Abenteuer mit der Bahn…

Zugfahren könnte so gemütlich sein. Also in der Theorie. Die Praxis sieht meistens leider ganz anders aus. Da wird weder gemütlich gelesen, noch in Ruhe gearbeitet (wobei WLAN in der deutschen Bahn ja sowieso ein Mythos ist), geschweige denn in Ruhe geschlafen (wie kann man auch verlangen nach bereits zweimaligem Vorzeigen des Tickets – wohlgemerkt beim gleichen Schaffner – bei dessen dritten Rundgang nicht auch noch deswegen aufgeweckt – ja, mit an der Schulter rütteln! – zu werden…). Und wenn die Bahnangestellten einen schlafen lassen, hält es eine Mutter für eine gute Idee ihrem Kind ein Xylophon in die Hand zu drücken. Damit es die anderen Gäste nicht so mit seinem Geschrei stört… Versteht mich nicht falsch, ich bin die letzte die dafür ist Kinder mit Smartphone, Tablet und Co ruhig zu stellen. Nur frage ich mich, ob es wirklich ein Xylophon sein muss?

Nein, eine Fahrt mit der deutschen Bahn verläuft leider selten so entspannt, wie man sich das wünschen würde.

Gerade, wenn man die selbe Strecke in recht regelmäßigen Abständen fährt, fällt auf: irgendwie ist da der Wurm drin. Ich möchte an dieser Stelle ungern Witze auf Kosten Suizidgefährteter machen, allerdings bezweifle ich stark, dass sich auf meiner „Stammstrecke“ wirklich jedes Mal (Donnerstag; früher Nachmittag) jemand vor den Zug wirft (gefolgt von Montagmorgen; ebenfalls sehr beliebt bei Selbstmördern). Was noch dazu stets die obligatorische Verspätung von „wenigen Minuten“ bis (nach Ablauf dieser) zu genau „55 Minuten“ verursacht.

Ich habe ja die böse Vermutung, dass die bei der deutschen Bahn bis zur 55-Minuten-Grenze total gelassen und locker bleiben; aber so bald die eine Stunde Verspätung immer näher rückt, ganz plötzlich schnell werden. Denn nach Ablauf dieser, müssten sie ja Teile des Fahrkartenpreises zurück erstatten…

Beim Bahnfahren habe ich schon mehr erlebt, als mir lieb ist. Von irrsinnigen Verspätungen (die darin gipfelten, dass der Zug nicht mal mehr München anfuhr und ich Mitten in der Pampa stand; meilenweit entfernt vom Anschlusszug in die Heimat) bis hin zu wahren Selbstmordwellen. Entschuldigt, aber wenn sich auf einer Strecke und an einem Tag mal angeblich drei Leute vor den Zug werfen, werden sogar gutgläubige Menschen skeptisch.

Muss ich eigentlich erst von Reservierungen (für die man immerhin extra zahlt) anfangen, die in den seltensten Fällten funktionieren? Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich in einem Wagen, dessen Sitze größtenteils reserviert sind, in dem jedoch die Anzeigetäfelchen nicht funktionieren. „Die Reservierungen für diesen Wagen sind zur Zeit noch gesperrt“, so die Aussage eines Bahnangestellten. Tja. Schön, für die beiden älteren Damen mit ihren großen Koffern, die erst mal zehn Minuten herum geirrt sind, bis ihnen das mal jemand gesagt hat. Oder all den Menschen, die nun ständig suchen, diskutieren und genervt wieder Plätze räumen, die sie schon als ihren angesehen haben. Dufte Stimmung vorprogrammiert…

Na ja, immerhin noch besser als Züge, die komplett überbucht sind. Überbucht… was ist das eigentlich? Das frage ich mich schon immer bei Flugzeugen. Wie kann man mehr Tickets verkaufen als Plätze vorhanden sind? Wie geht das? So stand ich auch schon einmal im digitalen Zeitalter (später: saß; hatte mich bei einer dreistündigen Fahrt irgendwann meinen müden Beinen ergeben) direkt neben dem Klo. Immerhin konnte ich so jeden vorbeikommenden Gast darauf hinweisen, dass die Klotür nur klemmt und nicht das Klo seit zwei Stunden permanent belegt ist…

Aber all das ist immer noch besser, als ein Zug, bei dem auf die Durchsage: „Leider ist unserer Klimaanlage ausgefallen.“, (natürlich an einem Tag mit deutlich über 30° Außentemperatur; wie sollte es auch anders sein!) ein: „Auch unser WLAN steht heute nicht zur Verfügung.“, folgt!

Ich bin bisher nur sehr selten pünktlich und ohne Probleme irgendwo angekommen. Ob es heute klappt? Noch ist alles offen, alles kann passieren.

Aber dann doch lieber gleich mit so richtig viel Verspätung; so gibt’s immerhin Geld zurück.

PS: Übrigens fiel mein Anschlusszug später komplett aus. Warum? Das wusste keiner. Einfach so halt…

Mehr oder weniger sinnfreies Alltagsblabla #10

Ich kann’s ja nie so ganz glauben, aber anscheinend lest ihr das hier gerne. Auch wenn ich mal meinen Papa etwas weniger auf die Schippe nehme? Ihr müsst verstehen… der will mittlerweile Tantieme gezahlt bekommen!

Alltagsblabla

Vor einiger Zeit hatte ich das erste Shooting mit einem ausländischen Model. Wobei, ich sage wohl besser: das erste Shooting mit einem Model, dass kein Deutsch konnte (Models aus fremden Ländern hatte ich durchaus schon öfter vor der Kamera). Letztlich würde ich zwar behaupten, dass ich ziemlich gut Englisch schreiben/verstehen kann,  nur habe ich leider wenig Übung im selbst reden (und es kostet mich daher auch ganz schön Überwindung // Nachtrag: hat sich in Amerika durch das Fensterscheiben-Einschlagen-und-stundenlange-telefonieren-mit-Polizei-und-Autovermietung mittlerweile erledigt). Dementsprechend war das eine recht neue, interessante Erfahrung! Na ja, früher oder später musste ich mich ja daran gewöhnen. Letztlich stellte sich dann allerdings heraus, dass ich wohl besser mein Schulfranzösisch aufgebessert hätte… Damit, dass ein Model, dass am Vortag noch für die deutsche Vogue vor der Kamera stand, so überhaupt kein Englisch versteht, hab ich nun doch nicht gerechnet. Insofern war es kein schlechtes Shooting, um sich an das auf Englisch Anweisungen erteilen zu gewöhnen. Seine Scheu verliert man nämlich recht schnell, wenn das Model eh nichts versteht…

Seit dem überlege ich, ob es sich nicht lohnen würde mal wieder ein paar meiner alten Schulbücher hervorzukramen und zumindest die Grundkenntnisse im Französisch aufzufrischen. Ich war in der Schulzeit eigentlich gar nicht schlecht, aber leider habe ich die Sprache seitdem nie mehr gebraucht und entsprechend viel vergessen. Eigentlich schade.

Ich habe die About&Blog Texte erneuert. Es wurde höchste Zeit dafür; es ist doch immer wieder erstaunlich wie schnell man aus Zeilen herauswächst, die sich eben noch gut und richtig angefühlt haben…

Mein Papa war Mitte Juni mal wieder auf seinem alljährlichen Motorradausflug. Mittlerweile mausert sich der jedoch eher zu einem Rentnerausflug… Dieses Mal wurde beschlossen zum eigentlichen Ort des Vergnügens gleich mit Auto und Anhängern zu fahren. Allem Anschein nach hält das liebe Sitzfleisch der Herren mittlerweile keine Anfahrt und zwei Tagestouren mehr durch…

Ich habe herausgefunden: ich bin ein Delfinschläfer! Keine L-Schläferin, die das gesamte Bett für sich beansprucht –  wie meine Schwester nach dem Urlaub und dem Bettteilen nun so gerne behauptet (L? Kann ich mir sowieso nicht vorstellen… Pff!) – sondern ein Delfin. Also laut Dr. Michael Breus jemand, der leicht wach wird. Ich bin zwar auch eine mindestens-einmal-pro-Nacht-aufs-Klo-geh-Müsserin (wer kennt das noch? Super nervig – nicht nur für mich und für allem für jemanden, der dank amerikanischer, super weicher Matratze bei meinem Aufstehen quasi aus dem Bett geworfen wird- aber nicht abstellbar) und so weit gehen seine Forschungen zwar nicht, dennoch fand ich seine Ausführungen dazu ziemlich interessant und überraschend passend.

Mein Papa hat versucht den Oleander im Vorgarten zu retten. Nach vielem Buddeln, Erde austauschen und Pflegen hat sich zumindest der Löwenzahn gefreut. Solche Mutanten hab ich noch nie gesehen…

 

Serien-/Film-&Buchblabla

Es gibt gerade so viele Filme, auf deren Erscheinen ich sehnsüchtig warte. Da wären beispielsweise „A Cure For Wellness“ oder „Get Out“ – also Filme, die ich schon im Kino sehen wollte, hier aber nicht liefen. Im Kino gäbe es aber auch so einiges, was mich reizen würde. Sei es „Dunkirk“ oder all die Filme, die schon in Amerika angelaufen sind, hier aber noch auf sich warten („It Comes At Night“ oder „A Ghost Story“) lassen.

Generell bin ich momentan ungeduldig. Immerhin hab ich in Amerika schon zig interessante Trailer gesehen… und festgestellt, dass ich gerade bei den kleinen Produktionen noch Geduld beweisen muss…

Wenn wir schon beim Thema sind: ich habe die ersten beiden Bücher wirklich gehasst. Aus tiefster Seele gehasst. Aber dann kam der dritte Teil, fing noch recht mäßig an, startete durch und… hatte mich auf einmal! Die Rede ist von Stephen King und seiner „Der Dunkle Turm„-Reihe. Das ich überhaupt ein Buch von ihm hassen könnte, hat mich ja schon sehr überrascht, dass es dann gleich zwei waren und ich mich dann doch noch Hals über Kopf in die Story verlieben konnte umso mehr! Mittlerweile fiebere ich sogar schon ganz sehnsüchtig auf die Verfilmung hin (all die überdimensionalen Billboards in LA haben ihren Zweck erfüllt). Aber was sehe ich da im Trailer? Eine seltsam zusammen geschusterte Story, die sich nicht so wirklich an die Vorlage hält… Kein Eddie? Und keine Susannah? Kein Oy? Als gerade-erst-bekehrte-Leserin vermisse ich die schon schmerzlich und kann nur hoffen, dass Idris Elba – der zumindest ist ja meiner Meinung nach die perfekte Besetzung – als einsamer Revolvermann das Ruder rumreisst…

Ich vermisse HGT! Auch wenn SIXX hier in Deutschland zur Zeit immer mehr Sendungen des amerikanischen Home&Garden TVs aufkauft, vermisse ich dennoch diesen Sender, auf dem den ganzen Tag Fixer Upper, Tiny Houses und was weiß ich noch alles läuft. Dieses Zeug könnte ich wirklich ohne Ende – Schande über mein Haupt… – schauen! Als Trost spiele ich sogar mit dem Gedanken mir endlich einen FireTV Stick zu holen, damit ich wenigstens endlich Zugriff auf die Mediathek von SIXX habe. Denn ausgerechnet dafür bieten mir weder Fernseher, noch Playstation eine App an…

Ich will endlich eine zweite Staffel von The OA. Kommt zwar, aber trotzdem. Soll schneller gehen. Gerade da ich neulich wieder auf ein paar sehr interessante Theorien gestoßen bin, kann ich es umso weniger warten… Wobei nach wie vor eine meiner Ideen überhaupt nicht aufgegriffen wird. Von niemanden. Heißt also entweder meine Analyse ist verdammt nah dran oder total hirnrissig… Eher letzteres. ;)

Ich bin süchtig nach Westworld…

Hat eigentlich irgendwer mehr Infos  zum neuen Streaming-Dienst Sundance Now, als ich bei Google finden konnte? Der wird gerade extrem beworben (zumindest bei mir; aber wir wissen ja alle, dass Werbung mittlerweile auf uns zugeschnitten ist) und würde mich als riesengroßer Fan des Sundance-Festivals echt reizen. Eine Chance diese Filme endlich schneller in Deutschland zu sehen? Keine amerikanischen DVDs mehr importieren zu müssen, die ich dann auch nur auf meinem Computer schauen kann? Das wäre perfekt für mich!
Nur gibt es kaum vernünftige Infos dazu. Wie viel wird es kosten bzw gibt es nur ein monatliches Abo oder ähnlich wie bei Maxdome auch die Option bestimmte Filme zu leihen? Was genau gezeigt werden? Wie schnell?

Internetblabla

Ich schaue viel zu selten Dokumentationen. Und jedes Mal, wenn doch mal wieder eine gesehen habe, denke ich mir: „Das solltest du öfter machen“, nur um es dann doch nicht zu tun. Vielleicht ist da ein bisschen mein Papa mit seiner NTV/N24 Sucht schuld; vor allem, da er in der Regel spätestens bei der Hälfte der Doku tief und fest schlummert und daher ständig glaubt auf eine neue gestoßen zu sein. Dabei kennt er schlicht und ergreifend das Ende noch nicht…
Sei es wie es ist, auch wenn ich selten Dokus schaue, hat mich dann neulich aber doch wieder eine gereizt: die Geschichte von Wim Hof, der vielleicht dem ein oder anderen von euch auf Grund seiner Einträge ins Guinnessbuch der Rekorde oder einer seiner zahllosen anderen Aktionen (die Besteigung des Kilimanjaro in Shorts oder ein Marathon durch die Wüste – ohne Wasser) ein Begriff ist. Hof war lange Zeit als „Naturfreak“ oder eben „verschrobener Einsiedler“ verschrieen, obwohl er sich schon immer während seiner Aktionen medizinisch überwachen lies. Unter anderem um zu beweisen, dass er keine genetischen/körperlichen/wie auch immer gearteten Besonderheiten aufweist, die ihn zu seinen extremen Aktionen befähigen und jeder seine Techniken erlernen kann.

Breath. It’s for free.

Kurz gesagt, basiert seine Methode auf einer bestimmten Art der Atmung, die dem Hyperventilieren gleicht, durch die er seine Herzfrequenz erhöht und für die Ausschüttung von Adrenalin sorgt; eine Technik mit der er selbst Krankheitserregern widerstehen kann (und das, als er mal wieder – trotz medizinischer Überwachung – als „freak of nature“ bezeichnet wurde, auch anderen beibrachte. Mit dem selben Ergebnis: auch ihnen war es möglich ihr Immunsystem zu beeinflussen).
Und das sich dies wirklich jeder aneignen kann, beweist Wim Hof dem Team von VICE…

Für jemanden wie mich, die leider überhaupt keinen Zugang zu Meditation bekommt, allerdings krankheitsmäßig noch einiges aufzuarbeiten hatte, war seine Sicht und Herangehensweise im wahrsten Sinne des Wortes erhellend und ebenso faszinierend.

Was passiert, wenn man auf Spam E-mails antwortet? Das habe ich mich zwar schon einige Male gefragt, so weit getrieben wie James Veitch habe ich es aber dennoch nie; und so unterhaltsam könnte ich wohl auch nicht sein. Was habe ich gelacht! Vor allem, da ich einige dieser Mail so oder so ähnlich auch schon häufig in meinem Mailkasten gefunden habe…

Über weite Strecken zwischen Los Angeles und Salvation Mountain – also quasi Mitten im Nirgendwo der Wüste – bekamen wir nur einen einzigen Radiosender – und wie sollte es anders sein, war es natürlich ein Countrysender – rein. Den allerdings sehr zuverlässig! Zu der Zeit war „Drinkin“ Problem“ von Midland gerade groß angesagt. Mir ist zwar nach wie vor schleierhaft, wie ein Song über einen Alkoholiker ein Hit werden konnte (na ja, immer noch besser als das Lied über den grünen Traktor), dennoch wurde der gefühlte 18923783 Mal an einem Tag gespielt (und durch die Wüste sind wir wirklich laaaaange gefahren…). Was musste ich lachen, als mir YouTube den Song vorschlug!

Traurig, aber wahr: solche Dialoge hat wohl jeder Künstler schon mal geführt, wenn es darum ging eine Gage auszuhandeln…


Immer wieder erstaunlich wie schnell sich doch so ein Dokument mit ziemlich sinnfreien Dingen füllt…

Damit gerechnet und gelernt – Tipps für einen Roadtrip (durch Amerika)

Ich habe mittlerweile schon so einige Reisen geplant und auch einiges dabei gelernt; ich sah mich dahingehend mittlerweile eigentlich schon als „alten Hasen“. Dennoch gab es dann doch ein paar Erkenntnisse, die ich nun erst in Amerika gewonnen habe. Und das, obwohl ich schon das dritte Mal da war…


#1 Verlasse dich nie auf das Navigationsgerät der Autovermietung

Irgendwie habe ich schon zuhause damit gerechnet, ansonsten hätte ich wohl kaum vorgesorgt. Was wir dann allerdings als „Navi“ von der Vermietung bekamen, übertraf noch meine schlimmsten Erwartungen.

Anstatt einem klassischen Navigationsgerätes (ob nun eingebaut oder zum an-derScheibe-befestigen), wurden in unserem Fall Smartphones mit Navi-App verteilt. Da es von vornherein ein Ladegerät mit Anschluss für den Zigarettenanzünder dazu gab, hätte ich so auch noch über den wirklich unverschämt schlechten Zustand des Handyakkus hinweg sehen können. Wir reden hier zwar über eine derart schlechte Verfassung des Akkus, dass dieser nicht mal einen kurzen Zwischenstopp (obwohl angeblich laut Anzeige voll geladen) ohne Abschaltung der Zündung überlebte, aber gut; das wäre ja noch verschmerzbar gewesen. Viel schlimmer waren die dauernden Ausfälle und Abstürze. Noch schlimmer das zwischendrin Aufhängen, für das es keinerlei Anzeichen gab. Hin und wieder kam es vor, dass in dem Ding irgendwelche unerklärlichen Dinge vorgingen, man sich augenscheinlich noch auf der richtigen Route befand und dabei feststellen musste: irgendwann hat das Teil einfach mal eben die Route, das Ziel oder was auch immer geändert. Hätten wir uns stur auf das Navi verlassen, wären wir das ein oder andere Mal gut und gerne stundenlang in die falsche Richtung gefahren! Ohne es zu bemerken… Denn auch was Kilometer- oder Zeitangaben anging, machte es verrückte Sachen und war selbst im bestenfalls wenig akkurat!

Ich hatte glücklicherweise bereits in Irland (in dem Fall scheiterten wir allerdings rundum, denn das B&B hatte schlicht und ergreifend überhaupt keine Adresse und man musste sich durchfragen!) dazu gelernt und daheim Offlinekarten auf mein Handy geladen (es brauchte allein für unsere Route immerhin drei Stück davon…). Zum Glück! Denn während unser Navigationsgerät selten einmal Netz hatte bzw LTE fand (was nötig war) – und da das Ding nicht einmal einen Offline-Modus enthielt! Was meiner Meinung nach das größte Versäumnis überhaupt ist, wenn man sich im Amerika der endlosen, einsamen Weiten befindet  – fand mein Smartphone zuverlässig ein GPS Signal und half uns stets aus, wenn das Navi mal wieder streikte (was also quasi jeden Tag war).

Erwartet: Man kann sich nicht auf Autovermietungen und deren Navigationsgeräte verlassen.

Gelernt: Genau das.

Unverzichtbar: Unbedingt die Google Maps App (oder was auch immer) und Offline-Karten herunterladen. Die können euch viel Zeit und Nerven sparen und funktionieren wirklich sehr zuverlässig. Das geliehene Navigationsgerät war letztlich nur in den Großstädten und auf Grund aktueller Verkehrsinformationen einigermaßen praktisch (und besaß zugegeben einen gewissen Unterhaltungswert auf Grund der recht freien Interpretation gewisser Abkürzungen: „Doktor“ für „Dr“ bzw. „Drive“).

Davon abgesehen gibt es bei Google Maps sogar auch offline Restauranttipps (inklusive Bewertungen), die sich in unserem Fall als genauso nützlich wie verlässlich erwiesen haben.


#2 America only: Breakfast included ist ein schlechter Witz!

Es war nicht mein erstes Mal in den USA und daher war mir im Vorfeld schon klar, dass das Frühstück in amerikanischen Inns, Motels und sogar höherpreisigen Hotels nicht dem europäischen Standart entspricht. Bei der Buchung war neben einem vorhandenen Parkplatz (klar, wenn man mit Mietwagen unterwegs ist) für mich dennoch „Frühstück inklusive“ ausschlaggebend. Nicht, weil mich das Selbstversorgen so sehr gestört hätte, aber da auf Grund unserer Tour durch Nationalparks schon unser Mittagessen stets aus Mitgebrachten bestehen würde, wollte ich meiner Familie wenigstens etwas Luxus bieten. Vor allem meinem Papa, der sich im Urlaub so gerne Rührei mit Speck gönnt – etwas was es daheim im Alltag einfach nicht gibt.

Letztlich merkte ich bei der Buchung, dass sich seit meiner letzten Reise nach Amerika die Anzahl der Unterkünfte mit angebotenem Frühstück sogar erheblich erhöht hatte. Nur stellten wir dann recht schnell fest, dass das was dort als „breakfast included“ angeboten wurde, bestenfalls ein schlechter Witz war.

Ausgenommen einer einzigen Ausnahme (übrigens das wirklich wunderschöne und einfach perfekte Fireplace Inn in Carmel-by-the-Sea), gab es neben lächerlich schlechtem Orangensaft (der wirklich überhaupt keinerlei Frucht enthielt und mehr nach Fanta schmeckte) einzig ein paar „süße Teilchen“. Einmal sogar nur einen Muffin für jeden… Dabei übernachteten wir in wirklich günstigen bis teuren Unterkünften, sowohl in Großstädten als auch mitten im Nirgendwo. Durch die Bank erlebten wir jedoch das selbe Elend.

Erwartet: Nicht nur einen Muffin…

Gelernt: Auf „Frühstück inbegriffen“ werde ich bei meiner nächsten Amerikareise wirklich nicht mehr achten. Lohnt sich nicht.

Wo U2 1987 sein Album Cover aufnahm und Dreharbeiten für Crazy/Beautiful stattfanden (aus diesem Pool entstieg angeblich Kirsten Dunst? Den Film muss ich mir mal anschauen und das überprüfen…). Beides ist lange her….

#3 Mietwägen werden tatsächlich aufgebrochen…

Man hört davon, man weiß es passiert und man fürchtet sich selbst ein wenig davor. Aber letztlich ist es ein recht abstraktes Risiko. Und irgendwie glaubt man immer, dass es einen schon nicht selbst treffen wird. Die Rede ist von aufgebrochenen Mietwägen.

Das war ehrlich gesagt etwas – und nennt mich ruhig naiv! – das man zwar irgendwie immer im Hinterkopf hat, einen aber doch eiskalt erwischt, wenn es einem dann tatsächlich selbst passiert!

In unserem Fall war es in San Francisco so weit. Als wir nach gerade mal einer Stunde an unser Auto zurückkehrten, sahen wir, dass eine der hinteren Scheiben eingebrochen worden war. Letztlich hatten wir großes Glück im Unglück, da nichts wirklich wichtiges – und vor allem keinerlei Reisedokumente – weggekommen war. Dennoch folgte erst einmal viel telefonieren – zunächst mit der Polizei und als die „too busy“ war (warum, sollten wir später noch erfahren…), mit der Autovermietung – und eine ziemlich kalte und zugige Fahrt (… der Mann an der Mautstation dachte sich wohl auch seinen Teil, als vier Menschen bis oben hin eingepackt, aber mit offenem Fenster bei ihm hielten…) aus dem verkehrstechnisch unmöglichen San Francisco zum Flughafen (was wiederum ein großes Glück war, denn so lag der nächste große Flughafen inklusive Zweigstelle der Vermietung wenigstens relativ nah).
Dort bekamen wir zwar schnell und unkompliziert gleichwertigen Ersatz, dennoch hatte uns die Aktion einiges an Nerven und Zeit gekostet.

Damit gerechnet: nicht wirklich.

Gelernt: man kann so vorsichtig sein wie man will, manchmal passieren solche Dinge einfach. Jedoch habe ich durch diesen Vorfall gelernt, dass es sich tatsächlich lohnt Gegenstände oder Dokumente zumindest ins Handschuhfach zu sperren oder anderweitig zu „verstecken“. Bei so einem Diebstahl muss es nämlich vor allem sehr schnell gehen. Da wird im Vorbeilaufen eine Scheibe eingeschlagen und genommen, was eben greifbar ist. In der Regel ist tagsüber und in belebten Straßen nicht Zeit für mehr.
Dennoch habe ich nach diesem Vorfall das Auto selbst für kurze Zeit (Toilettenstop…) nicht mehr ohne Handy und meine Kameratasche verlassen.
Auch lohnt es sich die durchaus gepfefferten Preise an überwachten Parkplätzen zu zahlen. Gerade in den Großstädten und wenn man – was sich bei einem Roadtrip das ein oder andere Mal leider auch nicht vermeiden lässt! – einen Stopp einlegt, während das Gepäck im Wagen verbleiben muss. Letztlich war es uns das dann vor allem in Santa Monica wert…

Gelernt #2: Es kann sich lohnen den Mietwagen mit der Kreditkarte zu bezahlen. Die meisten deutschen Kreditkarten kommen nämlich mit einen Versicherungsschutz für solche Fälle von Diebstahl aus dem Mietwagen daher…

(Natürlich haben wir das nicht getan! Ist ja klar. Ausgerechnet der Mietwagen war über’s Reisebüro und ohne Kreditkarte gebucht (was nur darauf und die Flüge zutraf). Welche Versicherung das nun – wenn überhaupt – übernimmt, ist bei uns noch nicht abschließend geklärt.)

Ach ja, und warum die Polizei an diesem Tag „too busy“ war? Wir waren nicht die einzigen! Offensichtlich sind gerade in San Francisco (ich habe mir aber auch sagen lassen, dass das gleiche für Los Angeles gilt) Banden mit dieser Masche unterwegs. Allein Passanten, die uns ihr Handy geliehen haben, hatten bei ihrer Radtour schon fünf weitere kaputte Autofenster gesehen… Und als wir abends unseren Wagen eintauschten, waren wir die letzten in einer Reihe von zehn weiteren Autos, denen am selben Nachmittag das gleiche passiert war. Und das waren nur die Wägen unserer Vermietung!


#4 Booking.com, trivago, Expedia & Co und deren Bewertungen

Es war nicht das erste Mal, dass ich Unterkünfte über solche Plattformen gebucht habe, dennoch war ich ein klein wenig unsicher bzw. dieses Mal mehr als sonst (was Begleitung und ich unter Umständen wegstecken würden, wollte ich nicht unbedingt meiner Familie „antun“). Würden die Fotos und Bewertungen wirklich den Tatsachen entsprechen? Ich stellte es mir sehr schwierig vor Mitte in Nirgendwo und in Nationalpark Nähe (wohin es uns meistens verschlug) kurzfristig noch etwas anderes zu finden, falls wir feststellen sollten, dass etwas schief gelaufen wäre.

Natürlich gab es die ein oder andere Unterkunft die etwas schöner war als die andere, manchmal mögen die gezeigten Fotos auch schon etwas älter gewesen sein. Letztlich erlebten wir aber keinen totalen Reinfall und die Buchung über so eine Plattform bietet zumindest ein gewisses Maß an Sicherheit. Wir standen nie Mitten im Nirgendwo und mussten feststellen, dass dort gar kein Motel ist. ;)
Dazu kam, dass das Meiste auch erst vor Ort gezahlt werden musste.

Mal davon abgesehen konnte man sich auch wirklich auf die Bewertungen verlassen. Bis auf ein paar Kleinigkeiten (einem Motel, das wohl noch von seinem Ruf in den 80ern profitiert) konnte ich denen jeweils nur zustimmen (da das mit dem Frühstück für die sowieso dahingehend nicht verwöhnten Amerikaner nicht ins Gewicht fällt, war das leider kein Punkt der kritisiert wurde).

Gelernt&Überrascht: Theoretisch könnte man es riskieren und selbst zur amerikanischen Ferien-/Hauptreisezeit erst vor Ort auf die Suche nach Unterkünften gehen. Bis auf Ausnahmen wie dem Yosemite Nationalpark (der selbst unter der Woche meistens brechend voll ist), sah man im Umkreis der anderen Parks zahlreiche „Vacancy“ Schilder an den Motels baumeln. Und gerade rundum Parks, die von keinen Reisegruppen angefahren werden (beispielsweise dem Sequoia oder Joshua Tree Nationalpark), dürfte es keine Probleme geben. Die Frage ist eben nur, ob man so den besten Deal erwischt? Und ein gewisses Risiko bleibt natürlich immer… Denn was schon auffiel, waren die ausgebuchten Unterkünfte,  die zumindest optisch am schönsten und von der Lage her am besten waren.


#5 Amerikanische Familienzimmer sind locker groß genug!

Öfter als nicht entschieden wir uns für ein Familienzimmer. Zum einen, weil wir von vorherigen Besuchen in Amerika wussten, wie groß allein ein Doppelzimmer dort ist (wir uns also relativ sicher waren, dass es platztechnisch nicht zu eng werden würde), zum anderen waren wir an manchen Orten auch schlichtweg zu geizig dafür den vollen Preis für zwei Doppelzimmer zu zahlen (obwohl wohl schon eines groß genug für uns alle sein würde).

Darauf spekuliert: Familienzimmer würden schon reichen.
Erlebt: Stimmt. Das ein oder andere Badezimmer war etwas klein, aber meistens gab es sogar einen separaten Waschtisch außerhalb der Dusche (praktisch wenn man mit mehreren reist!). Mit den Betten- oder Zimmergrößen gab es überhaupt kein Problem.
Damit gerechnet, aber dennoch überrascht: Gestritten wurde nicht! Zwar verstehen wir uns generell sehr gut und daher hat auch niemand wirklich damit gerechnet, dass es schlimme Diskussionen geben würde (ansonsten würden wir wohl auch nicht noch immer jedes Jahr gemeinsam wegfahren). Überraschend war es dann dennoch wie absolut unkompliziert und locker alles lief.


#6 Die Stau-Szene aus La La Land existiert nicht umsonst…

Unzählige Male gehört: In Los Angeles gibt es viele Staus…

Am eigenen Leib erfahren: Es ist noch schlimmer als gedacht.

Zwar waren wir größtenteils in der einsamen Natur unterwegs, aber um Los Angeles (irgendwo muss man ja landen…) und San Francisco (eh klar; weil auf der Route und die schönste Stadt der Welt) sind wir nicht herum gekommen. Und wir waren jedes Mal wieder froh, wenn wir die sechsspurigen Straßen und den Großstadtverkehr hinter uns lassen konnten! Denn die eh schon ständig zu jeder Tageszeit auftauchenden Staus, gab es nicht nur in Ausmaßen, die sich ein Europäer gar nicht vorstellen kann, sondern sie entstanden auch meistens auf Grund von… nichts! Auslöser von 90% der Staus war schlicht und ergreifend die Tatsache, dass die Amerikaner nicht wissen was ein Rechtsfahrgebot ist. Die Leute wechseln munter, und meistens ohne ersichtlichen Grund, die Fahrspuren und sobald ihnen eine Ausfahrt oder Baustelle (inklusive Zusammenführung auf weniger Fahrspuren) in die Quere kommt, funktioniert nichts mehr. Oft genug haben wir frustriert festgestellt, dass wir mal wieder eine gute Stunde (oder mehr) im Stau standen, nur weil man im Land der unbegrenzten Möglichkeiten noch nichts vom Reisverschlussverfahren gehört hat… Wer glaubt der Verkehr in unseren Großstädten ist schlimm (und das dachte ich auch immer!), war noch nie in Los Angeles unterwegs.

Gelernt: Lieber zur Sicherheit noch mal Pippimachen gehen, bevor’s zurück ins Auto geht…


#7 22 Unzen  entsprechen nicht 0,4 Litern…

Mag vielleicht nur für meinen Papa relevant gewesen sein, aber am Ende darf man ja noch mit etwas mehr oder weniger nützlichem Wissen um sich werfen.

Die Amerikaner mögen eine Vorliebe für etwas seltsame, verwirrende, sinnlos komplizierte Maßeinheiten haben  – seien es nun Meilen (1 Meile = 1,6km), Inch (1 Inch = 2,5 cm) oder Gallonen (1 Gallone = 3,7l) – die einen bei jeder sich bietenden Gelegenheit maßlos verwirren, man sollte sich als Europäer (aka Bier trinkender Papa) jedoch davor hüten sich allzu sehr zu verschätzen. 22 Unzen entsprechen mit Nichten 0,4 Litern… Viel mehr befinden sich in so einem Glas 0,65 Liter!

Obacht: Vor amerikanischen Kellnern, die gerne häufig nachschenken…
Gelernt: Hat das mein Papa auf die harte Tour. Als er sämtliche Warnungen in den Wind schoss, drauf beharrte nicht mal 0,4 Liter Bier im Glas zu haben, munter zwei weitere Gläser trank (die Wüste trocknet aus…) und ihm die Autoschlüssel weg genommen wurden, als ihm die Zigarette aus dem Mund fiel. Bot zumindest einiges zum Lachen für mein Schwesterherz&mich. Angetrunken erlebt man seinen Papa dann doch eher selten…