#iPhoneonly: Winterliebe 5.0

Graseck Bahn; Bayern; Deutschland; iphoneonly

Wie allein schon die Überschrift (oder besser: die Nummerierung) verrät, liebe ich den Winter. Und in diesem Jahr wurden wir ganz besonders verwöhnt. Fast durchgehend war es kalt, wir hatten immer Schnee und es war einfach ein sehr schöner Winter. Umso besser, wenn man sich ausgerechnet dann einen Bänderriss zuzieht… So wirklich rum kommt man so nicht. ;)

Dennoch bekam ich noch einige sehr schöne Wintertage und Ausblicke zu sehen. Was nicht zuletzt meinen Eltern geschuldet ist, die mich, noch humpelnd, in eine Bergbahn steckten. Das hatte zwar ein bisschen was von einem Rentnerausflug, war aber mehr als schön.

So alles in allem habe ich dann trotz Verletzung noch einiges zu sehen bekommen. Und  bin nun – obwohl sogar ich nun zugeben muss, dass ich langsam bereit bin für Frühling und mich nach Wärme und Sonnenschein sehne – fast ein wenig traurig, dass sich der Schnee so langsam verabschiedet.

Partnachklamm im Winter; Bayern; Deutschland; iphoneonly

Barmsee; Bayern; Deutschland; iphoneonly


PS: Ich wiederhole es bei solchen Posts immer wieder; und auch dieser soll keine Ausnahme sein: ja, all diese Fotos wurden nur mit meinem iPhone (übrigens ein altes 5S, keins der neuen) gemacht und bearbeitet (mit Afterlight; meiner Meinung nach der besten App dafür. Vor allem seit es in Afterlight 2 Kurven gibt).
PPS: Zu meinem Instagram Account geht es hier.

Die „Wahrheit“ über’s Nachthimmel fotografieren

Den Nachthimmel zu fotografieren; das stand schon lange auf meiner Liste. Letztlich brauchte es aber einen Geburtstag, ein Familienessen und ein Gespräch mit meiner Cousine, um das Thema endlich anzugehen. Sie hatte Lust und keine Ahnung davon, ich so einiges drüber gelesen und wollte es schon lange mal ausprobieren. Also die perfekte Kombination für einen früh-nächtlichen Mädels-Foto-Trip.

Es sollte ein Ausflug werden, der bei unseren Familien für recht viel Belustigung sorgte. Nach ein bisschen Recherche meinerseits, wurde ein nah gelegener See (den ihr übrigens schon zig Mal auf Instagram – allerdings bei Tageslicht – gesehen habt) als perfekter Ort dafür auserkoren. Man rechnete wohl damit, einer von uns würde bei der Aktion in den See fallen… Und so gab man uns vorsorglich – und zum Glück, wie ich zugegeben muss; denn die Öllampe meiner Cousine sah zwar schick und „instagram-worthy“ aus, über die Qualität ihrer Lichtspendung kann man allerdings streiten – nicht nur eine Hightech-Stirnlampe (von meinem Papa) und einen Batteriebetriebenen Strahler (vom Opa) mit. Letztlich reichte zwar allein das Licht meiner Stirnlampe (die ich mir übrigens zwischen Spritzen – lange Geschichte… – und andere Zeug in der Garage meines Papas selbst suchen durfte…) aus, aber bei einem Spaziergang durch den stockfinsteren Wald und wirklich ein Stück weit abseits von der Zivilisation (die in dem Fall auch nur aus einem Hotel und einer kleinen Ortschaft besteht), will man ja vorbereitet sein. Und hofft einfach mal, dass niemand vorbei kommt, den man kennt…

Vor allem, wenn man für ein Instagram Foto mit einer Öllampe durch den Schnee stapft  (und dieses Wort beschreibt den Vorgang wirklich sehr treffend) und Minuten lang mit erhobenen Arm in die Finsternis starrt und so tut, als würde man da ganz was Tolles sehen… Gut, dass die Chancen dafür nachts im Wald so gut stehen. 

Da standen wir also dann. Am See, mit aufgebauten Stativen und Kameras und sahen so ca. drei Sterne… Schuld war der recht plötzlich aufgekommene Nebel, der uns dann doch froh sein ließ, dass wir zu zweit gekommen waren. Immerhin fühlten wir uns ein wenig wie in einem schlechten Horrorfilm.

Übrigens starben Dank der Kälte auch innerhalb kürzester Zeit unsere Handyakkus… Haha…

Zwar ist die aktuelle Jahreszeit nicht unbedingt der ideale Zeitpunkt, um die Milchstraße von hier aus zu sehen – tatsächlich ist nun auch nur ein Teil davon sichtbar – allerdings kann man diesen dann zur Zeit zu einer Tageszeit beobachten, die human ist und muss sich nicht weit nach Mitternacht an einem See die Füße abfrieren…

Gerade da wir das Ganze mehr als Experiment ansahen, war uns das nur recht und wir fürs erste auch mit einem kleinen Teil der Milchstraße zu frieden (wobei wir uns schon nach wenigen Minuten vorgenommen haben, das ganze definitiv zu wiederholen…!).

Irgendwann lichtete sich – ganz und sogar so pünktlich wie der Wetterbericht vorher gesagt hatte – der Nebel und da war sie: die Milchstraße! Also besagter Teil davon… Wir waren hellauf begeistert!

Vor allem auch von der Tatsache, dass sich das mit den Fotos, wesentlich einfacher gestaltete als gedacht. Hierzu nun mehr.

Wer schon einmal mit dem Gedanken gespielt hat, den Nachthimmel zu fotografieren ist im Internet unweigerlich auf Artikel oder gar YouTube Videos zu diesem Thema gestoßen. Und selbst für mich – immerhin Fotografin – waren die in erster Linie eins: abschreckend. All diese Tutorials ließen die Sache schrecklich kompliziert erscheinen. Aber lasst euch eines gesagt sein: das ist sie nicht. Vor allem nicht für jeden, der schon einmal seine Kamera manuell eingestellt hat! Vielleicht richten sich all diese Workshops (damit verdienen manche verdammt viel Geld…) allerdings auch einfach an diejenigen, die das eben noch nie getan haben…

#1 Das Wichtigste: ein dunkler Ort

Zwei gute Beispiele dafür, dass der Himmel wirklich dunkel und wolkenfrei sein sollte. Links die ominöse, nicht zu identifizierende Lichtquelle; rechts der aufklarende Himmel

Das Wichtigste und das Einzige bei dieser Sache, was auch wirklich unverzichtbar ist, ist ein sehr dunkler Ort. Tatsächlich hatten wir ja, wie eingangs erwähnt, an jenem Abend zunächst Nebel. Und dieser Nebel reflektierte ganz extrem irgendeine Lichtquelle, irgendeines Hauses, von dessen Existenz wir nicht einmal wussten und das man bei Tageslicht tatsächlich nie auch nur wahrnimmt. Allein das störte, an einem sonst komplett dunklen Ort, die Sicht und die Wirkung der Sterne auf den ersten Fotos ganz enorm!

Natürlich tue ich mich hier, im Gegensatz zu Manchen, die im Umkreis von Großstädten wohnen, relativ leicht solche Orte zu finden. Eigentlich bietet hier so ziemlich alles in der Umgebung perfekte Bedinungen… Bei der Suche hilft euch am besten Google; dort findet ihr schnell Karten, die die Lichtverschmutzung in eurer Umgebung darstellen und besonders dunkle Orte leicht auffindbar machen.

Selbstverständlich schließt die Suche nach einem dunklen Ort auch ein, dass man auf die aktuelle Mondphase achtet… Der Vollmond ist auch in einem schwarzen Loch euer größter Feind.


#2 Planung ist die halbe (oder vielleicht sogar ganze) Miete

Hat man einen dunklen Ort gefunden, stellt sich einem immer noch die Frage, wann genau die beste Zeit anbricht, um die Milchstraße zu fotografieren. Dabei hilft euch ein Programm wie beispielsweise Stellarium (ist übrigens – im Gegensatz zur Smartphone App – kostenlos für den PC/Mac). Dort kann man Koordinaten eingeben (Google Maps ist hierbei euer Freund) und dann den Verlauf der Sterne und des Mondes an verschiedenen Tagen und Uhrzeiten verfolgen.

Das Programm ist etwas gewöhnungsbedürftig und wirkt anfangs kompliziert. Ich kann euch dahingehend das Tutorial von Dave Morrow nur wärmstens empfehlen. Das klärt all eure Fragen wesentlich besser, als ich es in schriftlicher Form je könnte.

Auf jeden Fall rate ich euch, bei der Planung eueres Fototrips nebst Höhe des Ortes, auch unbedingt die Gradzahl (Achtung, muss man extra einstellen!) zu beachten; also euch wirklich bewusst zu machen, wo die Milchstraße sichtbar sein wird. Nicht, dass euch am Ende irgendein Berg etc im Weg ist oder die Sterne ausgerechnet in der Richtung stehen, in der auch eine Stadt liegt und Lichtverschmutzung wieder eine Rolle spielt…


#3 Was ihr braucht

Was unbedingt nötig ist, lässt sich ziemlich kurz zusammen fassen:

  • Kamera
    (wobei – worauf ich gleich noch eingehen werde – das Model gar keine so große Rolle spielt)
  • ein möglichst weitwinkliges Objektiv, dass zu einer relativ offenen Blende fähig ist
    (wie gesagt, fast alles ist möglich und ihr braucht nicht mal eins mit Blende 1.8 oder gar 1.2, die sind sogar eher weniger geeignet, aber 2.8 wäre praktisch; habt ihr eine lichtstarke Kamera oder keine Probleme mit Abstriche bei der Qualität, ist auch eins mit 4.0 und entsprechender Kompensation über den ISO-Wert okay)
  • ein Stativ
    (solltet ihr auch Fotos im Hochformat machen wollen, ist eins mit Kugelgelenk natürlich praktisch, aber kein Muss – immerhin sind klassischen Landschaftsfotos so gut wie immer im Querformat angelegt)
  • das Wissen wie man eure Kamera manuell einstellt&fokussiert
    (glaubt mir, das wollt ihr vorher getestet haben; ansonsten wird’s im Dunklen nicht gerade einfacher)

Des Weiteren solltet ihr allerdings bedenken, dass es verdammt dunkel werden wird, wenn ihr auf dem Weg zu eurem dunklen Ort seit. In unserem Fall sind wir sicherlich 20 Minuten durch den Wald gestapft… Eine gute Taschen- oder Stirnlampe (und ich meine wirklich gut!) ist daher ein Muss. Uns hat davon abgesehen ein batteriebetriebener Strahler, den mein Opa normalerweise im Stall benutzt, gute Dienste geleistet, bis wir aufgebaut hatten. Und ja, so was wie eine (Camping) Gaslampe ist leider keine gute Idee, man würde sich wundern was für Funzeln das auf einmal sind, wenn man im Wald steht.

Ach ja: und warme Kleidung schadet auf keinen Fall. Wir waren wirklich gut gerüstet, aber irgendwann wird einem doch kalt. Und immer schneller, als man denkt…


#4 Das eigentliche Foto (aka: Kameraeinstellungen&Fokus)

Kommen wir nun zu dem eigentlichen Foto und der Sache, die mich am Meisten überrascht hat. Jeder, der sich schon mal damit beschäftigt hat, wird im Internet zig Videos und Tutorials zu dem Thema gefunden und unweigerlich das Gefühl bekommen haben, dass das Fotografieren des Nachthimmels eine Wissenschaft für sich ist. Selbst ich als Fotografin habe mich irgendwann gefragt, ob ich das Thema nicht unterschätze und da mehr dahinter steckt, als mir jetzt bewusst ist.

24mm; 30s; f2.8; ISO 1000: Ein gutes Beispiel dafür, dass ihr auch mit einer älteren Kamera und geringeren ISO Möglichkeiten den Nachthimmel gut fotografieren könnt. Denn bei ISO 1000 ist die Szenerie bereits viel zu hell… 

Was man im Vorfeld beachten muss:

Die 500-Regel ist etwas, was man für scharfe Fotos vom Sternenhimmel unbedingt beachten muss. Kurz gesagt, zeigt diese Regel die maximale Belichtungszeit (abhängig von eurer Kamera bzw der Brennweite eures Objektivs), die ihr noch wählen dürft, um trotz sich ständig bewegender Erde, die Sterne als schöne Punkte (keine Linien…) auf eurem Foto zu sehen. Allerdings muss man sich das nicht extra ausrechnen, es gibt genügend Tabellen im Internet dafür. Wissen müsst ihr dafür wie gesagt nur, welches Objektiv ihr verwenden werdet und welchen Crop-Faktor (wisst ihr den nicht, hilft euch das Handbuch eurer Kamera oder Google) eure Kamera vorweist.

Zur Kamera:

In meinem Fall habe ich mich für meine Mark III und ein 24-70mm 2.8 Objektiv entschieden. 24mm waren mir an einer Vollformatkamera fast nicht genug Weitwinkel, aber durch die Arbeit besitze ich einfach nichts anderes. Das ist natürlich eine ziemlich lichtstarke Kombination, keine Frage. Allerdings hatte mich ja meine Cousine begleitet und die war mit einer spiegellosen Kamera von Sony unterwegs.

Und meine „Werte“ zeigen, dass das sogar mit der alten Spiegelreflex von meinem Papa möglich gewesen wäre! Denn obwohl ich oft etwas von irrsinnig hohen ISO-Werten gelesen habe, reichte schon etwas zwischen 800-1000 absolut aus. Bei den oftmals gelesenen 3200 (bei denen die meisten mit dem Testen anfingen) sah die Szenerie taghell aus und mir wurde das erste Mal bewusst, was eine Langzeitbelichtung wirklich bedeutet (denn gerade die, brauche ich bei der Arbeit so gar nicht…).

Zwei Fotos mit zu lang eingestellter Belichtungszeit; sofort wird die Bewegung der Sterne/Erde sichtbar und es zeigen sich die „star trails“. 

Meine Einstellungen:

24mm: Ziemlich klar, nicht wahr? Eben so weitwinklig wie möglich. Und nicht vergessen: von der Brennweite hängt die maximal mögliche Belichtungszeit ab!

Blende 2.8: Das ist eine ganz gute Mischung aus noch ausreichender Tiefenschärfe und Lichtstärke. Gegebenenfalls müsst ihr natürlich 4.0 etc. wählen und das mit dem ISO-Wert kompensieren. Tatsächlich würde ich wegen dem Fokus allerdings nichts unter 2.8 wählen…

Belichtungszeit 20 Sekunden: In meinem Fall die maximale Belichtungszeit, um die Sterne noch als Punkte abzubilden.

ISO 640-1000: Die Überraschung! Solche ISO-Werte waren in unserem Fall, trotz stockdunkler Nacht, absolut ausreichend. Mag vielleicht auch ein wenig am allgegenwärtigen Schnee liegen (der ja perfekt als natürlicher Reflektor dient und alles etwas „aufhellt“); allerdings war dieser Umstand selbstverständlich sehr praktisch. Um starkes Bildrauschen mussten wir uns so keine Gedanken machen.

Tipp: Gerade für die Milchstraße ist etwas Unterbelichtung ganz gut. So kommen die Farben und Kontraste besser zur Geltung. Und so spart man sich auch ein bisschen Bildrauschen durch zu hohen ISO-Wert ein…

Die Sache mit dem Fokussieren:

Das war eines der Dinge, die mir im Vorfeld am Meisten zu denken gegeben hat. Wie will man nachts scharf stellen? Und dann auch noch Sterne? Natürlich ziehen die Profis oftmals schon tagsüber los, um das Maximale aus Landschaft und Himmel herauszuholen. Ich muss jedoch ehrlich zugegeben: sich schon am Tag an den Ort der Wahl zu stellen und auf die Dunkelheit zu warten, war für uns im kalten Winter wirklich keine Option…

So schwer wie gedacht, war’s dann aber doch nicht. Ihr werden selbstverständlich nicht um das manuelle Scharfstellen herumkommen! Das dürfte bei diesen Bedienungen aber klar sein.
Tatsächlich ist die ∞ Einstellung eures Objektivs eine ganz gute (erste) Wahl. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die Elemente der Landschaft um euch herum in größerer Entfernung liegen.

In unserem Fall war das ein See, mit ein paar Bergen und Bäumen im Hintergrund. Und der war auch eine gute und recht einfache Wahl dafür. Diese Umgebung bot uns ein paar interessante Elemente für die Fotos, gestaltete das Scharfstellen aber auch nicht zu schwierig.

Einzig beim Foto meiner Cousine, auf dem sie eine Gaslampe in den Händen hält (siehe rechts unten), musste ich natürlich den Fokus korrigieren und kurz ausprobieren wann sowohl sie also auch die Sterne im Fokus waren. Dafür muss die Person aber auch gute 20-30 Meter entfernt stehen!

Tipp: Sollte eine Kamera einen Live-View Modus besitzen, könnt ihr euch damit das Scharfstellen natürlich vereinfachen.
Tipp #2: Die Sterne sind am ehesten dann wirklich scharf, wenn sie schöne, weiße Punkte sind. Ist man zu nah dran, wirken sie eher grünlich; bei zu großer Entfernung bekommen sie einen Magentafarbenen „Rand“.


Natürlich gibt es hier bei uns wesentlich bessere Zeitpunkte, um auch wirklich die ganze Milchstraße (und nicht nur einen winzigen Teil davon) zu fotografieren, aber für ein erstes Experiment war der Winter die perfekte Jahreszeit dafür. Gerade, weil wir uns für die Fotos so nicht die halbe Nacht um die Ohren schlagen mussten… Und auch wenn man bei diesen Fotos nicht vergessen darf, dass die Bearbeitung einen großen Teil der Wirkung ausmacht – da braucht ihr nur mal kurz YouTube zu Rate ziehen und werdet genügend erschreckend langweilige Sternenfotos sehen… – ist es einfach eine Menge Spaß. Manchmal will ich und brauche ich es auch einfach nur deswegen zu Fotografieren.

Tipps für das Fotografieren des Nachthimmels

Mehr oder weniger sinnfreies Alltagsblabla #12

Eine Einleitung kann ich mir so langsam sparen, oder? ;)

Alltagsblabla

In letzter Zeit leide ich unter einer kreativen Krise; oder nennen wir das lieber Kreativ-Tief. Krise klingt zu drastisch, zu lebensbedrohlich. Aber natürlich beeinträchtigt mich und mein Selbstbewusstsein schon sehr; gerade da ich mich (sicherlich oftmals zu sehr) über meine Arbeit definiere.
Selbstverständlich läuft in solchen Zeiten erst recht nicht so wie es sollte. Alles geht nur zäh vorwärts, alles verschiebt sich, nichts klappt so wirklich und vor allem nicht so wie es gedacht war. Ich habe es mit gar nichts tun versucht (aka: den Druck raus nehmen), mit Malen, damit eine Freundin zu besuchen, die mir einfach immer gut tut. Mit dem Ergebnis, dass ich am Ende eine Macke im Auto und einen schreienden Fremden vor mir hatte, der behauptete ich hätte seinen Stein im Vorgarten verschoben…

Zwischenzeitlich war ich bereits so verzweifelt mir etwaige Ratgeber zu dem Thema durchzulesen. Mit dem Ergebnis, dass ich den nächsten, der vorschlägt: „Einfach mal weg zu fahren“, an die Gurgel gehe… Schön und gut, schon klar, dass so ein Tapetenwechsel hilft, aber wenn es dafür eben gerade keine Gelegenheit gibt, ist’s halt nicht das, was man hören möchte.

Ich hatte gehofft mein Besuch vor kurzem würde Abhilfe schaffen, aber so gut der mir persönlich getan hat, so wenig hat er meiner Kreativität geholfen.


Apropos Besuch; nachdem wir wirklich full house hatten, hatte ich beschlossen im Gästebad ein paar Post-its anzubringen; um Handtuchbesitz, Verwendung etwaiger Produkte etc zu regeln. Ich kam mir schon sehr, sehr lustig dabei vor. So richtig amüsant wurde es dann aber erst, als ich den Block und den Stift im Bad liegen ließ und sich die Zettelchen im Laufe der nächsten Tage vermehrten…

Ein bisschen schockiert war ich schon, als wir einen Ausflug zum Schloss Neuschwanstein machten und mich in perfektionierter Touristenabfertigung wiederfand. Natürlich hatte ich ein Stück weit damit gerechnet; es war ja auch nicht mein erstes Mal dort. Aber allem Anschein nach, scheint die Sache seit damals neue Auswüchse angenommen zu haben… Das erkennt man allein schon daran, dass sogar all die Restaurants im Umkreis nur bis 18 Uhr (um 17 Uhr gibt es die letzte Führung durch das Schloss) geöffnet haben. Kaffee sollte man dort übrigens am besten keinen trinken; nur der damals in Irland war noch schlechter…
Und dann war natürlich (wie sollte es anders sein, da wären wir wieder beim Thema: zur Zeit läuft ja einfach nichts) auch noch die Brücke bzw. der Aussichtspunkt auf das Schloss gesperrt.
Nichts desto trotz: in Mitten der frisch verschneiten Berge sieht Neuschwanstein wirklich aus wie aus einem Disney Film geklaut.


Fußblabla

Meinem Fuß geht es wieder gut! Letzte Woche hatte ich meine letzte Physiotherapie Stunde. Das ging jetzt wesentlich besser als ich zu hoffen gewagt habe. Und zeigt vor allem auch, wie wichtig in so einem Fall die richtigen Leute und die richtige Behandlung sind… Wobei ich mich auch ganz vorbildlich an die ganzen Übungen gehalten habe.
Den Fuß werde ich schon noch manchmal etwas spüren; den Rest muss jetzt aber einfach die Zeit richten (im wahrsten Sinne des Wortes).
Und wenn man alles andere (auch Sport mache ich schon wieder seit zwei Wochen) ohne Einschränkungen machen kann, kann man damit leben nach einer Schlossbesichtigung und gefühlten 1000 Stufen (es waren wohl eher so etwas um die 100) Abends ein bisschen tapsig die Treppen herunter zu gehen. Für’s erste zumindest.


Brillenblabla

Ich habe eine neue Brille! Und das erste Mal einfach so; nicht weil sich meine Stärke geändert hätte, sondern weil mir ein Gestell so gut gefallen hat. Vielleicht war ich aber auch genau deshalb – weil ich meine schwarze Brille behalten kann – etwas mutiger. Denn so ganz einig ist sich die breite Masse nicht. Den einen ist sie etwas zu auffällig und zu viel, den anderen genau richtig. Lustigerweise mögen sie eher die Männer der Familie… Ich war mir auch lange unsicher, aber ich mag sie. Und wie gesagt, ich kann ja jederzeit zu schwarz wechseln, wenn ich es doch etwas schlichter möchte.

Allerdings habe ich letztlich nur das Gestell bei Mr. Spex gekauft. Da die Brille aus deren Eigenkollektion stammt, gab es keine andere Möglichkeit dran zu kommen und zum Glück konnte mein Optiker (das geht anscheinend nicht bei allen Modellen) das Fensterglas ohne Probleme heraus lösen. Die Gläser-„Politik“ bei Mr. Spex fand ich nämlich sehr seltsam und die Beschreibung der einzelnen Möglichkeiten nicht transparent genug. Premium Qualität hin oder her, mich interessiert doch vor allem, was das genau bedeutet! Was genau ist bei meiner Stärke sinnvoll, was übertrieben? Und ein ganz großes Manko war auch die Tatsache, dass dort keinerlei Option für Blaulicht reduzierende Beschichtung gibt. Für mich – mit meiner ganzen PC Arbeit – ist das mittlerweile unerlässlich…

So kam ich am Ende dann bei meinem Optiker preislich sogar besser weg…


Filmblabla

Ich war neulich in Black Panther und wirklich überrascht. Seit Batman bin ich irgendwie aus dieser Superhelden Sache raus; habe total den Überblick über Avengers, Spiderman, Thor und was-weiß-ich-noch-alles verloren. Und dann war ich erstaunt, dass mir der dann doch so gefallen hat. Natürlich hat er bezüglich der Story so ein paar Schwächen, aber ich mochte wie bunt er war; wie man zur Abwechslung mal die afrikanische Kultur als Kulisse für einen Superhelden Film verwendet hat. Das stach im Einheitsbrei der letzten Marvel Produktionen richtig heraus.
Auch wenn ich bis heute nicht weiß, wie man den König nun ausspricht…

Wer Three Billboards outside Ebbing, Missouri noch nicht gesehen hat, sollte das schleunigst nachholen! Schon lange mochte ich keinen Film mehr so sehr wie diesen. Er ist genial gespielt, alles andere als vorhersehbar und brilliert vor allem mit einem wirklich guten, schwarzen Humor. Den muss muss man einfach gesehen haben; am besten nicht viel drüber wissen und sich herrlich amüsieren.

Was wiederum nicht für Alles Geld der Welt gilt. Oder Mute. Von dem war ich ganz besonders enttäuscht, immerhin war ich anfangs ein großer Fan der Filme von Duncan Jones (für die Unwissenden: der Sohn von David Bowie hat mit Moon ein wirklich geniales Debüt hingelegt!). Mute dagegen hat schlicht und ergreifend (haha, welch Ironie) im wahrsten Sinne des Wortes nichts zu erzählen. Die Kulisse in ferner Zukunft bleibt ungenutzt, die Hintergründe der Figuren wirr und sinnfrei… Er war einfach nur schrecklich und eine große Zeitverschwendung. Wenn überhaupt, hätte dieser Film höchstens 90 Minuten dauern dürfen.


Serienblabla

In letzter Zeit überrascht hat mich Ozark. Eigentlich habe ich die Serie vor allem als Lückenbüßer angefangen und war dann doch sehr begeistert. Von Jason Bateman (der bisher einfach zu wenig ernste Rollen gespielt hat; man merkt hier wie gut er eigentlich ist) und der Geschichte. Am Ende wollte ich sofort weiter schauen…

Weniger erstaunlich ist wohl, dass mir The Handmaid’s Tale gefallen hat. Dafür hatte ich, obwohl die Serie in Deutschland nicht so populär ist, im Vorfeld schon zu viel darüber gehört. Die Geschichte über Mägde die in einer fiktiven, unfruchtbaren Zukunft, reichen Männern Kinder gebären sollen, ist ebenso schockierend und bedrückend wie sie zum Nachdenken anregt. Denn obwohl die offensichtliche Gewalt von Männern ausgeht, zeigt sie, dass Teil auch fehlender Zusammenhalt unter uns Frauen ist. Man nehme mangelnde Solidarität, ein paar ernsthaft dumme Frauen, die nur an ihre eigene Position denken und schon hat man den Salat… Gerade im Zuge der #metoo Debatte fand ich viele der gezeigten weiblichen Charaktere und sich über ihre Geschichten und Handlungen Gedanken zu machen so wichtig und aktuell wie nie.

Endlich habe ich sie gesehen, die allerletzte Staffel The Leftovers. Und kann ohne Zweifel behaupten: sie ist für mich aktuell die beste Serie aller Zeiten. Allein schon deswegen, weil wir nun auch wirklich das Ende kennen. Was man von vielen meiner Favoriten momentan noch nicht behaupten kann… Und vor allem hat sie richtig gemacht, woran so viele andere aktuell scheitern: gewusst wann man Schluss machen muss. Letztlich hätte man die Story noch ewig weiterspinnen können, aber nein, 28 Folgen waren genug. Und was habe ich sie geliebt! Die zweite Staffel fing im Vergleich etwas schwach an, was allerdings für mich vor allem daran lag, dass ich fürchtete diese Geschichte über Trauer und Verlust, Sekten und Glauben, angesichts eines Ereignisses für das niemand eine Erklärung hat (dem plötzlichen Verschwinden von 170 Millionen Menschen), würde doch noch ins Mystery Genre abdriften. Zum Glück hat sie das nie getan und blieb dem bis zum Ende treu. Gerade das Ende war unglaublich stark! Besser hätte man eine Serie, deren wesentliches Element etwas Unerklärliches ist, nicht beenden können. Unbedingt schauen; das ist das Beste was HBO zu bieten hat (nein, ich bin nicht der Meinung, dass das Game of Thrones ist; egal wie gerne ich das mag)!


Blabla Ende…