von Postleitzahlen. Ein System, dass sich mir auch nicht so ganz erschlossen hat… Zwar konnte man die dann ins Navi oder Smartphone eingeben und bekam sogar ein Ergebnis geliefert, allerdings umfasst so eine Postleitzahl sogar auf der Isle of Syke mit ihren Mini-Orten ein recht großes Gebiet!
Super nervig: War die Suche nach den Ausgangsort zur Wanderung rundum Quiaring. Da sind wir ein paar Mal richtig gefahren, augenscheinlich falsch gewesen (konnte man bei der Schottenpiste ja auch nicht ahnen!), wieder umgekehrt…
Ähnlich nervig: Gestaltete sich übrigens die ein oder andere Suche nach den Unterkünften. Eine Adresse wie wir sie kennen, mit Straße und Hausnummer, geben die meisten B&Bs erst gar nicht an! Gut, bei einigen Orten ist die Auswahl an Straßen eh nicht groß und man findet schon irgendwie hin (meistens liegen die B&Bs auch einfach direkt an der einzigen Hauptstraße), dennoch kann das nach einem langen, nassen Tag auch noch mal ein paar Nerven kosten.
Im Zweifelsfall: Einfach weiterfahren. Selbst Google Maps lag bei einigen augenscheinlichen Treffern oft einige Kilometer daneben.
Hat sich mir nicht erschlossen: Warum die Leute/Guides/etc nicht einfach Koordinaten angeben… Gerade, da viele gällische Ausdrücke für Orte/Hotspots/Plätze sowieso nicht zu merken oder einzugeben sind…

Fakt: In Schottland herrscht Linksverkehr.
Heilfroh: War ich darüber mal wieder ums Fahren herum gekommen zu sein…

Damit muss man rechnen: Wenig Auswahl beim Restaurantangebot. Ähnlich wie im Falle der Unterkünfte, stehen in den kleinen Orten höchstens ein, zwei Pubs zur Wahl; mehr nicht. Manchmal gibt’s zur Buchung im B&B gleich eine Reservierung im hauseigenen Pub dazu. Weil es im Ort keinen anderen gibt und der gerne mal voll wird.

Zu naiv: War ich bei der Planung der ein oder anderen Wanderung. In Deutschland und Österreich (selbst in Amerika!) musste ich mich angesichts mancher Beschreibung bestimmter Wandertouren am Ende des Tages oftmals fragen, ob der Verfasser ernsthaft selbst dort war oder vielleicht auch an einer massiven Fußkrankheit (wenn er die Tour nicht gar im Rollstuhl angetreten ist) litt! So seltsam und aus der Luft gegriffen wirken oft die Beschreibungen der Verhältnisse beim Aufstieg oder Anforderungen einer Tour. Was Zeitangaben angeht, fange ich gleich lieber nicht an (die stimmen ja nie!).
Jedoch: Das gilt nicht für Schottland! Wenn da „nur für Geübte“ steht, ist das auch nur für Geübte. Nicht für Touristen mit Sneakern. Sowieso sind Bergschuhe bei den meisten Touren absolute Pflicht! Allein schon auf Grund des unebenen Untergrunds, des Gerölls oder (nach dem ja nicht gerade selten fallenden Regen) Matsch. Und steht da „felsig“, liegen tatsächlich ziemliche Brocken im Weg; über die man zum Teil so richtig drüber klettern muss. Und „matschig“ oder „unwegsam“ bedeutet auch schon mal, dass man sich zwei Stunden durch eine Sumpflandschaft quälen muss.
Mit Vorsicht: Genießen sollte man die Touren auf walkthehighlands.com. Ich spreche aus Erfahrung. Die Touren sind schon schön, die Beschreibungen akkurat. Aber man darf eben nicht den Fehler machen und sie mit den doch oftmals übertriebenen Beschreibungen auf deutschen Seiten (oder denen für fußfaule Amerikaner) vergleichen…
Gewundert: Habe ich mich so manches mal über hübsch gekleidete Asiaten mit schönen, zu großen Schuhen und Selfie-Sticks. Wie die immer alle wieder heil zurück zum Bus kamen?

Sollte man auf gar keinen Fall machen: Einem dubiosen Händler in Edinburgh ein Handy abkaufen. Selbst dann nicht, wenn er einen augenscheinlich offiziellen Laden führt… Aber das ist eine andere Geschichte.

Scotland Guide
Scotland Guide

Zwischenspiel

Ich bin wieder zu Hause, an meinem Schreibtisch, meinem PC. Die letzten Tage war viel los.

Ich habe mir die Haare gefärbt.

Ich hatte ein Shooting mit wahrer Haarkunst. Und endlich wieder ein rothaariges Model vor der Kamera.
Und bin am Ende eines langen Tages den wohl nettesten Nachbarn in weiter Umgebung des Studios begegnet (als kleinen Ausgleich des Universums für’s letzte Mal, schätze ich); der ältere Herr trug mir sogar Equipment ins Auto…

Habe wochenlang nach einer Location gesucht und schon nicht mehr daran geglaubt, dass wir noch (nachdem man uns irrsinnigen Summen für eine Stunden Shooting zwischen 6.35 Uhr und 7.35 Uhr – kein Witz – berechnen wollte…) etwas finden würden.

Ich habe es geschafft (nachdem ich mich so bemüht hatte, in einer fremden Küchen dieses eine Mal wenigstens beim Aufwärmen keine Katastrophe zu verursachen) eine Mülltüte auf einem noch warmen Herd stehen zu lassen. Nur kurz; aber für eine große Sauerei hat das ausgereicht. Davon, dass mich das derart aus dem Konzept gebracht hat, dass ich anschließend in die eigentlich fertige Spülmaschine mein dreckiges Geschirr gepackt habe, fange ich lieber erst gar nicht an…

Ich war auf der Buchmesse. Und habe ausgerechnet das „spannendste des Tages“ (aka die Schlägerei) verpasst. Pff.

Ich habe in Frankfurt in einem der schönsten Hotels übernachtet, in dem ich je war. Mit einem Bett, das breiter war, als ich groß bin.
Und ich weigere mich, den Preis dafür nachzuschauen, weil mir dann das schlechte Gewissen die Freude über das Geschenk vermiesen würde.

Ich habe Mango-Bier in einer Kokosnuss probiert. War in einer Bar, bei der man erst klingeln musste, um eingelassen zu werden. Und einem die Tür dann von jemandem geöffnet wurde, der besser in einen Kostümfilm als in eine Bar gepasst hätte. Ich bin an einem perfekten Spätsommer Spätnachmittag durch Frankfurt geschlendert und war im Kino. Das ist allerdings zu verachten; der Film war Mist.
(Allerdings war ich sehr stolz auf meine grandiose Idee mal eben online Karten zu kaufen, als wir um 20.15 Uhr noch immer in einer unendlich langen Schlange standen…)

Ich weiß jetzt wie Football gespielt wird. Also so ungefähr. Ganz grob. Und immer noch nicht, warum eine ehemalige Schulkameradin damals zwei Wochen lang Angst hatte an ihren Kleiderschrank zu gehen, nachdem sie „Der Exorzist“ gesehen hatte. Umso weniger, seit ich den Film nun selbst kenne.

Ich habe zu viel Tiny Houses und Fixer Upper geschaut. Und musste meine Rückfahrt um einen Tag nach hinten verschieben, weil eine fiese Migräne einer Bahnfahrt und mir in die Quere kam.

Und da sitze ich nun. Mit meinem Chaos. Zwischen Arbeit und Plänen; Ungewissheiten und ein paar alten (beruflichen) Ängsten. Und dem Unglauben, dass der Oktober beinahe schon wieder rum ist und es sich für mich noch anfühlt als hätte der September noch gar nicht begonnen. Wo ist bloß all die Zeit hin? All die Dinge, auf die ich mich monate-/wochenlang gefreut habe? Puh. Gerade fühlt es sich so an, als wären alle Highlights abgehakt und nach ein paar Tagen vor dem PC sehne ich mich (schon wieder) nach neuer Vorfreude. Na ja, jetzt wird erst mal fleißig gearbeitet.