Mehr oder weniger sinnfreies Alltagsblabla #2

Eibsee bei Nebel

Immer wenn zu viele Wortschnipsel in meinem Kopf und unzähligen, halbfertigen Dokumenten herum schwirren, wird es wieder Zeit für bunt gemischtes Alltagsblabla. Ohne tieferen Sinn, ohne wirkliches Thema oder gar Ordnung. Los geht’s.


Ich bin erblondet. Zumindest teilweise und unten rum. Oh Mann, wie sich das liest! Was ich damit sagen wollte: ich habe mir so etwas ähnliches wie Ombré färben lassen und bin sehr glücklich damit. So etwas „ähnliches“, weil ich nicht den typischen Übergang habe und auch nicht alle Längen bzw. Haarspitzen gefärbt wurden. Was mein Friseur da genau gemacht hat: keine Ahnung. Es sah ziemlich verrückt aus, war auch eine kleine Tortur, bei der mein halber Kopf topiert wurde, aber es hat sich gelohnt. An „Good Hair Days“ (das leider seltener vorkommende Pendant zu diesen Tagen an denen einfach alles doof aussieht) sehen meine Haare nun aus wie die eines Filmstars. Ich habe noch nie einen so fließenden, gefärbten Übergang gesehen und die Farbe gibt meinen dunklen Haaren wesentlich mehr Dimension. Nach all den eher düsteren und gammeligen Krankheits-Monaten eine wirklich willkommene Veränderung!

Ich war eigentlich der Überzeugung, dass nach „Ente nimmt Erpel nicht an“ kein Suchbegriff mehr kommen kann, der mich überrascht. Falsch gedacht. Neulich führte eine Google Suche und „Wie legt man jede Schwester flach“ jemanden auf meinen Blog. Dagegen tat mir derjenige, der nach „Ich hätte gerne eine Schwester“ gesucht hat, glatt leid…

Nach Mr. Robot (übrigens eine ziemlich sehenswerte Serie wenn man auf wirklich unerwartete Wendungen und etwas ungewöhnliche Charaktere steht) und all den anderen zwar sehr guten, aber eher ernsten Serien (True Detective, The Leftovers…), wurde es Zeit für etwas „lässigeres“. Meine Wahl fiel auf Sons of Anarchy, da ich dachte damit meiner Mama mal (Mr. Robot hatte alles, aber keine schönen Männer) genau ihren Typ Mann bieten zu können (unrasiert, lange Haare…). Die Serie gefällt mir – obwohl sie sich wesentlich weniger ernst nimmt, als gedacht – sehr gut, allerdings hat das mit den Männer nicht geklappt… Entweder sind sie haarig, aber alt oder jung und haarig, gehen allerdings seltsam (während die Hose auf Halbmast hängt). Bin trotzdem angetan und schon bei Staffel 2.

Am so schrecklich verregneten Pfingstwochenende haben wir meiner Mama versucht Phase10 näher zu bringen. Wenig erfolglos, wie mir scheint. Während der Rest der Familie das Spiel liebt und zelebriert, kann man ihre Meinung (und Weigerung das Spiel zu lernen) dazu wie folgt zusammen fassen: „1-6 ist für mich keine 3.“ Joa.

Über’s Wochenende werde ich nun erst mal ein bisschen garantierten Sonnenschein und Familienzeit genießen. Garantierter Sonnenschein, weil wir uns ein wenig südlicher aufhalten werden und Familienzeit, weil’s das liebe Schwesterchen mal wieder in die Heimat verirrt. Für beides wird’s Zeit.

Eine Galerie, mit der ich in letzter Zeit öfter mal Freunde und Familie zum lachen gebracht habe, ist die auf fourandsix.com. Dort wird sehr anschaulich gezeigt, dass auch schon vor Photoshop und der digitalen Fotografie getrickst wurde was geht. Da sieht man sowohl, wie Hermines Brüste plötzlich gewachsen „wurden“ (ja genau, die Hermine. Die aus Harry Potter), als auch wie viel weniger heroisch man(n) (Mussolini) doch mit Knappen auf einem Pferd aussieht… Eine recht witzige und interessante Reise quer durch die Geschichte der Fotomanipulation.

Vielleicht der Film, auf den ich dieses Jahr am allermeisten hin fiebere: Sing Street. Der wird einfach gut, das weiß ich! Warum?  Weil die so einen süßen Irischen Akzent haben! Nein, jetzt mal im ernst: weil den John Carney geschrieben und gemacht hat. Und der ist immerhin für Once und Can a Song Save a Life verantwortlich. Dummerweise laufen nächste Woche zu viele Blockbuster an, als dass der in unserem Provinzkino gezeigt werden wird… Grr. Da muss ich wohl auf die DVD warten… ich bin ja dafür, dass man auch Kinofilme streamen kann. Wie das bei unserer miesen Internetverbindung funktionieren soll, weiß ich nicht. Aber ich möchte endlich nicht immer noch Monate auf einen eh schon lang ersehnten Film warten müssen. Gerade abseits des Blockbuster Kinos muss man da manchmal ganz schön lange auf ein DVD, VoD oder was auch immer Release warten.
(Ach ja, und da ist ja mal wieder Peter – Kleinfinger – Baelish! Den sieht man viel in Blockbustern in letzter Zeit…)

Ein Film um den man wiederum einen Bogen machen sollte: Die Haut, in der ich wohne. Der Trailer sah zunächst interessant aus, ich mochte die Musik und die Grundidee. Mich erwartete dann allerdings kein perfides Wissenschaftsdrama über Moral und Ethik zwischen Gen-Manipulation und Lebenretten, sondern genau genommen nichts anderes als ein Softporno. Manchmal frage ich mich wirklich, ob man in einen Film – um von den Kritikern geliebt zu werden – nur ein paar explizite und möglichst perverse Sexszenen einbauen muss (ich sag nur: da vergewaltigt ein als Tiger verkleideter Kerl eine gerade zur Frau operierten Mann, der aber nicht freiwillig zur Frau wurde)… Gerade europäisches Kino scheint empfänglich für diesen Trugschluss zu sein; da lobe ich mir oftmals glatt die prüden Amerikaner! Schaut euch was anderes an, dass war eine zweistündige Verschwendung meiner Lebenszeit.
Und falls mir nun jemand vorwerfen möchte, dass ich den Film nur nicht aufmerksam genug geschaut und nicht verstanden habe, möchte ich noch kurz (für die Kenner) erwähnen, dass ich bereits Sekunden nach dem ersten, versteckten, Hinweis wusste wer die Frau ist…

Softboxen sind solche… Grr… Mistdinger! Mich machen die wahnsinnig. Gerade meine Octobox hat mich total genervt. Klar, die macht schönes Licht. Ja, mit der kann man quasi Sonnenlicht in düstere Innenräume zaubern. Aber so ein Ding aufzubauen nervt trotzdem. Und hat mir vor ein paar Tagen noch dazu ein echt schmerzhaftes Aua am Finger beschert. Autsch.

Das gleiche gilt übrigens für große Diffusor. Erneut nicht wegen der Wirkung, aber diese Dinger wieder zusammen zu falten… Wenn man das nicht beim ersten Mal richtig angeht, wird das nichts mehr. So lange die noch klein genug sind, dass ich sie ohne Probleme selbst falten kann geht’s ja noch, aber so bald sie so groß sind, dass zwei Leute nötig sind, wird es tendenziell immer etwas komplizierter als es sein müsste.


So und nun fällt selbst mir – der alten Labertasche – nichts mehr ein. Außer vielleicht folgende Frage: gibt es etwas, was ihr hier unbedingt mal lesen möchtet? Nebst den Dingen, die ich schon angekündigt, aber noch nicht (hust….) fertig habe? Wie bereits erwähnt, ist meine Schwester nächste Woche mal wieder in Reichweite… oder es gibt irgendetwas anders, worauf ich nun – mit meinem Chaos im Kopf – halt nicht kommen will und mal witzig/interessant/oder-was-auch-immer wäre?

Lieblingsszene: Another Earth (The first time I saw Jupiter)

Another Earth The Russian Cosmonaut

Ich weiß, ich weiß. Langsam dürfte es langweilig werden, nicht wahr? Hoffentlich nicht dieses „Format“ und meine Blogposts, in denen ich diese kurzen, aber für mich – aus welchen Grund auch immer – besonderen Filmszenen zeige.
Allerdings war Another Earth nun schon einige Male Thema auf meinem Blog. Andererseits gibt es einfach nicht sonderlich viele von diesen Filmen, die einen beschäftigen, berühren, faszinieren. Und das selbst noch Jahre nach dem man sie das erste Mal gesehen hat. Filme, die einem nicht nur gefallen, sondern auf einer tieferen Ebene beschäftigt haben. So ein Film ist Another Earth nun einmal für mich und daher komme ich nicht umhin euch sogar noch eine weitere Lieblingsszene (neben der Geschichte des Russischen Kosmonauten) daraus zu zeigen.

Kaum ein Film konnte mich je so fesseln, wie Another Earth es bereits während dieser ersten, wenigen Sekunden geschafft hat. Die Musik, diese wenigen Worte und simplen Bilder… Sie beweisen, dass es nicht viel braucht, um jemanden in den Bann zu ziehen.
Und genau dafür liebe ich Independent Filme. Ich kann bei weitem nicht mit allem etwas anfangen, was sich Kunst nennt oder den Anspruch hat möglichst philosophisch oder gar anspruchsvoll zu sein. Nein. So sehr er sich auf wunderschöne Aufnahmen versteht; Terrence Malick und sein The Tree of Life sind nichts für mich. Und so manches was mit wenig Budget und Mitteln produziert wurde, wäre sicherlich besser gar nie gedreht worden (und ja, dazu zählen für mich definitiv auch all diese Handkamera-Wackel-Horrorfilme, die in den letzten Jahren produziert und groß beworben wurden).
Aber hin und wieder ploppt im Independent-Sektor eine wahre Perle auf. Eine ungewöhnliche, neue Story. Kein Prequel, Sequel oder ein Ableger welcher Form auch immer bereits erfolgreicher Filme. Ein Film mit Schauspielerin, die man kaum kannte. Eine Soundtrack, den ein Familienmitglied der Drehbuchautoren, die seit Jahren Freunde sind, geschrieben hat. Da taucht ein Film, mit so wenig Budget auf, dass es angesichts der Summen, die in Hollywood investiert worden geradezu lachhaft scheint, der allerdings nicht billig gemacht aussieht. Sondern wesentlich mehr Schönheit und Tiefe vereint, als es mancher großer Blockbuster tut.

Im Independent Sektor findet sich noch etwas, was meiner Meinung nach in Hollywood in den letzten Jahren mehr und mehr zu kurz kommt: Kreativität. Mut. Individualität.

Independent Filme müssen nicht immer nur abgedreht, künstlerisch wertvoll und schwer verständlich sein. Manchmal sind sie einfach nur faszinierend und regen zum nachdenken oder diskutieren an.

Und manchmal, wie in diesem Fall, beginnen sie nicht nur so simple wie fesselnd, sondern zeigen auch die unerwartetsten Schlussszenen… Aber die darf man ja nicht verraten.

The Polaroid Diary: Japan {Teil 1}

Endlich! Ich habe Polaroids eingescannt… ! Somit liefere ich hier einen schon lange versprochenen Blogpost.


Bevor ich letzten Sommer nach Japan geflogen bin, war mir klar, dass nicht nur meine Spiegelreflex-, sondern auch meine Polaroidkamera mit ins Gepäck muss. Wozu hatte ich denn sonst extra meine Bedenken der modernen analog Fotografie über Bord geworfen und mir eine Instax Mini von Fujifilm zugelegt?
Ich hatte den groben Plan im Kopf ein Polaroid pro Tag zu machen. Das schien mir vernünftig, denn es sprengte noch nicht den preislichen Rahmen und passte zumindest ungefähr zum Verlauf der Reise (sprich: den Ortswechseln). Letztlich stellte ich in Japan dann allerdings fest, dass der Kurs des Yens für uns günstig stand (tatsächlich schwankt der recht stark) und ich die Filme dort vergleichsweise billig kaufen konnte. Meine strenge Regel lockerte ich darauf hin ein wenig. Zwar nicht sehr, aber ein paar mehr Polaroids, je nach Ort und Tag, wurden es dann doch.

Und ich muss sagen: mit beinahe allen bin ich auch sehr zu frieden. Das war vielleicht die größte Überraschung an diesem kleinen Experiment. Natürlich ist das Format der Polaroids die eine Instax Mini produziert doch recht klein, beinahe winzig könnte man sagen. Ich habe mich allerdings ganz bewusst für die kleinste Variante entschieden. Es gäbe zwar auch Modelle, die größere Polaroids – nicht nur welche im Visitenkartenformat – produzieren würden, aber ich wollte lieber einen treuen Reisebegleiter als wieder ein zu großes, unhandliches Monster.
Definitiv die richtige Entscheidung! Und dank des günstig stehenden Wechselkurses habe ich nun auch noch ausreichend Filme für ein paar mehr Kurztrips und Reisen…

Lange  Rede, kurzer Sinn: hier kommt der langversprochene erste Teil meiner Japan Polaroids:

japan-kyotoKyoto, eine unserer ersten Stationen auf der Reise. Zum Glück war ich bereits darauf vorbereitet dort wesentlich weniger „altes Japan“ vorzufinden, als man sich erhoffen würde. (Mehr dazu hier)

Während unserer Zeit dort liefen die Vorbereitungen für das O-Bon Fest gerade auf höchsten Touren. Überall, egal ob in den großen Hauptstraßen oder kleinen Gassen, standen bereits mehr oder weniger fertige Festwägen für die Umzüge im August. Und generell: kleine Tempel, Pagoden oder Torii findet man noch wesentlich häufiger. In Einfahrten, Gassen, Gärten… Man stolpert ständig über sie.
japan-kyoto-fushimi-inari-2

Auch wenn Kyoto selbst nicht mehr ganz so viel alten Charme aufweist, findet man im Gebiet um die Stadt herum unzählige wunderschöne Tempelanlagen. Unter anderem eben auch die Tempelanlage Fushimi Inari-Taisha (aus bereits erwähnten Post).
japan-beppuDer Ausblick von unserem Hotel in Beppu; so sehen japanische Dörfer aus. Wunderschön zwischen Bergen und Meer gelegen, aber wesentlich größer als man es durch europäische Standards geprägt erwarten würde (bis zu 100.000 Einwohner gilt eine Stadt in Japan noch als Dorf).
japan-beppu-colored-springsjapan-beppu-colored-springs-redBuntes, dampfendes Wasser; die heißen Quellen von Beppu. Vor allem die rote Variante fand ich sehr faszinierend.

japan-nagasaki-view japan-nagasaki-view-2Auf meiner persönlichen Liste die Nummer drei der schönsten Städte der Welt: Nagasaki. Wunderschön gelegen, zwischen Bergen und Meer, hat diese Stadt auf Grund ihrer Geschichte ein ganz eigenes Flair. Tempel und Christentum, Kanäle und Chinatown, schottische Einflüsse und typisches japanisches Stadtbild. Eine ganz eigene Mischung, die mich total in den Bann gezogen hat. Vor allem der Blick von oben und bei Sonnenuntergang.

japan-hiroshimaHiroshima bei Sonnenuntergang und während der einzigen Sonnenstunden, die wir dort hatten.