Warum ich „Tote Mädchen lügen nicht“ nicht mochte

„Tote Mädchen lügen nicht“ oder im Original „13 reasons why“ ist momentan wahrscheinlich eine der meist gehyptesten Netflix-Serien überhaupt. Schon vor Jahren habe ich die Buchvorlage von Jay Asher zur Serie gelesen, die mich jedoch nicht richtig überzeugen konnte. Damals dachte ich aber, das läge vor allem daran, dass ich schon etwas zu alt wäre und somit nicht mehr zur Zielgruppe gehören würde.

Nachdem aber nun diese Serie wirklich in aller Munde war und ich so viel Gutes darüber hörte und laß, entschied ich mich dennoch dafür sie zu schauen. Und… war ebenfalls nicht wirklich überzeugt.

Eines vorweg: ich möchte nicht, dass ihr mich falsch versteht! Diese Serie spricht wichtige Themen an. Und tut es noch dazu auf eine einerseits sehr respektvolle, andererseits aber auch direkte und nichts beschönigende Weise; was ich bei dieser Thematik absolut wichtig finde. Dennoch habe ich ein paar Probleme damit.

Achtung: der folgende Text enthält (natürlich) Spoiler. Aber ohne könnte ich meine Schwierigkeiten mit der Geschichte auch nur schlecht zum Ausdruck bringen.

Tote Mädchen lügen nicht; Netflix

#1 Die ersten 11 Gründe

Natürlich weiß ich, was mir der Autor und die Macher von Buch und Serie damit sagen wollen: selbst kleinste Gesten oder dahin Gesagtes, hat man selbst vielleicht im nächsten Momenten vergessen, brennen sich beim Gegenüber aber unter Umständen für Jahre ein. Und verfolgen ihn.

Ich bin also definitiv der Meinung, dass wir viel mehr darauf achten sollten, wie wir miteinander umgehen. Dass wir uns darüber bewusst sein sollten, was für einen Einfluss ein einzig dummes Kommentar (sei es nun im realen Leben oder im Internet) auf ein anderes Leben haben kann.

Ich verstehe auch, dass Hannah nachdem sie bei Jessicas Vergewaltigung nicht eingegriffen hat, Schuldgefühle plagen.

Dennoch sind das für mich alles keine Gründe für einen Selbstmord.

Und nein, ich bin kein gefühlloser Eisklotz! Aber auch wenn es traurig ist und nicht so sein sollte, bin ich der festen Überzeugung, dass jeder in seinem Leben auf die ein oder andere Weise mit solchem Verhalten oder ähnlichen Vorfällen konfrontiert wird.

Für mich sind das Situationen, die nach Schreien, Wut, Tränen, sich dagegen Wehren und meinetwegen einer Ohrfeige verlangen. Keine Gründe für Selbstmord.

#2 Hannah’s eigenes Verhalten Clay gegenüber

Hannah wird übel mitgespielt; keine Frage. Dennoch steht sie bei weitem nicht ohne Freunde da. Clay wäre zum Beispiel so einer.

Weder ihm noch ihr kann man zum Vorwurf machen, dass letztlich kein Paar aus ihnen wird. Ihnen kommt das Leben in die Quere. Und ihre eigene Befangenheit… Wie es eben manchmal so läuft. Vor allem wenn man jung und sowieso unsicher ist.

Dennoch – und sieht man mal von all dem Herumgeeiere der beiden umeinander ab – macht sie es Clay selbst nicht gerade leicht. Ich mag ihr Auftreten Clay gegenüber, gerade während der ersten Folgen, nicht. Obwohl sie unter den Vorurteilen anderer und falschen Gerüchten zu leiden hat, zieht sie Clay selbst – indem sie ihn permanent „Helmchen“ ruft – ständig ins Lächerliche. Da sie Respekt gegenüber seiner „Andersartigkeit“ und wie wenig er sich um die allgemeine Meinung schert, zum Ausdruck bringt, zeugt das selbst nicht gerade von viel Einfühlungsvermögen für andere.

Sie verhält sich letztlich also oftmals nicht viel anders, als die von ihr so verhassten, beliebten Schüler.

#3 Hannah’s augenscheinlich gutes Verhältnis zu ihren Eltern

Vielleicht lehne ich mich an dieser Stelle etwas zu weit aus dem Fenster und erscheine gar respektlos, trotzdem wage ich zu behaupten, dass jemand mit dem selben Rückhalt im Elternhaus wie Hannah, mit diesen – bevor sie sich zu derart drastischen Maßnahmen wie einem Selbstmord entschließt – über ihre Probleme sprechen oder diese zumindest anklingen lassen würde.

An dieser Stelle muss man der Buchvorlage natürlich zu Gute halten, dass die Eltern darin keine große Rolle spielen und sie nur in der Serie so sehr beleuchtet werden; das also mehr Sache der Serienautoren als Problem der Vorlage ist.

Letztlich haben es Hannah’s Eltern ja auf keine der Kassetten geschafft, dennoch hat es mich gestört wie wenig ihr eigentlich schon vorbildliche Verhalten Hannah bei ihrem Vorhaben beeinflusst hat.
Obwohl Mr&Mrs Baker ihre (finanziellen) Schwierigkeiten haben, und so etwas bleibt nun mal im wahren Leben nicht aus, unterstützen sie ihre Tochter in allen Belangen. Sie bestehen darauf auf gar keinen Fall die Ersparnisse für ihr College anzubrechen und ihre Mutter bekräftigt sie sogar in ihrer Leidenschaft zu schreiben. Und macht ihr selbst, als Hannah diese als kindliche Träumerei abtut, Vorschläge für Berufe die sie in Betracht ziehen könnte. Sie betonen mehrmals, dass Hannah alle Türen offen stehen und sie sich frei entfalten darf/kann und unterstützen sie auch mit Dingen, wie dem neuen Auto, die jenseits ihrer Möglichkeiten liegen. Sie bringen selbst für solch doch recht kindische Wünsche, die nur ihren Status bei ihren Freunden verbessern sollen, Verständnis auf.

Ich bin mir sicher, dass sich viele nach solchen Eltern alle zehn Finger schlecken würden… Und umso liebevoller ihre Eltern dargestellt wurden, umso weniger habe ich verstanden, warum es Hannah nicht einmal in Betracht zog, mit ihnen – die sie bisher immer ermutigt und verständnisvoll reagiert haben –  sondern einem beliebigen Lehrer über die Vergewaltigung und den anderen Vorkommnissen zu reden.

Man mag nun einwerfen, dass sie ihren Eltern sicherlich nicht noch mehr (zur finanziellen Situation…) Sorgen bereiten wollte, dennoch empfinde ich diese Darstellung ihrer Eltern vor dem Hintergrund der Geschehnisse und des Buches als nicht passend.

#4 Mr Porter – warum ich die Darstellung seines Verhaltens gefährlich irreführend finde

Noch so ein Punkt, für den die Serie an sich nichts kann und der vielmehr der Geschichte an sich geschuldet ist. Wir brauchen gar nicht darüber zu diskutieren: wie Mr Porter auf Hannah’s Andeutungen der Vergewaltigung reagiert hat geht gar nicht. Und ich befürchte, dass es dort draußen wohl leider Gottes einige Frauen gibt, die dummerweise, als sie endlich den Mut gefunden haben sich zu öffnen und über das zu reden, was ihnen zugestoßen ist, an so ein Arschloch geraten sind. Auf gut Deutsch ist das scheiße und sollte in einer idealen Welt gar nicht erst vorkommen.

Hannah’s Reaktion darauf wundert mich also nicht sonderlich; es war quasi das Tüpfelchen auf dem i, dass das Fass zum überlaufen gebracht hat.

Was mich daran stört, ist viel mehr, dass nicht nur sein Verhalten grausam ist, sondern auch falsche Fakten vermittelt werden. Ein Beratungslehrer ist nicht die Polizei. Seine Aufgabe ist es zuzuhören und entsprechende Schritte einzuleiten; nicht zu ermitteln. Um einzuschreiten benötigt er mitnichten den Namen des Täters! Seine Pflicht wäre es so oder so gewesen seine vorhandenen Informationen an die Polizei weiterzuleiten und der Sache auf den Grund zu gehen.

Davon abgesehen, dass allein sein Handeln schon jedes Opfer dort draußen vor den Fernsehbildschirmen abschrecken dürfte, mit den eigenen Erlebnisse offen umzugehen, finde ich seine Darstellung des Sachverhalts in diesen Szenen als gefährlich irreführend.

#5 Die ganze Sache an sich

Was mich allerdings am meisten an „Tote Mädchen lügen nicht“ stört, ist die Sache an sich. Hannah Baker nimmt Kassetten auf; richtet sie jeweils an jemanden dem sie eine Teilschuld an ihrem Suizid zuschreibt und was passiert? Einige haben Angst die Vorkommnisse kämen ans Tageslicht und versuchen diese zu vertuschen; beginnen aber dennoch zumindest über ihr Verhalten nachzudenken. Und andere? Bereuen zutiefst ihre Taten und erkennen ihre Schuld am Tode Hannahs.

Mal davon abgesehen, dass sie mit dem was sie getan hat selbst das Leben anderer nachhaltig beeinflusst bzw sogar zerstört (wir denken an Alex’s Selbstmordversuch oder das Bloßstellen von Tyler, dass auch noch nicht abzusehende Folgen hatte), man also darüber diskutieren kann wie viel „besser“ ihr Verhalten also im Vergleich zu den anderen wirklich ist, romantisieren ihre Kassetten ihren Selbstmord und die Nachwirkungen auf ihr Umfeld zu sehr.

Sie vermitteln meiner Meinung nach das Gefühl, dass man auch nach seinem Tod noch mit seinen Liebsten (oder Feinden…) kommunizieren kann und Menschen (selbst die, die dir etwas angetan haben) auf einmal verstehen werden, dass sie jemanden durch die Hölle haben gehen lassen. Und man auf diese Weise doch noch – und endlich – Verständnis und Gerechtigkeit erfahren wird.

Obwohl sie tot ist, ist sie für alle handelnden Personen noch immer ein essentieller Teil ihres Lebens und hat weiterhin großen Einfluss auf deren Alltag. Eine Schilderung, die ich gerade in Bezug auf ihre Peiniger, für zu naiv halte und ein für mich zu romantisches Bild von Selbstmord zeichnet.


Natürlich wird wohl allein das Schauen dieser Serie niemanden zum Selbstmord triggern, dennoch empfinde ich die überbordenden, positiven Kritiken Buch und Serie gegenüber als schwierig. Oftmals habe ich das Gefühl als würden sie die Handlung zu oberflächlich betrachten und sich stets nur auf das Offensichtliche berufen: wir alle sollten mir auf unsere Taten und unser Gesagtes achten. Auch Kleinigkeiten zählen.

Einer Aussage, der ich durchaus zustimme! Ich denke es schadet definitiv nicht „Tote Mädchen lügen nicht“ zu schauen (die Serie ist ja dank einiger Schauspieler auch wirklich sehenswert); sie spricht einige wichtige Dinge – respektvoll, ohne sie herunter zu spielen oder schönzufärben – an. Trotzdem kann ich mich nicht der großen Mehrheit anschließen und diese Geschichte einfach nur als großartiges Plädoyer gegen Mobbing sehen. Denn obwohl sie das und dessen Auswirkungen auf die Umwelt eingängig vermittelt, ist ihre Darstellung des Selbstmords für mich zu naiv.

Also ja, in gewisser Weise ist es ein tolles Buch/eine tolle Serie. Aber sie hat ihre Makel.

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  1. Charli

    16. Juni 2017 um 14:47 Uhr

    Hallo, hier nochmal Charli,
    ich wollte dir nur kurz schreiben, dass ich deine Antwort auf meinen Kommentar einfach mal in meinen Post über „Tote Mädchen lügen nicht“ vom April verschoben habe. Da passt er besser, als zum „Skandinavisch Kochen“ Buch über das Hygge Glücksprinzip. ;)
    Danke nochmal für deine ausführliche Antwort. Ich finde es gut, dass wir die unterschiedlichen Ansichten hier teilen.

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
    Charli von https://frischgelesen.de

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  2. Charli

    16. Juni 2017 um 9:25 Uhr

    Ich finde, dass man einen Selbstmord generell nicht bewerten kann. Es geht nicht darum, ob die Gründe letztendlich ausreichen, die Eltern nett waren, oder Hannahs Verhalten immer richtig. Genau das ist doch der Punkt, wenn wir als Leser oder Zuschauer Hannah irgendwie nicht so sympathisch finden, dann bewerten wir ihr Verhalten und das was ihr passiert ist anders und genau darum geht es bei der Botschaft von „Tote Mädchen lügen nicht“ in meinen Augen.
    Wir sollten genau dort unser eigenes Verhalten überdenken. Jeder Mensch empfindet anders und geht anders mit schlechten Gefühlen um. Da ist es ganz egal, ob wir Hannahs Gründe verstehen, oder der Meinung sind, dass ihr Selbstmord nicht „gerechtfertigt“ ist.
    Ich denke, das genau ist der Punkt, den Jay Asher mit seinem Buch aufgreift und den die Macher der Serie sehr deutlich in dem Video zur Nachbetrachtung erklärt haben. Eine romantische Darstellung des Selbstmordes kann ich nicht erkennen, aber auch dies ist eben persönliches empfinden.

    Ich selbst habe das Buch während einer schwierigen Zeit in der Schule gelesen. Ohne, dass ich jemals Selbstmordgedanken hatte, haben auch meine Eltern und ich damals Hilfe beim Lehrer gesucht und ähnliche Erfahrungen gemacht wie Hannah. Die Probleme werden gern weggeschoben, was oft auch einfach aus Unwissenheit geschieht. Gerade Jugendliche überdenken ihre Entscheidungen nicht so rational und ecken an, sind vielleicht schwierig und deshalb ist es nicht immer leicht, den richtigen Weg bei der Hilfe zu finden. Denn auch der muss wahrscheinlich von Fall zu Fall entschieden werden. Und gerade deshalb finde ich es sehr wichtig, dass dieses Thema aufgegriffen wird, damit Eltern, Lehrer und Kinder sensibilisiert werden. Jay Asher ist da ja auch sehr engagiert und besucht amerikanisch Schulen um darüber zu sprechen.

    So, wie man lesen kann, liegt mir das Thema am Herzen und mein Kommentar ist deshalb etwas lang geworden. Sorry! ;)

    Liebe Grüße
    Charli von https://frischgelesen.de

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  3. Alina

    14. Juni 2017 um 21:52 Uhr

    Mir hat die Serie gut gefallen, habe sie gestern zu Ende geschaut. Aber danach hatte ich ein ähnlich kritisches Gespräch mit meinem Freund darüber. Wir beide haben uns vor allem über Punkt #5 unterhalten… Schwierig..
    Danke, dass du diese Seite beleuchtet hast.

    Liebste Grüße,
    Alina von Selfboost

    Antworten
  4. Hang

    6. Juni 2017 um 18:09 Uhr

    Ich finde es voll interessant, wie du die Seiten beleuchtest und die Story auch mal kritisch betrachtest! Ich habe zwar nur das Buch vor Jahren gelesen und die Serie bisher nur bis zur Hälfte geschaut. Aber ich bin bisher auch nicht so überzeugt, da ich auch mal mit meinen Freunden darüber gesprochen habe und nicht wirklich Alternativen oder Lösungsvorschläge genannt werden, wie Mobbing anders als Suizid gelöst werden kann…

    Übrigens vielen Dank für deinen Kommentar – habe dir auf meinem Blog geantwortet :)

    Liebe Grüße ♥
    Hang

    http://hang-tmlss.de

    Antworten
  5. Neri

    5. Juni 2017 um 23:36 Uhr

    Du sprichst mir aus der Seele. In jedem Deiner Punkte. Das gute Verhältnis der Eltern und zu Clay sprechen absolut gegen einen Selbstmord und keinen Ausweg mehr zu kennen.

    Neri

    Antworten
  6. Diana

    5. Juni 2017 um 21:52 Uhr

    Über die Serie habe ich auch viel gehört, habe es mir aber bis jetzt nicht angeschaut. Werde es mir aber anschauen und mal sehen ob es mir gefällt.
    LG, Diana

    Antworten
  7. Danke, dass du die Serie nicht wie alle anderen bedenkenlos bis in den Himmel lobst ;) Ich fand sie ganz interessant anzuschauen, aber mit viiielen Schwächen!

    XX aus Nürnberg
    Jecky
    Want Get Repeat

    Antworten
  8. Ich habe über die Serie auch eher schlechtes gehört, bis jetzt. Habe aber auch nur von einer anderen Person davon gehötrt. Ich selbst schaue ja gar keine Serien und habe entsprechend auch keine Meinung dazu.
    Xx
    Rosa Larissa Klara
    conscious lifestyle of mine

    Antworten
  9. Ehrlich gesagt habe ich von der Serie noch gar nichts gehört… Natürlich muss sich jeder auch seine eigene Meinung bilden, aber deine ausführliche Beschreibung hat mir schon einmal einen guten Einblick gegeben. Anhand deiner Aussagen kann ich mir dazu ja jetzt einfach alles einmal selber anschauen und dann sehen, ob ich das genauso empfinde wie du.

    Liebe Grüße
    Kathleen von http://www.kathleensdream.de

    Antworten
  10. Um ehrlich zu sein, konnte ich mit den einzelnen Punkten wenig anfangen, was aber daran liegt, dass ich weder das Buch gelesen noch die Serie geschaut habe.

    Obwohl vor allem die Serie gerade in aller Munde ist und überall hoch gejubelt wird, würde ich mich – ohne irgendwas davon gelesen/gesehen zu haben – aber deiner Kritik anschließen. Irgendwie stört mich die Aufmachung, in meinen Augen wird – zumindest so, wie es in den Medien dargestellt wird – viel zu romantisiert dargestellt. Ein (Bilanz-)Selbstmord ist keine einfache Gleichung, sondern ist von vielen Faktoren abhängig. Es kommt dabei immer sehr auf die einzelnen Personen und auch auf die Begleitumstände an. So, wie es in den Medien gezeigt wird, finde ich das Thema auch zu eindimensional dargestellt – wobei ich dann auch wieder denke: gut, wie soll man sowas Komplexes auch bloß anständig darstellen?

    An sich transportiert das Buch/die Serie eine tolle Botschaft – man soll darauf achten wie man mit anderen Menschen umgeht. Das ist eine wichtige und richtige Botschaft – aber dass es nun so gefeiert wird? Hach, ich weiß nicht.

    Momentan ist das Thema nichts, mit dem ich mich in meiner so knapp bemessenen freien Zeit beschäftigen möchte, aus diesem Grund werde ich vorerst die Serie nicht schauen – vielleicht würde ich mir die Serie aber zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal anschauen. Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass es interessant wäre die Serie mit einer Schulklasse zu sehen um danach das Thema Mobbing zu besprechen.

    Liebe Grüße,
    Tina

    Antworten
  11. Lea

    4. Juni 2017 um 0:56 Uhr

    DANKE!
    Das musste mal in Grossbuchstaben geschrieben werden.
    Ich kenne zwar nur das Buch, war dreizehn, als ich es gelesen habe, aber mir ging es damals genauso, wie dir, was die Kritik angeht. Damals war ich in einer Situation, in der ich ernsthafte Suizidgedanken hatte und war schon ein Jahr in Therapie und ich hätte das Buch am liebsten angeschrien, und bei den ersten elf Gründen Hannah gefragt, was verdammt nochmal ihr Problem ist. Klar, die Gründe häufen sich und sind bei jedem andere, aber als jemand, der Erfahrung mit solchen Gedanken hat, konnte ich mich nicht in Hannah hinein versetzen. Wenn überhaupt, hat mich das Buch überdenken lassen, mir Hilfe zu suchen, eben wegen der Darstellung von Mr. Porter. Und ich verstehe die Sache an sich auch nicht, was haben diese zwölf Menschen jetzt von der Kassette? Hannah bleibt tot. Die anderen fühlen sich schuldig. Ich stimme dir vollkommen zu, das ganze Jugendlichen zu lesen/sehen zu geben, ist gefährlich. Wer weiss, was das auslöst.
    So ein Thema braucht Fingerspitzengefühl und das hat das Buch, meiner Meinung nach, nicht..

    Ich bin gespannt, was du am Ende zur Dunkler Turm Reihe sagst ! :-)
    Und die Anspielungen mag ich bei Stephen King immer sehr.

    Liebst, Lea.

    Antworten
  12. Danke für diesen ausführlichen Post.
    Ich habe die ganze Zeit hin und her überlegt ob ich mir die Serie anschauen soll.
    Grundsätzlich gefallen mir generell gehypte Serien, Filme, Bücher etc. nicht so sehr.
    Habe nun aber schon von einigen sagen wir mal Serien-Experten-Blogger (und dazu zähle ich dich auch ;) ) gelesen, dass die Serie nicht so gut ist. Ich finde so ein Thema, dass so viel Feinfühligkeit braucht, aber generell sehr schwer umzusetzen und darzustellen.

    alles Liebe deine Amely Rose schau dir gerne meinen London Vlog an.

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  13. Liebe Christine

    Ich kenne die Serie noch nicht, habe aber davon gehört!

    Danke Dir für Deine Meinung und Ansicht!

    Hab ein schönes Wochenende!

    xoxo Jacqueline
    My Blog – HOKIS

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  14. Saskia

    3. Juni 2017 um 9:43 Uhr

    Hallo liebe Christine!
    Ich kann viele deiner Gedanken zur Serie gut nachvollziehen. Mir ging es da an vielen Punkten ähnlich. Ich glaube aber tatsächlich, dass hat auch etwas mit dem Alter zu tun, dass wir viele Gründe heute als „nicht mehr so schlimm“ empfinden. Ich weiß noch, dass in meiner Teenagerzeit, selbst die kleinsten Dinge ein riesen Drama und halben Weltuntergang darstellten.

    Dennoch muss ich sagen, dass mir die Serie gefallen hat und zwar aus einem einfach Grund – sie hat mich nochmal aufgerüttelt. Ich bin allgemein ein achtsamer Mensch und versuche Liebe udn nicht Hass zu verbreiten. Aber jeder kennt das, dass man manchmal Dinge sagt, die für einen selber nichts bedeuten aber bei einer anderen Person etwas ganz anderes auslösen können. Und für diese Sensibilisierung bin ich dankbar :) Abgesehen davon, dass mir die Produktion udn die Schauspieler gut gefallen haben!

    Ich finde es toll, dass du einen kritischen Beitrag verfasst, der zum Austausch anregt! Danke dafür!
    Ich wünsche Dir ein wunderbares Wochenende!
    Liebste Grüße an Dich! ♥ Saskia von http://www.demwindentgegen.de

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