Behind the Scenes: Beauty Shooting

Meine Eltern sind Kummer gewohnt. Wie wahrscheinlich alle Künstlereltern. Man muss ihnen zu Gute halten, dass sie es stets mit Fassung getragen haben. Wenn ich ganze Teams in unserem Gästebad untergebracht, dringend ein Planschbecken gebraucht oder im Keller gefühlte 5kg Kunstschnee verteilt habe.
Und von etwaigen Aktionen (die auch gerne mal Lampions und eine trockene Trauerweide beinhalteten) während meiner Schulzeit, fange ich lieber erst gar nicht an…

Diese Kunstschnee-Sache hat sie dann aber doch geprägt. Und als wir im Dezember kurzfristig einen neuen Ort zum Fotografieren brauchten, stellten sie zwar bereitwillig das Wohnzimmer zur Verfügung, der Boden wurde allerdings vorsorglich mit Malervlies ausgelegt.

Zwischen Babyöl und Malervlies

Vielleicht waren sie auch hellhörig geworden. Als das Wort Babyöl fiel. Denn bei unserem Shooting sollte es glossy werden; und immer dann, wenn es besonders schön glänzt, ist in der Regel irgendeine Art von Öl mit im Spiel. Und spätestens, wenn man das dann nicht mehr nur auf Lippen und Augen verteilt und die Hände mit einbezogen werden, kann das schon mal in einer kleinen Sauerei ausarten.

Wie das immer so ist, ging Dank Vlies natürlich nichts daneben (wehe es wäre nicht ausgelegt gewesen…). Und das heimische Wohnzimmer war unsere Rettung. Zwar ist das Platztechnisch schon am äußersten Limit, die Hängelampe stört ganz schön und alles ist auch nur möglich, wenn man die Möbel ans andere Ende des Zimmers schiebt, aber für ein Beauty Shooting – wenn nur Kopf und höchstens Schultern zu sehen sind – geht das gerade noch.
Und zumindest das Gästebad ist mit Tageslicht und großem Spiegel ziemlich ideal zum Schminken.

Von all dem abgesehen, war es wirklich ein sehr angenehmes Shooting. Julia kenne ich schon seit ein paar Jahren (von diesem Shooting) und nach vielem Hin und Her konnten wir endlich, endlich wieder mit einander arbeiten. Und lustigerweise kenne ich Alin sogar noch länger! Das wurde uns allerdings erst so richtig bewusst, als wir wieder persönlich aufeinander trafen. Tatsächlich habe ich vor ein paar (gefühlten Ewigkeiten) Jahren ihre Abschlussprüfung an der Make-up Schule fotografiert. Die Welt ist klein und zum Glück hatte das diesmalige Shooting wenig mit dem Thema-Shooting-Albtraum von damals gemein.

Wenn man auf Wind wartet und es kommt einfach keiner an…

Falscher Alarm und eine kaputte Kamera

Und wie das immer so ist, wenn man sich besonders gut vorbereitet: natürlich fiel nicht mal ein Tröpfchen Öl/Gloss/Farbe auf das Vlies. Aber sicher ist sicher.

So hatten wir also ein sehr familiäres Shooting im heimischen Wohnzimmer, mit Weihnachtsmusik (immerhin war der Advent angebrochen) und einer kaputten Polaroidkamera… Puh, was hat mich das Ding seitdem genervt! Aus irgendwelchen Gründen, die mir nicht ersichtlich sind, haben sich einige Falten des Faltmechanismus auf einmal dazu entschieden sich selbst „auszubügeln“. Was zunächst für recht viel Verwirrung und seltsame Ränder auf den Polaroids sorgte. Zwar kann man – wie ich mittlerweile weiß – dieses Faltbalg relativ leicht austauschen (aka: zumindest wenn man einen handwerklich begabten Papa hat, der einem das macht…) und die Beschaffung ist auch nicht allzu schwer (immerhin haben die damals mitgedacht! Die Faltdinger aller Modelle sind miteinander kompatibel! Ha, wenn es das mal bei den Handy-Ladegeräten noch gäbe…), aber auf die Lieferung warten man dann halt… mal ein paar Monate.

Schade drum, aber letztlich egal. Immerhin ging’s an dem Tag rechte lustig zu und wir haben ein paar sehr schöne Looks fotografiert.

PS: Und der Papa? Der fegt samstags normalerweise die Terrasse. Was er aus Rücksicht vor der spärlich bekleideten Dame im Wohnzimmer dann doch nicht getan hat. ;)

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  1. Einfach Elsa

    27. Februar 2018 um 21:20 Uhr

    Hach ja, das klingt so ein bisschen nach meiner Kindheit… ich hab mit meiner Schwester auch jeglichen Blödsinn gemacht, zwar nicht fotografiert, aber unsere Eltern hatten auch einiges auszustehen. Aber ich gehe davon aus, dass sie extrem stolz auf dich und deine Arbeit sind und die Fotos sind echt klasse…
    Ganz liebe Grüße
    Elsa ♥

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  2. Lena

    27. Februar 2018 um 9:13 Uhr

    Huhu! Sieht doch gut aus ;)…bei uns sieht es manchmal auch so aus, wenn meien beste Freundin und ich mal wieder loslegen und ein paar coole, möchlichtst spontane :D :D fotos brauchen ;)…naja, aber momentan sind wir im sanfter tourismus alpen :D….hier haben wir auch einen guten Backgroudn und hervorragendes Lichet ;) :D :D…..Danke für deine Eindrücke! Hab einen schönen Tag und ganz viele Grüße! Lena <3

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