Ein Osterwochenende am Gardasee

Edit (16.5): Ein bisschen wird es hier noch ruhig bleiben; es ist grad einfach viel anderes zu tun und zig Blog Posts nur zu 90% fertig.


Seit vielen Jahren ist unser Besuch am Gardasee so etwas wie eine kleine Familientradition. Auf Grund der Entfernung von meiner Heimat aus, bietet er sich nun mal perfekt für einen kleinen Kurztrip an. Man erreicht ihn in lediglich drei Stunden und ist trotzdem schon an einem Ort, an dem Palmen stehen.

Meistens über die Pfingstfeiertage, gönnen wir uns also schon ein bisschen Frühsommer und Urlaubsgefühle. Wir fahren stets in den gleichen kleinen Ort, schlafen im gleichen – immer mehr herunter kommenden Hotel (das den doch langsam aufkommenden Wunsch nach etwas mehr Komfort nur durch seine hübsche Lage wett macht) – das noch dazu seit immer das gleiche karge Frühstück mit den gleichen steinharten, nur aus Luft bestehenden Semmeln (die sind ernsthaft innen hohl…) präsentiert – und die Tage laufen auch noch immer ungefähr gleich ab. Ein Tag Freizeitpark für meine Achterbahn begeisterte Schwester (und meinen armen Papa, der mitziehen muss, wenn Mama und ich bei den Loopings streiken) und ein Tag Sightseeing für mich.

Letztes Jahr klappte es vom Timing her an Pfingsten leider nicht und da es dieses Jahr ähnlich schlecht aussah, warfen wir mit einem kleinen Teil des Rituals und verlegten den Trip auf die Osterfeiertage. Uns war zwar klar, dass wir dann leider noch nicht mit Sommer und allzu anderen Temperaturen wie hier an den Bergen rechnen durften, aber das nahmen wir für den Rest der Traditionen in Kauf.

Tatsächlich war das Wetter dann auch sehr, sehr wechselhaft. Mal wurden wir mit Sonne und wunderbar angenehmen Temperaturen überrascht (perfektes Freizeitparkwetter; nicht zu heiß, nicht zu kalt und an Tag 2 der Saison auch noch absolut leer. Maximale Wartezeit: 5 Minuten. Ein Traum für meine Schwester), mal regnete und gewitterte es. Eines Nachts sogar inklusive Weltuntergangsstimmung, Blitzeinschlag und Stromausfall.

Zwischen Ameisen und mangelnder Ausrüstung

Und obwohl da die Super-Taschenlampe (übrigens die gleiche, die ich beim Nachthimmel fotografieren dabei hatte) von meinem Papa sehr gelegen kam, mussten wir feststellen, dass er in anderer Hinsicht mittlerweile komplett versagt. Hatte er früher bei Urlauben noch einen kompletten Werkzeugkasten und allerhand Spielereien parat (die ihm in bester MacGyver Manier die Reparatur von nahezu allem ermöglicht hatte), war es ihm nun nicht möglich die undichte Luftmatratze zu flicken! Ich schätze da wäre der Iraner nützlich gewesen; allein der Konkurrenzkampf hätte wohl eher zu einer Lösung geführt als das ungläubige kann-doch-nicht-sein-rufen und immer-wieder-aufblasen der Matratze….

Warum wir überhaupt – wo wir doch in einem Hotel übernachteten – eine Luftmatratze dabei und nötig hatten? Tja. Wir waren bei der Buchung recht spät dran und bekamen nur zwei kleine Doppelzimmer. Mein Papa ist allerdings extremer Schnarcher und so mussten Schwester, Mama und ich halt etwas enger zusammen rücken… Ich frage mich nur, ob angesichts der Ameiseninvasion (wir haben uns sogar aus dem Schrank des Housekeepings ein Mittel dagegen „geklaut“…) der Boden wirklich die bessere bessere Lösung war. Gut, ruhiger halt schon.

Ach ja, übrigens: kaum daheim angekommen fand meine Schwester eine Tube Sekundenkleber in ihrer Tasche. Ha. Hahaha. Ha…

Wie mein Papa das Internet stilllegte…

Nicht nur, dass die MacGyver Qualitäten meines Papas so langsam zu wünschen übrig lassen, nein. Er kann sich nun sogar rühmen für den Ausfall des kompletten Internets in der Dependance unseres Hotels verantwortlich gewesen zu sein… Dabei begann die Sache eigentlich ziemlich harmlos damit, dass wir die ersten Gäste auf unserem Stockwerk waren und der Hotelbesitzer den nötigen Internet Verstärker – ihr wisst schon, diese Stecker für die Steckdose mit winzigen, kleinen, grünen Licht – im Zimmer meines Papas einsteckte.

Man würde ja glauben nach all unseren Internet-Problemen würde ausgerechnet mein Papa sich mit WLAN-Verstärkern auskennen… Das hinderte ihn jedoch nicht daran eines nachts besagten Stecker aus der Dose zu ziehen. Dieser befand sich zwar (!) hinter dem Fernseher, dennoch fühlte er sich von diesem ein paar Millimeter großen Lichtlein derart gestört, dass dies die einzige ertragbare Lösung für ihn schien.

Und weil ihm das Internet im Hotel ja so herzlich egal war, vergaß er den Stecker, wir zogen los, waren den ganzen Tag unterwegs und so wurde mein Papa erst am nächsten Tag beim Frühstück vom leicht genervten Hotelbesitzer – der hatte nämlich auf Grund es fehlenden Internets bereits Rüffel erhalten – darum gebeten, ob er besagten Verstärker wieder einstecken könnte.

Meine Schwester und ich hatten uns ja noch über das fehlende Internet gewundert. Angesichts unserer langen – internetlosen – Historie in jener Unterkunft, hatten wir allerdings wahrlich nicht mit dem gestörten Schönheitsschlaf meines Papas als Übeltäter gerechnet.

Zugegeben: lachen mussten wir dann schon sehr, als wir nochmal selbst die unzumutbare Beeinträchtigung – ich möchte noch einmal betonen: sehr kleines Licht, hinter durchschnittlich großem Fernseher versteckt – die ihn nachts angeblich so sehr geblendet hatte, prüften…

Vom Garda- zum Iseosee

Nachdem das Wetter am Freizeitpark Tag zumindest tagsüber perfekt war, wurden wir am Sightseeing Tag schon von düsterem Vorzeichen am Himmel begrüßt. Aber von einem Ausflug abhalten, ließen wir uns davon natürlich noch lange nicht… Und so ging es also wie geplant ein Stündchen weg vom Garda- und hin zum Iseosee (dem kleinen Bruder des Gardasees) bzw zur Monte Isola.

Schon seit 2016 der Künstler Christo dort sein Kunstwerk Floating Peers eröffnet hatte, stand diese Insel mitten im Iseosee auf meiner Liste. Und auch wenn die gelben Stege längst abgebaut sind und man die Inseln nicht mehr zu Fuß, sondern wieder nur per Fähre, erreichen kann, wollte ich dennoch unbedingt die Kirche Santuario della Madonna della Ceriola auf dem Gipfel besuchen und den Ausblick genießen.

Und auch wenn das Wetter mehr als nur wechselhaft war – es gegen Ende sogar nur noch schüttete und uns Temperaturen wie Regen gleichermaßen in ein Restaurant trieben (wobei wir noch dazu eines der in Italien wirklich selten vorkommenden Restaurants mit echt schlechtem Essen erwischten) – bekamen wir doch noch den ein oder anderen schönen – oder sagen wir: beeindruckenden – Ausblick zu Gesicht. Denn so eine Regenwand inklusive Gewitter in der Ferne… Gruselig!

Ein paar Tipps für den Iseosee:

Zur Kirche Madonna della Ceriola hinauf führt ein Pilgerweg, der allerdings einen recht steilen und beschwerlichen Eindruck macht. Auch halte ich die Angaben für den Weg für die Wanderung über die Fahrstraße mit 40 angesetzten Minuten für mehr als nur sportlich und eigentlich nicht machbar. Wesentlich einfacher und bequemer – vor allem angesichts der Tatsache, dass man den besten Blick eh von oben hat und die Alternativen nicht sonderlich reizvoll erscheinen – ist hier die Fahrt mit dem Bus. Ein entsprechendes Hinweisschild – natürlich, wie so oft in Italien, ausschließlich auf Italienisch, weswegen man es gerne gleich mal übersieht –  findet man direkt an der Anlegestelle. Die Kosten liegen irgendwo bei 1,80€ pro Person und die Busse fahren alle 20 Minuten. Das lohnt sich auf jeden Fall.

Generell fahren auch die Fähren in so häufigem (15-20 Minuten) Abstand, dass man nie lange auf die nächste warten muss und dahingehend wirklich nicht an bestimmte Zeiten gebunden ist.

Auf der Insel herrscht (mit Ausnahme für die Anwohner) Autoverbot. Das ändert allerdings nichts daran, dass man die Augen und Ohren lieber offen halten sollte. Es schießt gerne mal ein rasender Italiener auf seinem Moped an einem vorbei…

Bezüglich der Orte am Iseosee war ich etwas enttäuscht. Ich habe natürlich nur einen sehr kleinen Teil gesehen und darf mir daher kein abschließendes Urteil erlauben, aber mit seinen kleinen Örtchen am See und den Uferpromenaden finde ich im Vergleich den Gardasee etwas überzeugender.
Natürlich ist der Iseosee aber auch etwas weniger touristisch und ihn fand ich vor allem landschaftlich reizvoller.


Alles in allem ist der Iseosee ein sehr schönes Ausflugsziel, gerade wenn man sich sowieso in der Umgebung des Gardasees aufhält und er in Reichweite liegt. Ich möchte definitiv noch einmal bei besserem Wetter zurückkehren und noch ein paar mehr Örtchen und Aussichten entdecken.


PS: Im Zuge der DSGVO (leidiges Thema…) werden sich hier demnächst ein paar Dinge ändern. Allerdings nicht nur weniger offensichtlich und hinter den Kulissen…

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  1. Kristina Dinges

    23. Mai 2018 um 12:30 Uhr

    Was für tolle Bilder. An den Gardasee möchte ich auch mal.

    Liebe Grüße Kristina von KDSecret

    Antworten
  2. MirliMe

    21. Mai 2018 um 11:33 Uhr

    Ich könnte wirklich stundenlang deine „Familiengeschichten“ lesen, jedesmal komme ich aus dem Grinsen nicht mehr raus und meistens muss ich sie dann meinem Mann gleich nochmal vorlesen, weil ich sie so genial finde. Wieso passieren mir nie solche Dinge, oder achte zu wenig darauf. Auf alle Fälle war ich vor 2 Jahren zum ersten Mal am Gardasee und war sofort hin und weg. Auch von uns ist die Entfernung nicht SO weit, deshalb möchte ich auch bald wiederkommen. Ich wünsche dir eine fantastische neue Woche, alles Liebe, x S.Mirli
    http://www.mirlime.com

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