Ein holpriger Start ins neue Jahr

Warum es hier (und auch generell) so lange still war? Mein Start ins neue Jahr war etwas holpriger als mir lieb ist.

Kurz nach Neujahr hatte ich ein unglückliches Zusammentreffen mit einem Schlitten. Irgendein Idiot hielt es für eine gute Idee seinen Schlitten allein den Berg herunter zu schicken. Wobei. Vielleicht war das sogar mein Glück. Wenn ich die Folgen eines unbemannten Schlittens so betrachte, wäre es wohl wesentlich schlimmer ausgegangen, wäre jemand drauf gesessen (und ich gehe mal davon aus, dass jemand der so was macht, auch zu dumm dazu ist, einen Schlitten vernünftig zu fahren).

Jeden Tag steht ein Dummer (Tourist) auf…

Lange Rede, kurzer Sinn: ein gewaltiger Aufprall ließ mich über meinen eigenen Fuß fallen. Kann man sich nicht so gut vorstellen, erst recht nicht so wirklich erklären. War eben eine sau dumme Sache, bei der ich selbst gar nicht mehr so genau weiß wie sie überhaupt passieren konnte.
Und während ich noch der Überzeugung war, der Bluterguss vom Schlitten wäre wohl das, was mir die nächsten Tage Schmerzen bereiten würde (obwohl man ernsthaft die beiden Kufenabdrücke sehen hat…) und ich ganz normal nach Hause ging, zeigte sich beim Ausziehen des Schuhes leider ein anderes Bild. Mein Fuß war wohl doch nicht so glimpflich davon gekommen.

Was folgte war ein ziemlich nerviger Besuch im Krankenhaus, Röntgen, erst mal Entwarnung und dann das Grauen in Form von Thrombosespritzen. Die verpasste man mir mal eben so auf einem Stuhl sitzend (wäre ja auch Quatsch gewesen, wenn ich den extrem geschwollenen Fuß irgendwo hätte hochlagern können), drückte mir unterschiedlich hoch eingestellte Krücken in die Hand und schickte mich mit sich verabschiedendem Kreislauf auf den Gang. Spritzen und mein Kreislauf haben sich noch nie sonderlich gut vertragen…

Von Thrombosespritzen und sexy Krankenschwestern…

Und ich sag euch: Kack Dinger sind das! Sowieso (weil die brennen) und vor allem, wenn man eh ganz schöne Panik vor Spritzen hat. Wäre zu dem Zeitpunkt nicht noch meine Schwester hier gewesen, wäre es schwierig geworden (war es sowieso schon)… So schaffte sie es – als „sexy“ Krankenschwester verkleidet – wenigstens irgendwann das quengelnde Kleinkind, in das ich mich verwandelt hatte, zu den Spritzen zu bewegen.

Die ersten Tage waren also erst mal die Spritzen mein großes Problem. Ein paar Tage stellte ich mich auf Grund des Blutergusses am Rücken noch mit den Krücken arg an, es kam der Sturm, viel machen konnte man eh nicht und ich wurde gut von meinem beständig pochenden Fuß abgelenkt.

Aber irgendwann setzt ja wieder die Realität ein und es war klar, dass ich mit dem Fuß nun irgendwohin musste. Ein Hoch, auf das Zauberwort „Privatversichert“… Meine Physiotherapeutin bot mir gleich am ersten Tag das Du an („Wir werden uns ab jetzt ja öfter sehen.“) und ein MRT bestätigte dann zum Glück keinen Bruch und kein anderes Syndrom, dass anscheinend recht schlimm gewesen wäre, dessen Namen ich aber nicht mal zwei Sekunden lang behalten konnte. Egal, haben wir nicht, brauchen wir nicht wissen.
Ein Band ist angerissen und zwei sind ab; aber das war nun auch nichts mehr, womit man nicht gerechnet hatte. Wobei die beim MRT und im Krankenhaus mir – natürlich! – noch mal so richtig Angst wegen einer notwendigen OP machten…

Elegant wie eine Elfe

Mittlerweile hat mein Fuß das gesamte Farbspektrum eines Blutergusses durchlaufen und pendelt sich aktuell bei einem abschwellenden Lila ein. Er pochte bevorzugt abends im Bett und morgens sehr schmerzhaft, dank der zurück gegangenen Schwellung lässt er sich nun allerdings endlich vernünftig tapen. Das gab mir noch in der Praxis sofort ein ganz neues Lebensgefühl. Man glaubt kaum wie sehr man sich darüber freut, wieder ohne Krücken stehen zu können! Oder nachts mal eben aufs Klo zu gehen (gut, Durchfall darf man nicht haben; immerhin hat das Ganze mehr Ähnlichkeit mit einer watschelnden Schnecke als einer dahin gleitenden Elfe…).

Generell merkt man bei so einer Sache schnell (und ich habe nur gerissene Bänder! Keinen gebrochenen Fuß…), wie sehr man doch auf seine Mitmenschen angewiesen ist. Aktuell fährt mich meine Mama, als wäre ich wieder 5 oder so, zu jedem Termin. Auch das mit der Essensbeschaffung gestaltet sich schnell schwierig (als ich hier mal für ein paar Stunden allein war und Hunger hatte, kam nur eine Mandarine in Frage; die ließ sich nämlich vom Korb in die Tasche meines Pullovers stecken und so – trotz Krücken – zum Tisch verfrachten…). Oder transportier mal deinen Laptop, ein Buch, das Handy oder was auch immer, vom einen Zimmer in das nächste. Vom Duschen oder Haare waschen etc.pp fange ich erst gar nicht an. Ach ja, ganz zu Schweigen von etwaigen Tiefs, die mich gerade in der ersten Woche regelmäßig erfasst haben. Sei es auf Grund der penetranten Schmerzen, des mangelnden Schlafes oder bekloppter Krankenhausmitarbeiter. In so einer Situation kann man nur heilfroh sein, wenn man die Familie um sich hat.

Im Moment geht es meinem Fuß schon ziemlich gut. Nachdem die ersten 1 1/2 Wochen verdammt schmerzhaft waren und die nicht abklingende Schwellung auch schon besagtes, unaussprechliches Syndrom ins Spiel brachte, ging es nun nach der eindeutigen Klärung umso schneller bergauf. Auch wenn mich anfangs gerne Mal eine Dame im Rollator überholt hat…
Kühlpads sind zwar noch gute Freunde von mir, ich sehe meine Physiotherapeutin auch noch öfter als mir lieb ist und Autofahren darf ich allein aus versicherungstechnischen Gründen schon nicht, aber: es gibt wieder Schuhe, die passen, Stehen ist eh kein Problem und auch Gehen läuft schon. Auch das doch immense Schlafdefizit hohle ich nun langsam wieder auf.

Und so bin ich also gerade dabei nach zu langer Weihnachts-/Neujahrspause wieder in einen normalen Alltag reinzufinden.


PS: Die Ironie von der Geschichte: ich sollte doch das nächste Mal einfach auf Tabletten gegen Thrombose bestehen, verriet mir meine Physiotherapeutin. Haha.

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  1. Swenja

    31. Januar 2018 um 9:44 Uhr

    Ich wünsche dir gute Besserung und möge dein Fuss ganz schnell heilen… Schön, dass du Menschen hast die in diesen Zeiten für dich da sind. Da merkt man wirklich, wie schwierig das Leben allein sein kann.

    Jetzt kann es 2018 ja nur noch Bergauf gehen :D

    Liebste Grüsse
    Swenja
    http://www.overtheview.ch

    Antworten
  2. Diana

    30. Januar 2018 um 20:53 Uhr

    Ich habe schon auf Insta gesehen, dass du einen Unfall hattest. Ich wünsche dir gute Besserung und dass es noch schneller bergauf geht.
    LG, Diana

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  3. Ach mensch, dass ist ja wirklich ein mehr als blöder Start ins neue Jahr. Und du hast Recht, die Spritzen sind wirklich fiese kleine Dinger. ich wünsch dir gute Besserung. LG Romy

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  4. Paleica

    29. Januar 2018 um 10:21 Uhr

    ich hab das ganze ja so am rande schon ein wenig mitbekommen und bis auf die farbe der krücken kann ich nur sagen: schöne scheiße. verzeih die fäkalsprache, aber sowas kann man ja auch nicht schönreden. trotzdem glück im unglück, dass nicht noch mehr kaputt gegangen ist und an dir rumgeschnipselt werden musste. ich wünsch dir jedenfalls (weiterhin) schnelle heilung und mach brav physiotherapie. mein eingerissenes band nach dummen umknicken mit 14 und vermiedenem arztbesuch hat mir mein gesamtes rückendrama 2014/157ff beschert. also schön drauf achten, dass keine falsche schonhaltung bleibt.

    dankeschön <3 ich beneide dich ja immer, weil du den eibsee und die zugspitze ums eck hast und dir damit ganz gut so einen "perfekten" tag gönnen kannst :)

    tod ist wohl immer erschütternd und bei menschen, die in wahrheit lang "vor ihrer zeit" gehen mussten oder gegangen sind nochmal mehr. aber das leben fragt leider nicht.

    ich muss auch sagen, dass von all den leuten, die ich aus der blogosphäre kenne, tatsächlich keiner zu so nem klassischen "influencer" geworden ist. und viele halten das ja auch gar nicht lange durch. 24/7 ihr leben zu plakatieren, das packt ohnehin keiner. irgendwie denke ich, man verkauft da echt seine seele zu einem sehr niedrigen preis. denn letztlich sind die auch alle nichts anderes, als verkäuferinnen, von denen aber soviel mehr einsatz gefordert wird. aber wer weiß, möglicherweise ist "influencer" das neue "modelbusiness". ich sehe instagram vor allem was junge frauen angeht, extrem kritisch.

    ja, pinterest hingegen ist wirklich noch etwas wie inspirationsquelle. da gibt es soooviele schöne ideen. auch zu günstigen preisen und zum selbermachen. das mag ich daran einfach gern.

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  5. Jimena

    28. Januar 2018 um 15:56 Uhr

    Ach du arme! ich drücke dir die Daumen, dass es dir bald wieder besser geht und du schnell wieder fit bist :)

    Liebe Grüße
    Jimena von littlethingcalledlove.de

    Antworten
  6. Miriam

    28. Januar 2018 um 14:51 Uhr

    Oh man das hört sich echt alles nicht so toll an :(

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  7. Carolin

    28. Januar 2018 um 14:44 Uhr

    Ach du liebe Güte! Das war ja wirklich kein besonders guter Start ins neue Jahr. Aber vielleicht bedeutet das ja auch, dass 2018 ab jetzt nur noch besser werden kann. Ich drücke dir die Daumen, dass bald alles wieder normal ist. :)

    Antworten
  8. Ohje, das hört sich aber alles gar nicht gut an … Ich drücke dir beide Daumen, dass es schnell heilt und die Schmerzen nachlassen!

    Antworten
  9. Ach herrje, ich hatte mich schon gewundert… das war natürlich echt Pech! Bei den Thrombosespritzen kann ich dich total verstehen, hasse die Dinger auch! Mein Mann spritzt mir die dann selbst und ist total gnadenlos so a la „Als Arztgattin muss man das abkönnen“…ich lass mich lieber scheiden xD
    Love, Héloise
    Et Omnia Vanitas

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  10. Sarah

    27. Januar 2018 um 18:20 Uhr

    Ohh nein :( Was für ein Pech aber auch. Ich wünsche dir gute Besserung!
    Viele Grüße
    Sarah

    Antworten
  11. alina

    27. Januar 2018 um 16:44 Uhr

    Ui, das hört sich ja nicht so super an. Es ist wirklich nach einer Zeit nervig, wenn man immer auf andere angewiesen ist, obwohl man gewohnt ist alles selbst zu machen. Aber das geht ja zum Glück vorüber.
    Ich wünsche dir noch eine gute Besserung :)
    Liebe Grüße,
    alina von http://alinapunkt.blogspot.de/

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  12. Charli

    27. Januar 2018 um 15:54 Uhr

    Meine Güte, ich hatte mich wirklich schon gewundert und wollte schon nachfragen, ob die „Weihnachtsbahn“ deines Papas dich umgehauen hat. Gut, dass ich diesen Scherz ausgelassen habe.
    Das klingt ja wirklich übel und ich kann mir gut vorstellen, dass dieses ‚auf fremde Hilfe angewiesen sein‘ auf Dauer sehr zermürbend ist. Insofern ist es gut zu hören, dass es wieder aufwärts geht, im wahrsten Sinne des Wortes. Ich wünsche dir von ganzem Herzen, weiterhin gute Besserung.
    Liebe Grüße
    Charli

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