Abenteuer mit der Bahn…

Zugfahren könnte so gemütlich sein. Also in der Theorie. Die Praxis sieht meistens leider ganz anders aus. Da wird weder gemütlich gelesen, noch in Ruhe gearbeitet (wobei WLAN in der deutschen Bahn ja sowieso ein Mythos ist), geschweige denn in Ruhe geschlafen (wie kann man auch verlangen nach bereits zweimaligem Vorzeigen des Tickets – wohlgemerkt beim gleichen Schaffner – bei dessen dritten Rundgang nicht auch noch deswegen aufgeweckt – ja, mit an der Schulter rütteln! – zu werden…). Und wenn die Bahnangestellten einen schlafen lassen, hält es eine Mutter für eine gute Idee ihrem Kind ein Xylophon in die Hand zu drücken. Damit es die anderen Gäste nicht so mit seinem Geschrei stört… Versteht mich nicht falsch, ich bin die letzte die dafür ist Kinder mit Smartphone, Tablet und Co ruhig zu stellen. Nur frage ich mich, ob es wirklich ein Xylophon sein muss?

Nein, eine Fahrt mit der deutschen Bahn verläuft leider selten so entspannt, wie man sich das wünschen würde.

Gerade, wenn man die selbe Strecke in recht regelmäßigen Abständen fährt, fällt auf: irgendwie ist da der Wurm drin. Ich möchte an dieser Stelle ungern Witze auf Kosten Suizidgefährteter machen, allerdings bezweifle ich stark, dass sich auf meiner „Stammstrecke“ wirklich jedes Mal (Donnerstag; früher Nachmittag) jemand vor den Zug wirft (gefolgt von Montagmorgen; ebenfalls sehr beliebt bei Selbstmördern). Was noch dazu stets die obligatorische Verspätung von „wenigen Minuten“ bis (nach Ablauf dieser) zu genau „55 Minuten“ verursacht.

Ich habe ja die böse Vermutung, dass die bei der deutschen Bahn bis zur 55-Minuten-Grenze total gelassen und locker bleiben; aber so bald die eine Stunde Verspätung immer näher rückt, ganz plötzlich schnell werden. Denn nach Ablauf dieser, müssten sie ja Teile des Fahrkartenpreises zurück erstatten…

Beim Bahnfahren habe ich schon mehr erlebt, als mir lieb ist. Von irrsinnigen Verspätungen (die darin gipfelten, dass der Zug nicht mal mehr München anfuhr und ich Mitten in der Pampa stand; meilenweit entfernt vom Anschlusszug in die Heimat) bis hin zu wahren Selbstmordwellen. Entschuldigt, aber wenn sich auf einer Strecke und an einem Tag mal angeblich drei Leute vor den Zug werfen, werden sogar gutgläubige Menschen skeptisch.

Muss ich eigentlich erst von Reservierungen (für die man immerhin extra zahlt) anfangen, die in den seltensten Fällten funktionieren? Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich in einem Wagen, dessen Sitze größtenteils reserviert sind, in dem jedoch die Anzeigetäfelchen nicht funktionieren. „Die Reservierungen für diesen Wagen sind zur Zeit noch gesperrt“, so die Aussage eines Bahnangestellten. Tja. Schön, für die beiden älteren Damen mit ihren großen Koffern, die erst mal zehn Minuten herum geirrt sind, bis ihnen das mal jemand gesagt hat. Oder all den Menschen, die nun ständig suchen, diskutieren und genervt wieder Plätze räumen, die sie schon als ihren angesehen haben. Dufte Stimmung vorprogrammiert…

Na ja, immerhin noch besser als Züge, die komplett überbucht sind. Überbucht… was ist das eigentlich? Das frage ich mich schon immer bei Flugzeugen. Wie kann man mehr Tickets verkaufen als Plätze vorhanden sind? Wie geht das? So stand ich auch schon einmal im digitalen Zeitalter (später: saß; hatte mich bei einer dreistündigen Fahrt irgendwann meinen müden Beinen ergeben) direkt neben dem Klo. Immerhin konnte ich so jeden vorbeikommenden Gast darauf hinweisen, dass die Klotür nur klemmt und nicht das Klo seit zwei Stunden permanent belegt ist…

Aber all das ist immer noch besser, als ein Zug, bei dem auf die Durchsage: „Leider ist unserer Klimaanlage ausgefallen.“, (natürlich an einem Tag mit deutlich über 30° Außentemperatur; wie sollte es auch anders sein!) ein: „Auch unser WLAN steht heute nicht zur Verfügung.“, folgt!

Ich bin bisher nur sehr selten pünktlich und ohne Probleme irgendwo angekommen. Ob es dieses Mal klappt? Noch ist alles offen, alles kann passieren.

Aber dann doch lieber gleich mit so richtig viel Verspätung; so gibt’s immerhin Geld zurück.

PS: Übrigens fiel mein Anschlusszug später komplett aus. Warum? Das wusste keiner. Einfach so halt…

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  1. Jasmin

    6. September 2017 um 13:30 Uhr

    Haha witzig sitze gerade in der Bahn und hab tatsächlich WLAN. Problemlos. Hat mich aber selbst überrascht! Finde Bahn fahren okay, da ich es nicht so oft tue. Also nur fernstrecken mit der deutschen Bahn halt. Aber auf die KVV also unser Stadtnetz könnte deine Beschreibung auch gut passen. Ist auch seltens pünktlich. Nur das sich weniger Menschen vor die Bahn werfen. Zum Glück. Vielleicht hast du auch nur Pech bei deiner Strecke? Wer weiss das schon…

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  2. Sara

    25. August 2017 um 20:37 Uhr

    Zugfahren mag ich ehrlich gesagt gar nicht so wirklich :-D. Ui mit dem Xylophon ist ja mal ein Ding. Bin mal gespannt, mit was ich später meinen Sohn ruhig stellen muss haha Smartphone und Tablet bekommt er definitiv mal nicht, bekommt ein ordentliches Buch :-D
    Hihi Selfies sind halt immer so eine Sache :D
    Mit dem geizig kann ich irgendwie verstehen.

    Der Alltag fliegt regelrecht nur an einem vorbei, mit Kind.

    Alles Liebe Sara <3

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