Porträt Shooting mit Anja Straubhaar

So sehr ich mich mittlerweile daran gewöhnt habe, bei Shootings viele Leute um mich herum zu haben, mit Stylisten und Make-up Artisten zu arbeiten, genieße ich es doch, hin und wieder ganz ohne große Planung und Aufwand zu fotografieren.

Nur ein Model und ich. Ganz simpel, am besten mit kaum Make-up oder Styling und ganz natürlich, klar, ehrlich.

Was ich dabei nicht bedacht hatte: so einen „Studio“-Hintergrund in der Natur aufzubauen, mag ja gut aussehen (tat es auch bei uns!), aber so ganz ohne Hilfe – nur mit Model und mir im Alleingang – und ohne Produktionsteam um einen herum, gestaltet sich das gleich ein bisschen komplizierter als erwartet.
Denn in der Natur gibt es Wind. Und den habe ich gehörig unterschätzt! So ein Hintergrund ergibt nämlich ein super Segel. Und wenn schon ein leichtes Lüftchen reicht, um den zum Flattern zu bringen, dann macht es einem kräftig aufziehender Wind nicht gerade leicht, den Hintergrund am Kippen zu hindern und gleichzeitig ein paar schöne Fotos zu machen.
(Manch einer mag nun denken: dann geh doch mit deinem Hintergrund ins Studio – dahin, wo der hingehört. Wo ist der Sinn hinter dem Aufwand? Da kann ich nur sagen: das Licht! Das Licht natürlich…! Das schöne, natürliche Licht. – Von dem wir übrigens auch nicht viel hatten, aber dazu gleich mehr…)

Nachdem wir das mit dem Hintergrund zu zweit also bald aufgeben mussten (zugegeben nach der Schlepperei vom Parkplatz zum Flussbett ungern – noch dazu nicht, nachdem ich mir auch schon den falschen Parkplatz gemerkt hatte und wir zwei Mal marschieren mussten…), kam recht schnell noch ein weiteres Problem auf: besagtes, aufziehendes Gewitter. Das rapide schwindende Licht gab uns schon zu denken (wie war das noch mal mit der geplanten, späten nachmittags Stimmung?), aber das entfernte Grollen und die dicken Tropfen veranlassten uns dann doch dazu, den Turbo einzulegen. Gerade da wir noch eine zweite Location im Kopf hatten (vor allem sollte doch der „Original“ Body aus den 60ern – von der Mama „geerbt“ zum Einsatz kommen).

Irgendwie brachten wir das alles – Abbauen, alles zurück ins Auto schleppen, Location und Outfit wechseln, Parken – doch noch unter einen Hut, bevor es so richtig los ging.

Wir hätten uns sicher beide etwas mehr Zeit gewünscht, mehr Ausprobieren zu können, aber manchmal entstehen die besten und ehrlichsten Fotos genau dann: wenn man nicht viel Zeit zum darüber nachdenken hat.

CREDITS

FOTOS – Christine Polz
MODEL – Anja Straubhaar (@ Java Models Munich)


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  1. Rena

    8. August 2019 um 15:32 Uhr

    Du kannst einmal mehr absolut stolz auf Dich sein! Die Fotos, die Du und Dein Model im Rahmen dieses intimen Shootings produziert habt, sind perfekt!
    http://www.dressedwithsoul.com

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  2. MirliMe

    29. Juli 2019 um 11:33 Uhr

    Ich liebe diese Art von Beiträgen von dir, diesen Einblick in dein Leben als Fotografin, das ist für mich einfach unglaublich spannend und ich kann absolut verstehen, was du mit den Bildern unter Zeitdruck meinst. Heutzutage wird sowieso in jedem Bereich viel zu viel herumgebastelt, alles perfektioniert, ich mag die kleinen Fehler, das nicht ganz so perfekte – wobei das bei deinen Bildern, zumindest für mich als Laien-Betrachter überhaupt nicht der Fall ist. Ich mag die Natürlichkeit, das Licht, einfach alles. Ich wünsche dir eine ganz fanatische neue Woche, alles, alles Liebe, x S.Mirli
    https://www.mirlime.at

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  3. Nicole

    28. Juli 2019 um 16:25 Uhr

    Oh wow ich muss sagen, dass das meine absoluten Lieblingsbilder von dir sind. Ich liebe die Stimmung und die Natürlichkeit des Models. Da hat sich all der Aufwand definitiv gelohnt :). Übrigens: Ich wollte in den letzten Wochen auch raus zum Bildern machen und hatte ein ähnliches Problem: Die Tage an denen ich Zeit hatte waren entweder die einzigen der Woche wo es den ganzen Tag geregnet hat, dicke graue Wolcken am Himmel hangen oder es fing gerade an, als wir los wollten. Da irgendwie nichts zu machen, der Wettergott war nicht auf meiner Seite. Zum Glück geht der Sommer noch ein paar Wochen.

    Dankeschön für dein liebes Kommentar Christine und das dann auch ein Beitrag für dich dabei war :).

    Ich finde ja finanziell lohnt sich planen immer. Bei London hat sich das auch total ausgezahlt, dass ich im Vorfeld Restaurants gesucht habe. Die waren dann echt alle lecker, aber mit bezahlbaren Preisen. Ohne die Recherche hätten wir wohl auch viel zu überteuert gegessen. Ohje das mit Italien ich ja ärgerlich. Ich fühle damit dir. Das Problem sind da dann halt echt die teils manipulierten und gekauften Bewertungen, ich glaube manchmal geht man ein trotz intensiver Recherche. Ist halt ärgerlich dann.

    Ich ibn mal gespannt, wie das in Zukunft wird, ob die Qualität der Serien weiterhin gut bleibt, nachdem immer mehr Anbieter auf den Markt drängen. Das ist halt auch ne Blase, die irgendwann platzen wird und wo es vielleicht dann auch nur noch drum geht so viele Produktionen wie möglich rauszuhauen, ohne auf Qualität zu achten.

    Ich kann nun mittlerweile auch sagen: Staffel 3 von Stranger Things ist auch mein Favorit. Sehr unterhaltsame Staffel, die auch genug Horror geboten hat.

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  4. Sylvia

    28. Juli 2019 um 8:07 Uhr

    Tolle Fotos, tolle Stimmung und sehr viel Natürlichkeit! Gefällt mr wahnsinnig gut :)

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  5. Carolin

    26. Juli 2019 um 14:09 Uhr

    Die Porträts sind echt toll geworden! Ich mag die Stimmung sehr. :)

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  6. Hallo, Kompliment! Das sind wirklich wunderschöne Fotos geworden! Und ja, die besten Aufnahmen entstehen oft ganz spontan, zufällig und ohne Vorbereitung! Ganz liebe Grüsse, Janina

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  7. Liebe Christine,
    jetzt musste ich erstmal ein bisserl scrollen, bis ich begriff, welchen „Hintergrund“ du meinst. Und ja, ich sehe natürlich den Sinn dahinter, so eine dunkle Studiowand hat einen eigenen Reiz, noch dazu bei Naturlicht – aber als Naturfan mag ich die Fotos, die Berge, Bäume, Wolken im Hintergrund haben, ehrlich gesagt noch lieber. Auf jeden Fall: schöne Frau, toll in Szene gesetzt – trotz all der Wetterunbilden!
    Zu deinem Kommentar von neulich: Genau, die Cliffs of Moher – bei unserem ersten Irland-Aufenthalt vor mehr als 2 Jahrzehnten war dort ebenfalls alles total vernebelt – und noch keine Absperrungen /Schutzmauern! Als ich die Klippen 2015 bei herrlichstem Wetter sah, traf mich fast der Schlag, neben welchen Abgründen wir mit unseren kleinen Kindern im Nebel herumgelaufen waren ;-)) Und zum Navi: In GB hatten wir mal nach einer mittleren Odyssee einen irren Lachkrampf, weil es mitten in der Pampa hieß „Sie haben ihr Ziel erreicht!“ Wie wir später erfuhren, waren die Koordinaten einfach falsch angegeben… :-)))
    Herzliche Grüße,
    Traude
    https://rostrose.blogspot.com/2019/07/thailand-reisebericht-teil-14-abschied.html

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  8. krissisophie

    24. Juli 2019 um 22:07 Uhr

    Wow, das sind total schöne Fotos geworden! Da hat sich der ganze Stress doch gelohnt <3

    Ganz liebe Grüße,
    Krissi von the marquise diamond
    https://www.themarquisediamond.de/

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  9. Paleica

    22. Juli 2019 um 10:46 Uhr

    das hört sich echt schwer aufwändig an – aber das ergebnis hat sich gelohnt <3 sehr tolle bilder und das natürliche mag ich auch sehr!

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  10. Jasmin

    22. Juli 2019 um 8:50 Uhr

    Super schöne Fotos :) ich mag das wo sie die Arme so ausbreitet am liebsten. Und der Body ist echt von deiner Mama aus den 60ern? Wie cool ist das denn? :D und wer trägt den jetzt? Also passt sie noch rein?

    Und ja du hast recht, Hunde können manchmal auch anstrengend wie Kinder sein, vor allem weil ich gerade hauptsächlich auf einen Labrador Welpen aufpasse. Der schläft grade zum Glück :D aber sonst ist er sehr aktiv und verspielt und hat vieeeel Energie. Aber es macht Spaß und ist ein guter Nebenjob :) also ich suche eine Teilzeit Stelle im Büro, weil ich genau weiss, dass ich mir 40 Std nur Büro keinen Spaß machen würden. Aber 20 Stunden sind okay.
    Danke das du nicht darüber lachst, ich denke ich habe das geschrieben, weil ich es selbst manchmal nicht glauben kann, dass ich damit wirklich Geld verdiene. Oder weil mir die Meinung anderer doch noch wichtig ist ;) das ist ja auch meistens dass, was einem davon abhält seinen „Traum“ zu leben oder seine Berufung zu finden… die Angst, wass andere davon halten und es einem sozusagen ausgeredet wird. Aber wie du schon sagt, in kreativen Berufen gibts das ja auch und solange man selbst dran glaubt und daran arbeitet, klappt das schon :) wenn du nicht dran glaubst, wer dann?

    Liebe Grüße und einen schönen Start in die neue Woche :)
    Jasmin

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