Meine Tipps für Urlaub in Rumänien: Dinge die ich nicht mehr machen würde

Rumänien ist ein Land, was wir vor unserem Urlaub nicht so ganz auf dem Schirm hatten. Also ja, ich hatte ein paar Artikel darüber gelesen wie schön Transsylvanien ist und die haben ja auch letztlich dazu geführt, dass ich mich überhaupt näher mit dem Land auseinander gesetzt und wir dann unseren Urlaub dort verbracht haben. Aber erst mit der Urlaubsplanung ist mir richtig bewusst geworden, wie schön das Land ist!

Auch wenn es jetzt gleich eher darum gehen soll, was ich meiden und niemanden empfehlen würde, ist es mir daher noch mal wichtig zu betonen, wie sehr uns das Reisen durch Rumänien gefallen hat! Dennoch gibt es ja in jedem tollen Land die ein oder andere kuriose Sache, die man gerne vorher gewusst hätte.

Also auch, wenn ich eine Reise nach Rumänien absolut empfehlen kann; hier sind die Dinge, die ich nicht mehr machen würde (und keinem empfehlen kann).  


Eine gefühlte Ewigkeit für Schloss Bran anstehen

Wenn man durch Rumänien und Transsylvanien reist, darf natürlich ein Besuch des Schlosses, in dem DER Dracula gelebt hat, nicht fehlen. Gut, jetzt war es aber leider so, dass Bram Stoker Rumänien nie besucht hatte und Schloss Bran (allerdings nennt er nie dessen Namen) nur über Berichte von Dritten zum Schauplatz seiner Dracula Geschichte machte. Dabei wurde er wohl vom Grafen Vlad III. (auch Vlad der Pfähler genannt) inspiriert – dass der jemals im Schloss Bran residierte ist historisch jedoch nicht belegt. Eigentlich war der nämlich auch gar nicht Fürst von Transsylvanien, sondern der Walachei. Bran gilt dennoch überall als die Residenz Draculas und das hat einen Grund: die Kommunisten vermarkteten das Schloss als Dracula-Schloss.

Gut, das mit dem Dracula ist also so oder so hinfällig, aber das ändert nicht daran, dass das Schloss von Außen wirklich sehr hübsch ist! Die Betonung liegt allerdings von Außen. Innen – ich bin wohl auch ein wenig verwöhnt von unseren bayerischen Königsschlössern – erwartet einen nicht viel. Ein bisschen lieblose, alte Einrichtung, seltsam sanierte Innenräume mit Steckdosen überall und sogar die ein oder andere seltsame „Kunst“ Installation, die wirklich selten befremdlich wirkt. Noch dazu kostet der Besuch der Folterkammer oder des Zeittunnels (interaktive Ausstellung) extra.

Einzig der Innenhof…

Einzig der wirklich schöne Innenhof macht evtl. die ewig langen Wartezeiten wett. 
Tatsächlich ist die Lage vor Ort im Sommer (unter der Woche) auch recht chaotisch. Hat man einen Parkplatz ergattert, schiebt man sich mit vielen anderen Leuten an den zahlreichen Souvenirshops vorbei, wo man dann wieder sehr lange in einer Schlange steht, bis man rein darf und sich mit zig anderen Touristen durch die engen Gänge schiebt (wodurch es oftmals nur sehr langsam voran geht).  

Ich habe in vielen Berichten gelesen, dass es mittlerweile auch außerhalb der Saison total überlaufen dort ist – ich würde mir die Zeit also eher sparen.
Das Schloss und der Bereich drum herum ist schon seeehr touristisch, hat wenig Historisches zu bieten und noch weniger mit Kultur, als mit Kohle scheffeln zu tun.


Castelul de Lut besuchen

Jetzt wird es noch mal eine ganze Stufe touristischer. Ich hatte diese süßen Häuschen leider im Internet gesehen. Und da unsere Route eh daran vorbei führte, dachte ich mir, das wäre ein netter Stopp.
Das Schild am Ticketschalter, dass einem darüber aufklärt, dass man keine Speisen und Getränke auf das Gelände nehmen darf, hielt ich anfangs noch für ein gutes Zeichen. In meiner Naivität war ich der festen Überzeugung, dass man dort dann sicher Einges besichtigen dürfte. Allerdings stellte es sich schnell heraus, dass der Grund dafür vielmehr das eigene Restaurant war…
Ansonsten hatte der Bereich leider auch nur sehr wenig zu bieten. Die vermeintlich niedliche Häuser konnte man nur von Außen besichtigen (schön mit verhangenen Fenstern). Mal davon abgesehen, dass man nirgends hin oder hinein durfte, umkreist man die paar Gebäude innerhalb von 10 Minuten. Das lässt den Eintrittspreis (ca. 14€ pro Person) dann schon zum Wucher werden!

Mittlerweile scheint die Anlage laut Google sogar geschlossen zu sein? Ich habe ein paar widersprüchliche Informationen dazu gefunden, on man die Gebäude vom Restaurant aus (für das man Eintritt zahlen muss?) noch sehen kann oder nicht. 

Egal, fahrt da einfach nicht hin. 


Die Transfăgărășan nicht früh, sondern sehr früh besuchen

Die Transfăgărășan ist wohl eine der berühmtesten Straßen Rumäniens und wirklich schön! Wir waren tatsächlich sogar relativ früh vor Ort, aber tatsächlich war schon gegen 9 Uhr echt viel los. So richtig viel! Die Parkplätze am Damm weiter unten (wir kamen von Arefu) waren schon komplett dicht und auch an der Spitze des Passes war nichts mehr zu kriegen. So bekamen wir zwar ein paar kurze Ausblicke, aber sich ein bisschen Aufzuhalten und gar rund um den Bâlea-See zu spazieren, war überhaupt nicht möglich.
Übrigens wären auch die Parkplätze an der Seilbahn (wenn man von der anderen Seite kommt) bereits komplett überfüllt.
Im Sommer muss man also wirklich sehr früh kommen, wenn man nicht nur über den Pass fahren und sich etwas umschauen möchte. 

PS: Solltet ihr Bären sehen wollen, stehen hier eure Chancen besonders gut. Während unseres Besuchs haben sich gleich vier oder fünf herumgetrieben. Und wurden – natürlich…- von den Touristen gefüttert. Da wundert einem nix mehr… 


Einem netten Mann glauben, wenn er: „Possible! Possible!“, sagt

Vor unserer Wanderung zum Bucura-See (übrigens eines meiner absoluten Highlights!) mussten wir erst mal weiter hinein in den Rezetat Nationalpark, um unseren Ausgangspunkt zu erreichen. Dass die Straße nicht die Beste sein würde, hatte ich bereits gelesen. Auch, dass man gezwungen werden würde, sehr langsam zu fahren.
Aber schon der Weg bis zum Eingang (an dem eine kleine Gebühr fällig wird, aber eine wirklich kleine) war recht beschwerlich und als ich die Schlaglöcher weiter hinten sehen konnte, habe ich den Herrn an der Kasse erst mal gefragt, ob er denkt, dass das mit unserem Auto (wir waren zu fünft unterwegs und hatte natürlich ein etwas größeres) überhaupt machbar wäre. Seine Antwort darauf: „Possible! Possible“ und ein Daumen nach oben.
Ne halbe Stunde später war sich eigentlich keiner im Auto – außer mein Papa – noch sicher, ob das noch so possible sein würde.

Die 15km haben sich wirklich lang gezogen. Und wir haben eine gute Stunde dafür gebraucht. 

An einer der letzten, total unterspülten und steilen Kurve, hatten bereits Geländewagen aufgegeben. Mein Papa bestand darauf, dass er das hinkriegen würde.

Als er dann auch noch meinte, dass wir die Fenster öffnen sollten, damit er die Geräusche der Reifen hören würde, waren wir anderen endgültig schweißgebadet. Das alles auch noch bei nicht vorhandenem Handynetz und mit Mietwagen… puh, das war etwas viel Abenteuer!
Hat sich zwar mehr als gelohnt, aber der Kerl mit seinem possible war mir dennoch ein wenig zu optimistisch. 

Ein paar mehr Eindrücke der Fahrt und Wanderung findet ihr auf Instagram.


Den Bigar Wasserfall besuchen

Solltet ihr eh in der Region sein, kann man diesen Stopp gerne mitnehmen! Generell gäbe es mit dem Lacul Ochiul Beiului und dem Beusnita Wasserfall auch noch weitere schöne Punkte in der Region. 

Was den Bigar Wasserfall angeht, muss man sich allerdings bewusst machen, dass ein Teil des Wasserfalls eingestürzt ist und er daher nicht mehr so aussieht, wie auf den meisten Fotos, die man noch immer überall sieht. Schön ist ein Spaziergang dort dennoch!
Was den Beusnita Wasserfall anbelangt, kann man sich diese kleine Wanderung in den Sommermonaten sparen. Denn dann führt er quasi kaum bis gar kein Wasser mehr. 


Im Donaudelta ein Fischerdorf besuchen

Ein Fischerdorf im Donaudelta sollte man bestenfalls nur im Zusammenhang mit einem anderen Ziel besuchen. Zum Beispiel, wenn man den Letea Wald und seine Wildpferde besucht oder wenn man bei Sulina sehen will, wo die Donau im Schwarzen Meer mündet.
Dort bekommt man bereits einen guten Einblick in die einfache Lebensumgebung – mit „Straßen“ die nach dem Regen zu Schlammwegen werden – der Einwohner mit. Im Donaudelta gibt es so vieles an faszinierender Natur zu sehen, da würde ich nicht extra eine Tour zu Fischerdörfern buchen! 

Dass sich das Donaudelta aber wegen allem anderen lohnt, könnt ihr euch hier anschauen.


Auch wenn ich diese Orte nun also nicht unbedingt weiterempfehlen kann, ist und bleibt Rumänien ein wirklich tolles und vielseitiges Reiseziel, dass uns in mehr als einer Hinsicht überrascht hat. Wer die Natur liebt, wird in den Karpaten beim Wandern und in der sehr eigenen Atmosphäre des Donaudeltas mehr als glücklich werden.


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  1. Liebe Christine, ich freue mich über diese „Don’t-Liste“, denn ich habe auch schon viel Postitives über Rumänien gehört und es steht daher durchaus auf unserer Liste der Möglichkeiten. (Und vor allem über das Donaudelta habe ich einen tollen, sehr verlockenden Multimedia-Vortrag bei einer Reisemesse gesehen…)
    Kann auf jeden Fall sein, dass wir dann einiges versucht hätten, was andere Rumänien-Touristen ebenfalls machen – wie z.B. Dracula einen Besuch abzustatten. Was die „eine-Stunde-für-15-Kilometer“-Sache betrifft – das kommt mir reichlich bekannt vor, uns ging es mit einer 16-km-Strecke in Tasmanien ähnlich… bis auf den Possible-Mann .
    Alles Liebe, Traude

    Antworten
  2. In Rumänien war ich noch nie und hatte ich eigentlich auch nicht auf meiner Reisliste stehen. Ich mag es absolut nicht, wenn Gäste abgezockt werden! Danke, dass du deine Erfahrungen mit uns geteilt hast.
    Liebe Grüße und einen guten Wochenstart,
    Christine

    Antworten
  3. Hallo liebe Christine,
    aktuell sind wir auch noch sehr unsicher, wohin unsere nächste Reise gehen soll. Von daher habe ich deinen Reisebericht gerade mit großem Interesse gelesen. Und ich liebe ja deine Bilder! <3

    Die Häuschen sind wirklich schnuckelig. Ich finde es sehr schade, dass der Eintrittspreis im Verhältnis für das, was man sich letztlich ansehen kann, so hoch ist. Aber ich fürchte … ich hätte vermutlich auch den Eintritt bezahlt, alleine, um die Häuschen einmal in "live" sehen zu dürfen.

    Und schade, dass Schloss Bran so überlaufen war. Da hätte ich allerdings auch einen Besuch hin machen wollen.

    Der Wasserfall sieht ja traumhaft schön aus! Überhaupt die gesamte Landschaft.

    Vielen Dank für diesen tollen Beitrag! <3

    Ganz liebe Grüße
    Tanja :o)

    Antworten
  4. Jenny

    7. Februar 2026 um 10:33 Uhr

    Hey,
    das sind wundervolle Plätze und ich denke, viele ziehen das Land gar nicht in Betracht.
    Liebe Grüße!

    Antworten
  5. Tati

    3. Februar 2026 um 18:42 Uhr

    Hallo Christine,
    ich selbst war noch nie in Rumänien. Auch wenn du diese Ort nicht unbedingt weiterempfehlen kannst, ist das Land sicherlich eine Reise wert. Die Bilder sind jedenfalls ganz große Klasse. :)
    Ich habe mich sehr über deinen Besuch bei mir gefreut und wünsche dir – wenn auch ein bisschen spät – alles Gute für 2026.
    Eine angenehme Woche und herzliche Grüße, Tati

    Antworten
  6. Romy

    3. Februar 2026 um 17:55 Uhr

    Ein Land mit wunderschönen Landschaften und man darf auch nicht vergessen, dass man dort noch relativ günstig Urlaub machen kann. Werde ich garantiert mal besuchen. LG Romy

    Antworten
  7. S.Mirli

    3. Februar 2026 um 10:40 Uhr

    Meine Eltern haben vor einigen vielen Jahren eine Reise durch Rumänien gemacht (weil wir anscheinend iiiirgendwie Wurzeln dort haben, frag mich nicht) und waren ebenso begeistert, deshalb möchte ich es mir auch irgendwann einmal ansehen. Lustigerweise habe ich erst kürzlich eine Doku über „Draculas Burg“ angesehen, dass die eben genau genommen nichts mit Dracula im eigentlichen Sinn zu tun hat, aber wenn es dem Tourismus hilft …
    Die Bilder des Wasserfalls sind ein Traum, fast schon eine mystische Stimmung.
    Wenn es dann einmal so weit ist, werde ich mir deine Tipps zu hundert Prozent merken, also vielen Dank dafür.
    Ich wünsche dir eine fantastische neue Woche, alles Liebe, x S.Mirli
    https://www.mirlime.at

    Antworten
  8. Rumänien ist sicher ein schönes Land liebe Christine. Deine Bilder sind auf jeden Fall sehr schön. Aber wie wohl überall gibt es Plätze, die entweder touristisch überfüllt sind oder landschaftlich nicht das halten, was Prospekte oder Berichte vorgaukeln. Ist uns am Peloponnes auch passiert.
    Das Land hatte ich bisher allerdings nicht auf der Besucherliste. Und ich weiß nicht, ob es mal drankommt. Es gibt ja noch soviele andere schöne Plätze….
    Danke für Deinen lieben Besuch in meinem Blog.
    Alles Liebe
    Violetta

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  9. Ines

    3. Februar 2026 um 9:53 Uhr

    Beeindruckende Bilder! Die Transfăgărășan sorgt schon beim Anblick der Bilder dafür, dass mir schummrig wird. Wie gut, dass ihr das heil überstanden hat. War ja möglich … Möglich ist keine Garantie offenbar …

    Da ich niemals freiwillig dorthin reisen werden, freue ich mich, hier bei dir etwas aus diesem beeindruckenden Land gesehen zu haben.

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  10. Aber so ein tolles Abenteuer wie mit dem Auto durchs Gefälle zu fahren hättet ihr doch sonst nie erlebt… und ihr habr’s alle überlebt, also war es eindeutig „Possible“! :-))) Na, komm, daran wirst du dich ewig erinnern,,, :-)))
    Die Touristen füttern die Bären? Nein, da wundert einen wahrlich nix mehr…!!!
    Und was die beiden Schlösser angeht, na ja, Schloss Bran muss man doch eindeutig besucht haben, schon allein wegen der Dracula-Story… und das andere schaut einfach pittoresk aus! Allein schon wegen der tollen Fptos scheint es sich doch alles gelohnt zu haben.
    Liebe Grüße
    Maren

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  11. Danke für die Tipps, was man sich bei einem Besuch in Rumänien sparen könnte. Das Dracula Schloss hätte ich bestimmt ins Visier genommen. Aber man kann sich denken, dass es nur für die Touristen vermarktet wird. Ansonsten scheint das Land landschaftlich wunderschön zu sein.

    Liebe Grüße
    Sabine

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