Der Iraner feiert Weihnachten – eine Weihnachtsgeschichte zwischen Lichterketten und Fremdenhass

Letztes Jahr um diese Zeit und an dieser Stelle, habe ich von meinem Papa erzählt. Von meinem Papa, seiner Advents-und-Weihnachts-von-Ehemann-Bahn und der von ihr ausgelösten Ehekrise.

Die Ehe meiner Eltern hat die Krise nach einigen Diskussionen zum Thema Überraschungen und den dadurch verursachten Dreck zum Glück überlebt. Und weil man Fehler ja besser nur ein Mal begeht, zeigte sich mein Papa lernfähig. „Christines Advents Kurbelrad“ hat – da mein Papa den ersten, weitaus größeren, bombastischen, raumeinnehmenden Entwurf gleich wieder umgebaut hatte – in diesem Jahr nun auch für die erwünschte Belustigung gesorgt.

Mama ist glücklich über so wenig Dreck, Papa ist glücklich und freut sich, dass er nicht wieder eine Krise verursacht hat, Kinder sind wegen all dem glücklich, mein Opa ist glücklich, weil er immerhin noch den Christbaum für’s Grab und den Friedhof im Wald stehlen darf und Oma ist glücklich, dass er die Freude hat, aber dennoch im Wohnzimmer mittlerweile ein ansehnlicher Baum steht.

Das Advents Kurbelrad

Alle sind glücklich. Alles ist friedlich. Und so gäbe es an dieser Stelle eigentlich nicht mehr allzu viel zu erzählen. Aber dann dachte ich mir, ich schlage in diesem Jahr den Bogen zu demjenigen, der überhaupt erst den Bastel-Konkurrenzkampf verursacht hatte: dem Iraner.

Eine kleine Anmerkung gleich zu Beginn: die Bezeichnung „Iraner“ ist keinesfalls abwertend, rassistisch oder sonst auf irgendeine Weise verletzend gemeint. Aber erstens müssen wir ihn hier an dieser Stelle ja irgendwie nennen und zweitens ist das mittlerweile auch familienintern sein Spitzname geworden.

Ein Iraner kommt nach Deutschland und begegnet Weihnachtsdeko…

So als Moslem, der bisher in seinem Leben noch nicht mit Weihnachten in Berührung gekommen ist, ist das deutsche Weihnachtsfest generell eine ungewöhnliche Erfahrung; gemeinsam mit meiner Schwester wird sie aber noch einmal zu einer ganz anderen Form des Kulturschocks. Nicht umsonst verfahre ich beim alljährlichen Adventskranz-Machen für meine Schwester nach der Regel: mehr ist mehr.

Neben Christbaum, Adventskalendern und Tannengirlanden (die unechten, mit Glitzer-Sternen dran), hat sie auch mehrere Meter Lichterketten montiert. Den Lichtschalter? Den braucht sie eigentlich gar nicht. Wenn sie will, wird es allein durch all die Lichterketten im Raum taghell…
Umso mehr es glitzert und blinkt, umso glücklicher ist meine Schwester. Und die Lichterketten, die könnten tatsächlich Disko-mäßig blinken… das macht dann allerdings selbst meine Schwester leicht nervös.

Der Iraner? Der passt sich eben an. Wie an alles eben. An die Berufsschule, deutsche Fliesenleger, die StVO und Bayerisch. Aber auch an die Idiotie der Behörden, unfaire Gesetzgebung, Diskriminierung und Ausländerhass.

Impressionen der Weihnachtsdeko im Hause meiner Schwester

Der junge Mann, der seine Heimat und seine Familie niemals verlassen hätte und „nur“ wegen einer lebensnotwendigen Operation, die im Iran so weder bezahl- noch machbar gewesen wäre, gezwungen war zu gehen, bekommt hier – geht er mit meiner Schwester Hand in Hand durch die Straßen – dumme Sprüche hinterher gerufen .

„Arbeitet man im Iran so?“

Fragte ein dummer Lehrer

Der Iraner, der seinem Klassenkameraden in der Berufsschule, als sich der Lehrer nicht mehr bücken mag/kann, heimlich zu einer besseren Note verhilft, indem er einen Finger unter die Wasserwaage schiebt, musste um diese Ausbildung erst mal einen langen, langen, unsinnigen Kampf mit deutschen Ämtern führen. Einen, der für einen Ausländer ohne Hilfe – und nur mit wesentlich mehr Hilfe, als es der durchschnittliche Sozialarbeiter überhaupt zu leisten vermag – niemals zu schaffen gewesen wäre. Und als Belohnung bekommt er nun die absolute Hirnrissigkeit deutscher Lehrbücher (und einiger Lehrer) zu spüren. Hört Sprüche wie: „Arbeitet man im Iran so?“, wenn die Schüler nach Plan Fliesen verlegen sollen und dort 2cm breite Fugen vorgesehen sind. Und bekommt auf den entsprechenden Hinweis auf den Plan zur Antwort: „Dann ignorier eben den Plan.“ Was natürlich absolut logisches Verhalten wäre…

Dabei erscheint es mir oft, als wäre der Iraner der einzige Mann mit Arbeitsmoral in seinem Betrieb. Arbeitet man im Iran nichts, gibt es halt nichts zu Essen. So einfach ist das. Und manchmal gibt es auch nichts, wenn man gearbeitet hat… Regierung, Inflation und Wirtschaftskrise sei Dank.  
Während die anderen Mitarbeiter auf der Baustelle gerne mal trödeln und tratschen, sorgt der Iraner mit einem ganzen – anstatt halben – angemachten Kübel Fliesenkleber mal für etwas Feuer unterm Hintern seiner Kollegen.

Der Iraner kann toll kochen (gibt mir die Hühnchenstücke, die ich auch mit Messer und Gabel essen kann), verträgt Alkohol genauso wenig wie ich (nach einer Tasse Glühwein sind wir uns einig: wir schwanken), hat keine seltsamen Ansichten über Frauen (wie übrigens die meisten andern im Iran auch nicht – so viel zu den Vorurteilen gegenüber Flüchtlingen), will arbeiten (lernen mag er weniger, aber wer möchte das schon in anderer Sprache/Schrift?) und kann immerhin schon mal Servus sagen (aka: versucht sein bestes Bayerisch zu verstehen – da kommt er in meiner Familie aber auch nicht drum herum). Also natürlich kann er mehr als „Servus“ sagen, aber Deutsch und Bayerisch sind erstens – gerade für jemandem aus dem Ausland (und ja manchmal sogar für Deutsche) – zwei Paar Stiefel und zweitens liegt sein gutes Deutsch mit Sicherheit nicht an dem tollen Deutschunterricht, den er in der Schule genießen durfte…
Ach ja, und seit gestern hat er endlich den Führerschein! Was etwas gedauert hat; nicht etwa wegen der mangelnden Praxiserfahrung (zumindest dieses Klischee stimmt nämlich: im Iran schert sich kein Schwein um eine Fahrschule), sondern auf Grund der Theorieprüfung. Die ist nämlich in allen nur erdenklichen Sprachen (selbst Arabisch!) verfügbar – und es ist in Deutschland auch möglich sie in diesen abzulegen – nur eben nicht auf Persisch…

Rundum: als Freund meiner Schwester gibt es an ihm nichts auszusetzen und er ist bei uns absolut willkommen.

Bei uns – das sind in diesem Fall wir anderen drei; die Kernfamilie.
Denn bis auf die Straße muss er leider nicht gehen, um Fremdenfeindlichkeit zu erleben.

Der Eine, die Andere und die Dazwischen

Der Eine mag keine Ausländer. Man mag es ihm mit seinem Alter und als Teil einer komplett anderen Generation (die noch Angst vorm „Russen, der durch’s Fenster schaut“ eingeredet bekam) verzeihen, aber dennoch lebt er in der aberwitzigen Sorge, das Haus an eine Horde Iraner zu verlieren, die im Garten dann seine Schafe schlachten (das mit den Schafen ist übertrieben, das mit dem Haus leider nicht). Dass dafür zwar zunächst er, seine Frau und meine Mama versterben müssten, bevor meine Schwester oder ich auch nur einen vagen Anspruch auf jenes Haus hätten, spielt dabei keine Rolle.
Aber auch die Andere – bei weitem noch nicht so gesetzten Alters, aber nicht weniger engstirnig – zieht den reichen Osteuropäer, der sich ins Ausland absetzt und mehrere Firmen um zehntausende Euros prellt, dem ehrlichen Geschäftsmann mit dunkler Hautfarbe vor.
Und die Dazwischen? Die, die zwischen den Stühlen sitzt, will mit niemandem Streit. Und betritt daher, weiß sie, dass der Iraner mit meiner Schwester zu Besuch ist, das Haus nicht mehr. Nicht zu Geburtstagen, nicht zu andern Anlässen – eben generell nicht mehr, wenn die Gefahr bestünde dem Flüchtling zu begegnen.

Das ist alles sehr schade. Denn ich denke gerade der Eine, der selbst sein Leben lang Handwerker war, würde einen anständigen Kerl, der arbeiten und anpacken kann, mögen.

Zum Glück ist der Rest der Familie wesentlich aufgeschlossener.
Und dennoch ist es traurig. Diese Sache hat die Familie nicht wirklich entzweit, nein, das nicht. Denn Weltoffen ist man oder ist es eben nicht; daran ändert alles Streiten nichts. Und manchmal ist es den Zwist nicht wert, denn manch grundsätzliche Weltanschauung lässt sich nicht so leicht ändern. Erst recht nicht erzwungen.
Und dann bleibt einem nichts anderes übrig, als gewisse Dinge nicht anzusprechen und andere totzuschweigen. Erkaufter Frieden quasi.


Und der Iraner? Tja, da liegt er nun. Mit dem echt bayerischen – extra mit dem Auto aus Bayern nach Baden-Württemberg gefahrenen – Weißbier (im geschenkten Weißbierglas… der Verkäufer hatte derart Mitleid mit meiner sich nicht mit Bier auskennenden Mama, dass er ihr – als sie endlich mit WEIßBIER an der Kasse stand – gleich noch die Gläser dazu gab), neben dem weniger echten Christbaum und Kaminfeuer, kennt bereits unseren traditionellen Muss-Weihnachtsfilm (der übrigens „Schöne Bescherung“ ist und den er nur mit: „Den musste ich doch schon letztes Jahr schauen“, kommentiert hat) trägt einen Last-Christmas-Musikvideo-Gedächtnis-Norweger Pullover und feiert Weihnachten.

Das nenne ich mal gelebte Integration!

Mein Jahr war ein wahres Auf und Ab von allem. Ein kleiner, dummer Unfall und eine ausgewachsene Krise. Und die wurde zwar besser, aber halt auch nicht so richtig. Bis wir dann im Urlaub waren (der ja auch erst mal damit begann, dass dieses schreckliche Koffer-Lufthansa-Drama dafür sorgte, dass wir nur mit dem am Leib, was man an einem heißen Sommertag in Deutschland so trägt, auf den verregneten Färöer Inseln standen) und ich endlich die Oberhand über meine Gesundheit gewann (nach beinahe drei Jahren andauernden, nicht enden wollenden Problemen). Danach lief es endlich. Neue, talentierte Leute kennen gelernt, tolle Shootings und Erlebnisse gehabt. Ich sitze nun hier, genieße die letzten Tage vor Weihnachten und kann voller Vorfreude sagen: ich freue mich auf das neue Jahr und alles was kommt!

Aber das ist keine Selbstverständlichkeit. Hier nicht, nirgends, aber erst Recht nicht in vielen anderen Teilen der Welt. Und gerade während wir hier in Überfluss und Frieden Weihnachten feiern, sollten wir uns daran erinnern, dass wir zwar leider nicht all die Probleme der Welt lösen, aber immerhin menschlich sein können und Fremdenhass im 21. Jahrhundert wirklich keinen Platz mehr in unserer Gesellschaft haben darf.

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!

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  1. Danke für diese Weihnachtsgeschichte.
    Traurig, aber auch positiv.
    Traurig, weil die Menschen nicht dazulernen möchten, positiv, weil der junge Mann trotzdem seinen Weg gehen wird. Weil er nicht aufgibt … und weil er euch hat!

    Vielleicht ist es ein Urinstinkt, Angst vor Fremden zu haben. In den vergangenen Jahrhunderten oder Jahrtausenden bedeuteten Fremde immer Ausbeutung, Raub, Tod.
    Dieser Fremdenhass oder die Angst vor dem Fremden ist weltweit zu finden, das ist keineswegs eine rein deutsche Eigenschaft. Genauso wie Fremdenhass gibt es aber auch in allen Ländern Freundschaft und Akzeptanz.
    Am Mittwochabend kam ein Film über „die Unsichtbaren“. Juden, die während des Krieges in Berlin lebten und überlebten. Eine dieser Frauen sagte sinngemäß, das sie die Deutschen nicht hasse, denn ohne die vielen deutschen Helfer (die ihr eigenes Leben gefährdeten) hätte sie nicht überleben können.
    Ich hoffe, das dem jungen Mann mindestens genausoviel gezeigtes Wohlwollen entgegengebracht wird, wie er vermeintliche Ablehnung erfährt.
    Und vielleicht ist es gar nicht so falsch gedacht, das Dinge, die er als Zurückweisung erlebt, hier ganz normal sind und mit Zurückweisung gar nichts zu tun haben. Da muß man sich vielleicht mal mit den Kulturen näher befassen.
    Ich bin übrigens sicher, das sich auch die Einstellung der anderen über die Jahre ändern wird und die Familie wieder mehr zusammenwächst. Da muß man geduldig sein.
    Ein gutes 2019 euch allen!

    Antworten
    1. Christine

      31. Januar 2019 um 12:00 Uhr

      Vielen lieben Dank für deine lieben Worte!
      Gerade da dieser Post auch einiges an unangenehmen Kommentaren und Nachrichten mit sich gebracht hat, haben wir uns umso mehr über jeden positiven Post gefreut. ;)

      Ja, ich denke das ist ein Problem, dass es in jeder Kultur und zu jeder Zeit in irgendeiner Form gegeben hat, dennoch ist es traurig zu erleben, wie wenig sich daran ändert. Nach wie vor wird allem was anderes ist mit Ablehnung begegnet. Dabei wäre Neugierde doch viel schöner. ;) Gerade in unserer heutigen Zeit der Globalisierung sollten Hautfarbe und Herkunft keine große Rolle mehr spielen.

      Vielen Dank für deine Wünsche!

      Antworten
  2. kationette

    13. Januar 2019 um 14:40 Uhr

    Das lässt einen wirklich nachdenken über unsere Gesellschaft… Danke fürs Teilen dieses wichtigen Beitrages und alles Liebe noch für das neue Jahr!
    Liebst
    Kati
    http://www.kationette.com

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  3. Liebe Christine,
    ich verachte Fremdenhass aufs Äußerste. Für mich ist jeder Mensch gleich, egal woher er kommt und welcher Religion er angehört.
    Ich wünsche dir für 2019 nur das Beste!
    Ganz liebe Grüße und ein erholsames Wochenende,
    Christine

    Antworten
  4. Liebe Christine,

    ich wünsche dir noch ein frohes neues Jahr! :)

    Nachdem ich unter deinem Beitrag auch noch einige Kommentare gelesen habe, macht es mich auf der einen Seite wirklich traurig auf der anderen Seite aber auch wütend, welche Ausmaße der Fremdenhass mit der Weile angenommen hat. Es ist einfach nur erschreckend.

    Liebe Grüße
    Lisa Marie

    Antworten
  5. Hallo Christine, erstmal gutes Neues!
    INteressanter und dennoch sehr trauriger Text. Jupp, so ist es hier auch. Ich hatte im Frühjahr Besuch von einer Freundin aus Bolivien, wir haben beim Spazierengehen mit meiner TOchter spanisch gesprochen und wurden an einer Straßenecke einfach so becshimpft. Ich schrie auf deutsch bzw im breitesten Heimat-DIalekt zurück, die Antwort war „Geh dahin, wo du herkommst“ – und das genau da, wo ich herkomme… wie es da wohl „richtigen“ Ausländern gehen muss… Echt übel!
    Grad hab ich auch riesige Probleme abzuschalten – ständig muss ich ansprechbar sein und die paar Minuten Ruhe, die ich hab, kann ich überhaupt nicht genießen. Weil, es könnte ja was sein. Naja, nächsten Winter kaufen wir eine Sauna-Dauerkarte, darauf freu ich mich jetzt einfach schon mal. Hast du nen guten Tipp für nen Online-Kurs für mich?

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    1. Jo

      11. Januar 2019 um 20:52 Uhr

      Hi Anne,
      oh, das wusste ich ja gar nicht. Ist ja echt peinlich. Gerade wenn Leute nur zu Besuch sind, ist das immer doof, weil die dann denken, dass alle in Deutschland so sind. :( Ich hoffe, deine Freundin ist nicht mit diesem Eindruck nach Hause geflogen…

      Antworten
  6. Jo

    9. Januar 2019 um 10:52 Uhr

    Hi Christine,
    ich hoffe, du bist gut ins neue Jahr gekommen. :)
    Für mich war es wirklich interessant diesen Beitrag zu lesen. Im Moment erfahren wir Ähnliches, das ist wirklich traurig. Mein Mann und ich sind ja nach Deutschland gezogen und da wir beide verschiedene Staatsbürgerschaften haben, ist immer mindestens einer von uns Ausländer, egal wo auf der Welt wir wohnen. Im Moment ist es mein Mann und leider hat er bei der Arbeit auch sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Da er noch nicht lange in Deutschland lebt, hat er manchmal das Gefühl, dass alle hier so unfreundlich und abweisend sind. Das ist sehr belastend, auch für mich. Wie ist denn das bei deiner Schwester und dem Iraner? Wie lange wohnt er schon in Deutschland und wie lange hat er gebraucht, bis er sich hier wohlgefühlt hat. Oder fühlt er sich hier überhaupt wohl?
    LG Johanna

    Antworten
    1. Elisabeth

      9. Januar 2019 um 15:23 Uhr

      Hallo Johanna,

      als Schwester melde ich mich mal wieder :)
      Mein Freund ist mittlerweile über drei Jahre in Deutschland musste hier so einiges durchmachen. Mittlerweile fühlt er sich so einigermaßen wohl, aber die unterschiedlichen Kulturen machen ihm schon zu schaffen. Dabei geht es gar nicht um die Dinge, wie sie häufig in den Medien dargestellt werden, wie „Die Frauen sollen hier Kopftücher tragen“
      Vielmehr geht es um die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft, die hier leider nur selten angetroffen wird. In seinem Heimatland spielt Gastfreundschaft eine ganz andere Rolle, so kennt man das in Deutschland gar nicht. Deshalb spürt er hier natürlich auch sehr oft Abweisung, wobei das in Deutschland vielleicht einfach so ist?

      Allerdings muss man einfach sagen, dass für ihn die Ausgangssituation ganz anders war. Er fühlt sich insgesamt in Deutschland wohler, da er hier nicht den Gefahren ausgesetzt ist, wie er es im Iran wäre. Da er afghanische Wurzeln hat (seine Eltern flohen im Russlandkrieg in Afghanistan in den Iran), wurde er im Iran von anderen Iranern oder Polizisten eher als Tier behandelt. Hier alles zu erläutern, wäre zu viel, knapp gesagt muss er in Deutschland keine Angst haben einfach so festgenommen, von Polizisten verfolgt und verprügelt zu werden etc. etc.
      Außerdem hat er hier natürlich die für ihn lebensnotwendige medizinische Versorgung, die ihm im Iran gefehlt hatte. Deshalb fühlt er sich insgesamt wohler.
      Die Gründe, warum er sich hier unwohl fühlt sind eher, dass er bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht verreisen darf, ihm seine Familie fehlt und er sie nicht besuchen kann und vor allem: Die deutsche Bürokratie.
      Es ist unvorstellbar, wie viele Hindernisse ihm in den Weg gelegt wurden, bis er überhaupt den Führerschein beenden konnte. Oder bis er in einer eigenen Wohnung leben bzw. eine Ausbildung beginnen durfte. Dies hat auch mich sehr viel Energie gekostet, da die unzähligen Anträge selbst für mich oft schwer zu verstehen waren und für ihn nicht machbar.
      Er hat Gott sei Dank sehr viel Glück mit seinem Ausbildungsbetrieb, der großes Verständnis für ihn und seine Herkunft aufbringt. Allerdings begegnet er natürlich dann auf anderer Seite in der Berufsschule Abweisung. Die deutschen Mitschüler helfen nur selten, wenn er etwas nicht versteht oder er Hilfe braucht und die Lehrer unterstützen ihn genauso wenig… In diesen Momenten fühlt er sich sehr allein gelassen.

      Ich weiß nicht, ob dir die Antwort wirklich geholfen hat, aber ich denke zum momentanen Zeitpunkt fühlt sich jeder Ausländer oder jemand der Ausländische Wurzeln hat, in Deutschland nicht unbedingt wohl. Schrecklich, dass sogar dunkelhäutige, die hier geboren wurden angegangen werden oder? Die Medien spielen hierbei leider eine viel zu große Rolle und haben zu viel Einfluss…

      Antworten
      1. Jo

        11. Januar 2019 um 20:48 Uhr

        Hi Elisabeth,

        vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Die beiden Aussagen „das hat mich viel Energie gekostet“ und „er fühlt sich alleine gelassen“ kommen mir bekannt vor. Na ja, bestimmt wird mit der Zeit alles besser. :) Wir sind ja noch keine drei Jahre hier…

        Ich wollte aber an dieser Stelle auch noch etwas anderes loswerden, generell. Und zwar gibt es Ausländerhass überall auf der Welt, nicht nur in Deutschland. Und in jedem Land sind es nur einige Leute, die so denken, nie alle. Auch in Deutschland ist das so. Wir haben auch viele positive Erfahrungen gemacht, sowohl hier in Deutschland als auch in anderen Ländern. :)

        Ich bin mir sicher, dass wir und andere noch viele positive Erfahrungen hier in Deutschland sammeln werden. :) Ich wünsche euch beiden auf jeden Fall alles Gute und dass für euch auch alles besser wird.

        LG Johanna

        Antworten
  7. Liebe Christine, ich hoffe du bist im neuen Jahr gut gerutscht! Schade, dass einige aus deiner Familie mit dem Iraner nicht klarkommen (und das nur, weil er eine andere Nationalität hat), leider kann man da nicht viel machen.
    LG, Diana

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  8. Was für ein schooner, wenn auch nachdenklicher Post. Wahrscheinlich auch, weil ich mich in vielen Situationen wiederfinde (mein Freund kommt aus Ghana) und damit mich meist mehr über Arroganz und Fremdenhass aufregen kann als er selbst…
    Nun ja, auf mehr Toleranz und Frieden im neuen jahr :-)

    …und schöne Bescherung ist übrigens auch unser Muss-Weihnachtsfilm :D

    Tina

    https://styleappetite.com

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  9. MirliMe

    7. Januar 2019 um 12:03 Uhr

    Der Mensch ist einfach das größte Raubtier und oftmals das bösartigste obendrauf. Nach all der Geschichte ist es unbegreiflich, wie Menschen nach wie vor einfach nur dumm sein können, mich machen solche Erzählungen einfach nur traurig und naja, ein bisschen aggressiv wie man merkt. Lustigerweise habe ich mir gerade diese Weihnachtszeit des öfteren selbst die Frage gestellt, wie muss dieses ganze Geglitzer und ausschweifende „Weihnachtsgetue“ auf einen Menschen aus einem anderen Land, mit einer anderen Kultur und Religion wirken, ich würde das alles gerne einmal aus anderen Augen sehen – das hast du mir nun erfüllt. Ich wünsche mir für dieses neue Jahr tatsächlich ein bisschen weniger Hass und Engstirnigkeit und Integration als eine Chance zu sehen, selbst etwas über andere Kulturen zu lernen. Hab ein tolles neues Jahr, alles Liebe, x S.Mirli
    https://www.mirlime.com

    Antworten
  10. Ein wundervoll inspirierender Beitrag!

    Ich bin total begeistert. Warum Fremdenhass in unseren Zeiten immer noch an der Tagesordnung steht, habe ich mein ganzes Leben noch nie verstanden.
    Aber genau solche Beträge, wie deinen, brauchen wir!

    Vielen Dank dafür und liebste Grüße
    Juli
    https://julispiration.com

    Antworten
  11. Ein toller Beitrag! Sehr inspirierend. Ich wünsche dir ein frohes neues Jahr!

    Antworten
  12. Peter

    5. Januar 2019 um 13:58 Uhr

    Ich wünsche ein frohes neues Jahr mit viel Schaffenskraft, Erfolg und dies vor allem immer bei bester Gesundheit.
    Peter von http://www.peterbloggt.de

    Antworten
  13. Lina

    4. Januar 2019 um 14:50 Uhr

    Ich wünsche dir erst mal ein frohes, glückliches und inspirierendes 2019. Hoffe du hattest einen guten und erfolgreichen Start ins Neue Jahr:-)
    Toller und differenzierter Artikel. Es ist schade und verletzend, dass viele Menschen einfach so über andere Menschen urteilen, ohne ihre Persönlichkeit, Geschichte oder ihren Hintergrund wirklich zu kennen. Aber zum Glück gibt es auch noch Menschen mit Herz und Verstand.

    Liebe Grüße,
    Lina von https://www.petitchapeau.de/

    Antworten
  14. Barbara

    3. Januar 2019 um 10:06 Uhr

    Zu den Kommentaren auf der vorherigen Seite:
    Ich habe auch jemanden in der entfernteren Familie, der mit einer Ausländerin zusammen ist. Sie hat nur ausländische Eltern und ist fast von Anfang an hier aufgewachsen. Dennoch wird sie auf Familienfeiern von einem großen Teil ignoriert oder der Verwandte muss sich abfällige Bemerkungen anhören!
    Denkt da die Familie an christliche Werte? Hab ich ja gern, wenn die Bibel immer dann herangezogen wird, wenn man sich selbst angegriffen fühlt!
    Das ist öffentliche, persönliche Diffamierung! Keine anonyme Beschreibung von Erlebnissen, die zum nachdenken bringen soll.

    Ich sage nicht, dass in Deutschland alles perfekt läuft, aber ich glaube auch nicht, dass jemand von uns schon mal einen persönlichen Nachteil wegen einem Flüchtling hatte.
    Wenn es um die positiven Effekte von Globalisierung geht, sind alle immer gleich dabei. Beim Reisen, dem arbeiten oder wohnen von überall auf der Welt, schnelles internet etc. Alles was halt angenehm ist!
    Aber wenn Globalisierung bedeutet über den eigenen Horizont hinweg zu schauen und zu akzeptieren was oder wer anders ist, ist‘s auf einmal vorbei mit der Weltoffenheit.

    Antworten
  15. Sarah

    2. Januar 2019 um 11:13 Uhr

    Ein schöner Text!

    Ich habe das Gefühl, dass man vor allem in den Medien oft nur noch hört, dass Straftaten von Flüchtlingen begangen wurden…
    Dabei sieht man ja schon wegen der Amokfahrt an Silvester, dass es nicht immer nur die ‚bösen‘ Flüchtlinge sind.

    Ich würde mir wünschen die Menschen wären etwas offener und würden sich öfter mal in deren Situation versetzen, bevor sie urteilen.

    Antworten
  16. Simone

    28. Dezember 2018 um 20:55 Uhr

    Eigentlich ist es schon beschämend, dass gewisse Menschen immernoch grundsätzlich negativ gegenüber Ausländer eingestellt sind. Wir sollten doch positiv auf die Leute zugehen, egal welche Herkunft und denen eine Chance geben, die sich wirklich die Mühe geben sich einzugliedern. Liebste Grüsse

    xx Simone
    Little Glittery Box

    Antworten
  17. Nicole

    28. Dezember 2018 um 20:25 Uhr

    Ich kann mich deinen letzten Worten nur anschließen. Für mich hat Fremdenhass im Jahr 2018 auch keinen Platz mehr, schade dass das so viel anders sehen. Ich hoffe da setzt ein Umdenken im kommenden Jahr ein.

    Gerade wenn es dann noch die eigene Familie ist, dann ist das natürlich noch mal heftiger. Ich hoffe, dass auch die bald den Freund deiner Schwester akzeptieren und ihm eine Chance geben. Was ich schade finde ist: Dass sie das scheinbar ja gar nicht getan haben, sondern ihn von vorneherein ablehnen, ohne ihn überhaupt kennengelernt zu haben. Für deine Schwester ist das bestimmt auch nicht leicht :/. Ich hoffe ihr hattet trotz alldem ein schönes Weihnachten und habt euch die Stimmung nicht vermiesen lassen?

    Das finde ich aber toll, dass du auch über ein solches Thema gebloggt hast Christine. Finde es soch wichtig als Blogger auch für solche Themen seine Reichweite zu nutzen, egal wie groß oder klein die ist. Wenn man nur eine Person zum nachdenken bringt, hat man schon was erreicht. Und Dankeschön für dein liebes Kompliment zum Text <3. Oh ja weltoffener da schließe ich mich an. Es gibt noch nichts schöneres, als wenn man mehr von der Welt erfährt und in neue Kulturen eintauchen kann. Diese Angst, dass dann die alten Traditionen verdrängt werden, kann ich nicht nachvollziehen.

    Da hast du aber recht. Ich merke das ja an mir selbst. Ich rede auch ungerne über die Dinge, die ich gut kann, auch weil man ja als Frau oft eingetrichtert bekommt dass das eingebildet wirkt. Da fängt es halt dann auch schon wieder in der Gesellschaft an, sodass man dann den Blick eher auf die Schwächen lenkt.

    Auch da hast du Recht, wenn die Bilder keine Aufmerksamkeit mehr erhalten, dann würde sich da was ändern, immerhin werden die nur gemacht, weil man ja so viele Likes erhält. Ist halt schon ein Teufelskreis, solange da kein Umdenken herrscht. Aber gerade auf Instagram glaube ich nicht, dass sich da bald was ändert. Wird gefühlt nur immer noch schlimmer. Fast alle Bilder sehen dort mittlerweile gleich aus. Finde ich nicht schön, sondern langweilig.

    Leider immer noch nicht. Ich werde das jetzt zwischen den Jahren anfangen. Gerade schaue ich nämlich nur The Purge (da fehlen mir jetzt glaube ich noch vier Folgen) und You. Eine dritte Serie wäre da noch ganz schön um etwas Abwechslung zu bekommen. Bin aber mal gespannt für was sie sich bei Spuk in Hill House entscheiden, ich fände es schön wenn es bei einer Staffel bleibt, schon alleine deshalb weil ich kaum nachkomme mit den Serien. Dann lieber einer anderen Serie, wo es noch Geschichten zu erzählen gibt, noch mal ne Staffel spendieren, wie Daredevil :/. Da war Staffel 3 so genial und man hat gespürt, dass da noch nicht alles erzählt ist.

    Antworten
    1. Nicole

      1. Januar 2019 um 18:14 Uhr

      Dankeschön für dein liebes Kommentar Christine,
      ahh schade dass dir Nashville nicht mehr gefällt, aber die fünfte Staffel ist für mich auch die Schwächste, schon weil mir Scarlet leider so auf die Nerven ging. Trotzdem mochte ich den Soundtrack immer noch und höre da auch einige Songs. Die letzte Staffel ziehe ich jetzt noch durch :P und bin trotz allem gespannt auf das Ende.

      Antworten
  18. Andreas

    27. Dezember 2018 um 18:29 Uhr

    Ehrlich gesagt stimmt mich dieser Beitrag traurig…
    Es werden persönliche Erlebnisse und Erfahrungen rund um das Weihnachtsfest ausgeschmückt dargestellt, welche sicherlich vielen bekannt sind und so mancher selbige bereits selbst in ähnlicher Form erlebt hat.
    Du plädierst politisch und werteanschaulich korrekt für eine moderne Zeit, welche durch Toleranz und Akzeptanz geprägt sein soll.
    Traurig dabei ist nur wie wenig du selbst verstanden hast, was Weihnachten bedeutet. Friede und Liebe stehen im Mittelpunkt, wie den biblischen Texten zu entnehmen ist. Doch hat nicht dieses gefeierte Jesuskind später dazu aufgerufen, auch jene zu lieben und anzunehmen, die anders oder gar gegen einen sind? Klar, im Hinblick auf den „Iraner“ plädierst du geradezu dafür. Im gleichen Atemzug nutzt du deine Worte aber auch, um einen Teil deiner Verwandschaft öffentlich zu diffamieren… Nicht erkaufter Friede, sondern eher verlogener Friede.
    Wie viel wertvoller wäre es, den ehrlichen und persönlichen Dialog zu suchen und nicht nach der Weihnachtsfeier einen Teil der Familie im Internet anzuprangern? Die Welt ist nicht nur schwarz oder weiß – gut oder böse. Gerade in den Graubereichen zeigen sich die vielen Schattierungen und damit die Erkenntnis, dass nicht Einheitsbrei sondern eine Einheit in der Vielfalt sinnvoller ist.
    Ich wünsche dir wirklich, dass du merkst, dass dein hier grundgesetzes Verhalten gegenüber deiner Verwandtschaft auch nicht wirklich korrekt ist.

    Antworten
    1. Christine

      27. Dezember 2018 um 18:58 Uhr

      Hallo Andreas,

      Danke für dein Auseinandersetzen mit diesem Thema und dein ausführliches Kommentar.

      Allerdings muss ich dir widersprechen, was die Bedeutung von Weihnachten bzw. meine/unsere Auffassung davon betrifft.
      Auch wenn ich dieses Thema gerade zu Weihnachten und als Anregung zum Nachdenken wirklich ansprechen wollte, bedeutet das nicht, dass ich wirklich alles und die unschönen Details hier ausgebreitet habe.
      Es gab wesentlich schlimmere Dinge, die bisher ausgesprochen wurden. Aber genau die haben, da sie eben nicht weiter zur Veranschaulichung dienen würden, auch nichts hier zu suchen.
      Und natürlich haben wir den offenen Dialog gesucht! Und ja, es wäre schön, wenn uns einer möglich gewesen wäre. Aber so traurig das ist, es geht nicht. Nicht weil wir nicht offen darüber reden und aussprechen möchten, sondern weil auf anderer Seite leider keine Gesprächsbereitschaft vorhanden ist.
      Und ja, das ist verlogener Friede! Das trifft es sogar besser als mein verwendetes „erkaufter“ Friede.

      Das hier ist nur ein Ausschnitt aus dem Familienleben, eine kleine Anregung zum darüber Nachdenken. Eben genau über das Annehmen Fremder und Anderer; was manchmal selbst innerhalb der Familie – dem Kreis der am Wichtigsten ist – leider nicht möglich ist und zu Dingen führt, die über Ablehnung bei weitem hinaus geht. Und genau innerhalb einer Familie sollte es möglich sein über diese Dinge ohne Abwertungen zu diskutieren.
      Offen fremdendfeindliche Kommentare gegenüber der Person, die seit einigen Jahren mit einem ausländischen Mann zusammen ist, haben erst recht nichts mit biblischen Werten zu tun.
      „Verlogenen Frieden“ gibt es, weil ich den Rest der Familie dennoch liebe und akzeptiere. Das heißt allerdings nicht, dass ich deren Meinung in irgendeiner Form teilen oder unterstützen muss.

      Darüber hinaus besteht namentlich zu meiner Verwandtschaft überhaupt keine Verbindung und ich habe den Text so anonym wie möglich gehalten. Eine öffentliche Diffamierung ist nicht der Sinn hinter meinem Text, außerhalb von Verwandten und Freunden (denen die Problematik sowieso bekannt ist) wird ein Außenstehender kaum die richtigen Personen ausmachen.

      Und da über all diese Dinge auch offen (insofern Zuhören stattfand) und vor allem auch innerhalb unserer Familie geredet wurden, stehe ich absolut zu diesem Text und meine Aussagen. Niemand hat auf diesem Wege „hinten rum“ über unsere/meine Meinung erfahren oder wurde davon überrascht.

      Liebe Grüße und ein schönes restliches Jahr,
      Christien

      Antworten
    2. Magdalena

      28. Dezember 2018 um 22:51 Uhr

      Hallo Andreas!

      Ich lebe selbst mit einem ausländischen Partner zusammen und bin daher auch von derartigen Konflikten betroffen.

      Meiner Meinung nach ist es schwer diese Situationen nachzuvollziehen, wenn man nicht selbst in ihr steckt.

      Ist es etwa christlich mit der halben Familie zu brechen, wenn diese den Partner nicht akzeptiert? Hat es auf der anderen Seite viel mit Nächstenliebe zu tun, wenn die eigene Familie jemanden verurteilt, ohne ihm auch nur eine Chance gegeben oder ihn jemals kennen gelernt zu haben?

      Leider habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass Diskussionen größtenteils nicht mal möglich sind!!

      Aber nur, weil man deswegen und trotz Liebe zum Partner nicht mit der ganzen Familie Kontakt abbrechen will, heißt das noch lange nicht man ist verlogen. Man bringt nur nicht immer wieder die gleichen Themen auf den Tisch, um wenigstens noch den Rest Familienleben leben zu können.

      Diese Dinge mal offen auszusprechen hat nichts mit Diffamierung zu tun. Im Gegenteil! Über so etwas sollte noch viel mehr diskutiert werden! Sonst haben wir demnächst wieder Zustände wie in deutscher Vergangenheit…

      Mich stimmt es traurig in derart scheinheiligen Zusammenhang Worte wie ‚Nächstenliebe‘ und ‚Weihnachten‘ zu lesen; das zeigt mir nur, dass du die Botschaft hinter diesem Text nicht ganz verstanden hast.
      Ich habe die Vermutung du hast einen persönlichen Hintergrund zu den hier erwähnten (übrigens nicht genau beschriebenen und somit nicht öffentlich bloßgestellten!) Personen. Denn ansonsten würde dir auffallen, dass neben ein paar Familienmitgliedern vor allem die Gesellschaft (oder einige Lehrer…) ‚angegriffen‘ wurden.

      Dieser Text wurde VOR Weihnachten veröffentlicht; sollte Christine – wovon ich auf Grund von Beiträgen in der Vergangenheit ausgehe – die Weihnachtstage mit ihrer Familie verbracht haben, hat sie dementsprechend niemanden im Nachhinein ‚angeprangert‘.

      Biblische Texte heranzuziehen, um ihre Worte zu kritisieren und offensichtlich fremdenfeindliches Verhalten innerhalb der Familie dabei zu ignorieren und zu relativieren ist das wahre nicht korrekte Verhalten!

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      1. Christine

        28. Dezember 2018 um 23:27 Uhr

        Vielen Dank Magdalena für deine ausführlichen und ehrlichen Worte! Wir scheinen einige Erfahrungen zu teilen. ;)

        Im erneuten Blick auf den Text, frage ich mich auch, wo ich vermuten lasse es hätte keinen Dialog gegeben.
        Insofern machbar gab es den; aber leider wird mein Wunsch nach einem offenen, ehelichen und freundlichen Gespräch an einem gemeinsamen Tisch, als Forderung angesehen, die mir/uns nicht zusteht.

        Was soll man da schon machen? Und wann gilt denn dann ein Gespräch als ‚persönlicher Dialog‘, den man angeblich nicht gesucht hat?

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        1. Elisabeth Polz

          29. Dezember 2018 um 10:14 Uhr

          Lieber Andreas,

          Ich möchte mich als selbst betroffene auch gerne melden, da ich die Schwester bin, über die in diesem Text geschrieben wurde. Schade, dass dieser Text wohl absolut falsch verstanden wurde bzw. gar nicht. Vielen Dank an Magdalena, die, obwohl ich sie nicht kenne schreibt, als wäre sie die letzten Tage bei uns im Raum gesessen. Der Text hatte durchaus Auswirkungen auf die Familie und ich vermute auch, dass Andreas einen falschen Namen nutzt, um hier versteckt ein Kommentar zu verfassen und interne Abläufe kennt. Leider kennen wir aber keinen Andreas, der uns näher kennen könnte, wir haben aufgrund der Heranziehung biblischer Texte eine andere Vermutung wer das sein könnte.

          Ich kann nur alles unterstreichen, was Magdalena geschrieben hat. Nur weil man nicht jedes mal versucht zu diskutieren und meinen Freund der Familie aufdrängt, heißt das nicht, dass man verlogen ist. Gespräche würden gesucht, sind nicht möglich. Lieb hat man ja den Rest der Familie trotzdem. Also bringt es nun etwas bis aufs Messer zu streiten oder nimmt man das einfach hin, ist froh, dass alle gesund sind und hält seinen eigenen Freund fern von alldem, damit er nicht verletzt wird.
          Diffamierung ist dies nun aber nicht, da meine Schwester wie immer auf ironische Art Texte verfasst, was man ja auch an der Beschreibung der „Ehekrise“ sieht, die meine eigenen Eltern betrifft. Wir verstehen den Humor dahinter und wissen, wie es gemeint ist.

          Die Heranziehung biblischer Werte ist hier sehr unangebracht. Nächstenliebe wird nicht vertreten durch ein paar Personen meiner Familie, die meinem Freund noch nie kennen gelernt haben, aber trotzdem eine Abneigung besitzen und äußern, meine Eltern sollten mich doch nicht mehr ins Haus lassen. Nächstenliebe wird vertreten, wenn man dies hinnimmt und nicht alles zerstritten haben möchte. Für mich ist es traurig, dass ich niemals an meinem Geburtstag die ganze Familie am Tisch sitzen haben werde. Warum, kann sich nun jeder denken.

          Aber in diesem Text weiß kein Außenstehender um wen es geht, Personen die sich angesprochen fühlen, müssen wohl einen Teil Wahrheit erkennen, sonst würden sie sich nun nicht aufregen.

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  19. krissisophie

    26. Dezember 2018 um 14:19 Uhr

    Oh, was für ein wunderschöner Post!

    Die „Iraner-Geschichte“ ist soo toll. Das ist tatsächlich gelebte Integration und es ist unglaublich schade, dass ein Teil eurer Familie solche Probleme mit ihm als Freund deiner Schwester hat..

    Ich hoffe, ihr hattet trotzdem ein schönes, besinnliches Weihnachtsfest und wünsche dir/euch jetzt noch eine tolle Zeit zwischen den Jahren. <3

    Ganz liebe Grüße,
    Krissi von the marquise diamond
    https://www.themarquisediamond.de/

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  20. Sarah

    26. Dezember 2018 um 13:57 Uhr

    Oh man unfassbar! Ich wünsche dir trotzdem noch schöne Weihnachten und schon einmal einen guten Rutsch!
    Liebe Grüße
    Sarah

    Antworten
  21. Sara

    24. Dezember 2018 um 0:32 Uhr

    Ich finde das ganz toll, dass du das alles geschrieben hast :) Das Foto finde ich richtig klasse.

    Ich benutze sowieso fast täglich Lidschatten, von daher kommt es auch an Weihnachten auf die Augen thihi :D

    Das glaube ich dir, dass da was los ist.
    Ich bin auch gerne in die Schule gegangen :D
    Alles Liebe Sara <3

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  22. Rena

    23. Dezember 2018 um 22:12 Uhr

    Oh mei, ich fass es nicht! Leute gibt es, die haben Gedanken, auf die komm ich nicht mal … Ich wünsche Deiner Schwester und Ihrem Partner auf jeden Fall alles Glück dieser Welt und auch Dir von Herzen, dass nun die Pechsträhne samt der gebeutelten Gesundheit nun ein für allemal zu Ende ist. Ich freue mich mit Dir, dass Du so guter Dinge in das Neue Jahr startest! Und ich bin sehr froh, dass Dein Papa diesmal keine Krise verursacht hat :)
    Frohe Weihnachten!
    Liebe Grüße, Rena
    http://www.dressedwithsoul.com

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  23. miriamkaulbarsch

    23. Dezember 2018 um 15:13 Uhr

    Ich könnt manche Leute einfach nur schütteln, echt! Danke für den tollen Text und ein wunderschönes Fest an euch!

    Antworten
  24. Guten Morgen, danke für Deinen tollen Text. Denn dieses Thema ist ja schließlich hochbrisant, leider. Dabei sollten wir Menschen uns gegenüber der mit Respekt und Achtung begegnen. Ich zumindest versuche das. Ich wünsche Dir einen schönen 4. Advent und ein schönes Weihnachtsfest. Liebe Grüße Jana

    Antworten
  25. Wirklich schön, wie du das Thema aufgreifst. Leider sind nicht alle Menschen so aufgeschlossen wie wir. Ich kenne das selber aus meine Familie. Da meint Einer doch tatsächlich, dass pro Monat noch 100000 Flüchtlinge nach Deutschland kommen und es bald keine Deutschen sondern nur noch Ausländer in Deutschland gibt. Ich kann darüber nur den Kopf schütteln.
    Ich wünsche dir und deiner Familie eine schöne restliche Weihnachtszeit!
    Viele Grüße,
    Laura

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  26. Tolle Geschichte! Ich wünsche dir und deiner Familie ein friedliches und zauberhaftes Weihnachtsfest!
    Ganz liebe Grüße und ein schönes viertes Adventswochenende,
    Christine

    Antworten
  27. Jennifer

    22. Dezember 2018 um 15:24 Uhr

    Wirklich schade, dass manche Leute so engstirnig und fremdenfeindlich sind! Und das sogar noch in der eigenen Familie. Ich war auch mal mit einem Iraner zusammen, er kam mit 19 allein nach Deutschland ohne ein Wort deutsch zu sprechen, konnte nach nur wenigen Jahren in Deutschland akzentfrei deutsch, hat er übrigens so gelernt, dass er sich in der Straßenbahn immer hinter Omis gesetzt hat und einfach zugehört hat, da diese ja meistens etwas langsamer sprechen und hat ohne Ausbildung sich in einer Spedition einfach durch Fleiß und gute Arbeit sich in eine Führungsposition hochgearbeitet. Das ist so schade, dass die Leute immer direkt ‚Flüchtling‘ etc schimpfen ohne sich mal die Hintergrundgeschichte der Leute anzuhören. Ich habe den größten Respekt vor Leuten die in ein fremdes Land kommen, so vielen Vorurteilen begegnen müssen und sich trotzdem immer wieder durchbeißen. Ja, das war ja wirklich nicht so einfach, die Todesfälle fanden alle recht kurz nacheinander eher Anfang des Jahres statt (der Papa von meinem Freund, mein Onkel und ein Freund der leider viel zu früh gestorben ist), deswegen hatte ich in der Zwischenzeit etwas Zeit durchzuatmen und das Ganze etwas zu verarbeiten. Jetzt bin ich einfach nur froh, dass alle Anderen meiner Lieben gesund sind und freue mich aufs nächste Jahr, mit hoffentlich weniger Katastrophen. Liebe Grüße und schon Mal schöne Weihnachten. Jennifer von https://fashionistasfairytale.blogspot.de/

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  28. Yasmina

    22. Dezember 2018 um 12:06 Uhr

    Ohja da hatte ich echt richtig Glück =) Ne gehungert werden muss da definitiv nicht *tschaka* :D
    Bis auf die PS4 vor 2 Jahren habe ich auch noch nichts Elektronisches bisher bekommen. Mein Handy letztes Jahr habe ich kurz vor Silvester günstig bekommen, da hatte Media Markt Neujahrs-Kracher :D
    Die bauen die Handys halt auch von Anfang schon so dass sie nicht länger halten. Rein logisch müssten sie ja was länger halten, die haben ja teilweise Technik wie in einem PC, aber für die Hersteller is das so wie es jetzt is natürlich besser.
    Du sagst es das is wirklich traurig =/ Aber so sind die Menschen, rücksichtslos nach dem Motto „Nach mir die Sinnflut“.

    Ein sehr interessanter Post, den muss ich mir später mal in aller Ruhe durchlesen. Habs nur kurz überflogen, aber das mit der Deko kann ich mir gut vorstellen. Wir haben hier schon echt viel Deko finde ich, ich würde wohl so reagieren wenn ich mal nach Amerika komme xD
    Ich feiere Weihnachten dieses Jahr wie letztes Jahr allein daheim, freu mich auf 3 Tage für mich selbst und meine Bedürfnisse :D Für mich hat Weihnachten seit dem Tod meiner Oma eh keinen hohen Stellenwert mehr, sie war die Einzige die da Traditionen aufrecht erhalten hat.

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  29. Hey, danke für den tollen und auch nachdenklichen Text der wieder vollgepackt ist mit interessanten und auch zum Teil lustigen Anekdoten.
    Auch ich wünsche dir ein wundervolles Weihnachtsfest.
    Liebste Grüße!

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  30. Janine

    22. Dezember 2018 um 9:33 Uhr

    Liebe Christine, ich muss es einfach immer wieder sagen: ich liebe deinen Schreibstil! Humorvoll und spannend. Der Iraner klingt nach einer sehr sympathischen Person, aber ich kenne auch hier in der Schweiz unzählige rassistisch veranlagten Menschen – sogar einige in der Verwandtschaft. aber ich glaube, dass es am Alter liegt und demnach hoffentlich immer besser wird :)
    Ich wünsche dir zauberhafte Weihnachten und einen guten Rutsch!
    Liebe Grüsse
    Janine
    https://www.vivarubia.com/

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