Ein Osterwochenende am Gardasee

Edit (16.5): Ein bisschen wird es hier noch ruhig bleiben; es ist grad einfach viel anderes zu tun und zig Blog Posts nur zu 90% fertig.


Seit vielen Jahren ist unser Besuch am Gardasee so etwas wie eine kleine Familientradition. Auf Grund der Entfernung von meiner Heimat aus, bietet er sich nun mal perfekt für einen kleinen Kurztrip an. Man erreicht ihn in lediglich drei Stunden und ist trotzdem schon an einem Ort, an dem Palmen stehen.

Meistens über die Pfingstfeiertage, gönnen wir uns also schon ein bisschen Frühsommer und Urlaubsgefühle. Wir fahren stets in den gleichen kleinen Ort, schlafen im gleichen – immer mehr herunter kommenden Hotel (das den doch langsam aufkommenden Wunsch nach etwas mehr Komfort nur durch seine hübsche Lage wett macht) – das noch dazu seit immer das gleiche karge Frühstück mit den gleichen steinharten, nur aus Luft bestehenden Semmeln (die sind ernsthaft innen hohl…) präsentiert – und die Tage laufen auch noch immer ungefähr gleich ab. Ein Tag Freizeitpark für meine Achterbahn begeisterte Schwester (und meinen armen Papa, der mitziehen muss, wenn Mama und ich bei den Loopings streiken) und ein Tag Sightseeing für mich.

Letztes Jahr klappte es vom Timing her an Pfingsten leider nicht und da es dieses Jahr ähnlich schlecht aussah, warfen wir mit einem kleinen Teil des Rituals und verlegten den Trip auf die Osterfeiertage. Uns war zwar klar, dass wir dann leider noch nicht mit Sommer und allzu anderen Temperaturen wie hier an den Bergen rechnen durften, aber das nahmen wir für den Rest der Traditionen in Kauf.

Tatsächlich war das Wetter dann auch sehr, sehr wechselhaft. Mal wurden wir mit Sonne und wunderbar angenehmen Temperaturen überrascht (perfektes Freizeitparkwetter; nicht zu heiß, nicht zu kalt und an Tag 2 der Saison auch noch absolut leer. Maximale Wartezeit: 5 Minuten. Ein Traum für meine Schwester), mal regnete und gewitterte es. Eines Nachts sogar inklusive Weltuntergangsstimmung, Blitzeinschlag und Stromausfall.

Zwischen Ameisen und mangelnder Ausrüstung

Und obwohl da die Super-Taschenlampe (übrigens die gleiche, die ich beim Nachthimmel fotografieren dabei hatte) von meinem Papa sehr gelegen kam, mussten wir feststellen, dass er in anderer Hinsicht mittlerweile komplett versagt. Hatte er früher bei Urlauben noch einen kompletten Werkzeugkasten und allerhand Spielereien parat (die ihm in bester MacGyver Manier die Reparatur von nahezu allem ermöglicht hatte), war es ihm nun nicht möglich die undichte Luftmatratze zu flicken! Ich schätze da wäre der Iraner nützlich gewesen; allein der Konkurrenzkampf hätte wohl eher zu einer Lösung geführt als das ungläubige kann-doch-nicht-sein-rufen und immer-wieder-aufblasen der Matratze….

Warum wir überhaupt – wo wir doch in einem Hotel übernachteten – eine Luftmatratze dabei und nötig hatten? Tja. Wir waren bei der Buchung recht spät dran und bekamen nur zwei kleine Doppelzimmer. Mein Papa ist allerdings extremer Schnarcher und so mussten Schwester, Mama und ich halt etwas enger zusammen rücken… Ich frage mich nur, ob angesichts der Ameiseninvasion (wir haben uns sogar aus dem Schrank des Housekeepings ein Mittel dagegen „geklaut“…) der Boden wirklich die bessere bessere Lösung war. Gut, ruhiger halt schon.

Ach ja, übrigens: kaum daheim angekommen fand meine Schwester eine Tube Sekundenkleber in ihrer Tasche. Ha. Hahaha. Ha…

Wie mein Papa das Internet stilllegte…

Nicht nur, dass die MacGyver Qualitäten meines Papas so langsam zu wünschen übrig lassen, nein. Er kann sich nun sogar rühmen für den Ausfall des kompletten Internets in der Dependance unseres Hotels verantwortlich gewesen zu sein… Dabei begann die Sache eigentlich ziemlich harmlos damit, dass wir die ersten Gäste auf unserem Stockwerk waren und der Hotelbesitzer den nötigen Internet Verstärker – ihr wisst schon, diese Stecker für die Steckdose mit winzigen, kleinen, grünen Licht – im Zimmer meines Papas einsteckte.

Man würde ja glauben nach all unseren Internet-Problemen würde ausgerechnet mein Papa sich mit WLAN-Verstärkern auskennen… Das hinderte ihn jedoch nicht daran eines nachts besagten Stecker aus der Dose zu ziehen. Dieser befand sich zwar (!) hinter dem Fernseher, dennoch fühlte er sich von diesem ein paar Millimeter großen Lichtlein derart gestört, dass dies die einzige ertragbare Lösung für ihn schien.

Und weil ihm das Internet im Hotel ja so herzlich egal war, vergaß er den Stecker, wir zogen los, waren den ganzen Tag unterwegs und so wurde mein Papa erst am nächsten Tag beim Frühstück vom leicht genervten Hotelbesitzer – der hatte nämlich auf Grund es fehlenden Internets bereits Rüffel erhalten – darum gebeten, ob er besagten Verstärker wieder einstecken könnte.

Meine Schwester und ich hatten uns ja noch über das fehlende Internet gewundert. Angesichts unserer langen – internetlosen – Historie in jener Unterkunft, hatten wir allerdings wahrlich nicht mit dem gestörten Schönheitsschlaf meines Papas als Übeltäter gerechnet.

Zugegeben: lachen mussten wir dann schon sehr, als wir nochmal selbst die unzumutbare Beeinträchtigung – ich möchte noch einmal betonen: sehr kleines Licht, hinter durchschnittlich großem Fernseher versteckt – die ihn nachts angeblich so sehr geblendet hatte, prüften…

Vom Garda- zum Iseosee

Nachdem das Wetter am Freizeitpark Tag zumindest tagsüber perfekt war, wurden wir am Sightseeing Tag schon von düsterem Vorzeichen am Himmel begrüßt. Aber von einem Ausflug abhalten, ließen wir uns davon natürlich noch lange nicht… Und so ging es also wie geplant ein Stündchen weg vom Garda- und hin zum Iseosee (dem kleinen Bruder des Gardasees) bzw zur Monte Isola.

Schon seit 2016 der Künstler Christo dort sein Kunstwerk Floating Peers eröffnet hatte, stand diese Insel mitten im Iseosee auf meiner Liste. Und auch wenn die gelben Stege längst abgebaut sind und man die Inseln nicht mehr zu Fuß, sondern wieder nur per Fähre, erreichen kann, wollte ich dennoch unbedingt die Kirche Santuario della Madonna della Ceriola auf dem Gipfel besuchen und den Ausblick genießen.

Und auch wenn das Wetter mehr als nur wechselhaft war – es gegen Ende sogar nur noch schüttete und uns Temperaturen wie Regen gleichermaßen in ein Restaurant trieben (wobei wir noch dazu eines der in Italien wirklich selten vorkommenden Restaurants mit echt schlechtem Essen erwischten) – bekamen wir doch noch den ein oder anderen schönen – oder sagen wir: beeindruckenden – Ausblick zu Gesicht. Denn so eine Regenwand inklusive Gewitter in der Ferne… Gruselig!

Ein paar Tipps für den Iseosee:

Zur Kirche Madonna della Ceriola hinauf führt ein Pilgerweg, der allerdings einen recht steilen und beschwerlichen Eindruck macht. Auch halte ich die Angaben für den Weg für die Wanderung über die Fahrstraße mit 40 angesetzten Minuten für mehr als nur sportlich und eigentlich nicht machbar. Wesentlich einfacher und bequemer – vor allem angesichts der Tatsache, dass man den besten Blick eh von oben hat und die Alternativen nicht sonderlich reizvoll erscheinen – ist hier die Fahrt mit dem Bus. Ein entsprechendes Hinweisschild – natürlich, wie so oft in Italien, ausschließlich auf Italienisch, weswegen man es gerne gleich mal übersieht –  findet man direkt an der Anlegestelle. Die Kosten liegen irgendwo bei 1,80€ pro Person und die Busse fahren alle 20 Minuten. Das lohnt sich auf jeden Fall.

Generell fahren auch die Fähren in so häufigem (15-20 Minuten) Abstand, dass man nie lange auf die nächste warten muss und dahingehend wirklich nicht an bestimmte Zeiten gebunden ist.

Auf der Insel herrscht (mit Ausnahme für die Anwohner) Autoverbot. Das ändert allerdings nichts daran, dass man die Augen und Ohren lieber offen halten sollte. Es schießt gerne mal ein rasender Italiener auf seinem Moped an einem vorbei…

Bezüglich der Orte am Iseosee war ich etwas enttäuscht. Ich habe natürlich nur einen sehr kleinen Teil gesehen und darf mir daher kein abschließendes Urteil erlauben, aber mit seinen kleinen Örtchen am See und den Uferpromenaden finde ich im Vergleich den Gardasee etwas überzeugender.
Natürlich ist der Iseosee aber auch etwas weniger touristisch und ihn fand ich vor allem landschaftlich reizvoller.


Alles in allem ist der Iseosee ein sehr schönes Ausflugsziel, gerade wenn man sich sowieso in der Umgebung des Gardasees aufhält und er in Reichweite liegt. Ich möchte definitiv noch einmal bei besserem Wetter zurückkehren und noch ein paar mehr Örtchen und Aussichten entdecken.


PS: Im Zuge der DSGVO (leidiges Thema…) werden sich hier demnächst ein paar Dinge ändern. Allerdings nicht nur weniger offensichtlich und hinter den Kulissen…

Mehr oder weniger sinnfreies Alltagsblabla #13

Es ist mal wieder Zeit für ein paar Schnipsel…

Vor einiger Zeit habe ich wieder mit dem Malen begonnen. In meinem kreativen Tief hatte ich auf einmal wieder Lust darauf; jedoch- im Gegensatz zu sonst – eher auf etwas „abstraktes“. Ja, das ist für alle die mich kennen wohl die größte Überraschung. Damit kann ich nämlich meistens eher weniger anfangen. Allerdings wollte ich einfach nur mit Farbe spielen! Was hübsches machen, ohne groß darüber nachzudenken. Vielleicht tat es auch einfach gut zur Abwechslung mal mehr mit den Händen zu arbeiten; wer weiß.
Was dann folgte war aber eine große Überraschung: ich hatte ein paar der Bilder auf Instagram (sogar nur in den Stories…) gepostet und auch verkauft! Und weil mir das Malen nach wie vor großen Spaß macht, eine angenehme und willkommene Abwechslung ist, allerdings auch niemand sich so viele Bilder in so unterschiedlichen Farben an die Wand hängen kann, habe ich kurzerhand einen Shop auf Etsy eröffnet. Dazu demnächst mehr. Wenn dort mehr online ist und ich mehr dazu erzählen kann. Momentan habe ich definitiv noch mehr via Instagram verkauft. ;)

Ich war neulich nach vielen, vielen Jahren wieder Minigolf spielen. Und habe… verloren. Genau wie bei sämtlichen anderen Brett- und Kartenspielen an diesem Wochenende. Ich verlieren nicht gern. Nun nicht gerade so ungern, dass ich Spielbrett und Figuren durch den Raum werfen würde, aber nun ja. Mein Ego hat schon schwer gelitten.

Gelitten habe ich auch sehr darunter, dass ich mal wieder (das dritte Mal nun!) zum falschen Zeitpunkt in Bonn war. Ihr wisst schon. Da gibt es diese Straße; die mit den ganzen Kirschbäumen, von der man wirklich überall Fotos sieht…

Vor kurzem löste eine Freundin ihre Schulden bei mir ein. Ich hatte vor ein paar Monaten die Porträts für ihre neue Homepage von ihr gemacht und weil das im wahrsten Sinne des Worte ein 20 Minuten Job vor einem Shooting war und ich mir angesichts dessen und auf Grund unserer Freundschaft schwer damit tat Geld dafür zu verlangen, hatte ich den Wunsch geäußert im Austausch für die Fotos etwas über Make-up zu lernen. Wie viele mit heller Haut – hallo liebe Kalkleisten; ihr versteht mich! – habe auch ich so meine Probleme die passenden Farbe bezüglich Concealer&Co für mich zu finden. Gesellt sich dann noch ein, meiner Meinung nach, seltsamer Unterton und der Wunsch nach vernünftigen Inhaltsstoffen von vernünftigen Firmen (meiner Meinung nach gehen Tierversuche beim Thema Make-up heutzutage einfach so gar nicht mehr) dazu, wird die Sache fast zu einem Ding der Unmöglichkeit!
Und wer kann einem bei so einem Thema besser helfen, als eine Visagistin, der man vertraut und schon viele Male gut zusammen gearbeitet hat? Eine, deren Arbeit man schätzt?
Ergebnis des Tages war zwar, dass ich bisher nichts so wirklich falsch gemacht habe (so ein paar Dinge schaut man sich bei der Arbeit über die Jahre hinweg dann ja doch ab – wenn auch in meine Fall eher was Haare angeht!), ich bei meiner Haut zum Glück auch tatsächlich auf Foundation und Co verzichten kann (was man von meinen Augenringen nicht behaupten kann…), aber allein für so ein paar Kniffe bezüglich Pinsel anfeuchten war es das absolut wert. Und natürlich die Sache mit dem perfekten color match – unbezahlbar!
Ach ja, und ich kann jetzt mit Fug und Recht behaupten: all diese YouTube Damen haben keine Ahnung davon, wie man so ein richtiges Smokey Eye Make-up schminkt.

Interessiert sich hier jemand für einen Newsletter? Einen klassischen – aka regelmäßige Abstände usw. – wird es nicht geben, allerdings arbeite ich aktuell an einem, um ein paar Kunden immer mal wieder auf den neusten Stand zu bringen. Besteht Interesse daran, den für die Allgemeinheit zugänglich zu machen?

Über die Osterfeiertage war ich mit meiner Familie am Gardasee. Und während das Wetter zwischen traumhaft schön (was habe ich die Sonne genossen! – und es zur Abwechslung sogar einmal geschafft mir nicht gleich den ersten Sonnenbrand zu holen) und regnerisch (und fürchterlich kalt) schwankte, erlebte ich eines nachts den Schock meines Lebens. Die ganze Nacht über hatte es schon gestürmt, geregnet und gehagelt. Dann weckte uns allerdings ein gigantischer Knall… Der Blitz war ganz in der Nähe eingeschlagen. So muss sich der Weltuntergang anhören! Ich war wirklich fix und fertig und stand im wahrsten Sinne des Wortes senkrecht im Bett. Wie ein kleines Kind war ich sehr froh, dass meine Schwester da war. Und meine Papa eine Taschenlampe dabei hatte; denn das ganze bescherte uns auch ein paar Stunden Stromausfall.

Buchblabla

Ich habe Stephen King’s Der dunkle Turm Reihe beendet. Nach anfänglichen Schwierigkeiten (ganz ehrlich; die Story fängt sich wirklich erst im dritten Band – und das sagt ein riesiger Stephen King Fan) hätte ich ja nie damit gerechnet, aber am Ende war ich wirklich voll dabei. Was habe ich gelitten! Für mich nun eine der besten Buchreihen aller Zeiten! Ich meine… Von Game of Thrones werden wir ja wohl nie mehr das Ende von G. R. R. Martin erfahren.

Wobei… Den Rang der besten Buchreihe aller Zeiten, könnte Stephen King auch Justin Cronin und seine The Passage Trilogie streitig machen. So ganz kann ich mich da nun gar nicht entscheiden! Ich habe ihren letzten Teil – Die Spiegelstadt – erst neulich beendet und muss schlicht und ergreifend sagen, dass das Ende herzzerreissend perfekt ist. Es ist selten, dass ich in einer Sci-Fi/Mystery/Horror Geschichte abseits der Ereignisse auch so an den Charakteren interessiert war. Und es gab da so ein, zwei Szenen… Puh! Tolle Reihe, würdiger Abschluss!

Serienblabla

Black Mirror habe ich irgendwann (aber nach vielen Folgen…) abgebrochen. Die Serie wurde ja viel gehypt und ich war echt neugierig. Nach der ersten Episode (die mit dem Schwein…) war ich wirklich euphorisch! Nur dann… tja, dann fiel das Ganze extrem ab. Vielleicht hatte ich einfach zu hohe oder auch nur andere Erwartungen an die Geschichten. Aber so gut wie jede Episode hatte zwar eine interessante Grundidee, nahm dann allerdings abstruse Wendungen… Noch dazu wirkten – für mich als Buch- und Filmfan – halt viele Ideen wie schon mal da gewesen. Recycelt aus unzähligen anderen Geschichten. Nein, das hielt ich nicht lange durch.

Mindhunter dagegen fand ich interessant. Die Charaktere und Erzählstruktur wirken irgendwie ein wenig ungewöhnlich, aber die Geschichte über die Anfänge der Kriminalpsychologie beim FBI ist wirklich fesselnd. Gerade da die Dialoge mit den Serienmördern auf echten Interviews basieren. Und es ist verrückt darüber nachzudenken, dass die Serie Ende der 70iger Jahre spielt – was ja eigentlich noch gar nicht so lange her ist – und wie anders/schlicht die Leute damals noch über Psychopathen gedacht haben.

Filmblabla

Mehr als positiv überrascht hat mich kürzlich Die Auslöschung (Original: Annihilation) auf Netflix. Der Film war vielen – wenn überhaupt – im Vorfeld wohl vor allem deswegen aufgefallen, weil es sich dabei eigentlich um einen Kinofilm handelte, an dem sich allerdings dann Netflix die Rechte sicherte und er so eben nicht in den Kinosälen, sondern gleich online und zum Streamen landete.

Man kann an dieser Stelle nun natürlich darüber streiten, was das für die Zukunft des Kinos bedeutet und ob der Film als Kinostart nicht wesentlich mehr Marketing erfahren hätte; auf der anderen Seite frage ich mich, ob der Film hierzulande überhaupt viele Kopien und Aufmerksamkeit bekommen hätte. Gerade für kleinere Filme und Independent Produktionen (wenn meistens weder für viele Kopien, noch für Werbemaßnamen Geld vorhanden ist) sehe ich diese Vorgehensweise auch durchaus als Chance von Anfang an ein größeres Publikum zu erreichen. Gerade wenn ein Film nur in einer handvoll Kinos in den wirklich großen Städten anläuft und somit definitiv für mich – und viele andere – erst Monate später zu sehen ist, würde ich mir oft einen Dienst wünschen, in dem ich mir diese Perlen (zuletzt bei A Ghost Story und It comes at night der Fall gewesen) ins heimische Wohnzimmer hohlen kann. Dafür würde ich auch breitwillig gerne eine extra-Gebühr zahlen; denn natürlich sollen die Macher noch was dran verdienen! Und ich frage mich, ob gerade kleinere Produktionen so – mit einem potentiell größeren Publikum – nicht sogar mehr Einnahmen erzielen könnten.

So viel zu diesem kleinen Exkurs; nun aber zurück zum Film. Ich bin ohne große Erwartungen rein, mir hatten nur die Trailer ganz gut gefallen. Und was bekam ich? Einen wirklich einzigartigen Sci-Fi Film! Gerade die extrem kreativen Kulissen und Ideen stechen wirklich hervor. Und diese eine Szene (haha, nein nicht der Bär! Der Darm…)… Himmel! Die war auf eine Art und Weise albtraumhaft, mit der ich bei so einem Film nicht mal gerechnet hätte! Nebst dem Cast – der fast nur aus Frauen bestand (auch mal eine angenehme Abwechslung!) – stach aber auch der Soundtrack hervor. Der passte gerade bei den visuell verstörenden Szenen einfach perfekt.

Manch einem mag das Ende ein wenig zu seltsam erscheinen. Allerdings mag ich es ja durchaus, wenn man als Zuschauer gefordert ist ein bisschen mitzudenken und auf gewisse Zeichen zu achten; dementsprechend erklärte sich vieles für mich. Einzig ein paar Logiklücken machten mir zu schaffen. Diese kann man sich auch leider – wie ich mittlerweile weiß – nur durch die Buchvorlage erklären. Was ich zwar etwas schade fand, aber bei diesem wirklich sehr guten Film (wir brauchen mehr solche Geschichten und Filme!) auch nur ein kleines Manko ist.

Übrigens: aktuell lese ich nun auch die Bücher, auf denen der Film (wenn auch nur lose) basiert. Und während ich den ersten Teil wesentlich schwächer als den Film fand, hat es der zweite in sich… Generell schafft diese Reihe eine wirklich eigenartige, bedrückende Atmosphäre und ich bin gespannt, was ich nach Band 3 von diesen Büchern halten werde.


Over and out.

Behind the Scenes: Porträts mit Avianna McKee

Wer hier schon lange mitliest, der weiß, dass Avianna und ich uns schon seit dem Beginn meiner Selbstständigkeit kennen. Sie war das erste professionelle (Agentur-) Model, dass ich fotografiert habe. Und noch dazu machte es zwischen uns irgendwie sofort Klick. Über die Jahre stellten wir viel Unsinn an, hatten ein paar tolle Shootings zusammen und wurden auch abseits vom Set zu Freundinnen.

Dann wurde ich krank. Als ich wieder gesund war, wurde sie schwanger und zog in ein renovierungsbedürftiges Haus. Wir hielten zwar die Zeit über lose Kontakt, aber sahen uns viel zu lange nicht. Erst als bei uns beiden so etwas wie Alltag eingekehrt war, war es endlich so weit: wir sahen uns wieder. Und stellten fest, dass sich irgendwie alles und nichts geändert hatte.
Seitdem habe ich sie ein paar Mal in ihrem neuen Zuhause besucht, den kleinen Noah (nach dem ist übrigens meine ganze Familie verrückt) kennen gelernt und mittlerweile hatten wir sogar schon den ersten Noah-freien Tag. Nicht, dass der Kleine nicht zuckersüß wäre, aber der hat den Papa-Tag sicherlich genauso genossen wie wir die spontane Möglichkeit endlich mal wieder gemeinsam ein paar Fotos zu machen.

Die Sache war ziemlich spontan und simpel; so gut wie kein Make-up, nur wir zwei. Und ja, auch das Wohnzimmer meiner Eltern musste wieder her halten… Wobei sie in diesem Fall (sie kennen Avianna eh schon aus der Vergangenheit und mögen sie sehr) erst dann beunruhigt waren, als Avianna sie nach Salatöl fragte… Ihren Blick werde ich nie vergessen! Zum Glück fand sich dann im Bad doch noch Haaröl für den gewissen Glow im Gesicht; ich schätze das Salatöl hätte doch etwas streng gerochen. Bei uns zwei Make-up Pros wäre allerdings auch das nicht sonderlich abwegig gewesen.
(Wobei ich natürlich nicht behaupten möchte, dass das gute Moroccain Oil unbedingt ins Gesicht gehört…)

Letztlich lief dann eh alles anders als gedacht. Ich hatte gerade ein paar Kleider hier, die eigentlich für ein anderes Editorial gedacht waren und wir verwenden konnten. Aber goldene Klamotten, die für ein farbiges Model gedacht waren, stellten sich dann doch als nicht sonderlich passend für eine blasse Alaska-Schönheit heraus. Letzten Endes entstand der größte (und schönste Teil) der Fotos dann mit natürlichem Licht (ein Hoch auf das Wohnzimmer meiner Eltern; es ist wirklich perfekt für so etwas) und ihrem Pulli (bzw. dem Pulli den sie zwar an hatte, der aber eigentlich ihrem Ehemann gehört). So kann’s laufen. Stundenlanges Licht ausrichten, Kleider an- und wieder ausziehen und am Ende ist man quasi wieder am Anfang.

Egal. Es war mir ein großes Vergnügen zur Abwechslung mal wieder so simple Fotos, ganz ohne große Vorbereitung oder nachfolgende Retusche, ganz ohne Druck und einfach nur zum Spaß zu machen. Und vor allem: endlich, endlich Avianna wieder vor der Kamera zu haben. Das letzte Mal ist eh schon viel, viel zu lange her und mit kurzen Haaren (die ihr meiner Meinung nach übrigens ganz vorzüglich stehen) hatte ich sie sogar noch nie fotografiert.


PS: Also dieses Mal müssten die GIFs hier auf jeden Fall funktionieren! Aber fragt nicht, was das für ein Aufwand war… Trillionen Abstürze später (ich weiß wirklich nicht, was das mit Photoshop und GIFs bei mir ist…) und über fünf Umwege (in die ich auch Julia mit reingezogen habe), warf ich dann noch mal alles um. Und irgendwann ging es.

Die Frage ist jetzt nur: interessieren solche kurzen Videos von Shootings überhaupt jemanden?
Ich persönlich fand die Idee so etwas hin und wieder einzubauen eigentlich ganz lustig (und hätte auch ein paar „interessantere“ von anderen Shootings auf Lager), frage mich aber auch, ob das verwursteln meiner Instagram Stories auf diese Art überhaupt jemanden reizt? Gebt mal Bescheid.