Zwischen Ärger und Faszination: die Tokyo Polaroid Collage

Einige Zeit vor Weihnachten äußerte meine Schwester den Wunsch nach etwas für ihre Wände. Seit sie umgezogen ist, hat sich zwar Einrichtungstechnisch alles nach und nach gefügt, aber die Wände waren natürlich doch noch recht kahl. „Kein Problem.„, antwortete ich vielleicht ein wenig zu voreilig. Denn schon wurden Ansprüche gestellt. Von Leinwänden und Acrylfarben und was weiß ich noch alles war nun die Rede.

Na ja, was tut man nicht alles für seine Schwester.

Als ich aber tatsächlich all meine – seit dem Kunst LK verstaubten und verschmähten – Malutensilien hervor gekramt hatte, kam allerdings der Freund meiner Schwester daher und äußerte recht anspruchsvolle Wünsche. Von „der Skyline von Tokyo“ war plötzlich die Rede. Da war selbst meine Schwester ein wenig verdutzt.

Ich mag ja malen können (zumindest ausreichend, um Nicht-Künstler zu beeindrucken), aber bei der Skyline von Tokyo sind dann doch meine Grenzen (und auch eine wenig die Lust und Geduld) überschritten.
Da ich dem armen Herrn, der sich mit meiner Schwester eine nicht gerade wenig anstrengende Mitbewohnerin gesucht hat (für den Satz kriege ich sicherlich noch einen Rüffel…), aber auch eine Freude bereiten wollte, hab ich mich hingesetzt und ein bisschen was anderes zum Thema Tokyo vorbereitet.
Etwas, was mehr meinen Fähigkeiten entspricht: eine Collage aus Polaroids.

(Und damit wir uns richtig verstehen: das sind wirklich richtig echte Polaroids. Keine Drucke etc.pp)

Snapchat Polaroid Collage

Dieses Vorhaben lief zunächst recht gut. Nachdem ich einen groben Plan im Kopf hatte, lief alles recht flüssig Material aus Tokyo hatte ich mehr als genug. Polaroids sind zickig, keine Frage, und können daher ganz schön nerven. Aber ich hatte einen Lauf, das Gesamtbild nahm schnell From an. Tja, bis ich zu den letzten Lücken der Collage und dem letzten vorahnenden Film kam. Nach dem ersten kaputten Polaroid hatte ich mir ja noch nicht viel dabei gedacht…

Snapchat Polaroid Collage

… so ärgerlich das ist: es passiert. Bei dem Preis nicht gerade witzig, aber zu diesem Zeitpunkt war ich noch überzeugt, dass es sich um einen Einzelfall handelte.

Snapchat Polaroid Collage

Tja, dieser Einzelfall blieb nun dummerweise kein einmaliges Pech; viel mehr trat der auf einmal im Rudel auf. Ärgernisse sind halt leider doch Rudeltiere.

Snapchat Polaroid Collage

Ehe ich mich versah musste ich feststellen, dass der gesamte Film hinüber war. Da lag es nun also vor mir ausgebreitet; das Elend von Polaoirds, denen schlicht und ergreifend die Emulsion zur Entwicklung fehlte.

Snapchat Polaroid Collage

Ich gebe zu: ich war ganz schön genervt. Ein Fehler meinerseits war ausgeschlossen. Die Filme hatte ich alle am gleichen Ort gelagert und die bisherige Collage ohne Probleme erstellt. Der Film war wohl von Anfang an hinüber und bei den Preisen war mir klar, dass ich es zumindest mit einer Mail an den Support versuchen wollte.
Die waren dann auch recht freundlich und flott. Nur dummerweise war der Film nach einem bestimmten Datum hergestellt worden und galt damit für sie per se als abgelaufen und somit nicht als zu ersetzen.
Einerseits ist das eine Erklärung, die ich durchaus verstehen und akzeptieren kann; andererseits hat sie mich trotzdem geärgert. Immerhin hatte ich schon mal die Ergebnisse von abgelaufenen Filmen in der Hand und kann euch versichern, dass diese anders aussehen. Die entwicklen wenigstens noch irgendeine Art von Bild; auch wenn das mehr an abstrakte Kunst und blasse Farbflecken erinnert.

Es half ja alles nichts, letztlich habe ich mir also neue Filme bestellt (ich hatte zum Glück noch einen Gutschein). Dieses Beispiel zeigt leider mal wieder wie nervig Polaroids sich verhalten können und was für ein teueres Vergnügen das doch letztlich ist.

Trotzdem: die Thematik fasziniert mich nach wie vor. Und auf das Ergebnis bin ich auch ein klein wenig stolz.

Polaroid Mosaic Collage Tokyo Japan theimpossibleproject

PS.: Wie man sicherlich unschwer erkennen kann, ist das eine „wiederverwertete“ Snachchat-Story. Ich kann nicht behaupten, dass ich dabei stets mit Kreativität und Witzigkeit punkten kann und meine Aktivität auch schwer davon abhängt, was gerade bei mir so passiert (was im noch anhaltenden Krankenstadium auch zugegeben eher langweilig sein kann), aber wer trotzdem vorbei schauen möchte: christinepolz

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  1. Wow die Collage ist echt super cool!! Aber das ist echt ärgerlich! Ich hattte zum Beispiel gar keine Ahnung, dass Filme ablaufen können!

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  2. Daniela

    25. Februar 2016 um 12:26 Uhr

    Was für eine schöne Idee! Also, auch wenn die ganze Rolle natürlich sehr sehr unglücklich gemacht hat. Ich weiß noch, wie ich damals mit einer analogen Kamera aus dem Urlaub heim kehrte und ein ganzer Film mit den herrlichsten Wiesenblumen hin war. Da war ich tief bestürzt und habe Jahre keine Kamera mehr in die Hand genommen. Tragisch!

    Das Ergebnis ist auf jeden Fall toll!

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  3. Wow die Collage ist wirklich wundervoll geworden! Chapeau! Mit welcher Polaroid forografierst du? ich habe eine alte von meiner Mutter, die auch Bilder in diesem Format macht – leider gibt es keine Originalfilme mehr und die von „Impossible Project“ sind mir zu teuer. Alternativ nutze ich deshalb die Fuji Instax, die haben zwar nicht das klassische Format, sind aber günstiger und nicht so zickig.

    Viele Grüße
    Charlotte

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  4. Sabine

    15. Februar 2016 um 20:42 Uhr

    Das Ergebnis sieht klasse aus! Aber schade, dass du so einen Ärger hattest!

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  5. Ohje, das ist ja ärgerlich! Aber trotzdem ist das Ergebnis sehr schön geworden, ich hoffe, dein Quasi-Schwager war angemessen beeindruckt =)
    Love, Héloise
    Et Omnia Vanitas

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  6. Lexi

    15. Februar 2016 um 18:23 Uhr

    Hui aber dass du am Ende doch noch so ein tolles Ergebnis hergezaubert hast zeigt welche Nerven du besitzt. Das hätte mich auch ziemlich sauer gemacht. :)
    Großartige Arbeit!

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  7. Ohje, da hätte ich mich wohl auch ganz sher geärgert …

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  8. Ach wie ärgerlich dass der Film dann leer war. Aber eine tolle Idee!

    Liebe Grüße Kristina von KDSecret

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