Warum ich „Tote Mädchen lügen nicht“ nicht mochte

„Tote Mädchen lügen nicht“ oder im Original „13 reasons why“ ist momentan wahrscheinlich eine der meist gehyptesten Netflix-Serien überhaupt. Schon vor Jahren habe ich die Buchvorlage von Jay Asher zur Serie gelesen, die mich jedoch nicht richtig überzeugen konnte. Damals dachte ich aber, das läge vor allem daran, dass ich schon etwas zu alt wäre und somit nicht mehr zur Zielgruppe gehören würde.

Nachdem aber nun diese Serie wirklich in aller Munde war und ich so viel Gutes darüber hörte und laß, entschied ich mich dennoch dafür sie zu schauen. Und… war ebenfalls nicht wirklich überzeugt.

Eines vorweg: ich möchte nicht, dass ihr mich falsch versteht! Diese Serie spricht wichtige Themen an. Und tut es noch dazu auf eine einerseits sehr respektvolle, andererseits aber auch direkte und nichts beschönigende Weise; was ich bei dieser Thematik absolut wichtig finde. Dennoch habe ich ein paar Probleme damit.

Achtung: der folgende Text enthält (natürlich) Spoiler. Aber ohne könnte ich meine Schwierigkeiten mit der Geschichte auch nur schlecht zum Ausdruck bringen.

Tote Mädchen lügen nicht; Netflix

#1 Die ersten 11 Gründe

Natürlich weiß ich, was mir der Autor und die Macher von Buch und Serie damit sagen wollen: selbst kleinste Gesten oder dahin Gesagtes, hat man selbst vielleicht im nächsten Momenten vergessen, brennen sich beim Gegenüber aber unter Umständen für Jahre ein. Und verfolgen ihn.

Ich bin also definitiv der Meinung, dass wir viel mehr darauf achten sollten, wie wir miteinander umgehen. Dass wir uns darüber bewusst sein sollten, was für einen Einfluss ein einzig dummes Kommentar (sei es nun im realen Leben oder im Internet) auf ein anderes Leben haben kann.

Ich verstehe auch, dass Hannah nachdem sie bei Jessicas Vergewaltigung nicht eingegriffen hat, Schuldgefühle plagen.

Dennoch sind das für mich alles keine Gründe für einen Selbstmord.

Und nein, ich bin kein gefühlloser Eisklotz! Aber auch wenn es traurig ist und nicht so sein sollte, bin ich der festen Überzeugung, dass jeder in seinem Leben auf die ein oder andere Weise mit solchem Verhalten oder ähnlichen Vorfällen konfrontiert wird.

Für mich sind das Situationen, die nach Schreien, Wut, Tränen, sich dagegen Wehren und meinetwegen einer Ohrfeige verlangen. Keine Gründe für Selbstmord.

#2 Hannah’s eigenes Verhalten Clay gegenüber

Hannah wird übel mitgespielt; keine Frage. Dennoch steht sie bei weitem nicht ohne Freunde da. Clay wäre zum Beispiel so einer.

Weder ihm noch ihr kann man zum Vorwurf machen, dass letztlich kein Paar aus ihnen wird. Ihnen kommt das Leben in die Quere. Und ihre eigene Befangenheit… Wie es eben manchmal so läuft. Vor allem wenn man jung und sowieso unsicher ist.

Dennoch – und sieht man mal von all dem Herumgeeiere der beiden umeinander ab – macht sie es Clay selbst nicht gerade leicht. Ich mag ihr Auftreten Clay gegenüber, gerade während der ersten Folgen, nicht. Obwohl sie unter den Vorurteilen anderer und falschen Gerüchten zu leiden hat, zieht sie Clay selbst – indem sie ihn permanent „Helmchen“ ruft – ständig ins Lächerliche. Da sie Respekt gegenüber seiner „Andersartigkeit“ und wie wenig er sich um die allgemeine Meinung schert, zum Ausdruck bringt, zeugt das selbst nicht gerade von viel Einfühlungsvermögen für andere.

Sie verhält sich letztlich also oftmals nicht viel anders, als die von ihr so verhassten, beliebten Schüler.

#3 Hannah’s augenscheinlich gutes Verhältnis zu ihren Eltern

Vielleicht lehne ich mich an dieser Stelle etwas zu weit aus dem Fenster und erscheine gar respektlos, trotzdem wage ich zu behaupten, dass jemand mit dem selben Rückhalt im Elternhaus wie Hannah, mit diesen – bevor sie sich zu derart drastischen Maßnahmen wie einem Selbstmord entschließt – über ihre Probleme sprechen oder diese zumindest anklingen lassen würde.

An dieser Stelle muss man der Buchvorlage natürlich zu Gute halten, dass die Eltern darin keine große Rolle spielen und sie nur in der Serie so sehr beleuchtet werden; das also mehr Sache der Serienautoren als Problem der Vorlage ist.

Letztlich haben es Hannah’s Eltern ja auf keine der Kassetten geschafft, dennoch hat es mich gestört wie wenig ihr eigentlich schon vorbildliche Verhalten Hannah bei ihrem Vorhaben beeinflusst hat.
Obwohl Mr&Mrs Baker ihre (finanziellen) Schwierigkeiten haben, und so etwas bleibt nun mal im wahren Leben nicht aus, unterstützen sie ihre Tochter in allen Belangen. Sie bestehen darauf auf gar keinen Fall die Ersparnisse für ihr College anzubrechen und ihre Mutter bekräftigt sie sogar in ihrer Leidenschaft zu schreiben. Und macht ihr selbst, als Hannah diese als kindliche Träumerei abtut, Vorschläge für Berufe die sie in Betracht ziehen könnte. Sie betonen mehrmals, dass Hannah alle Türen offen stehen und sie sich frei entfalten darf/kann und unterstützen sie auch mit Dingen, wie dem neuen Auto, die jenseits ihrer Möglichkeiten liegen. Sie bringen selbst für solch doch recht kindische Wünsche, die nur ihren Status bei ihren Freunden verbessern sollen, Verständnis auf.

Ich bin mir sicher, dass sich viele nach solchen Eltern alle zehn Finger schlecken würden… Und umso liebevoller ihre Eltern dargestellt wurden, umso weniger habe ich verstanden, warum es Hannah nicht einmal in Betracht zog, mit ihnen – die sie bisher immer ermutigt und verständnisvoll reagiert haben –  sondern einem beliebigen Lehrer über die Vergewaltigung und den anderen Vorkommnissen zu reden.

Man mag nun einwerfen, dass sie ihren Eltern sicherlich nicht noch mehr (zur finanziellen Situation…) Sorgen bereiten wollte, dennoch empfinde ich diese Darstellung ihrer Eltern vor dem Hintergrund der Geschehnisse und des Buches als nicht passend.

#4 Mr Porter – warum ich die Darstellung seines Verhaltens gefährlich irreführend finde

Noch so ein Punkt, für den die Serie an sich nichts kann und der vielmehr der Geschichte an sich geschuldet ist. Wir brauchen gar nicht darüber zu diskutieren: wie Mr Porter auf Hannah’s Andeutungen der Vergewaltigung reagiert hat geht gar nicht. Und ich befürchte, dass es dort draußen wohl leider Gottes einige Frauen gibt, die dummerweise, als sie endlich den Mut gefunden haben sich zu öffnen und über das zu reden, was ihnen zugestoßen ist, an so ein Arschloch geraten sind. Auf gut Deutsch ist das scheiße und sollte in einer idealen Welt gar nicht erst vorkommen.

Hannah’s Reaktion darauf wundert mich also nicht sonderlich; es war quasi das Tüpfelchen auf dem i, dass das Fass zum überlaufen gebracht hat.

Was mich daran stört, ist viel mehr, dass nicht nur sein Verhalten grausam ist, sondern auch falsche Fakten vermittelt werden. Ein Beratungslehrer ist nicht die Polizei. Seine Aufgabe ist es zuzuhören und entsprechende Schritte einzuleiten; nicht zu ermitteln. Um einzuschreiten benötigt er mitnichten den Namen des Täters! Seine Pflicht wäre es so oder so gewesen seine vorhandenen Informationen an die Polizei weiterzuleiten und der Sache auf den Grund zu gehen.

Davon abgesehen, dass allein sein Handeln schon jedes Opfer dort draußen vor den Fernsehbildschirmen abschrecken dürfte, mit den eigenen Erlebnisse offen umzugehen, finde ich seine Darstellung des Sachverhalts in diesen Szenen als gefährlich irreführend.

#5 Die ganze Sache an sich

Was mich allerdings am meisten an „Tote Mädchen lügen nicht“ stört, ist die Sache an sich. Hannah Baker nimmt Kassetten auf; richtet sie jeweils an jemanden dem sie eine Teilschuld an ihrem Suizid zuschreibt und was passiert? Einige haben Angst die Vorkommnisse kämen ans Tageslicht und versuchen diese zu vertuschen; beginnen aber dennoch zumindest über ihr Verhalten nachzudenken. Und andere? Bereuen zutiefst ihre Taten und erkennen ihre Schuld am Tode Hannahs.

Mal davon abgesehen, dass sie mit dem was sie getan hat selbst das Leben anderer nachhaltig beeinflusst bzw sogar zerstört (wir denken an Alex’s Selbstmordversuch oder das Bloßstellen von Tyler, dass auch noch nicht abzusehende Folgen hatte), man also darüber diskutieren kann wie viel „besser“ ihr Verhalten also im Vergleich zu den anderen wirklich ist, romantisieren ihre Kassetten ihren Selbstmord und die Nachwirkungen auf ihr Umfeld zu sehr.

Sie vermitteln meiner Meinung nach das Gefühl, dass man auch nach seinem Tod noch mit seinen Liebsten (oder Feinden…) kommunizieren kann und Menschen (selbst die, die dir etwas angetan haben) auf einmal verstehen werden, dass sie jemanden durch die Hölle haben gehen lassen. Und man auf diese Weise doch noch – und endlich – Verständnis und Gerechtigkeit erfahren wird.

Obwohl sie tot ist, ist sie für alle handelnden Personen noch immer ein essentieller Teil ihres Lebens und hat weiterhin großen Einfluss auf deren Alltag. Eine Schilderung, die ich gerade in Bezug auf ihre Peiniger, für zu naiv halte und ein für mich zu romantisches Bild von Selbstmord zeichnet.


Natürlich wird wohl allein das Schauen dieser Serie niemanden zum Selbstmord triggern, dennoch empfinde ich die überbordenden, positiven Kritiken Buch und Serie gegenüber als schwierig. Oftmals habe ich das Gefühl als würden sie die Handlung zu oberflächlich betrachten und sich stets nur auf das Offensichtliche berufen: wir alle sollten mir auf unsere Taten und unser Gesagtes achten. Auch Kleinigkeiten zählen.

Einer Aussage, der ich durchaus zustimme! Ich denke es schadet definitiv nicht „Tote Mädchen lügen nicht“ zu schauen (die Serie ist ja dank einiger Schauspieler auch wirklich sehenswert); sie spricht einige wichtige Dinge – respektvoll, ohne sie herunter zu spielen oder schönzufärben – an. Trotzdem kann ich mich nicht der großen Mehrheit anschließen und diese Geschichte einfach nur als großartiges Plädoyer gegen Mobbing sehen. Denn obwohl sie das und dessen Auswirkungen auf die Umwelt eingängig vermittelt, ist ihre Darstellung des Selbstmords für mich zu naiv.

Also ja, in gewisser Weise ist es ein tolles Buch/eine tolle Serie. Aber sie hat ihre Makel.

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  1. Maya

    2. Juni 2017 um 17:11 Uhr

    Erstmal: Sehr cool, dass du dich für meinen politischen Post interessiert hast. Das freut mich sehr :)

    Ich habe die Serie noch nicht geschaut und dennoch konnte ich mich in einigen deiner Punkte wiedererkennen. Ich hab das Buch vor ein paar Jahren gelesen und fand die Geschichte an sich auch nicht so überzeugend. Bestimmt kann die Serie mit dem Visuellen und guter Musik einiges raushauen, aber vor allen Dingen bei deinem ersten Grund muss ich dir zustimmen. Genau dasselbe habe ich auch gedacht als ich das Buch durch hatte.

    Gerade weil die Serie so krass gehypt wird, war es erfrischend mal eine andere kritischere Meinung zu lesen :)

    Alles Liebe, Maya von Mayanamo

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  2. Jasmin

    2. Juni 2017 um 14:29 Uhr

    Liebe Christine,

    nach einigen Tagen Kommentar-Abstinenz melde ich mich gerne wieder zurück :-)
    Ich habe die Serie nicht geschaut und bis jetzt auch noch nichts darüber gelesen. Ich werde mich also alleine an deinem Text aufhängen ;-)

    Ich vertrete inzwischen die Meinung, dass du als Mensch in jeder Lebenssituation eigene Entscheidungen treffen musst und auch kannst. Sicherlich beeinflusst uns das Umfeld stark in unserer Entscheidungsfindung, aber jeder ist für sich selbst verantwortlich. Wenn ich schlecht behandelt werde, ist das keine Erklärung dafür, andere schlecht zu behandeln oder allgemein mein Verhalten aufgrund schlechter Erfahrungen negativ auszurichten. Ich bin sogar der Meinung, dass wir schlechte Erfahrungen in positive Energie umwandeln können und das auch sollten. Für jeden Schmerz den wir empfinden, können wir positive Gedanken erzeugen. Ganz einfaches Beispiel: Jemand hat mein Auto zerkratzt, ich finde das unmöglich und hasse diese Person dafür, aber in Gedanken verzeihe ich ihr für ihr Verhalten und wünsche ihr für die Zukunft alles Gute, aber dass ich ihr auch nie wieder begegnen werde.

    Wir müssen uns vor negativen Personen und Erfahrungen schützen und Abstand nehmen. Ein Selbstmord ist jedoch einfach eine feige Handlung uns und anderen gegenüber. Es gibt Menschen, die sich umbringen, weil sie ihr Leben nicht mehr ertragen und es gibt Menschen, die sich umbringen, weil sie ihr Leben nicht mehr ertragen und anderen die Schuld daran geben wollen. Beide Fälle sind feige. Denn egal wie unerträglich eine Situation, ein Leben oder andere Menschen sind, wir müssen lernen zu kämpfen, stark zu sein und das Leben als eine Entwicklung zu betrachten. Es gibt keinen Stillstand und deshalb gibt es auch nicht nur negative Erfahrungen im Leben. Sicherlich gibt es Menschen, die über eine sehr lange Zeit hinweg sehr schlimme Erfahrungen machen müssen und kaum noch Kraft haben, um dieses Leben zu führen. Aber irgendwann ändert alles und dann hält das Leben so viel Schönheit und Glück für einen bereit, dass es vor Genugtuung schmerzt und alles Wunden heilt.

    Über Selbstmord zu sprechen ist wichtig und wir sollten aufhören es als Tabuthema zu behandeln. Aber es ist sehr wichtig, dass wir verdeutlichen, dass Selbstmord feige ist. Jeder Selbstmord nimmt den Menschen die Möglichkeit aus Fehlern zu lernen, zu verzeihen und an sich selbst zu arbeiten. Verzeihen heilt alle Wunden. Wir können nicht erwarten, dass andere Menschen sich für ihre Fehler entschuldigen oder Mitleid zeigen. Aber wir können ihnen und uns selbst verzeihen. Und das heilt alle Wunden und macht uns für die Zukunft stark. Stark genug, um alte Fehler zu vermeiden, uns für die Zukunft zu schützen und ein gesundes Verhältnis zu unserer Umgebung aufzubauen.

    Liebe Grüße
    Jasmin

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  3. Ich finde deinen Beitrag sehr interessant! Ich arbeite nämlich gerade an einem Uni-Projekt zur Berichterstattung über diese Serie, habe sie aber leider noch nicht selbst gesehen… das muss ich jetzt unbedingt mal nachholen und mir selbst ein Bild machen!
    Liebe Grüße
    Susi

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  4. Ich fand es interessant deine Ansichten zur Serie zu lesen, gerade weil wir da doch etwas anders denken. Ich bin ja begeistert von der Serie und fand die Darstellung auch sehr realistisch. Was die ersten Gründe anbelangt da stimme ich dir zu, dass die vielleicht etwas übetrieben waren, aber man sollte auch alle Gründe im Gesamtbild betrachten. Ich habe es als eine Steigerung empfunden, wo alles erstmal mit kleineren Vorfällen angefangen hat, die in der Summe aber dann für Hannah unerträglich wurden. Wobei auch diese kleinen Vorfälle am Ende Auswirkungen hatten, wie der Name von Hannah auf Alex Liste, wodurch sie ja für viele Jungs zum Objekt wurde. Was Hannahs Charakter anbelangt war ich erleichtert, dass man sie nicht als „perfekt“ dargestellt hat, sondern als ein Teenager der auch nicht immer nett zu anderen ist, Fehler macht und Dinge falsch interpretiert, alles andere hätte für mich ihren Charakter auf ein Podest gehobt und beschönigt, denn es ist ja auch schon falsch überhaupt solche Kasse aufzunehmen. Ich denke die Serie hat da sehr gut gezeigt, was sie ihren Freunden und Mitschülern damit angetan hat und welche Folgen das nach sich gezogen hat. Immerhin wurde dadurch auch ihr Leben zerstört. Die Produzenten wollen da in der zweiten Stafel wohl auch nochmal ansetzten, weil sie schon meinten, dass wir in der ersten Staffel Hannahs Wahrheit gesehen haben, aber einige Figuren, wie Jessica meinten ja schon, dass Hannah wohl nicht ganz die Wahrheit gesagt hätte, zum Beispiel in Bezug auf die Treffen im Monnets und da sollen wir dann wohl auch die Sichtweisen der anderen Figuren zu sehen bekommen.

    Zu den Eltern: Ich fand es ja auch super, dass sie hier eine größere Rolle gespielt haben. Kate Walsh war auch spitzenmäßig in der Rolle und hat mich echt immer zu Tränen gerührt. Dass Hannah nicht mit ihnen gesprochen hat, finde ich aber nicht unrealistisch. Auch wenn das Verhältnis zu den eigenen Eltern gut ist, gibt es Dinge über die spricht man mit den eigenen Eltern trotzdem nicht. Das kann ich sogar aus eigener Erfahrung bestätigen, denn ich habe ein verdammt gutes Verhältnis zu meinen Eltern, aber es gab Vorfälle und Aussagen, die mich verletzt und belastet haben, über die ich mit meinem Eltern lange Zeit nicht gesprochen habe, erst jetzt Jahre später, wo ich die Dinge mit etwas Abstand sehen kann. Als Teenager denkt man einfach komplett anders und vor allem auch nicht immer unbedingt rational. Aber ich hatte dafür immer Freunde, die für mich da waren und mich verteidigt und unterstützt haben ;).

    Beim Punkt mit dem Lehrer stimme ich dir aber zu, denn es könnte sicherlich abschreckend wirken auf manche die sich dem Vertrauenslehrer anvertrauen möchten. Wobei ich mir halt immer denke ,dass man eine Serie da auch nicht zum Maßstab nehmen darf. Jedoch finde ich auch hier die Darstellung nicht unrealistisch, denn es gibt sicherlich Lehrer, die die Gefahr nicht immer gleich erkannt haben. Sie sind ja nun mal auch keine Psychologen, die nun genau wissen worauf sie achten müssen.

    Puh das wurde jetzt ganz schön lange. Und auch wenn wir uns nicht in allen Punkten einig sind oder ich manches anders empfinden, fand ich es spannend deine Meinung zu lesen. Ich glaube dass die Produktion eine Serie ist, die wirklich jeder anders auffasst.

    Danke auch für dein liebes Kommentar.
    Ich muss aber gestehen, dass ich bisher auch nur wenige Serien abgebrochen habe. Das war eigentlich nur bei Lost der Fall, wo ich kurz vor dem Ende aufgegeben habe, weil es mir zu verwirrend wurde oder Bitten, wo mir einfach gar keine Figur abseits der Hauptfigur sympathisch war oder kürzlich Dear White People. Da habe ich dann auch schon recht schnell gemerkt, dass das nicht meins ist. Wobei ich auch gerade mit House of Cards pausiere, da stecke ich noch in der Mitte der ersten Staffel fest. Jeder rät mir da ja auch weiterzuschauen, aber bisher hat es mich noch nicht so gepackt wie erhofft. Aber ich kämpfe mich sicherlich einmal durch. Aber in der Regel habe ich da echt schon anhand der Beschreibung einer Serie und des Trailers ein gutes Gespür dafür, ob mir die Serie gefallen könnte oder nicht.

    Ohha das wäre natürlich echt ne Frechheit, wenn man euch da einfach umgestellt hätte. Geht das denn so leicht ohne das ihr da dann auch ein Schreiben bekommt? Puh also am Ende vielleicht auch weniger zahlen, wenn das Internet null funktioniert. Das machen glaube ich auch viele, wenn sie gar nicht weiterkommen.

    Verstehe aber auch nicht, wieso man dann eine Buchreihe überhaupt verfilmt, wenn man dann von den Büchern abweicht. Dann kann man es doch auch gleich lassen.

    Ist bei mir eigentlich kein Problem. Ich hatte Die Tribute von Panem die ersten zwei Teile ja gelesen, als ich die Filme schon kannte und fand die trotzdem noch spannend, genauso wie Outlander und letzteres ist ja auch ziemlich dick. Wenn etwas gut geschrieben ist, dann macht mir das trotzdem noch Spaß.

    Achso du bist generell jetzt nicht so der Fan seiner Bücher, weil ich mag die schon richtig gerne und mochte auch die Fälle. Klar es gibt sicherlich innovativere, aber ich mag die Auflösungen am Ende dann doch immer sehr, weil da erstmal nichts so ist wie es scheint. Aber wenn ich jetzt nur die Fälle an sich betrachte, dann ist für mich beispielsweise Tess Gerritsen wesentlich stärker, weil die sich da wirklich jedes Mal was tolles einfallen lässt.

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  5. Hallo liebe Christine,
    du bist auf jeden Fall kein gefühlsloser Eisklotz:)
    Ich halte die Kritik, die du an Hannahs Charakter hast für berechtigt! Jedoch bin ich der Meinung, dass ihr Handeln durchaus realistisch ist. Es gibt viele Menschen, die depressiv veranlagt sind. Du hast völlig recht, es sind keine „Gründe“ für Selbstmord. Aber meiner Meinung nach zeigt die Serie das auch. Spätestens in dem Moment als die Clay-Kassette immer weiter heraus gezögert wurde (was ich nebenbei auch nervig und übertrieben fand! Im Buch war das nicht so, wenn ich mich richtig erinnere) wird klar, dass es Leute gab, die ihr nicht wehgetan haben und die es gut mit ihr gemeint haben. Clay, ihre Eltern, der asiatisch aussehende Mitschüler, dessen Namen ich gerade vergessen habe, aber der eigentlich wirklich Gefühle für sie hatte, Tony,… Meiner Meinung nach zeigt die Serie dadurch, dass Selbstmord eigentlich keine Option ist.
    Aber vielleicht ist das jetzt auch nur meine Interpretationsweise.

    Das mit den Eltern hat mich nichtsdestotrotz auch wahnsinnig gestört. Kate Walsh ist so toll – nicht nur als Schauspielerin, auch in der Rolle, weshalb ich es auch Null verstehen kann, dass die Eltern zwar immer wieder auftauchten, aber nie im ernsten Gespräch mit Hannah. Klar, sie waren beschäftigt mit dem Laden und so, aber dennoch haben sie Interesse an ihrem Kind gezeigt. Nur sie irgendwie nicht an ihren Eltern.

    Ich denke halt, dass das Ganze etwas verzwickt ist. Ich denke, dass die schlimmen Dinge, die Hannah passieren, wirklich tagtäglich (oder zumindest ab und zu) an Highschools und Oberschulen so passieren aber passieren halt normalerweise nicht alle auf ein Mal einer Person.

    Den Punkt mit Mister Porter habe ich ehrlich gesagt noch gar nicht aus deinem Blickwinkel betrachtet. Es leuchtet mir ein, wie so ein Vertrauenslehrer auf Opfer von sexueller Nötigung wirken muss, jedoch habe ich die Szene bisher einfach nur für eine realistische Darstellung gehalten. Was ich aber natürlich nur konnte, weil ich mich (Gott sei dank) nicht in einer solchen Situation befinde.

    Nur kurz zu #5: Am Ende der Serie wurde das, soweit ich mich erinnere, wieder besser, aber zwischendurch habe ich mich wirklich gefragt, wie es wäre, wenn die Serie sich vom Buch distanziert und sich herausstellt, dass Hannah auf den Kassetten lügt. Aber das führt jetzt wahrscheinlich zu weit weg. Der Gedanke kam mir nur, weil ich zwischenzeitlich das Opfer-Täter-Verhältnis überdacht habe, wie du ja auch schreibst. Das einzig sinnstiftende, was mMn aus den Kassetten hervorgeht, ist, dass Jess über ihre Vergewaltigung aufgeklärt wird.

    Sorry für diesen langen und etwas unstrukturierten Kommentar, ich finde deinen Post nur sehr toll und er hat mich dazu angeregt, mir auch noch ein paar Gedanken zu machen.
    Auf jeden Fall liebste Grüße,
    Sonja von http://searchingforkitsch.blogspot.de

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  6. Liebe Christine, oh endlich jemand, der nicht von der Serie so fasziniert ist. Ich vestehe den Hype darum wirklich gar nicht. Aber auch ich habe mir die ersten 5 Folgen und dann die Letzte nur noch angesehen, weil ich es gar nicht spannend fand und mir nicht alle Folgen reinziehen konnte. Meine Kritikpunkte stimmen mit deinen Komplett überein. Das Buch habe ich nicht gelesen, die Serie überzeugt mich nicht und ich fürchte, dass sie bei labilen Menschen womöglich auch negative Folgen haben kann. Danke für diese Blogpost! GLG Ivi

    http://www.naomella.com

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  7. Hm, jetzt bin ich zwar ziemlich neugierig auf die Serie geworden, habe nach deinem Bericht aber das deutliche Gefühl, dass ich sie ebenfalls nicht mögen würde… =/
    Love, Héloise
    Et Omnia Vanitas

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  8. Jessy

    31. Mai 2017 um 15:49 Uhr

    Um das Buch bin ich schon einige Male herum geschlichen, aber es dann doch nicht gekauft. Vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht.
    Liebe Grüße Jessy von Kleidermaedchen

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  9. Mny

    31. Mai 2017 um 12:01 Uhr

    Puh… zud er Serie kann ich jetzt gar nichts sagen. Ich habe weder von ihr gehört, noch habe ich vor sie zu gucken.. jetzt wo ich davon gehört habe ^^

    Das mit der Telekom kenne ich zu gut. komischerweise ist es ganz egal wo ich hin ziehe… ich habe IMMER langsames internet. ich ziehe scheinbar immer in die Gegenden in denen man wohl kein schnelles Internet bereitstellt. Echt nervig.

    Ich fand Prision Break wurde ja jede Staffel etwas schlechter, deswegen bin ich jetzt mega gespannt auf die neuen Folgen. ich hoffe doch ich finde bald Zeit dafür. Die gleich bedenken bzgl. der Story hatte ich auch schon. Aber wahrscheinlich ist es mal wieder aus „Schutz“ für irgendwen gewesen usw. und er lebt halt doch noch. Wie immer halt da :P

    Sooo… jetzt habe ich zwar nichts über deinen Blogpost geschrieben… aber die Queen des Alltagsblabla’s kommt damit bestimmt klar ;)

    Lg, Mny von http://www.braids.life

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  10. Jo

    31. Mai 2017 um 11:56 Uhr

    Hallo Christine,
    ehrlich gesagt kenne ich weder die Serie noch das Buch, habe daher auch keine Ahnung worum es geht. Deine Ausführungen haben mich nun ein bisschen aufgeklärt. Vielleicht stolpere ich ja zufällig mal über die Serie und kann mir dann ein eigenes Bild davon machen. :)
    LG Jo

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  11. One key thing for me was that Hannah is likely to have had some level of ‚Post traumatic stress disorder‘ after the rape . Since she recorded the tapes AFTER the rape, she probably had some level of bias for all those events that happened to her because in her mind they all lead upto her rape. So those events in and of itself like Jessica slapping her are perhaps not such a big deal since she looks after Jessica when she is drunk but obviously after the rape she views this in a different light.

    Also another thing is that the visuals we see of the past events are actually Clay’s perception of Hannah’s recollection. He is listening to the tapes as she speaks but he is imagining them so there maybe some bias of Clay’s.

    See its all so confusing ! But One key thing is that due to its controversial nature, people are infact starting to atleast talk and debate about suicide. Hopefully only good comes out it!

    http://www.talesoftwoblog.blogspot.com

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  12. Anna

    30. Mai 2017 um 21:00 Uhr

    Liebe Christine,

    ich habe das Buch gelesen als ich 13 war und damals verstand ich noch nicht so richtig den Sinn dahinter. Zwar verstand ich, worum es ging, aber dachte mir auch noch nicht so viel dabei. Vor kurzem schaute ich die Serie und ich war stellenweise wirklich sauer auf manche Menschen und habe geweint, als sie sich umgebracht hat.
    Ich sehe es genauso wie du, dass wir alle etwas genauer darauf achten sollen, wie wir miteinander umgehen & diese Serie regt auf jeden Fall zum Nachdenken an.

    Ich habe mit Hannah mitgefühlt und kann sie einerseits wirklich verstehen. Ich habe die ganze Zeit (obwohl ich das Buch bereits kannte) irgendwie doch gehofft, dass sie sich nicht umbringt und ich finde die Serie an sich wirklich gut, wenn man über den einen oder anderen Punkt hinwegschaut. Z.B habe ich mir das Gleiche bei den Eltern gedacht, wie du aufgeschrieben hast. Sie hätte mit ihnen reden können und ich habe mich auch darüber geärgert, dass sie Clay Helmchen genannt hat. Gerade Hannah hätte dies nicht tun dürfen.

    Ich dagegen finde es gut, dass sie vor ihrem Tod die Kassetten aufgenommen hat. Manche Menschen haben es wirklich verdient. Andere allerdings gar nicht.

    Und noch einmal danke für diesen tollen Beitrag!

    Liebe Grüße und dir einen schönen Abend!
    Anna :-)
    https://wwwannablogde.blogspot.de/

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  13. Rena

    30. Mai 2017 um 18:03 Uhr

    Liebe Christine, danke für deine ausführliche Zusammenfassung. Leider kann ich bei der Serie gar nicht mitreden, allerdings überzeugen mich die Punkte, die Du anführst. Denn wer ein solches Elternhaus hat, das solche Unterstützung bietet, sollte wohl doch um eine solche drastische Tat herumkommen …
    http://www.dressedwithsoul.com

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  14. Sabine

    30. Mai 2017 um 17:36 Uhr

    Liebe Christine,
    danke für diese ausführliche Abhandlung! Damit hast du dir echt Mühe gegeben und triffst vieles ins Schwarze, was ich ähnlich empfunden habe, aber nicht in Worte fassen konnte.
    Am meisten stört mich ebenfalls Hannahs Verhalten gegenüber Clay – dass sie ihn quasi am längsten hinhält, seine Kassette zuletzt kommen lässt, wobei er einfach NICHTS für ihren Suizid kann. Insofern gibt es irgendwie doch eine Kommunikation nach dem Tod – und zwar eine ziemlich üble, weil Schuldgefühle etwas sind, das Geliebte und Angehörige sowieso plagt, bevor es überhaupt Kassetten gibt, die eine solche Schuld auch noch bescheinigen – und dann keine Möglichkeit mehr zur Antwort lassen. Das ist grausam und verdient haben es meiner Meinung nach höchstens 1-2 der betroffenen Personen.
    Ich habe die Serie in wenigen Tagen durchgeschaut und fand sie auch wirklich interessant – aber irgendwie bleibt ein Unbehagen, das nicht nur damit zusammenhängt, dass man andere Menschen selbst mit „kleinen“ Gemeinheiten nachhaltig beeinflussen kann.
    xx

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  15. Halli hallo,

    solange ich nicht in der Nähe von Wasser bin, in das ich reinhüpfen kann, sind mir etwas weniger erdrückende
    Temperaturen auch lieber! Ansonsten geht’s mir ähnlich wie dir. ^^‘

    Ich habe bisher weder das Buch gelesen, noch die Serie gesehen, wollte dies aber bald auch mal tun,
    da die Serie ja hoch gelobt worden ist … deine Meinung kann ich aber auch nachempfinden. Es gibt leider
    nur wenige Serien in denen nach einigen Folgen (wenn es bspw. um Vergewaltigung geht) die Schauspielerin
    zu den Frauen spricht und ihnen sagt, dass sie sich dringend jemanden anvertrauen müssen.

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