Mein sehr persönlicher und erfolgloser Kampf mit meinen Wänden

Ich gebe zu, dass ich mir diese Sache etwas einfacher vorgestellt habe. Diese Sache… mit meinen Wänden und mir. Und ein paar Bilderrahmen. Nur stellte sich da etwas zwischen meine Vorstellungen und der Realität:

Und? Lädt das hier anständig? Ich habe gestern sehr viel Zeit mit Photoshop und diesem GIF verbracht. Nur stürzt mein Photoshop leider ständig ab, sobald es zum Speichern besagter GIF Dateien (mit komprimierenden Einstellungen) kommt… Hat das Problem zufällig noch jemand? Auf jeden Fall ist die Dateigröße nun etwas größer als sie sein sollte; Optimierung? Fehlanzeige…

Diese Sache mit meinen Wänden…

… die sind nämlich wirklich schlecht. Fragt mich nicht woran das liegt, schlauere Menschen als ich könnten euch sicherlich eine präzise Antwort darauf geben; ich selbst habe eigentlich keine Ahnung. Ich weiß nur eines: unsere Wände sind noch freundlich ausgedrückt bröckelig. Hier etwas aufzuhängen, kann schnell zu einem Kraftakt werden. Möchte man dauerhaft etwas an die Wand hängen was über simple Fotos hinausgeht (aka Bild im Rahmen), kommt man eigentlich nicht um eine Bohrmaschine und meinen ungeliebten Dübeln herum. Ergebnis: riesige Löcher in der Wand, die gerade so vom Rahmen verdeckt werden. Und wehe man möchte später, also in einigen Wochen, etwas am Arrangement ändern… Diese Krater machen das nicht unbedingt einfacher!

Dem wollte ich entgehen. Und weil das Ei ja bekanntlich immer schlauer ist als die Henne (oder besser: der Hahn) – und ich  ganz gut im Verdrängen solcher Fakten bin, wenn sie nicht zu meinem Weltbild passen wollen – hatte ich beschlossen auf die exakte Ausführung inklusive Dübeln und somit der Hilfe meines Papas zu verzichten.

Posterlounge; abstrakte Berge Posterlounge; Berge schwarz/weiss

Denn: mit meinem Papa wird alles immer so schrecklich… kompliziert!

Von Planern und Machern

Versteht mich nicht falsch. Ich liebe meinen Papa und er ist – ganz ehrlich und ungelogen – der beste Papa der Welt. Einer jener Menschen, bei denen ich weiß, dass ich mich wirklich und ohne Einschränkung zu 1000% auf ihn verlassen kann. Er würde alles machen und mir bei allem helfen. Er ist derjenige, der mittlerweile bei Ausflügen und Reisen die Augen nach jedem potentiellen Foto-Stop offen hält und ohne Umschweife eine Parkmöglichkeit sucht/schafft (und das an augenscheinlich unmöglichen Stellen; und noch dazu stets so, dass alle anderen Autofahrer trotzdem nicht behindert werden), mit mir V-Flats baut, mir seine Gasmaske leiht, Rückwärtseinparken mit mir übt (und zwar jenseits der Fahrschule… ich hab’s nur einfach nie mit meinem Auto drauf gehabt…) und mir trotz Kunstschnee-Desasters vor ein paar Jahren jederzeit seine Werkstatt überlässt.

Mein Papa ist toll. Aber manchmal strapaziert seine Genauigkeit bei handwerklichen Dingen meine Geduld. Über alle Maße. Weil ich eben kein sonderlich geduldiger Mensch bin und manchmal einfach machen will. Ohne allzu lange darüber nachzudenken. Man kann nun darüber diskutieren wie sinnvoll so etwas ist, aber so ist es eben.

Während mein Papa nachdenkt, misst, den richtigen Bohrer wählt usw., bin ich schon damit zu frieden, wenn das Bild danach an der Wand hängt. Natürlich schön gerade, aber wenn es vielleicht handwerklich nicht ganz unbedenklich angebracht wurde…? Wenn interessiert das schon! Wenn’s hängt und nicht gleich wieder runter fällt: perfekt. Fall erledigt.

Gut… dass wir es so vor ein paar Jahren geschafft haben einen Nagel direkt über elektrische Leitungen in die Wand zu schlagen… darüber reden wir jetzt einfach nicht… 

Die Probleme beginnen allerdings dann, wenn das Loch in der Wand immer größer wird und das Bild eben nicht hängt!
Abseits jeglicher Vernunft müsste ich das Weigern jeglichen Nagels auch wirklich in der Wand zu verbleiben persönlich nehmen. Wobei ich mir nicht sicher bin, wer mich weniger mag: Nagel oder Wand…

Posterlounge; abstrakte Berge

Posterlounge; Clown Posterlounge; Frau mit Schmetterlingen

Ich weiß schon, warum ich bisher zu viel Geld für Powerstrips (die kann ich übrigens sehr empfehlen; es ist kein Gerücht, dass man diese total umkompliziert und rückstandslos wieder entfernen kann! Selbst bei unseren Wänden… und das muss was heißen!) ausgegeben habe. Die halten halt was sie versprechen. Allerdings hängen zur Zeit – sieht man mal von den wenigen Rahmen, die vorschriftsmäßig und fachmännisch von meinem Papa in die Wand gedübelt wurden – auch fast nur Fotos an meinen Wänden. Keine Rahmen.

Die Moral von der Geschichte: mal wieder was gelernt!

Und wenn man das ändern möchte, so als Tochter eines Handwerkers und im Alleingang, kann das Ergebnis schon mal vom erhofften abweichen!

Wie man sieht. Denn nach einem Blogpost über eine fertigen Fotowand (übrigens eine andere, als die, die ihr schon kennt); ganz in schwarz/weiß gehalten und mit ein paar gelben Akzenten – schön stylish und modern-, sieht das hier wahrlich nicht aus, nicht wahr? Die Perfektionistin in mir schüttelt sich vor Grauen… Noch sieht man davon an meiner Wand nichts! Das sind bestenfalls Impressionen, die einen Eindruck davon vermitteln, was demnächst an meiner Wand hängen wird…

Posterlounge; Federn

Können wir an dieser Stelle mal kurz innehalten und würdigen, dass ich zumindest einen recht fotogenen Fußboden habe?

Posterlounge; Abstrakte Berge Posterlounge; Halm

Ich bin übrigens großer Fan dieser magnetischen Posterleisten hier links. Ich denke davon brauche ich noch ein paar. Eine sehr einfache Möglichkeit Bilder mal etwas anders zu präsentieren. Und vor allem (im Gegensatz zu den Kratern in meinen Wänden, die Bilderrahmen erzeugen) eine einfache Variante schnell und einfach Bilder auszutauschen. Also eigentlich perfekt für mich!. Denn dafür brauch ich nicht mal einen Dübel, ein schlichter Nagel reicht und das Bild hält trotzdem! Das krieg dann auch ich hin.

Long story short: ich hatte mir das mit der Anbindung der Bilder und Rahmen etwas anders vorgestellt. Ja, ich habe die Situation meiner Wände unterschätzt. Und ja, wohl doch besser meinen Papa um Unterstützung gebeten. Und weil ich lieber im Gegenzug zum gefühlt 17238923489ten Mal erkläre, wie man Anhänge mit einer eMail verschickt, bevor ich weiter alleine an unseren Wänden herumpfusche, hole ich das jetzt ganz schnell nach…

Da sieht man mal wieder: ob man will oder nicht; ohne Papa ist man manchmal ganz schön aufgeschmissen. Zumindest, wenn man meinen Wänden an den Kragen will.


Dieser Blogpost entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit posterlounge.de 

Der Seebenfall – oder: das ewige Pech mit dem Timing

Seebenfall; Ehrwald; Tirol; Oesterreich

Der Seebensee und ich. Diese Geschichte begann im letzten Winter, als ich wegen meiner akuten Oster-Depression – auf Grund der Tatsache, dass der sonst jährliche Städtetrip nicht statt finden würde – auf der Suche nach kleinen Abenteuern in der Region war. Um wenigstens irgendwas zu erleben. Und da stand sie also, im Internet, die Tour zum Seebensee, angeblich im Winter machbar. Wie das geendet hat, habe ich ja bereits einmal ausführlich beschrieben; kurz zusammengefasst: Papa führte sich auf wie ein Kind, Mama war genervt und ich hatte Angst vor Lawinen. Im Schnee stecken geblieben waren wir alle gemeinsam. Tja. Irgendwann während des Sommers holten wir die Tour dann nach und was soll ich sagen? Ich war gelinde gesagt enttäuscht und: die Leute wissen, wie sie den See fotografieren müssen. So beeindruckend ist er dann in „echt“ leider nicht.

Nichts desto trotz ist das ein sehr schönes Wandergebiet und eine nette Tour. Und so zögerte ich nicht lange, als ich neulich mal wieder auf der Suche nach kleinen Touren war, die im Winter machbar sind und auf die kleine Wanderung (sagen wir lieber: Spaziergang) zum Seebenfall stieß. Ja genau, jenem Wasserfall der zu besagtem See gehört… Da hätte ich schon stutzig werden müssen.

Ich weiß wirklich nicht, was das mit mir, diesem Gebiet und dem lieben Timing ist. Nur funktioniert es einfach nicht mit uns. Irgendwie hatte ich – nicht mal ein Stadtkind… – nicht damit gerechnet, dass der Wasserfall schon zugefroren sein könnte. Der Winter kam so schnell und plötzlich… Joa. Gut, hätte ich mit eigentlich denken können. Hatte ich halt nicht. Da stand ich also. Und machte – pflichtbewusst, immerhin hatte ich die Kamera mitgeschleppt! – doch ein paar Fotos. Von… ein bisschen Eis und Felsen. Na ja, ziemlich beeindruckenden Felsen. Und das Licht! Das war traumhaft. Und alles verschneit und eisig…. Eigentlich ziemlich wunderschön.

Also hatte ich in gewisser Weise ja noch noch Glück mit dem Timing – obwohl ich weder das Tosen des Wasserfalls (das mir auf einer Hinweistafel angekündigt wurde) gehört noch ein Tröpfchen fliesendes Wasser (des immerhin größten Wasserfalls Tirols) gesehen habe. Aber auch ein zugefrorener Wasserfall kann recht ansehnlich sein.

Seebenfall; Ehrwald; Tirol; Oesterreich Seebenfall; Ehrwald; Tirol; Oesterreich

Seebenfall; Ehrwald; Tirol; Oesterreich Seebenfall; Ehrwald; Tirol; Oesterreich

Seebenfall; Ehrwald; Tirol; Oesterreich

Fernweh, Lagerkoller und Fluchtgedanken

Fernweh; Roadtrip durch Amerika

Ich leide unter Fernweh. Ganz massives Fernweh. Lagerkoller. Fluchtgedanken.

In letzter Zeit sind einige nervige Dinge passiert. Angefangen bei unserem Küchenboden – der nach einem Wasserschaden endlich ausgetauscht werden konnte; was dann allerdings zwei Mal komplett schief ging und somit insgesamt zwei nervige Wochen, unfreundliche Handwerker im Haus und viel schlechtes Lieferessen bedeutete (ich hatte gar nicht erwartet, dass man sich hier derart schlechte Nudeln liefern lassen kann…) – über einige Dinge im Leben meiner Schwester, die mich sehr mit genommen habe, bis hin zu Zwist in der Familie. Der zwar nicht in unserem engsten Kreis (Schwester, Mama, Papa) entstand, aber dennoch uns betraf und mich sehr enttäuscht hat. Über alle Maßen enttäuscht hat und jegliche vernünftige Handlungsweise vermissen lässt.

Normalerweise bin ich recht gut darin, meine ja zugeben wirklich wunderschöne Umgebung und Heimat mit offenen Augen wahrzunehmen und immer wieder neue Orte zu entdecken. Nur reicht mir das gerade überhaupt nicht. Ich habe das Gefühl verrückt zu werden, wenn ich nicht bald etwas sehe, was sich nicht zwischen den Bergen hier und München abspielt.
Das letzte Mal war dieses Gefühl während meiner Schulzeit derart schlimm – und die liegt ja wahrlich schon einige Jahre hinter mir. Zur Zeit möchte ich einfach nur unbedingt hier weg und irgendetwas anderes sehen.

Mir fällt die Decke auf den Kopf und egal wohin ich hier gehe, wird es nicht besser.

Trotzdem bin ich nicht mal sonderlich unzufrieden mit dem wie mein Leben gerade läuft. Und eigentlich komme ich mir sogar undankbar vor mich über meinen Lagerkoller zu beschweren, wo doch immerhin auf längere Sicht Reisen geplant sind. Ende Juni/Mitte Juli und wenn alles glatt geht auch im September werde ich zwei ganz große, schon jahrelang dort stehende Ziele, von meiner Liste mit all den Reisezeilen streichen dürfen. Dennoch erscheint mir Ende Juni gerade wie ein ganzes Zeitalter entfernt; unerreichbar, nicht greifbar, gar nicht vorstellbar.

Ich hatte gerade erst ein paar Tage Besuch; drei volle Tage an denen ich keinen Gedanken an die Arbeit verschwendet habe. Das erste Mal in diesem Jahr. Sie waren schön und lustig, voll gutem Essen und La La Land, allerdings habe ich eben auch sie in meiner bekannten Umgebung verbracht. Und das hat einfach nicht ausgereicht; war mir nicht genug.

Ich rede ja gar nicht von großen, weiten Reisen. Nein. Nur von ein paar Tagen an denen ich wo anders aufwache. Jenseits meiner vier Wände und der Orte, die ich zwar liebe, aber eben auch wie meine Westentasche kenne. Ein paar Morgen an denen ich ausschlafen – wobei das ziemlich dick aufgetragen ist für die Uhrzeit die ich damit meine: so etwas um 8 Uhr herum – kann, ohne dass die Mieterin über mir mal wieder um kurz vor 7 Uhr (und somit zu einer Zeit, in der ich schon recht leicht schlafe und danach definitiv nicht mehr richtig den Weg zurück ins Land der Träume schaffe) das Rollo in einer Lautstärke nach oben „schlägt“ (das ist zwar kein passendes Wort dafür, aber anders kann man dieses Geräusch einfach nicht beschreiben), dass ich quasi senkrecht im Bett sitze. Eine kurze Auszeit, in der ich etwas anderes sehe. Neue Orte, ungewohnte Umgebung. Etwas fremdes, dass ich mit meiner Kamera festhalten möchte.

Wer in einem kreativen Beruf arbeitet und so viel Output liefert wie ich, braucht schlicht und ergreifend Input. Wenn man aber den größten Teil der Zeit alleine daheim vor dem Computer arbeitet, wird es nicht nur manchmal verdammt einsam, es überkommt einen hin und wieder so etwas wie Lagerkoller. Weil man nur noch die eigenen vier Wände und die Arbeit sieht und dann auch Besuche im Kino oder auswärts Essen lediglich bedingt und vor allem nur kurzfristig helfen. Natürlich sind es immer solche Zeiten, in denen sich dann auch noch und zusätzlich jedes Shooting verschiebt; von einer Kalenderseite auf die nächste übertragen wird und gefühlt einfach nichts voran geht.

Es sind solche Tage, an denen ich mir vorkomme wie Rapunzeln in ihrem Turm. Eingesperrt zwischen Arbeit und Pflichtgefühl, Ehrgeiz und Plänen, Träumen und Zielen; die manchmal wie ein böses Ungeheuer über einen Schweben und zu erdrücken drohen. Und ich mir nichts sehnlicher wünsche, als dass irgendwer kommt, mir hilft das Arbeits-Ungetüm für einige Zeit zu vertreiben und mich an der Hand nimmt, um mich von hier zu entführen.

Nur kurz. Aber das würde reichen.