Mehr oder weniger sinnfreies Alltagsblabla #11

Irgendwie fehlte mir ein Anfang. Ein Punkt, an dem ich wieder ansetzen konnte. Die ersten Zeilen (genau genommen sogar zwei Posts) habe ich eigentlich schon im Zug nach Hause geschrieben, aber irgendwie – irgendwie eben – wurden die Texte nicht fertig. Was zur Abwechslung einmal – ausnahmsweise – nicht den üblichen Verspätungen und dem Ärger mit der deutschen Bahn geschuldet war, sondern dem netten Mädchen neben mir.

Und weil mich danach sofort der Alltag wieder verschluckt hat, noch Chaos herrscht im Kopf, sind die Texte eben noch immer nicht fertig. Und immer dann, wenn wüstes Durcheinander meine Gedanken bestimmt, wird es eben wieder Zeit für einen dieser Posts…

Alltagsblabla

Bei BBC Scotland gehört und herzlich drüber gelacht: die Steinmännchen-Bauer (okay, ich vermute, da gibt’s sicherlich ein wesentlich präziseres, offizielles Wort dafür, aber ich habe keine Ahnung) werden in Cornwall zum Problem. Da gibt es nämlich so historische Mauern. Und die Leute nehmen ernsthaft für Steine aus dieser Mauer und bauen daneben ein Steinmännchen… Ich glaube die Menschheit ist langsam nicht mehr zu retten.

Wenn wir schon beim Thema Radio sind: mein Leben ist weniger lebenswert, seit ich um 10.30 Uhr nicht mehr Popmaster auf BBC Radio 2 hören kann. Ich hatte während meiner ganzen Zeit in Schottland genau eine Frage richtig; amüsant war dieses Quiz trotzdem.

Hätte ich meinem Schul-Selbst damals erzählt, dass die letzte Sache, über die sich das Jetzt-Ich bei einem Shooting Gedanken machen würde, irgendwann das Englischreden sein würde, hätte es wohl herzlich gelacht. Ein eingeschlagenes Fenster in San Francisco und ein paar Shootings mit internationalen Models später ist es aber so.

Als ich mit dem Fotografieren angefangen habe, hieß es immer: die Models aus dem ehemaligen Ostblock sind unheimlich gut. Mittlerweile hatte ich selbst das Vergnügen eine Polin vor der Kamera zu haben und muss sagen: die im Ausland haben echt Mut zu ungewöhnlicheren Typen als hier in Deutschland. Ich habe jede Sekunde des Shootings mit ihr geliebt.

Nach zwei Wochen Schottland, gab es nichts schöneres als eine vernünftige Scheibe Käse auf einer vernünftigen Schreibe Brot! Ich konnte keinen Toast mehr sehen!

Ich habe neulich tatsächlich das erste Mal in meinem Leben ein Glas Wein getrunken…

Kurz zuvor musste ich noch einen anderen Kulturschock verwinden: mein Papa hatte uns jahrelang die falschen Mühle-Regeln eingebläut!
Ergebnis: ich war erschreckend leicht zu schlagen, was meinem Ego nicht gut tat. Und: es gibt leider keine Mühle-Apps mit vernünftiger KI. Dabei muss ich doch üben! Für die Revanche…

Multimediablabla

Ein bisschen lachen musste ich schon, als wir in Inverness in unserem B&B saßen, zwar keinen eigenen Fernsehsender empfingen, aber WLAN und einen WLAN fähigen Fernseher hatten. Und… Tja und einen fremden Netflix Account, auf den wir zugreifen konnten!
Da saßen wir also, durchstöberten das englische Netflix Angebot und entschieden uns (oder besser gesagt: ich) dafür „The Circle„, ein Film der bei uns gerade erst ins Kino kam, zu schauen. Und was soll ich sagen? Dass Monate seit dem amerikanischen Kinostart vergangen sind bevor er hier anlief und er in Großbritannien einfach nur gleich online kam, sagt eigentlich alles aus. Verdammt mieser Film, der trotz Tom Hanks echt nur TV-Filmqualitäten aufweist. An sich ein wichtiges, aktuelles Thema, über das man sich mal Gedanken machen sollte (Stichwort: Gläserner Mensch), aber schlicht und ergreifend verdammt schlecht gemacht.

Total begeistert war ich hingegen von „A Cure for Wellness„. Ich habe selten einen derart wunderschön gefilmten, einzigartigen, verrückten Film gesehen (den ich mittlerweile sogar schon zwei Mal geschaut; und beim zweiten Mal sogar noch mehr genossen habe). Endlich wieder ein Film, der kein Prequel, keine Fortsetzung oder in irgendeiner Form Teil eines ganzen Universums ist! Wir brauchen mehr dieser für sich allein stehenden Filme, mit wirklich origineller Story. Vor allem wenn sie so gemacht sind, wie Gore Verbinski’s Werk. Die Bilder und Kulissen sind überwältigend, das Sounddesign herrlich beklemmend (das Scharren der Krücken über die Flure…) und obwohl er auf intelligente Weise mit Ängsten – die auf die ein oder andere Weise so jeder schon mal erlebt hat – spielt, ist er trotzdem kein klassischer Horrorfilm (als der er leider vermarktet wurde) geworden. Die große Überraschung für mich war dabei übrigens Dane DeHaan. Ich habe ihn zuvor tatsächlich noch nie in einem Film gesehen und war begeistert. Perfekter hätte die Wahl für Mr. Lockhart nicht fallen können!
Mein einziger Kritikpunkt am Film: er war mit seinen 147 Minuten ein klitzekleines bisschen zu lang. 20 bis 30 Minuten weniger hätten der Story gut getan. Und: ein gewisser Hinweis zur Story war mir gleich in den ersten Minuten zu offensichtlich. Allerdings fiel das sonst niemandem auf; vielleicht liegt’s auch an der Art wie ich Filme schauen und daran, dass ich generell solche „Vorzeichen“ immer recht früh bemerke.

Übrigens ist das hier einer der wenigen existierenden Trailer, die neugierig machen und dennoch nichts von der Story verraten…

Der Anschlag“ war übrigens zur Abwechslung mal wieder eine recht angenehme Adaption eines Stephen King Romans. Da die Vorlage zu einem meiner absoluten Lieblinge von ihm zählt, war ich natürlich ein wenig von den Änderungen in der Story enttäuscht… aber wenigstens hatten die Macher die Eier das Ende wie vorgesehen durchzuziehen! Endlich mal wieder eine Serie, die in acht Folgen zu einem Ende kam. Und mal davon abgesehen: mit einem wirklich grandiosen James Franco! Ich habe ihn schon lange nicht mehr in so einer Rolle gesehen und wirklich mit ihm gelitten… Toller Schauspieler, der leider zu oft zu seltsame Sachen dreht.

Ob ich gleiches auch bald über „The Mist„, was erst vor kurzem bei Netflix online ging, berichten werde? Keine Ahnung. Ich liebe die Idee, die Stephen King da hatte. Auch auch wenn die ersten Folgen durchaus fesselnd waren, muss man leider schon sagen, dass einige Charaktere echt ziemlich dumm sind/agieren… Wir werden sehen, gerade macht’s noch Spaß; auch wenn man nicht weiter drüber nachdenken darf.

Endlich! Jack Johnson hat ein neues Album am Start! Jetzt brauch ich nur noch eine Deutschland Tournee und ein Konzert in München und ich bin restlos happy. Mal von meiner Freude über musikalischen Nachschub von einem meiner Lieblingsmusiker abgesehen, hat mich die Idee zu einem seiner neuen Videos total begeistert. Was für ein simpler Einfall und man muss dennoch die ganze Zeit hinschauen… Manchmal braucht’s echt nicht viel… Und die Message dahinter könnte momentan nicht aktueller sein.

Und für alle, die jetzt laut schreien (wie es viele getan haben): „Oh! Jack Johnson wird endlich mal politisch…“ Leute… Wie glaubt ihr waren „Good People“ oder „Gone“ zu verstehen? Die Good People waren sicher nicht nur mal eben einen Kaffee trinken. 

Kann bitte endlich die zweite Staffeln von The OA los gehen? Ich meine… die haben gerade erst mit dem Drehen angefangen. Wie soll ich das aushalten?! Kann mir jemand das Drehbuch klauen…?

Bahnblabla

Ich dachte ja eigentlich ich hätte mittlerweile alles durch, was man mit der deutschen Bahn im Allgemeinen so erleben kann. Denkste!
Den Vogel schoss dieser Verein definitiv bei meiner letzten Fahrt ab, als bereits eine Woche im Vorfeld klar war, dass der komplette Zug ausfallen würde. Ein Telefonat (zur Absicherung…) mit der Hotline bestätigte, was schon vermutet wurde: anstatt dessen könnte ich jeden beliebigen Zug an diesem Tag auf dieser Strecke nehmen.

So weit so gut. Da saß ich dann also. In eine zwei Stunden später fahrenden ICE und dachte mir nichts böses, als ich der Dame freundlich lächelnd mein Ticket in die Hand drückte. Was dann folgte war ebenso unverschämt wie unerwartet wie unangenehm. Anstatt die Sache kommentarlos zu akzeptieren, musste ich mir einen lautstarken Vortrag darüber anhören, dass ich hier in diesem Zug nichts zu suchen hatte! Als ich daraufhin, noch immer freundlich, meinen Fall erklärte, gab es weitere Vorhaltungen. Laut ihrer App wäre Personal auf den Zug gebucht worden und dieser auch wie geplant gefahren. Und überhaupt… den kompletten Ausfall hätte ich mir schriftlich von einem (!) Schaffner bestätigen lassen sollen!!

Dass das völlig hirnrissig ist, sah die Dame dann letztlich zwar ein und zog – mich nun in Ruhe lassend – von dannen; nur hätte ich gut und gerne auf die Aufregung und den Ärger verzichten können.

Danke deutsche Bahn, ich reise so gerne mit euch…

Telekomblabla

Viel besser beim Thema Kundenservice schneidet allerdings auch die Telekom nicht ab. Erinnert ihr euch noch? Ich hatte da vor vielen, vielen Monaten mal etwas erwähnt. Über eine Umstellung; auf’s Telefonieren über’s Internet. Das war im April!

Mittlerweile haben wir September und von einer Klärung sind wir meilenweit, ganze Universen wie mir scheint, entfernt. Zwischenzeitlich hatten wir tatsächlich auch mal (ungefähr eine Woche lang) funktionierendes, schnelles (wuhuu! 50.000er Leitung!) Internet und Telefon. Nur hat man uns das abgeschalten. Auf die simple Frage hin, warum wir auf einmal 90€ und für (!) sechs Telefonnummern zahlen. Natürlich erst, nachdem man uns versichert hatte, eine Gutschrift zu schicken, dass ein Fehler von ihrer Seite vorlag und man das nun umstellen würde (selbstverständlich wäre davon nicht unser Internet bzw die zwei Telefonleitungen, die wir auch wirklich wollten, betroffen).

Ihr ahnt etwas, nicht wahr?

Genau. Das Ende vom Lied war, dass wir auf einmal wieder ohne alles da standen. Und nach viel Ärger landeten wir dann wieder bei analoger Telefonie und der alten – super lahmen – Internetleitung. Joa.

Seitdem bekommen wir verwirrende Anrufe, werden vertröstet und es tut sich (mal wieder) nichts. War ja auch zu schön, als nach (!) 16 Technikerterminen alles mal für zwei Wochen funktioniert hat.

Und das beste: letzte Woche kam ein Schreiben. Weil wir ja noch immer analog telefonieren, diese Technik abgeschafft wird und wir uns daher bald um eine Umstellung kümmern müssten…

Hahahaha….


So. Reicht jetzt auch.

Ich bin dann (mal wieder) weg!

Ein klitzekleines bisschen verwöhnt komme ich mir ja schon vor… Immerhin war ich ja gerade erst (und gefühlt war’s sogar erst gestern) in Amerika. Ich war doch eigentlich noch nicht mal so wirklich und vollkommen wieder hier; selbst das Fernweh hat zwar zwischenzeitlich bereits leise und vorsichtig angeklopft, sich aber noch nicht mit aller Wucht zurück gemeldet. Und nun?Geht es noch einmal weg. Auf Reisen.

Wenn aus: „Lass uns vereisen“…

Ähnlich wie im Falle unseres Trips nach Amerika, ist auch diese Reise bereits seit Monaten geplant; selbst gebucht wurde schon alles im Mai. Zumindest was Unterkünfte angeht, bin ich kein Mensch für spontane Pläne… Und fühle mich auch irgendwie schon ein bisschen zu alt für’s notfalls im Auto schlafen (übrigens auch für verranzte Hostels; irgendeinen Vorteil muss es ja haben mittlerweile erwachsen zu sein). Gerade im Zweifelsfall eher kalten und nassen Schottland.

Und so wurde aus unserer anfänglichen Lust irgendwohin zu fahren, schnell der Plan noch einmal Schottland zu erkunden. Immerhin und gerade weil wir beim letzten Mal eigentlich nur Edinburgh so richtig erkundet hatten und unser einziger Tag in den Highlands dann auch (…) der einzige verregnete war. Da zeigt sich tagelang das schottische Wetter von seiner besten Seite und kaum ist man in der Wildnis, schüttet es wie aus Kübeln. Tja…

… und der Idee auf die Isle of Skye zu fahren…

Was mit der groben Idee begann in die Highlands zurück zu kehren, führte zum Beschluss dieses Mal der Isle of Skye definitiv einen Besuch abstatten zu müssen und endete unerwartet damit, dass wir den Roadtrip auf zwei Wochen ausdehnen konnten (Leute, was bin ich froh, dass ich zumindest in der Theorie niemanden über meine Urlaubstage Rechenschaft ablegen muss!) und nun auch über den North Coast 500 bis John o’Groats – dem nördlichsten Zipfel des Festlandes –  fahren können.

… am Ende ein zweiwöchiger Roadtrip wird.

Ich weiß jetzt schon, dass ich die nächsten zwei Wochen – dabei hatte ich meine Hemmungen Englisch zu sprechen gerade erst abgelegt! – nichts verstehen werde. Rein gar nichts. Aber wer versteht schon die Schotten…? Das habe ich auch beim letzten Mal nicht getan. Und meine Anreise (zum Ablflugsort! Natürlich zum Abflugsort; mit der Bahn nach Schottland zu fahren würde selbst einem Flugzeuge-Hasser wie mir nicht einfallen) mit der lieben deutschen Bahn wird wohl auch eher wieder nervig werden. Und vielleicht werde ich ein bisschen frieren und nass werden. Immerhin hat mir schon Irland gezeigt, dass es dafür so schnieke Gummi-Regen-Hosen gibt. Und auch eine Mütze ist eingepackt. Für alle Fälle (auf eine Wärmflasche habe ich dann allerdings doch verzichtet; jedoch nur, weil ich bezweifle in jedem B&B einen Wasserkocher vorzufinden…).

Ich werde die nächsten zwei Wochen also sehr sexy – ein Attribut, dass auch definitiv zur Blümchen-Bettwäsche, die uns schon bei der Buchung eines B&B so positiv ins Auge gefallen ist, passt (was die Unterkünfte angeht bin ich echt gespannt!) – aber auch sehr, sehr happy Schottland erkunden.

Bis dahin: Tìorraidh ma-thà!

(Falls das überhaupt Gällisch/Schottisch ist…)

San Francisco und ich – eine Liebesgeschichte mit eingeschlagenem Fenster

Seit meinem ersten Besuch vor ein paar Jahren hat sich meine Beziehung zu San Francisco im Wesentlichen nicht geändert: San Francisco ist die schönste Stadt der Welt. Danach kommen Venedig und Nagasaki – eine abenteuerliche Mischung, nicht wahr? – und anschließend streiten sich ein paar tolle Städte, ohne das ein klarer Sieger hervorgeht, um die folgenden Ränge; aber San Francisco, jene hügelige Stadt an der Küste Kaliforniens, ist und bleibt für mich die tollste Stadt überhaupt.

Dabei kann ich nicht einmal genau sagen was mich an ihr so reizt. Mit Sicherheit all die schmalen, wunderschönen, alten Häuser. Die Golden Gate Bridge. Oder die Piers. Und diese ganz besondere Mischung aus unglaublich sanften, goldenen Licht und dem Meer. Aber auch die zahllosen Hügel. Die es einem zwar anstrengend, aber nicht unmöglich machen die ganze Stadt – eine Mischung aus alten Bauten und modernen Hochhäusern, die trotz ihrer Gegensätze doch so gut zueinander passen – zu Fuß zu erkunden (was ich vor ein paar Jahren und bei meinem ersten Mal in ihr auch getan habe; tatsächlich ist die eigentliche Stadt nämlich relativ klein). Und selbst der beinahe immer allgegenwärtige Nebel – der den Touristen öfter als nicht den Blick auf die Golden Gate Bridge verwehrt – hat seinen Reiz. Vor allem, und ganz besonders, wenn es ein sonniger Tag war und er erst gegen Abend in die Bucht rollt; vom untergehenden Sonnenlicht feuerrot gefärbt.

Egal wo ich war – und ich hatte in den letzten Jahren das Glück ganz schön herum zu kommen – gab es keine schönere Stadt für mich.

Wenn Zurückkommen weh tut…

Und so war der Stop in San Francisco, als wir vom Yosemite Nationalpark zurück an die Küste fuhren, für mich nicht nur ein nötiges Übel, sondern ein Muss. Nachdem ich beim ersten Mal dort, die Stadt komplett zu Fuß erkundet hatte und mich dabei auf auf die älteren Viertel konzentriert hatte, während meines zweiten Besuchs im eher modernen Bankenviertel unterwegs war, wollte ich nun – endlich mit Mietwagen – zwar dem Pier und den Seelöwen einen kurzen Besuch abstatten, mich dann aber vor allem auf Aussichtspunkte auf die Golden Gate Bridge konzentrieren. Die hatte ich bei den letzten Malen – dank Nebel – nämlich nie in ihrer vollen Pracht gesehen.

Das Wetter dafür stimmte (kein Nebel in Sicht!), die Seelöwen waren eher träge und hatten allem Anschein nach an jenem Tag nicht viel mehr als Schlafen auf ihrer Agenda und so kehrten wir bereits nach recht kurzer Zeit zu unserem Auto zurück. Das hatte vermeintlich sicher in einer Nebenstraße, nur wenige hundert Meter vom Pier entfernt, gestanden. „Vermeintlich“ sicher, denn während wir allerhöchsten einen Strafzettel für die Überziehung der Parkgebühren (die haben dort aber auch ein doofes System…) erwarteten, begrüßte uns anstatt dessen ein Auto, mit einem Fenster weniger. Und ich – wie immer mit der Kamera heillos hinterher hinkend – hielt das im ersten Moment noch für einen Scherz, als einer – Schwester oder Papa; so genau weiß ich das nicht einmal mehr – nüchtern feststellte: „Da fehlt ein Fenster.“

Auf kurze Panik – da hatte ich zur Abwechslung definitiv mal einen höheren Blutdruck als 90/60 – folgte maßlose Erleichterung, als wir feststellten, dass weder Koffer noch die Tasche mit den wichtigsten Dokumenten weg gekommen war. Heilfroh wie wir waren, fiel uns tatsächlich auch erst viel später auf, was denn gestohlen worden war. Koffer? Check. Tasche mit Flugtickets und Reservierungsbestätigungen? Check. Kamera etc.pp? Hatte ich eh dabei. Nur der Rucksack meiner Schwester – der war weg.
Aber das kapierten wir in unserer grenzenlosen Naivität, in der wir annahmen jemand wollte einfach nur gemein sein und Fenster einwerfen, erst beim Umladen des Gepäcks ins neue Auto.

Zunächst herrschte einfach nur Verwirrung.

Bevor wir bei unseren Überlegungen allerdings über: „Wir müssen die Mietwagenfirma und die Polizei anrufen.“, hinaus kamen und uns ersthaft fragen mussten (ihr wisst schon: akute Verwirrung und so) welche Nummer die Polizei in Amerika überhaupt hat, kam ein freundliches Ehepaar, mittleren Alters, mit dem Rad vorbei.

… und man dennoch mit einem blauen Auge davon kommt.

Und was dann passierte, war etwas, was man in Deutschland wahrscheinlich nur in Ausnahmefällen und mit ganz viel Glück erleben würde: grenzenlose Hilfsbereitschaft!

Die beiden riefen nicht nur sofort von ihrem Handy aus die Polizei für uns an (weil wir ja mit Sicherheit keine amerikanische SIM Karte haben und uns so ja dumm und dämlich zahlen würden), klärten den Fall, reagierten genervt und mit Unverständnis auf das „too busy“ der Polizei und da sie leider selbst keine Zeit mehr hatten, verwiesen sie uns an den Arbeitsplatz der Ehefrau. Der befand sich nicht nur gleich ums Eck, man versicherte uns auch, dort könnten wir in Ruhe mit der Mietwagenfirma telefonieren. Und damit man uns da auch ja freundlich empfangen würde, fuhren die beiden auch gleich noch eben mit dem Rad vorbei und klärten die Lage.

Tatsächlich verbrachten wir die folgende Stunde an der Rezeption eines Fitnessstudios (das übrigens derart edel und modern eingerichtet war, dass ich mir in Sportklamotten „underdressed“ vorgekommen wäre) am Telefon und wurden munter von einem verantwortlichen Mitarbeiter der Mietwagenfirma zum nächsten verbunden.

Aber anstatt die Geduld mit uns zu verlieren, teilte man fröhlich mit uns das WLAN Passwort und half – trotz um uns herum weiterlaufenden Betriebs – aus, als uns die Sache wirklich zu bunt wurde und man nach dem x-ten Weiterverbinden, annahm ich wäre eine Dame aus Orlando (Florida…), der der Wagen geklaut worden war.

Aus „Wir lassen Sie auf gar keinen Fall mit einer kaputten Scheibe weiterfahren“, wurde zwar recht schnell: „Schaffen Sie es bis zur Filiale am Flughafen?“, dennoch konnten wir uns an diesem Nachmittag wirklich nicht über mangelnde Hilfsbereitschaft beschweren. So blöd das alles war und auch wenn der Tag spätestens als wir bemerkten, dass eben doch etwas – der Rucksack meiner Schwester voller persönlicher Sachen – gestohlen wurde, gelaufen war, machten zumindest die Menschen um uns herum alles etwas besser.

Daran, dass wir uns am Ende 45 Minuten durch den Feierabendverkehr San Franciscos zu einer McDonald Road quälten, nur um am Ende festzustellen, dass passiert war, was eben immer passiert wenn irgendwie alle mit den Nerven am Ende sind, und wir mit Nichten an einer Filiale der Autovermietung, sondern mitten im Nirgendwo gelandet waren und anschließend wiederum 1 1/2 Stunden in die andere Richtung zur McDonnell (…) Road mussten, waren die wahrlich nicht schuld!

Und obwohl wir an diesem Abend völlig ausgehungert und ziemlich dünnhäutig ins Motel zurückkehrten, war ich spätestens am nächsten Tag – und endlich an jenem Aussichtspunkt angekommen – wieder mit dieser wunderschönen Stadt versöhnt. Wie sollte es auch anders sein? Bei Sonnenuntergang, am Strand, mit umverhangenem Blick auf die Golden Gate Bridge?

San Francisco ist und bleibt die schönste Stadt der Welt für mich!

„San Francisco has only one drawback, it’s hard to leave“ – Rudyard Kipling

San Francisco bei Sonnenuntergang; Kalifornien

San Francisco bei Sonnenuntergang; Kalifornien

San Francisco bei Sonnenuntergang und Nebel; Kalifornien

San Francisco bei Sonnenuntergang und Nebel; Kalifornien

Fahrt über die Bay Bridge nach San Francisco; Kalifornien

San Francisco; Kalifornien

San Francisco; Kalifornien

San Francisco; Kalifornien

Strand San Francisco bei Sonnenuntergang; Kalifornien

Golden Gate Bridge vom Strand aus; San Francisco; Kalifornien