{Teil 2} Seasons Change

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Im Herbst für eine Zeitschrift zu fotografieren, die kurz vor Weihnachten erscheint, stellt einen vor das ein oder andere Problem. Schnee zum Beispiel. An dem mangelt es nämlich auch hier in den Bergen in der Regel im Oktober/November noch. Und zumindest das Cover sollte halt doch irgendwie thematisch dazu passen.

Also gut. Hier an den Bergen kann man sich ja doch noch vergleichsweise einfach behelfen und so wurden Anna Wörner (Mitglied der deutschen Ski Cross Nationalmannschaft, hier bei mir geboren und somit perfekt fürs Titelbild geeignet) und mir Bahnkarten auf die Zugspitze verschafft.
Nur irgendwie meinte es der Wettergott letztes Jahr nicht sonderlich gut mit uns. Selbst auf der Zugspitze (immerhin auf beinahe 3000m) gab es zu diesem Zeitpunkt kaum Schnee und auch wenn das fertige Foto nicht danach aussieht, glaubt mir: links und recht davon sah man mehr Felsen als Schnee. Wir mussten uns ganz schön bemühen ein Fleckchen mit genug Weiß für ein Foto zu finden.

Und dieser Fleck lag dann perfekt im Gegenlicht der bereits untergehenden Sonne. Ich fand’s ja perfekt, allerdings brachte mir das nicht gerade die Liebe der Layouter ein. Die mussten dann nämlich auf Grund des hellen Himmels die Schriftfarbe, das Logo etc. ändern. Tja, ich hatte schon immer einen Sturkopf. Das Streiten dahingehend hat sich meiner Meinung nach gelohnt, war aber anstrengend. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen auf wie viel Begeisterung es bei Älteren (die leider ihre Leidenschaft ein wenig verloren haben und einfach nur unkompliziert und ohne Nachdenken ihr Ding machen wollen) stößt, wenn da ein gerade mal ein paar Monate lang selbständige Fotografin daher kommt und auf ihre Fotos beharrt (genau so, ohne Photoshop-Gepfusche seitens der Layouter daran).

Ein ähnliches Problem, aber genau anders herum, ergab sich dann mitten im Winter (genau, ihr könnt es euch denken: der Winter kam natürlich etwas verspätet aber doppelt so krass wie erwartet), als wir die Frühlingsausgabe produziert haben. Wo soll man da denn auch Blümchen oder gar irgendeinen Hauch von Grün hernehmen?

Und so ging es dieses Mal eben in einen Blumenladen. Zusammen mit ein paar Kindern, die wir für eine andere Geschichte fotografiert hatten. Ich komme eigentlich ganz gut mit Kindern klar und die mögen mich generell auch recht gern. Aber könnt ihr euch vorstellen, wie anstrengend kleine Kinder in einem Blumenladen werden können?
Da gibt es ja auch so viele interessante Dinge, denen man mal eben den Kopf abreissen könnte… und vor allem ist so ziemlich alles dort spannender als Jemand mit Kamera, die noch dazu ständig verlangt, doch bitte wenigstens mal ganz kurz still zu stehen…

Das Shooting ist also bestenfalls als chaotisch zu bezeichnen. Aber hey, kleine Kinder können eben auch so zuckersüß sein! Und das Cover war’s dann auch wert, dass ein paar Blumen frühzeitig sterben mussten und Redakteurin und ich uns definitiv zu zwei zum Affen gemacht haben (plus eine wirklich entnervte Mutter).

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