Hinterher ist man immer schlauer: Tipps für eine Reise auf die Färöer Inseln

Die Inseln haben die letzten Jahre viel Aufsehen erregt. Zwar noch bei weitem nicht so bekannt und überlaufen wie Island, ist der Touristenstrom dank einiger Instagram-Hotspots doch starke gewachsen.
Auch was den Walfang anbelangt, machten die Färöer Inseln immer mal wieder Schlagzeilen. 

Letzteres verurteile ich stark, dennoch muss ich zugeben, dass diese Färöer Inseln immer schon eine starke Anziehung auf mich hatten. So sehr, dass ich nach einem ersten Besuch, sogar unbedingt wieder kommen wollte.

Mittlerweile war ich sogar schon zwei Mal dort; ein Mal im Sommer (mit leider abgrundtief schlechtem Wetter) und ein weiteres Mal im Herbst. Und dieser zweite Besuch war dann tatsächlich ziemlich perfekt und hat mir auf Grund der besseren Bedingungen ermöglicht viele (Wander-) Punkte von meiner Liste zu streichen. 

Es gibt viel über diese Inseln zu erzählen, aber in diesem Artikel möchte ich vor allem hilfreiche Tipps für einen Reise auf die Färöer Inseln teilen.
Denn: hinterher ist man immer schlauer.

Faeroer Inseln Reise Tipps

Wie viel Zeit sollte ich mir nehmen?

Das hängt ganz davon ab. Es gibt zahlreiche Touristen, die die Färöer Inseln nur als Zwischenstopp mitnehmen und sie mit einer Reise nach Island verbinden. Dann werden in zwei, drei Tagen die leicht zu erreichenden Fotostopps abgeklappert.
Wer mehr Zeit hat, kann natürlich auch andere Inseln besuchen, wandern gehen usw.

Ich war zwei Mal zehn Tage dort und fand das eine ziemlich gute Zeitspanne.


Wie bist du angereist?

Beim ersten Mal ganz klassischen mit dem Flugzeug. Das zweite Mal mit der Fähre

Tatsächlich wollte ich immer, nachdem während unseres ersten Aufenthalts leider so viel schief ging (mehrere Tage vermisstes Gepäck mit all der Wanderausrüstung, wirklich schlechtes Wetter mit sehr viel Nebel und noch mehr Regen), wollte ich immer noch mal zurück kommen.
Allerdings nie mehr fliegen… Der Anflug war nämlich schrecklich, ich hab’s eh mit Flugangst (ich arbeite dran…) und einer der gefährlichsten Flughäfen der Welt ist’s auch noch… Ich war einfach nicht so scharf darauf, diese Erfahrung zu wiederholen.
Auch, da damals wegen einer Bombendrohung in München, das tagelang verschwundene Gepäck usw. sowieso so viel schief ging, dass ich wirklich keine Lust mehr darauf hatte.

Also sind wir das zweite Mal ab Dänemark mit der Fähre übergesetzt.
(Diese Idee stand zugegeben auch nur deshalb im Raum, weil wir bei dieser zweiten Anreise nicht in München gestartet sind) 

Wie läuft eine Fährfahrt ab?

Die Smyril Line fährt zwei Mal die Woche ab Hirtshals in Dänemark nach Tórshavn.
Nach den Färöern fährt das Schiff weiter nach Island und hat nicht nur Menschen und Autos, sondern auch Fracht geladen.
Die Fähre hat mit dieser Route ein Alleinstellungsmerkmal und ist der einzige Anbieter. 

Als reines Fährschiff sieht es sich dennoch nicht. Es gibt tatsächlich sogar Leute, die damit eine Kreuzfahrt machen? Diese sogenannten Wikingerkreuzfahrten fand ich mehr als schräg. Denn auf den Färöern macht man nur einen kurzen Halbtagesstopp, auf Island bleibt man auch nicht sonderlich lang. Man verbringt also fast die ganze „Kreuzfahrt“ auf dem offenen Meer…
Da gibt es heutzutage doch sicherlich attraktivere Angebote?

Unsere Erfahrungen

Nun gut, für alle anderen hat das Ganze den Vorteil, dass das Schiff im Vergleich zu anderen Fähren durchaus ein Extra an Bequemlichkeiten bietet. Es gäbe ein Kino, ein weiteres Restaurant (für Vegetarier war da leider nichts dabei), nette Aufenthaltsräume und sogar Aktivitäten und ein paar Vorträge. 

Im Vorfeld hatte ich viele weniger gute Bewertungen gelesen, aber ohne Alternative half es ja nichts. Tatsächlich stellte sich aber heraus, dass sich viele dieser Kommentare wohl noch auf die Zeit vor der Renovierung bezogen. Ende 2024 waren unsere Kabinen bereits neu gemacht und auch die Restaurants und Aufenthaltsräume sahen noch sehr neu aus. 

Preislich hat die Fährfahrt etwas günstiger, als das, was wir für Flüge (gibt keinen Direktflug aus Deutschland) und Mietwagen (die sind im Vergleich recht teuer…) gezahlt hätten.

Sparen würde ich mir das Mittagessen. Man verbringt zwei Nächte und etwas mehr als 1 1/2 Tage auf dem Schiff, also kommt man nicht um Verpflegung herum. Die Mahlzeiten im Vorfeld zu buchen, kommt einem auch definitiv etwas günstiger.
Aber da man morgens gut essen kann, man tagsüber nicht so viel macht (außer entspannen, lesen etc.), hat man Mittags nicht gerade viel Hunger. Gerade da es abends auch wieder ein reichhaltiges Buffet gibt.
Notfalls kann man sich aber auch jederzeit etwas zu essen kaufen.

Als Vegetarier war das Buffet übrigens in Ordnung. Auf der Hinfahrt gab es etwas mehr Auswahl an vegetarischen Optionen, während es auf der Rückfahrt sehr Fischlastig war. Aber alles in Allem war es einfacher und besser, als ich gedacht hätte. 

Die Abläufe waren so weit echt gut organisiert (gerade das Boarden), einzig die Ankunft zurück in Hirtshals war wirklich nervig. Im Gegensatz zu unser Ankunft auf den Färöern, mussten wir hier schon wirklich früh aus den Zimmern und Gemeinschaftsräumen raus und standen dann einfach ewig im Gang herum. Um dann noch mal sehr lange im Auto zu sitzen und zu warten, bis es endlich losging…

Man sollte sich definitiv genug zu lesen, ein paar Spiele oder Strickzeug mitnehmen. Die Fährfahrt hat etwas sehr entschleunigendes und gerade in der Lounge (auf der Hinfahrt gab’s immer Plätze; zurück war es schwieriger) war es wirklich gemütlich. Dort den Sonnenuntergang zu beobachten hatte was!

Unsere Kabine

Auf der Hinfahrt hatten wir eine Außenkabine mit Doppelbett; auf der Rückfahrt platzbedingt eine Luxusukabine (leider war zu dem Zeitpunkt nichts anderes mehr frei).
Beide Zimmer waren absolut in Ordnung, letztere Kabine natürlich teurer (und tatsächlich sogar die normale Kabine auf der Hinfahrt sauberer…).
Beide Kabinen hatten einen Fernseher.
Internet kann man sich nur online kaufen; auf der Hinfahrt (mit weniger Gästen) hat es gut funktioniert. Auf der Rückfahrt war es voller und das Internet schrecklich langsam; für mehr als ein paar WhatsApp Nachrichten hat es da nicht gereicht. 

Was den Seegang angeht

Auf unserer Hinfahrt gab es moderate Wellen. Und schon das hat man echt gut gemerkt; man ist immerhin nur auf einer Fähre und keinem riesigen Schiff.
Ich werde nicht seekrank, allerdings fand ich es nachts – im Dunklen und im Bett liegend – total seltsam und irritierend. Da hat das zu sehr unruhigen Schlaf geführt. 

Ehrlicherweise möchte ich das Ganze nicht bei schwererem Seegang erleben und hatte mir ein bisschen Gedanken wegen der Rückfahrt gemacht.
Die war dann allerdings komplett ruhig. 


Schwebender See Faeroer Inseln Reise Tipps

Wann ist die beste Reisezeit?

Das Wetter hängt so stark vom Glück ab, dass ich es gar nicht sagen könnte.
Meine erste Reise auf die Färöer Inseln fand im August statt und wir hatten dermaßen bescheidenes Wetter… Kein einziger Tag war trocken, es war ständig neblig und wirklich sehr, sehr nass. Während dieser zehn Tage haben wir nur sehr kurz die Sonne gesehen und konnten echt nicht so viel unternehmen.

Meine zweite Tour fand im Herbst Ende September/Anfang Oktober statt. Und was soll ich sagen? Im Endeffekt war nur ein Tag ein Totalausfall. Ich brauchte selten mein Regenzeug, wenn dann sogar nur kurz und es hat sich sogar öfter mal die Sonne gezeigt. Ein Tag war sogar perfekt sonnig. 

Das Wetter ist natürlich dennoch wechselhaft und wir hatten auch mal Nebel in den höheren Lagen; wir konnten aber tatsächlich alles an unseren Plänen umsetzen und haben nur ein Mal eine Wanderung vorzeitig beendet, weil sie nicht vorhandene Sicht am Gipfel einfach sinnlos machte.
Dafür war es in dieser Zeit sehr windig.

Weil man das Wetter nicht in der Hand hat und auch wenig Voraussagen darüber treffen kann, wann es besser ist, kann man die Entscheidung nur anhand persönlicher Vorlieben treffen. Im Sommer ist es länger hell, das Gras ist grüner und man kann Puffins beobachten. So richtig warm wird es dennoch nicht; die Durchschnittstemperatur liegt nur bei 13°!

Die Papageientaucher sind im Herbst schon weggezogen, dafür färbt sich alles langsam golden und man kann auch schon mal die ersten, in Schnee getunkten Bergspitzen erleben.


Wie informiere ich mich am besten über das Wetter?

Wir fanden Faroe Islands Live total praktisch.

Auf dieser Seite bekommt man nämlich orts- und stundengenaue Angaben zu Wetter und Wind. Und sogar einen Webcam-Ausblick.

Es ist wirklich verrückt wie unterschiedlich das Wetter je nach Insel und Ort sein kann. Es ist durchaus häufiger vorgekommen, dass wir unsere Pläne spontan geändert haben, da uns ein kurzer Blick auf die Seite gezeigt hat, dass es an unserem eigentlich Ziel zwar gerade geregnet hat, eine Insel weiter aber Sonnenschein herrschte. 

Die Vorhersage ist so akkurat, wie sie eben oftmals bei einem Wetterbericht ist. Aber zumindest tagesaktuell war sie sehr nützlich. 


Gibt es viele Touristen?

Die Färöer waren weder im Sommer, noch im Herbst überlaufen.
Tendenziell waren wir aber überrascht, dass im Herbst noch so viele Touristen unterwegs waren. Es waren immer noch nicht richtig viele, aber aus unserer vergangenen Herbsttouren in die skandinavischen Länder, waren wir weniger gewohnt. Als wir dort waren, gab es wirklich viele asiatische Touristen.

Die alle ein bisschen faul waren, was das Wandern anging und sich sogar lieber Fotos unsere Fotos vom Zielort zeigen ließen, anstatt selbst zu wandern. Aber das ist eine andere Geschichte…

Diesen Eindruck bestätigte auch ein Guide, der selbst überrascht war, dass auf der letzten Tour der Saison noch mal so viele Leute dabei waren.
Aber allzu vielen Leuten begegnete man dennoch nicht; gerade wenn man auf längeren Wanderungen unterwegs war, war man oft ganz allein. 


Faeroer Inseln Reise Tipps

Wie kann ich zahlen?

Man kann wirklich alles und überall mit Karte zahlen. Die Färöische Krone ist 1:1 an die Dänische Krone gekoppelt; tatsächlich drucken die Färöer zwar eigene Geldscheine, benutzen aber die Münzen der Dänen. Bargeld hatte ich aber wirklich in der gesamten Zeit nicht in der Hand.


Sind die Färöer Inseln teuer?

Ja! Wie alle skandinavischen Ziele sind auch die Färöer teuer. Gerade was Unterkünfte, Verpflegung und Mietwagen angeht. 

Benzin kostet an jeder Tankstelle gleich viel und liegt ungefähr bei 1,50€-1,60€. Die Preise waren oft über mehrere Tage stabil. 

Auch die Nutzung der Unterwassertunnel ist kostenpflichtig. (Mehr Infos hier)

Vergleichsweise teuer finde ich die Gebühren für einige Wanderungen. Umgerechnet schlagen die mit ca. 27€ zu buche. 


Wandergebühren?

Ja, für einige Wanderungen werden Gebühren fällig!
Alles Land auf den Färöern ist in Privathand und dementsprechend wollen viele auch Geld mit den Touristen verdienen. 

Man hat sich anscheinend dazu entschlossen, die Preise einheitlich zu gestalten; so verlangen alle einfach 200 DKK (ungefähr 27€). 

Als ich das erste Mal (2016) auf den Färöern war, gab es noch überhaupt keine Gebühren. Dann wurden sie im Hinblick auf die Notwendigkeit Wanderwege anzulegen eingeführt. Von diesen Bauarbeiten sieht man allerdings wenig…
Auf dem Weg zum Kallur Leuchtturm wurde während unseres Aufenthalts gearbeitet. Die Arbeiten auf dem Weg zum Trælanípa waren aber wohl irgendwann mal einfach wieder aufgegeben worden. Da stand noch ein bisschen Zeug in der Gegend rum, aber die Klippe ist weder gesichert worden, noch hat man was an den Wegen gemacht. (Stand Ende 2024)

Eine Übersicht über die Wanderungen, für die eine Gebühr fällig wird, findet ihr hier.

Teuer wird es auch, wenn man zum Beispiel die Wanderung zu den berühmten Drangarnir Klippen machen will. Die ist nämlich ausschließlich mit Guide erlaubt, da es sich um Privatland handelt.

Wir haben damals zu zweit ca. 179€ gezahlt; mittlerweile liegt der Einzelticketpreis schon bei 107€! Ich finde das sehr teuer; gerade wenn man sich überlegt, wie wenig weit und lang die Tour eigentlich ist. 

Am Endpunkt hat man aber wirklich ausreichend Zeit für Fotos, eine Pause usw.
Bevor es zurück ging, wurden in unserem Fall noch gefragt, ob jemand mit dem Boot zurückfahren will. Das kostete natürlich extra, war aber optional. So wie es nun aussieht, ist die Bootsfahrt nun immer inkludiert und erklärt wohl auch die gestiegenen Kosten. (Ich habe keine Option mehr gefunden, bei der man nur Wandern konnte)

Ich würde mir niemals einen Guide nehmen, wenn ich nicht dazu gezwungen bin.
Ich fand es aber auch mal recht interessant mal ein paar Fragen an einen Einheimischen stellen zu können. So habe ich erfahren, dass auf den Färöern jeder gleich mehrere Jobs hat; bei insgesamt nur 54.000 Einwohnern wohl auch nötig…

Gebucht haben wir beim offiziellen Anbieter.


Wie läuft das mit den Tunnel Gebühren?

Auf den Färöer Inseln gibt es lange Unterwassertunnel, die einige Inseln miteinander verbinden oder die Fahrzeit verringern.
Das Nummernschild wird bei der Durchfahrt elektronisch erfasst und bei tunnil.fo kann man sich anmelden und entweder jeweils oder automatisch zahlen.
Aber keine Sorge, man wird auch immer mit einem Schild darauf hingewiesen, wenn man durch so einen Tunnel fährt.

Pro Fahrt liegen die Gebühren bei ca. 7€ – 23€.

Hier sind alle Informationen und Preise genau aufgelistet.


Faeroer Inseln Reise Tipps
Faeroer Inseln Reise Tipps
Faeroer Inseln Reise Tipps

Wo befinden sich die Foto Hotspots?

Vágar

  • Sørvágur – kurzer Spaziergang zum Aussichtspunkt über Trøllkonufingur (einfach eine schöne Aussicht)
  • Bøur Fotopunkt (62.08304 · -7.36223) mit nettem Ausblick auf Tindhólmur and Drangarnir mit einigen Häuschen mit Grasdach
  • Gásadalur – einer DER Fotospots der Inseln. Ganz einfach vom Parkplatz aus zu erreichen und total offensichtlich, wo man hin muss 
  • Sørvágsvatn – ein See, der „über dem Meer“ zu schweben scheint (optische Täuschung). Dort bekommt man auch die Klippe Trælanípa und den Wasserfall Bøsdalafossur zu sehen
  • Dranganir – Wanderung nur mit Guide möglich 

Kalsoy

  • Kallur Leuchtturm – hierfür muss man mit der Fähre übersetzen und ein bisschen Wandern. War auch Drehort für den letzten James Bon Film
  • Mikladalur

Streymoy

  • Saksun – schöne Umgebung und schöner Ort (allein die Straße dorthin!), an dem man ein bisschen herum gehen kann. Bitte gebt kein Geld für das „Museum“ aus… Man kann auch zum Strand wandern.
  • Fossá Wasserfall – sieht man schon von der Straße aus. Es gibt auch Leute, die eine Etage nach oben wandern, aber das halte ich schon für arg gefährlich und nicht ganz so gut ersichtlich
  • Tjørnuvík – nur wer weiter hoch wandert, bekommt den „klassischen“ Blick über die Häuser und den Felsen Risin und Kellingin im Hintergrund. 

Eysturoy

  • Gjógv – hübscher Ort mit netten Perspektiven, wenn man ein bisschen herum wandert. Die Fahrt dorthin ist auch sehr schön!
  • Funningur – die Kirche dort ist ein beliebtes Fotomotiv
  • Mølin Strand bei Eiði
  • Hvíthamar – Aussichtspunkt; kurze Wanderung vom Parkplatz aus

Suðuroy

Um auf diese Insel zu kommen, benötigt man eine Fähre und muss definitiv den ganzen Tag einplanen.

  • Ásmundarstakkur – eine Wanderung mit zwei Optionen. Entweder man hält sich Richtung klippen oder erklimmt den Berg für noch mehr Aussicht
  • Akraberg Leuchtturm
  • Kikarin á Eggini – tolle Klippen! 
  • Vágseiði – ebenfalls toller Ausblick auf die Klippen und man kann quasi direkt davor parken

Mykines

  • Leuchtturm – leider ist die Wanderung dorthin schon seit 2021 nach einem Abgang nicht mehr begehbar. Ob sich die Fahrt dorthin für einen noch lohnt, kommt also darauf an. Puffins kann man hier auf jeden Fall sehen.

Leider war es bei unserem Besuch nicht möglich die Fiordo di Furore (der Abgang zum Strand war gesperrt) zu besuchen. Der Blick über die kleine Bucht und die Brücke scheint wirklich beeindruckend zu sein. 


Ist Tórshavn sehenswert?

Tórshavn ist eine nette Stadt, aber eben mit 13.000 Einwohnern einfach klein. Man ist schnell durch und hat alles wichtige gesehen.
Wir haben uns die Stadt am Tag unserer Abreise angeschaut und das hat zeitlich absolut gereicht. 


Wo darf man seine Drohne fliegen lassen?

Das hängt stark von der Gegend und der Jahreszeit ab.
An den Drangarnir Klippen darf man beispielsweise außerhalb der Puffin Saison (also im Herbst) fliegen, ansonsten aber nicht.
Rund um Trælanípa / Bøsdalafossur darf man nie, weil der im Einflugbereich des Flughafens liegt.

An anderen Orten ist es überhaupt kein Problem und stört auch niemanden.
Wie immer gilt hier: nehmt Rücksicht auf Mensch und Natur und geht mit Verstand an die Sache ran.
In meinem Fall konnte ich die Drohne leider eh nur selten hervor holen, denn der Wind war wirklich extrem und da ich ein kleineres Modell besitze, war das mit diesen Windstärken überfordert.



Wo sollte ich am Besten übernachten?

Auf den Färöer Inseln gibt es zahlreiche Hotels und Ferienwohnungen und -häuser.

Da wir viel Wandern waren und damit auch häufig Kleidung zu waschen und trocknen hatten, wollen wir natürlich mehr Platz und Möglichkeiten dafür und haben uns bei Airbnb umgeschaut.

Auch im Hinblick darauf, dass es die Färöer nicht so mit vegetarischer Ernährung haben, war es uns wichtig, dass wir selbst kochen konnten. 

Wir hatten jeweils sehr tolle Unterkünfte und haben wirklich gute Erfahrungen mit den Vermietern gemacht.

Die Inserate meiner ersten Reise sind nicht mehr online, aber diese Hütte von meiner Herbstreise ist es noch.

Wir haben es geliebt! Man hat einen gigantischen Blick und die Hütte ist sehr gemütlich und toll ausgestattet.
Wissen sollte man, dass man von der Straße und vom Parkplatz ein paar Stufen und etwas Feldweg hinauf gehen muss (aber das wird auch wahrheitsgemäß beschrieben). 
Wir waren zu zweit dort; mit Kindern ist es auch noch okay. Wenn man mit Freunden unterwegs ist, muss einem halt bewusst sein, dass die zwei weiteren Betten im Obergeschoss nur mit einer Treppe vom Wohnzimmer aus zu erreichen und offen sind. Mit vier Erwachsenen und Gepäck könnte es dann auch schon eng werden, aber ansonsten: eine der schönen Unterkünfte meines Lebens! 


Wo kann man essen gehen?

Vor allem in Tórshavn und Klaksvik.
Vegetarier werden wohl eher weniger glücklich werden. Die wenigen Male, bei denen ich dort essen war (und das auch nur während der ersten Reise) hab ich mal nach Alternativen gefragt und die auch bekommen (also beispielsweise dann ein Nudelgericht nur mit Tomatensoße), aber sonderlich viel Auswahl hat man nicht.

Außerhalb der „großen“ Städte wird es eher schwieg. Selbst Cafés gibt es nur wenige. Und gerade als wir im Herbst dort waren, hatten die auch schon nicht mehr geöffnet. 


Welche Wanderungen kannst du empfehlen?

Einen guten Überblick über Wanderungen findet ihr hier.

  • Sørvágsvatn / Trælanípa / Bøsdalafossur – Trotz der Gebühren lohnt es sich die Wanderung zum „schwebenden See“ zu machen! Sie ist ca. 10km lang, 220 Höhenmeter müssen zurück gelegt werden und wir haben gute 2-3 Stunden dafür gebraucht. Aber das vor allem, weil man sich in dem Gelände recht frei bewegen kann und man einfach echt viele Fotos macht. Es gibt überall tolle Ausblicke. Und manchmal fliegt sogar ein Flugzeug vorbei…
  • Dranganir – Wie schon weiter oben beschrieben finde ich diese Sache mit dem vorgeschrieben Guide wirklich schwierig. Man kann die Wanderung daher auch nur an festgelegten Tagen machen. Gelohnt hat es sich für mich wegen des Ausblicks dennoch… Angegeben sind 12km Länge und 415 Höhenmeter, die in ungefähr 5-6 Stunden zurück gelegt werden sollen…. Tatsächlich haben wir die Tour wesentlich schneller geschafft und es war im besten Fall eine Halbtagestour. 
  • Kallur Leuchtturm – eine leichte tour zum Leuchtturm. Wer die berühmte Fotoperspektive bekommen möchte, muss sich auf eine ganz schöne gefährliche Klippe wagen, was ich überhaupt nicht empfehlen würde (gerade bei Wind). Die anderen Stopps auf der Insel (beispielsweise Mikladalur) lohnen sich auch; so wird das ganze mit Fährfahrten etc. auch zu einem Tagesausflug.
  • Tjørnuvík nach Mýlingur – anspruchsvolle Wanderungen zu beeindruckenden Klippen mit tollen Blicken über Tjørnuvík. Die Klippen haben wir leider auf Grund des extrem Nebels dann nicht erreicht, die Ausblicke waren bis zu diesem Punkt aber dennoch toll
    Unterschätzen sollte man die Wanderung allerdings nicht; wir sind einigen Wanderern von unserem Aufstieg, auf dem Rückweg erneut begegnet. Und die hatten den Aufstieg noch nicht mal geschafft; hinkten zeitlich also den Angaben weit hinterher.
  • KlakkurKurze Wanderung zu einem Aussichtspunkt
  • Slættaratindur – Höchster Berg der Färöer. Leider habe ich die Aussicht nie ohne Nebel gesehen.

Wer nur wenig Zeit auf den Färöer Inseln verbringt, wird sich wohl eher an die klassischen Fotopunkte, die schnell zu erreichen sind, halten. Gerade die Wanderung zum Sørvágsvatn darf aber wirklich auf keiner Liste fehlen!
Generell sind die Inseln wesentlich spannender, wenn man auch wirklich Wandern geht. Hält man sich nur an klassische Autostops, verpasst man viele landschaftliche Highlights.

Man sollte beim Wandern allerdings das Wetter wirklich nicht unterschätzen und entsprechende Ausrüstung einpacken.


Die Färöer Inseln sind wahrlich kein Geheimtippp mehr und dennoch gar nicht so überlaufen, wie man denken könnte. Sie sind auf Grund der Gebühren für Wanderungen, Tunnel etc. auch nicht gerade ein günstiges Reiseziel. Die Landschaft ist rau, das Wetter unberechenbar; aber wer Natur erleben und Wandern gehen möchte, wird auf den Inseln auf jeden Fall eine tolle Zeit haben!


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  1. Liebe Christine,

    vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht über die Färöer Inseln. Ich finde es großartig, wie detailliert du die Anreise, Unterkünfte und die Besonderheiten der Inseln beschreibst – gerade die Tipps zur Fähre, zu den Tunnelgebühren und zu den Wanderungen sind sehr hilfreich. Besonders interessant fand ich, wie unterschiedlich die Inseln je nach Wetterlage wirken und wie viel Planung notwendig ist, um das Beste aus einer Reise dorthin herauszuholen.

    Deine persönlichen Erfahrungen, wie die zweite Reise im Herbst mehr Möglichkeiten zum Wandern geboten hat, machen den Beitrag lebendig und geben ein realistisches Bild davon, was einen erwartet. Auch die Hinweise zu Foto-Hotspots und Drohnenregelungen sind super praktisch.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass die Färöer trotz der Kosten und des wechselhaften Wetters ein unvergessliches Erlebnis sind – gerade für alle, die Natur, Ruhe und Wandern lieben.

    Herzliche Grüße,
    Saskia

    Antworten
  2. Mo

    7. April 2026 um 21:03 Uhr

    Liebe Christine,

    ich bin bisher nur literarisch auf die Färöer gereist, aber dein Bericht macht die Inseln auf eine sehr greifbare Weise erlebbar. Besonders deine Erfahrungen mit der Fährfahrt fand ich spannend. Die Sache mit dem Seegang kenne ich nur zu gut. Wir sind einmal von Gran Canaria nach Teneriffa gefahren und natürlich lagen die Tabletten gegen Reisekrankheit im Hotelzimmer. Da war die ganze Familie außer Gefecht. Seitdem weiß ich genau, wo man sich auf einem Schiff am besten aufhält, wenn es schaukelt.

    Auch deine Beobachtungen zu den Wandergebühren und den geführten Touren fand ich interessant. Das wirkt alles sehr speziell und teils auch überraschend teuer. Gleichzeitig klingt es so, als würde man für die Mühe und die Kosten mit beeindruckenden Landschaften belohnt.
    Deine Einschätzung zum Wetter und wie unterschiedlich es ausfallen kann, fand ich ebenfalls hilfreich. Die Idee, Pläne spontan anhand der lokalen Bedingungen anzupassen, macht auf den Färöern wohl wirklich Sinn. Also ein toller Tipp von dir.

    Liebe Grüße
    Mo

    Antworten
  3. Jenny

    5. April 2026 um 13:57 Uhr

    Hey,
    danke für die wunderschönen Fotos und die Zusammenfassung aller wichtigen Punkte.
    Natürlich ist es preisintensiv und da überlege ich genau wohin ich möchte. Aber diese Inseln wären zu traumhaft um sie auszulassen.
    Liebe Grüße!

    Antworten
  4. Hallo liebe Christine,
    deine Fotos sind wirklich atemberaubend. Da möchte man am Liebsten direkt hinreisen und sich alles einmal selbst anschauen.

    Ich finde es schade, dass es dann doch ein paar nicht so schöne Punkte auf der Reise gab. Und dennoch hast du mich wirklich sehr neugierig machen können.

    Bei deinen Worten zum Schiffsgang: Ich konnte das gerade so nachvollziehen! Ich habe mich direkt an eine Kreuzfahrt erinnert (und wir sprechen hier von einem großen Schiff), bei dem wir in der Nacht leichten Wellengang gespürt haben. Das hat mich total irritiert und ist mir (mental) auch nicht unbedingt so gut bekommen. Ich habe im Halbschlaf irgendwie total Panik gekriegt. Daher konnte ich vermutlich gut verstehen, wie es dir ergangen sein könnte.

    Ich danke dir für diesen hilfreichen Bericht und für das Teilen dieser wunderschönen Fotos.

    Ich wünsche dir ein wunderschönes Osterwochenende.

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

    Antworten
  5. Yasmina

    3. April 2026 um 21:44 Uhr

    Ja der März dachte sich wohl er macht einen auf April 2.0 :D Im Allgäu hat es auch nochmal richtig geschneit, das is ja auch nicht so weit weg von uns.
    Ich hab so das Gefühl, dass die Freundlichkeit damals mit den ganzen Lockdowns verschwunden is. Also hab es nicht in Erinnerung, dass es davor auch schon so schlimm war. Aber irgendwie sind alle immer richtig aggressiv.
    Ja total übel, bin auch gespannt wo die Preise noch hingehen werden ^^

    Oh wow das is ein richtig schöner Post <3 Die Färöer Inseln stehen bei mir tatsächlich auch sehr weit oben auf der Liste. Denke ich mache dann auch so 7-10 Tage.
    Ich würde wohl fliegen, ich liebe fliegen aber auch <3 Bin durch Madeira auch schon einen weiteren schlimmen Flughafen gewöhnt :D Wir mussten damals auch ein 2. Mal durchstarten um dann zu landen, das war schon abenteuerlich.
    Ich bin auch allgemein nicht so der Fan von Fähren, bin als Kind öfters mal mit der Fähre vom spanischen Festland rüber nach Marokko und da war ich immer froh wenns vorbei war. Wobei das is auch schon ewig her, vielleicht sind die mittlerweile auch alle weiter und besser ^^
    Das mit dem Wetter is mittlerweile eh nur noch reines Poker spielen. Ne Freundin war mal im November auf den Malediven, eigentlich einer der besten Monate und sie hatte jeden ihrer 10 Tage zumindest mal einen Schauer – da regnet es eh selten den ganzen Tag durch. Aber so sicher kann man sich da auch nicht mehr sein.
    Die Bilder sind auf jeden Fall ein Träumchen, danke dir fürs Teilen <3

    Antworten
  6. Ich kenne die Färöer Inseln nur aus dem Internet. Deine beeindruckenden Bilder machen Lust auf einen Besuch. Auf meiner Liste steht Island weit oben, vielleicht sollte ich da nachbessern. Anfang des Jahres war ich im Süd-Westen der USA. Wandern geht dort nur bedingt. Da ich gern laufe, hat mein Partner mich an einem Punkt abgesetzt und später wieder eingesammelt. Was mir dort auffiel, sind die enormen Preissteigerungen für die Nationalparkbesuche.
    Seit Jahren wandere ich immer wieder im Winter auf Madeira. Auch dort muss man jetzt für Wanderungen zahlen. Und auch du schreibst ähnliches von den Färöer Inseln. Ich verstehe, dass Tourismus Geld kostet. Alles soll erhalten werden. Aber es werden einige Urlauber wegbleiben und die Zeche zahlen die Hotel- und Restaurantbesitzer.

    Antworten
  7. Was für beeindruckende Fotos, liebe Christine. Ich war noch nie dort. Meistens zieht es uns in Richtung Süden. Aber irgendwann einmal möchte ich auch den Norden bereisen. Dankeschön für die vielen hilfreichen Tipps!
    Liebe Grüße
    Christine

    Antworten
  8. Romy

    2. April 2026 um 18:02 Uhr

    Sehr interessant – man könnte auch sagen, man wächst mit seinen Aufgaben. LG Romy

    Antworten
  9. Ein sehr schöner und ausführlicher Bericht. Deine Bilder sind mal wieder phänomenal. Die Landschaft lädt gerade dazu ein, fotografiert zu werden. Ich kann mir vorstellen, dass das Licht jedes Mal anders ist. Dauerhafter Regen ist natürlich nicht so prickelnd.

    Ich weiß nicht, ob mich die Inseln persönlich reizen würden. Von der Landschaft her ganz bestimmt, aber die Temperaturen….

    Liebe Grüße
    Sabine

    Antworten
  10. Eine Freundin von mir war vor zwei Jahren dort und ich war sehr hingerissen von ihren Fotos. Genau wie jetzt von Deinen. Wunderschöne Atmosphäre strahlen Deine Fotos aus.
    Ich hab dann auf Insta ein bißchen nach Faroer-Inseln gestöbert und dabei gelernt, dass die Inseln kurz davor seien, dem Insta- und anderen Hypes zu erliegen. Ich hoffe, dass es nicht so kommt, habe auch schon was von Zugangsbeschränkungen gelesen.
    Wir haben noch eine große Skandinavien Reise auf unserem Wunschzettel. Deinen ausführlichen Beitrag mit Tipps und Erklärungen werde ich mir auf jeden Fall speichern.
    Liebe Grüße
    Britta

    Antworten
  11. S.Mirli

    30. März 2026 um 10:21 Uhr

    In letzter Zeit hört man immer öfter von Reisen auf die Färöer Inseln, deshalb schön zu hören, dass sie trotzdem noch nicht SO überlaufen sind. Das hat mir in letzter Zeit etwas die Lust am Reisen genommen, dass der Massentourismus anscheinen vor keinem Ort halt macht. Bisher hatte ich die Inseln noch nicht auf dem Schirm für mich, aber wenn ich mir deine traumhaft schönen Bilder so ansehe. Aber erst ist dann man Island an der Reihe …
    Ich wünsche dir eine wunderschöne Frühingswoche im Idealfall ohne Schnee ;-), alles Liebe, x S.Mirli!
    https://www.mirlime.at

    Antworten
  12. Ines

    29. März 2026 um 16:43 Uhr

    Beeindruckende Landschaft. Ich liebe das Licht auf deinen Bildern mit den Kontrasten zwischen Landschaft und Himmel/Wasser.

    Gefallen würde es mir dort. Die Anreise hält mich bisher davon ab. Vielleicht raffe ich mich irgendwann dazu auf.

    Einen schönen Sonntag wünscht dir
    Ines

    Antworten