Wall Poetry Tour durch Reykjavik

Nachdem doch eher deprimierenden letzten Post, wäre es nun – so dachte ich mir – Zeit für etwas bekömmlicheres; einer etwas seichteren Geschichte. Doch bevor wir zum eigentlichen Thema kommen, möchte ich es nicht versäumen noch eimal zu erwähnen wie überwältigt ich über die Reaktionen zum letzten Post war. Neben all den Kommentaren und Klicks hier (dieser Post war mein bisher mit Abstand meist geklickt und gelesener) ich habe SMS, What’sApp&Facebook Nachrichten, Mail und sogar Insta Messages (ist das tatsächlich etwas, was genutzt wird?! Tue ich beinahe nie…) zu diesem Thema bekommen. Und 90% dieser Leute kennen mich nicht mal persönlich. Ich hätte niemals mit derart vielen Reaktionen gerechnet! Es ist schön, dass aus dieser schrecklichen Sache heraus doch noch so viel schönes entstanden ist. Vielen Dank!

Aber wenden wir uns nun dem eigentlichen und wie angekündigt etwas leichteren Thema zu.

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Reykjavik – die nördlichste Hauptstadt der Welt

Nach unserem Flug zu einer eher unchristlichen Zeit (die selbst meine Reiselust auf eine harte Probe stellte), kamen wir bereits am frühen Nachmittag in Reykjavik an. Und so hatten wir nach ein wenig Orientierung und einem fantastischen Mittagessen (eines muss man den Isländern lassen: die horrenden Preise zahlen sich zumindest in Punkto Essenqualität wirklich aus; ich habe noch in keinem Land wirklich überall so gut gegessen wie auf Island) in einem Bistro voller Bücher und Weltkarten (auch das muss man den Isländern lassen: Geschmack haben sie!) schon ausgiebig Zeit die statt zu erkunden.

Reykjavik ist zwar eine äußerst niedliche Stadt und hat einiges zu bieten; man darf jedoch nicht vergessen, dass sie mit gerade mal etwas über 120.000 Einwohner für unsere Verhältnisse trotzdem keine Großstadt ist. Sollte man also nicht dazu geneigt sein eins der zahlreichen Museen zu besuchen – wobei man selbst als Kunstkenner wohl angesichts der Eintrittspreise ins Überlegen kommt – kann man die Stadt bequemend gemütlich in ein bis zwei Tagen erkunden.

Am Ende unserer Runde über Island hatten wir allerdings noch einmal einen ganzen Tag dort zur Verfügung und eigentlich schon alles gesehen…

Wall Poetry Tour durch Reykjavik

Bei meiner Sightseeing-Recherche war ich allerdings schon im Vorfeld – und war am ersten Tag zufällig auch schon über ein Kunstwerk gestolpert – auf die sogenannte Wall Poetry Tour gestoßen.

Diese führt einmal quer durch Reykjavik und eignet sich daher perfekt als Leitfaden für eine Sightseeing Tour durch die Stadt. Dabei wird man nämlich nicht nur an den meisten Wahrzeichen und an den schönsten Ecken vorbei geführt, man bekommt auch wirklich großartige und beeindruckende Street Art zu Gesicht.

Ins Leben gerufen wurde dieses Projekt von den Veranstaltern eines alljährlichen, mittlerweile große Berühmtheit erlangten, Musikfestivals. Ihre Vision: Musiker und Künstler aus aller Welt zusammen zu bringen. Erstere sollten den Street Art Künstlerin Songs oder Gedichte zur Verfügung stellen, die extra für dieses Projekt geschrieben wurden. Und gemeinsam sollten sie so Gebäudewände, über die ganze Stadt verteilt, neu gestalten.
Die Kunstwerke sind mal abstrakt, mal gegenständlich, bestehen auch einmal nur aus einigen Textzeilen. Teilweise sogar absolut realistisch – was mich angesichts der Größe der Gebäude wirklich in Staunen versetzt hat. Wie schwierig muss es sein in diesen Dimensionen die Proportionen zu wahren? Und dieses Projekt ging 2016 nun schon in die zweite Runde; wird also in Zukunft noch weiter wachsen. Dabei ist es selbst mit Karte gar nicht immer einfach die entsprechenden Gemälde zu finden. Mal verstecken sie sich in einem Hinterhof, mal in einem düsteren Hauseingang oder hinter der nächsten Straßenecke. Und ähnlich wie die Anzahl der Kunstwerke, die weiter wachsen wird, unterliegt auch die Stadt stetigen Veränderungen. Das ein oder andere Werk mag nun bereits eingerüstet und eine Baustelle sein.
Es lohnt sich also sich genau umzusehen und im Zweifelsfall ein paar Schritte mehr zu gehen…

Und dank unserer Smartphones fanden wir auch ohne größere (ein bisschen Suchen muss man manchmal trotzdem) Probleme alle Kunstwerke. Aktuelle Informationen bezüglich neuer Kunstwerke findet man auf der Webseite des Projekts, eine Karte für Google Maps und für’s Smartphone hier (die „Snack Vorschläge“ kann man zum Glück ausblenden).

Wen es jemals nach Reykjavik verschlägt, dem kann ich diese Tour nur empfehlen. Sie ist die perfekte Mischung aus Sightseeing Programm (also auch etwas für eher Planungs-Faule, die dennoch möglichst viel von der Stadt sehen möchten), Schnitzeljagd und Kunstschau.

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Leider habe ich nie herausgefunden, ob das Graffiti an jenem Hauseck wirklich von Banksy stammt?! Der Stil spricht dafür und möglich wäre es ja, bei diesem Kerl weiß man nie… Und dennoch – oder gerade deswegen – fand ich nirgends verlässliche Informationen dazu. Da ich schon immer von seiner Arbeit fasziniert bin, wäre es schon sehr cool gewesen so unerwartet auf eines seiner Werke zu stoßen… Wer weiß.

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  1. Paleica

    21. November 2016 um 10:40 Uhr

    sehr tolle kunstwerke. wow, ich wusste gar nicht, dass reykjavik so eine streetart-szene besitzt!

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  2. Jasmin

    10. November 2016 um 8:57 Uhr

    Ich liebe street art und da sind echt coole bilder dabei :) schon krass wie sehr sie ein stadtbild verändern können. Ich mag die idee auch mit drn musikern und den song zitaten das ist Kreativität pur und einfach nur cool! :) hättest du gestern auch bei der instagramcallenge reisdbilder mitmachen können bzw kannst es immer noch wenn du magst, denn das thema war street art :)

    Liebe Grüße ♥

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  3. Nhi Mai

    9. November 2016 um 17:21 Uhr

    ja, das ist mir auch aufgefallen! :) Gefällt mir richtig gut momentan :)
    Schöne Eindrücke hast du da gesammelt übrigens :) ♥

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  4. Martina

    9. November 2016 um 8:55 Uhr

    Sehr schöne Eindrücke <3 Besonders weil es einfach mal eine andere Art von Kunst ist. Nach Island würd ich auch total gerne einmal reisen :)

    Liebe Grüße Martina
    http://www.kleidsam.org

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  5. anothercopycat

    8. November 2016 um 22:19 Uhr

    Wow, so schön! Ich fotografiere seit Jahren Street Art, in Island war ich leider noch nie. :) Sollte ich dann wohl mal ändern, haha. Allein wegen der Landschaft.

    Liebe Grüße
    Petra von http://www.anothercopycat.com

    Antworten