#Throwback Thursday: Warum ich immer wieder nach Venedig reisen könnte…

Auf Instagram oder Facebook ist er ein alter Hut; jeder ist sicher schon mehrmals darüber gestolpert oder hat ihn sogar selbst gebraucht. Die Rede ist vom Hashtag „Throwback Thursday“. Und während er auf den Social Media Plattformen dafür genutzt wird, auf schöne, aber alte Erinnerungen zurück zu blicken, möchte ich ihn in Zukunft dazu gebrauchen, um unter diesem Begriff über Dinge zu schreiben, die hier vielleicht schon mal vor langer Zeit Thema waren, Geschichten erzählen, die sich schon vor längerem zugetragen haben oder ihn für Posts nutzen, für die immer die Zeit fehlte und mir aus diesem Grund schon fast peinlich erscheinen oder für die ich den Zeitpunkt zum Teilen als überschritten empfand.


Und beginnen möchte ich diese Kategorie mit einer Stadt, die mich schon seit Jahren nicht los lässt….

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Venedig. Diese Stadt auf Pfahlbauten verfolgt mich schon seit ich ein kleines Kind war. Mittlerweile bin ich mir gar nicht mehr sicher, ob meine Erinnerungen an diese Stadt wirklich echte Erinnerungen waren oder ich nur auf Grund der Fotos das Gefühl hatte mich noch genau an den Marktplatz und die unzähligen Tauben dort zu erinnern.
Jahrelang hatte ich Sehnsucht danach diese Stadt – etwas älter und etwas gewachsen – erneut zu besuchen. Irgendwann war es so weit; wir waren während unserem jährlichen Familienwochenende zu Pfingsten am Gardasee und Venedig schien nur einen Katzensprung entfernt…

Also taten wir, was ich so vielen Leuten mit schlechtem Eindruck von Venedig immer vorwerfe: wir machten einen Tagesausflug dorthin!

Und begingen all die typischen Touristenfehler: spulten ein typisches Sightseeing Programm zwischen Markusplatz und Rialtobrücke ab, aßen direkt am Canale Grande völlig überteuert das wohl einzige schlechte Essen, dass ich je in Italien hatte und waren genervt sobald wir uns in den Gassen und zwischen Touristenmassen verliefen.

Dennoch übte die Stadt ihren Zauber und zumindest ich verfiel ihm. Heillos.

Irgendwann erzählte ich einer guten Freundin von meinem Wunsch Venedig ein Mal zum Karneval zu besuchen, denn gerade zu dieser Zeit stellte ich mir die Stadt absolut magisch vor. Und wie die Dinge nun mal manchmal laufen, wenn zwei begeisterungsfähige Menschen mit allerhand Sorgen und voller Fernweh zusammen sitzen, fassten wir total spontan und vom Timing her eigentlich absolut unpassend – nur wenige Tage vor ihren Abschlussprüfungen – den Beschluss nach Venedig zu fahren.
Dieser Trip war in vielerlei Hinsicht ein ganz schönes Abenteuer und war die Unterkunft betreffend – die wir uns leider auf Grund unseres Budgets nicht auf der Insel leisten konnten (dafür waren wir dann zu dieser Zeit doch zu spontan bei der Buchung) – sicherlich eine Katastrophe. Aber wenn ich mich zuvor in Venedig sehr wohl gefühlt habe, hatte ich mich spätestens zu diesem Zeitpunkt in die Stadt verliebt.

Karneval ist in Venedig eine unglaublich verrückte Zeit. Die Touristenscharen fallen angesichts der Masse an maskierten und kostümierten Menschen kaum noch auf und wer meint im Sommer die Stadt überfüllt erlebt zu haben, stand noch nie am Rosenmontag auf dem Markusplatz. Wo man – vor allem, aber nicht ausschließlich – während dem Carnevale derart verrückte, witzige, aufwendige, wunderschöne Kostüme zur Gesicht bekommt, dass man aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommt.  Und dennoch kann man selbst zu dieser Zeit – wenn wahrlich die ganze Welt auf Venedig schaut und man die Stadt jeden Tag im Fernsehen bewundern kann – durch einsame Gassen schlendern.

Leuten, die Venedig nicht mögen – weil zu heiß, zu voll, zu teuer oder alles zusammen – pflege ich gerne zu sagen: ihr wart einfach nur an den falschen Plätzen!
Natürlich darf man seinen Kaffee nicht im Café Florian am Markusplatz trinken – zumindest nicht, wenn man seinen Geldbeutel schonen möchte. Selbstverständlich ist es auch nicht die beste Idee ein Restaurant direkt an der Rialtobrücke zu besuchen. Gewiss gibt es schmuddelige und heruntergekommene Viertel und Gassen.
Aber um den wahren Charme der Stadt kennen zu lernen, muss man den Stadtplan wegwerfen und sich verlaufen!

Und Venedig ist für mich die perfekte Stadt dafür. Für eine Mischung aus „einen Plan haben“ und „sich treiben lassen“ oder eben (und besser): sich zu verlaufen. Denn nirgends auf der Welt fällt das so leicht wie dort. In keiner Karte sind wirklich alle Gassen verzeichnet und so passiert es unweigerlich, dass man feststellen muss wohl den falschen Weg eingeschlagen zu haben.. Irgendwie und irgendwann findet man trotzdem immer wieder zu einem Schild, dass den Weg zur Rialtobrücke oder dem Markusplatz kennzeichnet. Oder notfalls zum nächsten Vaporetto. Wenn, tja wenn nicht irgendein Witzbold diese ausgerechnet an Karneval – wenn die Stadt noch mehr nicht ortskundige Touristen als normalerweise beherbergt – diese umdreht…

Aber vielleicht macht gerade dieses harmlose Verlaufen die Stadt so charmant. Man weiß nie was man über den nächsten Kanal oder hinter der nächsten Ecke entdecken wird. Kleine Geschäfte mit den schönsten Masken oder Kostümen (ganz anders als die in der Nähe des Marktplatzes, die vor allem darauf ausgelegt sind, dass Touristen eine Kleinigkeit mitnehmen), Straßenkünstler, einen Kanal der voller Wäsche hängt, einen Hinterhof mit Live Band und tanzenden Venezianern…
(Aber auch günstigere Restaurants!)

Und so findet man irgendwann – ganz anders als die typischen Tagestouristen – das Venedig, nach dem man gesucht hat.

Ich muss nicht mehr unbedingt für weniger als 200€ diese Stadt besuchen (wie das enden kann, habe ich schon vor langer Zeit erzählt 1, 2, 3). Dafür möchte ich bei meinem nächsten Aufenthalt viel zu gerne auf der Insel selbst übernachten und die Atmosphäre der Stadt noch jenseits des letzten Vaporettos aufsaugen. Aber nach Venedig und gerade zum Karneval dort möchte ich unbedingt wieder. Um noch mehr von den umliegenden Inseln zu entdecken (auf Murano haben sie uns damals leider Minuten nach unserer Ankunft die Türen vor der Nase zugeschlagen…) und wieder zwischen Gassen und Kanälen, kleinen Brücken und Vaporetti verloren zu gehen. Vielleicht auch, um noch das ein oder andere Foto zu machen… Aber das ist bei mir wohl irgendwie selbstverständlich.

Für mich steht also fest, dass ich auf jeden Fall noch mal in die Stadt muss, die mich jedes mal wieder packt. Egal, ob im Fernsehen ein Bericht darüber läuft oder sie Dreh- und Angelpunkt in einem Roman ist.

Venedig! ich komme wieder!

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  1. Valeria

    19. November 2018 um 9:41 Uhr

    Ein toller Beitrag zu Venedig. Venedig ist wunderschön und immer wieder eine Reise wert. Wer einmal da war, wird ganz sicher noch viele weitere Mal dort hinreisen.

    Antworten