Zwischen Burgen und Rhein und ein bisschen Mosel

Es war nicht mein erstes Mal am Rhein. Aber schon im letzten Jahr habe ich mich auf der Bahnfahrt – linksrheinisch (das ist wichtig, rechtsrheinisch gefällt es mir nämlich tatsächlich nicht ganz so gut; und das liegt nicht nur an den Verspätungen der deutschen Bahn die immer damit einher gehen auf der „falschen“ Seite zu fahren) – in diese Gegend schockverliebt. Und damals war es noch beinahe Winter…

Moselschleife

Seitdem habe ich zwar nicht mal einen Bruchteil, aber dennoch etwas die Gegend dort erkundet. Immerhin genug, um leise in mich hinein zu schmunzeln, wenn der Rentner im Zug seinen Freunden von der Loreley erzählt, die man gleich aufragen sieht. Und ich weiß, dass das dort sicherlich vieles, aber eben nicht das zu sehen ist. Weil die Loreley nicht zwischen Koblenz und Boppard steht…

Und seit dem vergangenen Wochenende, dass inoffiziell – so könnte man es ganz gut zusammenfassen – unter dem Motto „Burgen“ stand, kann ich nun ein paar weitere Highlights aus der Region, von meiner Liste streichen.
Tatsächlich waren es sogar die ersten Ausflüge, die mich dazu veranlasst haben, für das nächste Jahr ernsthaft einen Roadtrip durch Deutschland in Betracht zu ziehen…

Die Burg Eltz – #instagrammademevisit

Nachdem ich nun monatelang – zumindest einige Wochen… – darauf hingejammert habe, war es vor ein paar Tagen endlich so weit. Es ging zur Burg Eltz! Jene Burg, die zumindest jeder, der sich öfter einmal auf Instagram herum treibt, schon auf zig Fotos gesehen hat. Es ist ein wenig peinlich zuzugeben, aber während andere bei den Kaufempfehlungen ihrer Lieblings YouTuber oder Blogger schwach werden, heißt es bei mir eher: Instagram made me visit
Zu recht! Das kann auch schon mal mit einer Überraschung enden (sprich: die unerwartet hotelreiche Landschaft um den Hintersee herum), führt mich aber wesentlich öfter als nicht an Orte, die einen Besuch mehr als wert sind.

Auf der Hinfahrt rechneten wir zwar fast schon damit, dass die Burg dann doch irgendwo in Mitten einer Stadt und nicht so einsam wie all die Fotos vermuten lassen, stehen würde, aber unsere Sorgen wurden spätestens am Parkplatz und als es ein ganzes Stück bergab ins „Hinterland“ ging beiseite gewischt. Ja, Burg Eltz steht genauso verlassen in Mitten des Waldes wie man es von all den Fotos her erwartet. Über das einsam kann man dabei allerdings streiten. Wir hatten wohl Glück sowohl einen Wochentag als auch den Frühling für unseren Besuch gewählt zu haben. Denn mit Menschenaufläufen, die die Burg sicherlich im Sommer heimsuchen, hatten wir nicht zu kämpfen. Ein Foto der Burg OHNE Touristen zu bekommen, war dennoch eine Herausforderung…

Es grünt so grün – äh gelb – der Raps; zwischen Rhein und nie zerstörten Hochburgen

Und vielleicht eine der besten Erkenntnisse dieser Tage: in Nordrhein-Westfalen/Rheinland-Pfalz steht gerade der Raps in voller Blüte! Weder dieses unglaublich Gelb, noch den Raps waren meine Augen – die bisher noch nicht viel mehr als kahle Bäume und den letzten Schnee – gesehen haben, bereits gewohnt.

Während der nächsten Tage und zwei weitere Burgen (Marksburg; ebenfalls sehenswert und Burg Pyrmont; hübsch von außen und im Garten, aber den Eintritt wirklich nur wert, wenn man auf schlechte Einrichtung im Barockstil – oder dem, was man sich davon in den 1960ern darunter vorgestellt hat – steht) später mussten wir natürlich schon langsam schmunzeln. Zwar würde der Geschichtsstreber an dieser Stelle nun einwerfen: „Aber das ist doch ganz etwas anders: die eine wurde nie erobert, die andere nie zerstört“, aber für den Normalsterblichen klingt es irgendwann dennoch danach als gäbe es eben doch mehr vollständig erhaltene/nie zerstörte (Hoch-)Burgen als gern behauptet wird… Unser König Ludwig kann sich aber so oder so hinter diesen Burgbesitzern verstecken; immerhin sieht man in diesen Burgen mehr an Einrichtung als es in 90% seiner Hinterlassenschaften der Fall ist.
Hat man dann noch jemanden dabei, der mit seinen Fragen (und seinem Wissen) gern die Führer auf die Probe stellt, kann der Spaß beginnen! (Ich glaube eine Führerin war kurz davor, als sie zugeben musste, dass die angeblich historischen Kanonen doch bloß Nachbauten waren, vor Scham im Boden zu versinken…)

Es war ein Wochenende, dass ich um den Rhein herum, zwischen Burgen und ein wenig Mosel verbrachte. Mit Alkohol, den ich nicht gewohnt bin und der mich schon nach einem kleinen Glas dazu zwingt, darüber nachzudenken, wie ich nun möglichst elegant – oder zumindest ohne peinlichen Vorfall – vom Barhocker herunter komme (was bei meiner Größe schon im nüchternen Zustand kein leichtes Unterfangen ist; auch das Hinaufkommen nicht). Mit einem Feuerwerk. Bei derart milden Temperaturen, dass ich selbst gegen Mitternacht noch fast ins Schwitzen kam (aber ein Bergkind traut dem Braten halt nicht und hat noch eine Winterjacke dabei…). Mit einem selten dämlicher Schnitt in den Finger, der mich dazu zwang mich nur mit einem Handtuch „bekleidet“ neben den Frühstückstisch zu setzen und erst einmal das Surren in den Ohren wegzuatmen. Mit einem freien Tag, den ich eigentlich dachte allein verbringen zu müssen (und das tatsächlich bis das Frühstück auf dem Tisch stand…). Mit der Erkenntnis, dass man mit Hilfe der SIXX App, alle Folgen Fixer Upper schauen kann. Und als Abschluss das schrecklich nervige Buchen einer Reise, auf die ich mich unheimlich freue…

Ich würde sagen, mein Wochenende war so ziemlich fast perfekt.

Rapsfelder

Rapsfelder

Burg Eltz; Rheinland-Pfalz Burg Eltz; Rheinland-Pfalz

Burg Eltz (aus der meine Autokorrektur immer Burg „Letz“ machen möchte…)

Burg Eltz; Rheinland-Pfalz

Marksburg; Brauchbach; Rheinland-Pfalz Maria Laach

Marksburg (mit Blick durch wunderschöne Oberleitungen) / Maria Laach

Blick über den Rhein von einem wirklich nicht lohnenswerten Aussichtspunkt aus (genau da haben die nämlich ein Hotel hingebaut…) 

Marktburg Ausblick über Rhein; Brauchbach; Rheinland-Pfalz

Ein schon wesentlich lohnenswerter Ausblick über den Rhein von der Marksburg aus.

Rapsfelder

Rheinfähre; Boppard

Wenn man auf dem Heimweg wegen all den Umleitungen auf einmal dazu gezwungen ist die Fähre über den Rhein zu nehmen…

Rapsfelder

Raps, Raps, Raps…

Rapsfelder

Marktburg Ausblick über Rhein; Brauchbach; Rheinland-Pfalz Moselschleife

Moselschleife. Zumindest ein Teil davon; fotografiert von einer (!) Autobahnraststätte aus. Der Stopp und kurze Gang hat sich unerwartet doch gelohnt. 

Moselschleife

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  1. Yuliana

    28. Mai 2017 um 14:51 Uhr

    Herrlich! Die Burg sieht einfach märchenhaft schön aus. Ein richtiger Märchen-Drehort :) Und das blühende Rapsfeld ist einfach nur wunderschön! Danke fürs Teilen :-D

    Liebe Grüße
    Yuliana

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  2. Ach wie cool…ja, die burg Eltz habe ich tatsächlich schon auf Pinterest entdeckt und wil da unbedingt auch mal hin (ich will, ich will, ich will!) – aber das wird wohl noch ein Weilchen dauern ^^
    Aber wunderschöne Bilderchen hast du gemacht und auch uns ist es oft so gegangen, das wenn man durch irgendwelche Umleitungen oder Navi-Fehler sonst wo raus kommt, es am Ende trotzdem noch was schönes entdeckt :)
    Ganz liebe Grüße
    Elsa

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  3. Diana

    17. Mai 2017 um 21:38 Uhr

    Die Gegend kenne ich gar nicht. Ist aber notiert und wer weiß, vielleicht werde ich sie auch mal besuchen. Die Fotos mit der Burg sind sehr gelungen…vor allem da du geschafft hast, dass keine weiteren Menschen auf die Fotos zu sehen sind. Wenn ich mal eine Burg besuche, dann sind aber noch andere hundert Leute da :D
    LG

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  4. Mny

    17. Mai 2017 um 12:35 Uhr

    Burgen liebe ich ja auch so so so gerne und ich frage mich wie diese Instagram-Burg nur wieder von anderen Menschen so schön (ohne Touris) fotografiert werden konnte?! Ich verstehe sowieso nie wie Leute das hinkriegen. Diese ganzen super trendigen Orte sind immer voll wenn ich da bin und ohne andere Menschen drauf geht es gar nicht. Außerdem besuche ich sowieso lieber die untypisch touristischen Dinge… aber manche Sachen die (leider) bekannt geworden sind will ich auch sehen. Wie macht man da nun also schöne Menschenleere Traumfotos? ;)
    Naja, egal… ich mag die Rapsfelder auch super gerne und sie sind hier überall… den Geruch mag ich nicht aber ich musste trotzdem Fotos darin machen (Die kommen übrigens Sonntag auf meinen Blog).
    Hach.. Deutschland hat schon schöne Ecken, wenn man sich nur drauf einlässt.
    Trotzdem muss ich sagen… deine Bilder heute sind heute ein wenig düster… ich bitte um mehr positive vibes hier ;)

    Lg, Mny von http://www.braids.life

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  5. Sabine

    16. Mai 2017 um 22:18 Uhr

    Ich war schon zweimal im Herbst an der Mosel, dort ist es einfach so malerisch schön! :)

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  6. In der Gegend war ich vor einigen Jahren auch mal, hauptsächlich an der Mosel. Hat mir gut gefallen aber nach ein paar Tagen hat es mich dann doch wieder aufs flache Land gezogen :) diie Mutter meines Mannes kommt von der Mosel und somit verbindet er mit der Gegend noch viel mehr als ich. Insofern war es natürlich doppelt schön die Gegend kennenzulernen und zu sehen, wo mein Mann als Kind bei seinen Urlauben bei Oma gespielt hat :)

    Xx
    Rosa Larissa Klara

    conscious lifestyle of mine

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  7. Sarah

    15. Mai 2017 um 20:35 Uhr

    Ahh sieht das schön aus! Die Burg ist ja echt ein Traum!
    Liebe Grüße
    Sarah

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  8. Liz

    15. Mai 2017 um 20:14 Uhr

    Ach, das sind schon wieder so tolle Aufnahmen! Da sieht man einmal wieder, was es alles in der nahen Umgebung zu entdecken gibt und dass man dafür nicht irgendwo weit weg fahren muss um solch schöne Landschaften zu finden. Die Idee eines Deutschland-Roadtrips finde ich daher ganz hervorragend, sag Bescheid falls du das wirklich planst – ich liebäugle auch schon länger mit dem Gedanken, mal für ein paar Wochen durch Österreich zu fahren, da ich wirklich viele Teile meiner Heimat überhaupt nicht kenne… Und noch ein Wort zur Burg Eltz, die sieht aus wie ein Märchenschloss! Und noch dazu in so einsamer Kulisse.

    Ja, aus irgendeinem Grund wurde das Wort „Nationalstolz“ einfach mal von den rechtsgerichteten Parteien „gepachtet“, natürlich auch vor dem Hintergrund der geschichtlichen Geschehnisse, aber trotzdem, gerade deren Positionen haben ja eigentlich gar nichts mit Nationalstolz zu tun, nachdem es nur um Abschottung und Grenzen setzen geht… Ich finde das einfach schade und dem Begriff nicht würdig, diese Einstellung in den Köpfen der Leute ist da einfach sehr veraltet.

    Alles Liebe,
    Lisa. http://lizinview.blogspot.co.at/

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  9. Ui! Also, ich hab die Burg noch nie an Instagram gesehen, möchte aber jetzt direkt auch mal hin! Das ist ja wirklich ein Schmuckstück, sehr romantisch =)
    Love, Héloise
    Et Omnia Vanitas

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  10. Wow, tolle Fotos! :-) Ich liebe Fotografien von Burgen und Landschaften.

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