The Chair

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Es wird mal wieder Zeit dafür ein paar Fotos zu zeigen. Schon recht lange habe ich das hier nicht mehr getan… Generell hinke ich mal wieder (es ist aber auch immer das gleiche, alte Lied) sehr weit hinter meinen Plänen für meinen Blog zurück. Ich weiß auch nicht wie das ständig passieren kann! Ich hatte eigentlich geplant im Laufe diese Woche endlich ein paar fast fertige oder schon lange im Kopf befindliche Posts fertig zu schreiben oder anzufangen. Nur dann… tja, dann kam mal wieder alles ganz anders. Natürlich nimmt die Arbeit, also die Fotografie und das Planen von neuen Projekten (endlich wieder! Etwas, was ich während dem Kranksein wirklich sehr vermisst habe), viel Zeit ein. Aber in dieser Woche gesellte sich zum Üblichen auch noch ein unübliches Familienchaos dazu. Nichts wirklich schlimmes, jedoch etwas was Zeit und Energie kostete.

Ich frage mich, wann ich endlich die Zeit dazu habe all das aufzuschreiben, was mir im Kopf herum spukt? Wahrscheinlich sollte ich doch auf meine Mama hören (eigentlich ja immer eine gute Idee…) und mich einfach so für ein paar Tage vor dem Computer einsperren und schreiben. (Gut, ihrer Meinung nach sollte ich bei der Gelegenheit gleich das Buch schreiben, dass ich angeblich irgendwann mal schreiben muss und dessen Titel mich immerhin vor ein paar Tagen zufällig gefunden hat)

Und all dementsprechend sind auch diese Fotos eigentlich schon wieder total alt und wurden trotzdem noch nie hier gezeigt. Puh.

Ich fotografiere nicht oft sonderlich viel nackte Haut oder Unterwäsche. Es wäre ja nicht so, als hätte ich etwas dagegen einzuwenden. Jedoch ergibt es sich schlicht und ergreifend nicht allzu oft (da wären wir wieder beim Thema von neulich). Wenn ich es dann aber tue, ist es mir immer sehr wichtig es nicht auf billige Art und Weiße zu fotografieren. Nicht in bester Playboy-Manier: BämBäm, Brüste-in-die-Kamera-halten; das ist nicht so meins. Das gefällt mir schon bei anderen nicht, da will ich so etwas erst recht nicht fotografieren. Ich habe es dann gern etwas verspielter, mädchenhafter; weniger offensiv.

Und so sind diese Fotos entstanden. Eigentlich ist das schon ganz schön lange her… Aber ich mag sie immer noch. Weil ich eben (wie Mama immer sagt…) ein Faible für rothaarige Models und Sommersprossen habe… Und da ich an dem Tag ganz neue (damals und für mich) Lichttechniken ausprobiert habe.

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Model: Nina (@ Together Models)
Hair&Make-up: Sarah Dirsch

Über Spätsommerabende

teneriffa

Die letzten Tage habe ich noch einmal Sommer genossen. Sommer so wie er sein sollte.

Versteht mich nicht falsch. Das Letzte was ich nach der letzten Zeit tun würde, wäre sich über das viele Reisen und Unterwegs sein zu beschweren. Was ich alles sehen und erleben durfte… Verrückt!
Aber sonderlich sommerlich war Island nun mal nicht. Wunderschön, beeindruckend und wesentlich sonniger als erwartet. Jedoch gibt es da dieses gewisse Gefühl von Sommer, dass ich immer wieder gegen Ende eines Sommers vermisse. Dieses schwer in Worte zu fassende Gefühl, dass Melancholie in einem auslöst und einen ein wenig das Ende des Sommers betrauen lässt – der nicht mal zu meiner liebsten Jahreszeit gehört.

Es ist dieses Gefühl, dass ich früher hatte. An langen Abenden im Garten der besten Freundin. Auf der Hollywood-Schaukel mit Blick auf die hinter den Bergen untergehenden Sonne und wohl ziemlich sinnlosen, aber dafür umso lustigeren Gesprächen. Lange Sommerabende. Lange unbeschwerte Abende, vielleicht nicht unbedingt sorgenlos, allerdings mit dem Gefühl alles würde schon wieder gut werden (wie sollte es mit dieser Gesellschaft auch anders sein?).

Ich bin mir ziemlich sicher, dass diese Zeiten damals gar nicht so sorglos waren, wie sie mir heute vorkommen. Sicherlich plagten uns damals auch Ängste und Sorgen. Dennoch. Wenn auch nur für einen Abend, für jene paar Stunden um den Sonnenuntergang herum, fühlte man sich unendlich frei. Als könnte man alles schaffen und nur das Beste läge vor einem.
Diese Melancholie, die ich mit diesen Abenden verbinde und mich heute noch manchmal überkommt, hat sicherlich auch damit zu tun, dass das Ende des Sommers auch immer das Ende der Ferien – das Ende einer schönen Zeit und Erwartungen an ein neues Schuljahr, auf neue Dinge und ein bisschen Sorge vor dem was kommen mag – bedeutete. Ein Ende von Etwas und der Anfang von Etwas anderem, neuen.

Diese Zeiten sind längst vorbei und auf der Hollywood Schaukel saß ich schon Jahre nicht mehr.
Über das eine bin ich mehr als froh; bei dem anderen mir nicht so sicher.

Trotzdem. Manchmal vermisse ich diese vermeintliche Unbeschwertheit, die ich damals quasi in jeder Zelle gespürt habe.

Der vergangene Sommer schenkte mir dann jedoch immerhin zwei dieser Momente. Einmal – passenderweise mit einer jenen, wieder in die Heimat zurück gekehrten Freundinnen, die früher mit mir die Hollywood-Schaukel teilten – an einem lauen Abend auf einem Balkon (gebührend zelebriert mit Blick auf das Alpen-Panorama) und nun noch – recht unerwartet – in den vergangenen Tagen. Es waren ein paar dieser ziemlich perfekten Spätsommerabende, die mich den Sommer bald ein wenig vermissen lassen werden…

Ein Abend auf dem Balkon, im wohl unbequemsten Liegestuhl allerzeiten. Lesen bis die Sonne untergeht und das Licht nicht mehr ausreicht. Mit einem Eis durch die Straßen schlendern. Einen Jahrmarkt besuchen. Nachts um halb zwölf – und eigentlich schon bettfertig gemacht – noch mal beschließen an den Rhein zu gehen. Dort selbst im Top und zerrissener Jeans nicht frieren. Einen Ausflug machen. Beim Aufstieg schwitzen und keuchen als wäre man 100 und würde nicht seit Monaten fleißig Sport treiben. Und dann dafür mit einem gigantischen Ausblick belohnt werden. Zumindest für einen Tag noch mal einen Mini-Roadtrip machen und mit heruntergelassenen Fenstern durch die Gegen fahren. Wind in den Haaren.

Es war ganz so als würde Ingo Pohlmann noch mal „Wenn jetzt Sommer wär“ singen.

Von mir aus darf er nun kommen – der Herbst. Ich werde ihn ein bisschen vermissen, diesen lieben Sommer. Aber meine liebste Jahreszeit fängt ja gerade erst an…

Ausgeplaudert: „Ich mag es nicht, wenn du modelst.“

„Ich mag es nicht, wenn du modelst.“

Dieser Satz fällt, als sie ein unschuldig geschnittenes weißes Kleid/ein Jeansoutfit/einen Mantel trägt. Nicht während sie sich in bester GNTM Manier zwischen gestählten, geölten und halb nackten Männerkörpern fläzt, deren Besitzer nichts anders im Sinn haben als die Dame in ihrer Mitte zu verführen und Huckepack nach Hause in ihr Nest zu schleppen.
„Meinem Freund gefällt es nicht, dass ich als Model arbeite.“
Ein Satz, den ich überraschend oft höre. Und immer wieder mit Staunen zur Kenntnis nehme. Denn sind wir mal ehrlich: wie häufig wälzt sich das durchschnittliche Model in ihrem Leben wohl erotisch und inklusive sexy Männermodel zwischen den Laken?

Man glaubt es kaum, aber allzu oft ist das tatsächlich nicht der Fall.

Avianna McKee

Mal davon abgesehen, dass in den seltenen „wenn dann doch“-Momenten eher schlecht erotische Stimmung aufkeimen dürfte. Zumindest keine echte. Gestaltet sich an einem Set, zwischen Blitzlampen, Make-up-Artist, Stylist und Fotograf ja auch eher schwierig. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Beteiligten gerade etwas unangenehm berührt fühlen und einzig Gedanken über ihren vorteilhaftesten Winkel durch den Kopf schwirren, ist wesentlich höher. Ein gemütliches Schäferstündchen sieht anders aus. Trotzdem haben überraschend viele „boyfriends“ ein großes Problem mit dem Job ihrer Partnerin. Und ich frage mich, woran das wohl liegen mag.

Ich kenne Partner von Models, die angesichts des Berufs ihrer Freundin ein wenig die Augenbraue hochziehen. Die Sache nicht so ganz verstehen und sich vielleicht die Frage stellen, warum sich ein Mädel das ernsthaft antun mag. Ich kenne Freunde, die die Arbeit ihrer Freundin immer mit einem gewissen, ungläubigen Staunen wahrnehmen und sie auf Fotos kaum noch erkennen. Aber wer kann es ihnen verdenken? Immerhin besteht ein Himmelweiter Unterschied zwischen der Frau, die mit ihnen daheim im Schlabbershirt auf der Couch sitzt und derjenigen, die nach stundenlangem Styling für Fotos posiert. Die meisten Models würde man im Alltagslook kaum erkennen. Nicht, dass sie nicht auch in Jogginghosen toll aussehen würden (nein, das ist ja gerade das gemeine), aber selbst diese Frauen unterscheiden sich im Alltag nicht sonderlich von jeder anderen „normalen“ Frau und haben auch ihre Bad Hair Days, mal schlechte Haut, gehen ungeschminkt vor die Tür und tragen daheim eine Jogginghose, die man am besten niemandem mehr zeigen sollte.

(Als einmal eine modelnde Freundin bei mir daheim übernachtet hatte, kam meine Mama am nächsten Tag zu mir und meinte: „Jetzt habe ich sie schon auf so vielen Fotos gesehen, aber erkannt hätte ich sie trotzdem nicht.“)

Wenn man Models privat kennt und dann auf einmal in einem Werbespot oder auf einer Anzeigenkampagne sieht, muss auch ich schmunzeln.

Als immer wieder zu Unsicherheiten neigende und damit darum wissende Person, dass Sorgen und Ängste nicht unbedingt mit Logik zu tun haben, neige ich sogar dazu jenen, das Modeln nicht mögenden Männern, den ein oder anderen eifersüchtigen Moment zu zugestehen. Irrationale Ängste nennt man nun mal so, weil sie nicht unbedingt immer logisch, deswegen allerdings nicht weniger nagend, sein müssen. Was aber, wenn es nicht bei einem solchen „ich will aber nicht, weil ein Kerl/du von einem Kerl/irgendwer von irgendwem etwas wollen könnte“-Moment bleibt, sondern der Mensch an der Seite des Models wirklich ein Problem mit dem Beruf seiner Partnerin hat? Eins, dass sich nicht einfach aus der Welt schaffen lässt und weniger mit erotischen Unterwäsche-Shootings als der Sache an sich zu tun hat?

Vielleicht bin ich zu behütet aufgewachsen und verstehe es deshalb nicht, was diese Männer so sehr stört.
Zumindest in meinem engsten Familienkreis musste ich mich nie für meine beruflichen Entscheidungen rechtfertigen. Aber auch ich habe die Erfahrung gemacht, wie es sich anfühlt, wenn diese von Menschen, die einem nahe stehen nicht akzeptiert werden. Und wie verblüfft man sein kann, wenn einen jemand dafür nicht verurteilt und ernst genommen wird. Das Modelbusiness kann hart genug sein; sollte daher der Freund eines Models nicht viel mehr stolz auf seine schöne Freundin sein? Meinetwegen mit den Fotos angeben? Oder zumindest die Sache einfach als das akzeptieren was sie trotz aller Ungewöhnlichkeit ist: ein Beruf. Eine Arbeit, vielleicht nicht wie jede andere, aber eine Arbeit, bei der sich jeder um Professionalität bemüht und erotische Abenteuer oder Affären nicht häufiger vorkommen als in jedem durchschnittlichen Großraumbüro.

Mich stimmt es traurig, wenn mir ein Mädchen mal wieder zählt, dass ihr Freund das Modeln so gar nicht gut heißt. Wenn er sie bei einem Beruf, der so viel mehr Berufung als nur Arbeit ist und ebenso hart wie faszinierend sein kann, nicht unterstützen kann/will bin ich geneigt mal nicht auf Kommunikation und auf daran arbeiten zu pochen und ihrem flapsigen „Ich glaube ich brauche einen neuen Freund.“ Bemerkungen recht zu geben…


PS: Es gibt übrigens auch noch eine andere Kategorie der Model-Freunde; die Spezies Mann mit Modelfreundin-als-Prestigeobjekt zum Angeben oder Partymachen. Aber das ist eine andere Geschichte.
PPS: Das Model hier auf diesen Bildern hat mir diesen Satz übrigens nicht zugeflüstert… nur um dies zur Sicherheit klarzustellen. ;)