Ich dacht‘ ich wär ein Alien

Schon lange hatte ich angekündigt darüber zu schreiben und es doch immer wieder verschoben. Zuerst, da ich noch mitten drin steckte in dieser schweren Zeit. Dann, weil ich noch zu nah dran war, zu sehr drin hing und zu sehr daran litt. Es ist wahr; um manche Dinge zu Papier zu bringen muss erst etwas Zeit verstreichen. Man muss Abstand gewinnen, um über darüber sprechen zu können. Doch darf diese Zeit auch noch nicht zu lange hinter einem liegen, denn dann läuft man Gefahr den emotionalen Zugang zu diesem Abschnitt seines Lebens zu verlieren. Zumindest, wenn man darüber schreiben möchte.

Und genau dieser perfekte Zeitpunkt dafür ist nun gekommen. Aus dem Gröbsten heraus, aber noch nicht unter zu viel vergangener Zeit verschüttet.

Kurzzeitig war ich mir dennoch unsicher, ob ich diesen Text jetzt noch teilen möchte und welchen Zweck dies hätte. Dann dachte ich mir allerdings zum einen, dass ich nicht einerseits die Probleme meiner Schwester ausschlachten kann, ohne mich selbst auch mal zu öffnen und sehr ehrlich zu sein. Und zum anderen mag es ja vielleicht jemandem da draußen (ähnlich wie mir in dieser Zeit) helfen, darüber zu lesen wie einsam, verloren, hoffnungslos und unverstanden man sich angesichts diffuser Symptome, langer Krankheit und viel Leidem fühlt. 

Denn im letzten Herbst gab es eine Zeit, in der es auf einmal ganz ruhig um mich geworden ist. Nicht nur hier, im Internet, auch in meinem Arbeits- und im privaten Umfeld. Ich habe immer mal wieder ein paar Brocken am Rande über diese Zeit fallen lassen. Hier ein kleiner Abschnitt, dort ein Facebook-Post, mal eine Bildunterschrift auf Instagram. Ich habe es anklingen lassen, aber so wirklich erzählt habe ich eigentlich nie, was da bei mir vorgefallen ist. Und genau das werde ich hiermit nachholen. Ein für alle Mal mit der Sache abschließen. Keine vagen Formulierungen und Nebensätze; eine Art Pressemitteilung auf die ich mich in Zukunft berufen werde.

Das wird mit Sicherheit einer der privatesten und persönlichsten Posts, die ich je verfasst habe. Lang wird er werden. Ein bisschen schwierig zu schreiben.


Anja Straubhaar (@Java Models); Tanja Zündt (Hair&Make-up); Christine Polz (Photography); I thought I was an alien, fine art portrait

Wenn ich heute zurück denke, kann ich genau sagen, an welchem Tag ich das Gefühl hatte, dass irgendetwas nicht mehr stimmt. Aus dem Gleichgewicht geraten und seltsam war. Es war unser vorletzter Tag in Japan. Natürlich schob ich dieses komische Gefühl auf die grausame Hitze, die Luftfeuchtigkeit und die Anstrengung die ein japanischer Sommer in der Metropole Tokyo mit sich bringt. Niemals hatte ich mit mehr gerechnet.

Daheim angekommen ging es mir gut. Ein bisschen erschöpft war ich; vielleicht mehr als normalerweise. Krank wurde ich auch öfter. Nie wirklich schlimm. Hier eine Erkältung, dort eine. Nichts wirklich dramatisches. Nur müde war ich. So müde und antriebslos. Auf einmal war meine Migräne wieder da. Ein jahrelanger, treuer Begleiter. Aber eben nicht wie sonst für einen Tag, nein. Tagelang quälten mich bohrende Kopfschmerzen und Lichtempfindlichkeit. In einer Intensität, die ich nicht kannte und der keine Tablette Herr werden wollte.

Von den Nebenhöhlen…

Ich hatte mehr und mehr das Gefühl aus dem Gleichgewicht zu geraten. Ohne wirklich fest zu machen woran es lag. So schleppte ich mich durch die Tage, nicht wirklich fit, aber eben auch nicht krank.
Bis in den späten Herbst hinein blieb das so. Bis, tja bis ich die Nebenhöhlenentzündung des Todes bekam. Ernsthaft. Ich wusste gar nicht, dass etwas so sehr weh tun kann! Mein Gesicht fühlte sich an wie ein Kriegsgebiet… Und das ohne Untertreibung. Trotzdem war ich beinahe froh und erleichtert, dass sich endlich mal irgendein konkret zu benennendes Symptom zeigte. Endlich. Ein Anhaltspunkt. Ich hatte halt eine Erkältung verschleppt. Ein paar Tage strikte Ruhe sollten ihre Wirkung tun und dann würde schon alles wieder passen…

Es kam dann allerdings anders als gedacht. Nachdem nach vielen Jahren das erste Mal wieder nicht um Antibiotika herum kam, stellte sich anschließend leider nicht die erhoffte Besserung ein. „Das ist ziemlich normal, die Nebenhöhlen sind fiese Biester!“, bekam ich in dieser Zeit oft zu hören. Allem Anschein erging es vielen ähnlich und ich machte mir nicht allzu viele Gedanken. Da saß ich nun also mit meinem Meerrettich, den Honigwaben und Kamillenteebeuteln und versuchte es auf die „alternative“ Art mir Linderung zu verschaffen. Mit mäßigem Erfolg, denn gefühlt wurde alles nur immer schlimmer. Zeitweise ging es mir in dieser Zeit so schlecht, dass ich den lieben langen Tag zu nicht mehr fähig war als zu schlafen. Selbst dem wirklich nicht anspruchsvollen TV-Programm konnte ich nur unter großen Anstrengungen folgen und jeder Gang zur Toilette wurde gefühlt zu einem Marathon. Kleine Spaziergänge laugten mich völlig aus und sorgten dafür, dass ich mich die nächsten zwei Stunden über wieder hinlegen musste.

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Am schlimmsten waren allerdings die Nächte. Vor denen begann ich mich bald zu fürchten. Während ich tagsüber noch versuchen konnte die Schmerzen irgendwie mit Hilfe vom Fernsehen oder auch mal Lesen zu ignorieren, knallte mir Nachts meine absolute Hoffnungslosigkeit entgegen. An Schlaf war nur stundenweise zu denken, sonderlich tief oder lange schlief ich nie. Der Schmerz schlich sich in den Schlaf, in meine Träume, in jede Pore. Selten habe ich mich in meinem Leben so hilflos und einsam gefühlt wie in diesen Nächten, die sich zogen wie Kaugummi und dafür sorgten, dass ich morgens zerschlagener aufstand, als ich zu Bett gegangen war.

 … zum Drüsenfieber…

Irgendwann war klar, dass das nicht mehr normal sein konnte. So lange zieht sich keine Nebenhöhlenentzündung! Dazu hatten sich längst diffuse Schmerzen in der Leber gesellt und daraufhin lies ich mir Blut abnehmen. Kurz vor Weihnachten erhielt ich dann endlich die Diagnose: Pfeiffersches Drüsenfieber.

Erleichterung machte sich breit. Wieder einmal. Denn das war natürlich eine Erklärung für meine immense Erschöpfung und die Dauer, die diese anhielt. Pfeiffersches Drüsenfieber ist ein Arschloch. Das kann sich ziehen, das zerrt an der Kondition und braucht seine Zeit. Und während man diese oft mit einer Mandelentzündung bekommt, hatte es mich eben in den Nebenhöhlen erwischt. Blöd gelaufen, aber eine Erklärung.

Zu diesem Zeitpunkt fühlte ich mich langsam etwas besser und plante nun während der gemeinsamen Zeit mit der Familie über die Feiertage und Neujahr hinweg einfach noch zu entspannen und zu heilen. Im neuen Jahr sollte es dann wieder los gehen. Mit der Fotografie. Mit dem Leben. Mit allem.

… bis zur Hornhautentzündung.

Doch dann wachte ich eines morgens mit einer verschwommenen Sicht auf dem rechten Auge auf. Diagnose: Hornhautentzündung. Die Sache war wirklich nervig, aber zur Abwechslung wenigstens nicht schmerzhaft. Und vor allem auch nicht allzu ungewöhnlich, wenn man lange mit den Nebenhöhlen zu tun hatte.

Es war lästig auf einem Auge nicht richtig zu sehen und so lichtempfindlich zu sein. Fernsehen war schrecklich anstrengend, lesen sowieso. Ich bin es gewohnt normalerweise so gut wie alles ohne Brille machen zu können. Denn kurzsichtig bin ich tatsächlich nur auf einem, dem linken, Auge. Dummerweise hatte es nun ausgerechnet das „gute“ rechte Auge erwischt. Was Dinge wie Duschen oder morgens fertig machen anfangs zu einer kleinen Herausforderung machten. Halb blind wie ich war bekam ich das erste Mal eine Kostprobe davon, wie es Leuten ergeht, die ohne Brille gar nicht gut sehen. Bis heute frage ich mich: wie schminkt man sich da denn vernünftig ohne anschließend wie ein Clown auszusehen?!

Doch zunächst nahm ich die Sache mit Humor. Machte und lachte über Witze zu meinem Zombie-Auge und Piraten-Augenklappen. Unruhig wurde ich erst, als die Sache auch noch zwei Wochen noch nicht besser geworden war. Die Lichtempfindlichkeit war zurück gegangen, jedoch blieb meine Sicht trüb. Spätestens als meine Augenärztin meinte: „Das kann ich mir jetzt auch nicht erklären!“, war ich mit den Nerven am Ende.

Ich rede mir heute gerne ein, dass ich damals nicht wirklich Angst hatte auf dem einen Auge nie mehr richtig sehen zu können. Aber wenn ich ganz ehrlich zu mir selbst bin, hatte ich in dieser Zeit höllische Angst. Seit Monaten hangelte ich mich von einer Diagnose zur nächsten; nie schien das Ende des dunklen Tunnels erreicht zu sein. Stets tauchte das nächste Schreckensgespenst auf, gerade dann, wenn ich hoffte das Schlimmste hinter mir zu haben. Ich traute meinem eigenen Körper, der mich nun seit Monaten im Stich ließ, nicht mehr über den Weg.

Am Nullpunkt.

Zu einem Zeitpunkt, als wirklich nichts mehr von mir übrig war, keine Energie, keine Hoffnung, einfach rein gar nichts mehr und nur noch Verzweiflung übrig war, hatte ich das Glück zur rechten Zeit den richtigen Leuten zu begegnen. Ich möchte nicht wissen, was ohne diesen einen Tag im Januar mit mir passiert wäre. Wahrscheinlich hätten mich die Ärzte längst für verrückt erklärt und psychisch labil irgendwo eingewiesen!

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Auch heute noch, würde ich jenen Tag als einen der schlimmsten in meinem Leben bezeichnen. Ich hatte solche Angst, war unruhig und fühlte mich dennoch wie in einer Parallelwelt. Alles erschien mir dumpf, als ob ich es durch eine Milchglasscheibe erleben würde. Die Autofahrt dorthin, wo man mir endlich helfen würde, erschien mir wie eine Weltreise durch das bayerische Hinterland. Sanfte, verschneite Hügel. Es erschien mir nicht richtig, dass alles um mich so schön sein konnte und ich mich dennoch so schrecklich fühlte.

Nach einer wahren Odyssee, die das Verfahren des Jahrhunderts und das Umfahren eines Betonpfostens beinhaltete, erreichten wir endlich so etwas wie einen sicheren Hafen. Hilfe für das, was mir seit Monaten widerfuhr und für das ich einfach keine Erklärung, geschweige denn eine Lösung fand (ebenso wenig wie die Leute um mich herum).

Im Laufe dieses nicht enden wollenden Nachmittags brach ich irgendwann in Tränen aus. Beruhigen konnte ich mich lange nicht mehr. Und dennoch hatte ich wieder ein bisschen Hoffnung. Darauf, dass alles schon gut werden würde. Allein der Satz, dass mein Auge besser werden würde, sobald wir ein paar andere Symptome aus dem Weg geräumt hätten, erleichterte mich unendlich.

Was lange währt…

Nach Monaten des Rätselratens hatten wir endlich so etwas wie einen Plan. Und eine Ursache dafür, warum sich mein Immunsystem aufgehängt hatte. Ich werde mich an dieser Stelle nicht in langen Erklärungen und medizinischen Fakten verlieren, diese Dinge sind weder sonderlich interessant, noch muss sie die ganze Welt des Internets erfahren. Aber die Tatsache, dass die Ursache für solche Dinge oftmals ganz wo anders liegt und vor allem wie Ärzte mit solchen Dingen, die eben nicht nach Schema-F geklärt und behandelt werden können, umgeht, hat mich einiges über die Medizin gelehrt.

Eine Strategie zum-wieder-gesund-werden zu haben, hieß allerdings noch lange nicht, dass die Sache damit getan gewesen wäre. Nein, die nächsten Wochen hatte ich oftmals das Gefühl mein Tag bestünde nur noch daraus, meinen Körper wieder in Schwung zu kriegen. Und das war anstrengender als gedacht! So bald ich mich körperlich wieder etwas fitter fühlte, musste ich meinen Kreislauf ankurbeln und wieder mit Sport anfangen. Etwas, was ich schon vor dem Kranksein nicht sonderlich genossen habe und mir nach den letzten Monaten erst recht schwer fiel. Meine Tage bestanden gefühlt nur noch daraus, irgendwas wichtiges zu essen, zu trinken, einzunehmen und hin und wieder eine Infusion zu bekommen. Meine Spritzen/Nadelphobie wurde in diesen Monaten wirklich aufs Äußerste strapaziert (und ich bin der lebende Beweis dafür, dass Immunisierung durch Konfrontation kein Mythos ist… keine wirklich schöne Methode und mit Spritzen kann man mich immer noch jagen, jedoch falle ich nicht mehr bei jedem Nadelpieks in Ohnmacht).

Dabei hatte ich immer noch mit recht vielen Schmerzen zu kämpfen. Leber, Galle, Bauchspeicheldrüse und was weiß ich noch alles hatten zwischenzeitlich ziemlich die Schnauze voll und meldeten sich schmerzhaft zurück. Manch einer mag darüber schmunzeln und mich gar als Sensibelchen belächeln, aber ich spürte wirklich wie all diese Organe ihre Arbeit wieder aufnahmen.
Die „lustigste“ Woche verbrachte ich mit Sicherheit mit meiner wieder voll im Leben stehenden Thymusdrüse. Die Dame entschloss sich mit Herzrasen und allem drum und dran zurück zu kehren. Das war eigentlich ein ziemlicher Albtraum. Immerhin fühlte ich mich, egal wie müde und erschöpft, ständig als würde ich einen Marathon laufen: kurzatmig, aus der Puste. An Schlaf war auch in dieser Zeit nicht wirklich zu denken. Als die Sache losging, war ich ernsthaft der Überzeugung nun an einem Herzinfarkt zu Grunde zu gehen. Was sich nun ja fast schon lustig und vor allem ganz schön lächerlich anhört… Aber Nachts damit aufzuwachen, ziemlich allein und ratlos macht die Sache wesentlich beängstigender. Und ein „Was zum Teufel ist jetzt schon wieder los?!“ kann man sich dann erst recht nicht verkneifen. Mann, hatte ich die Schnauze voll von diffusen, seltsamen Symptomen, die ich mir nicht selbst erklären konnte (und glaubt mir: Google ist in diesem Fall niemals eine gute Idee! Niemals. Ich habe definitiv gelernt, dass eine Recherche auf Google selbst aus einem Schnupfen Krebs im Endstadium macht…)!

… wird (sehr) langsam gut.

Eine zeitlang schlug ich mit ziemlich vielen Symptomen herum. Trotzdem kehrte langsam Energie zu mir zurück. Auch Ideen und Kreativität verspürte ich das erste Mal seit vielen Monaten wieder. Ich hatte wieder Lust Dinge zu planen.

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Und trotzdem. Während es mir körperlich immer besser ging, hatte ich bald das Gefühl, dass es nicht schnell genug besser würde. Ich war noch nie eine der geduldigsten Personen und nach all den Monaten überkam mich extreme Ungeduld. Und nicht nur das, ich spürte auch von Außen – zwar weder von der Familie noch von den engsten Freunden – den Druck, dass ich schneller wieder voll im Leben stehen müsste, als ich es tat. Hatte diese Sache nicht schon lange genug gedauert? Diese Sache, mit all den unterschiedlichen Symptomen? Die, die man so gar nicht wirklich in Worte fassen konnte?

Das war vielleicht das Schwierigste an dieser Sache und ein Grund dafür, warum ich mich von so vielen Leuten zurück zog und verschloss. Was ich hatte, was mir widerfahren war, war so schwer greifbar. So schwer zu erklären und verständlich zu machen. Versteht mich nicht falsch (und das klingt ziemlich bescheuert, wenn nicht gar dumm), aber wäre es Krebs gewesen (und natürlich bin ich heilfroh, dass es so etwas schlimmes nicht war!), wäre das eine allgemeine Erklärung gewesen, die auf Verständnis gestoßen hätte. Aber wenn man jemanden mit Vergiftungen und was weiß ich noch alles kommt; dann wird man wohl eher schräg angeschaut.

Ich war schon immer eine sehr ehrgeizige und zielstrebige Person. Und nun musste ich feststellen, dass das Leben für alle dort draußen weiter gelaufen war. Da waren Examen, Abschlüsse und Umzüge passiert. Jobs vergeben, Chancen geboten und Möglichkeit genutzt worden.

Ich dacht‘ ich wär ein Alien – ein ziemlich hässliches

Irgendwann wachte ich aus meinem Albtraum auf und bemerkte, dass sich für alle die Welt weitergedreht hatte. Nur für mich nicht.
Für mich hatte sich nichts geändert; nur mir war nichts geboten worden. Ich hatte die Zeit damit verbracht von meinem Körper betrogen worden zu sein. Um Monate meines Lebens. War zu einem Zeitpunkt aus meinem Leben gerissen worden, zu dem ich ziemlich glücklich mit allem war. Alles hätte genauso weiter laufen dürfen! Nur war es das nicht.

Einige zeitlang war ich unglaublich traurig. Unheimlich verzweifelt und wütend. Fühlte mich vom einigen Körper im Stich gelassen. Ich konnte mir und meinem Körper nicht mehr vertrauen und fühlte mich wie ein Alien in ihm. Als ob er gar nicht wirklich zu mir gehören würde. Wir waren kein Team mehr.

Als jemand, der sich so sehr durch die Arbeit definiert wie ich, war mein Selbstwertgefühl quasi nicht mehr vorhanden. Ich hatte ja nicht nur seit Monaten nicht gearbeitet, nein, auch seit langer Zeit nicht das getan, was ich liebe. Was mir totale Erfüllung gibt.

Ich bin nicht sonderlich stolz darauf, aber in jener Zeit war ich unglaublich neidisch. So neidisch auf all die Leute, mit denen ich früher gearbeitet hatte. Die (natürlich!) weiterhin ihren Weg gegangen waren. Neidisch auf all die Jobs, die sie bekommen hatten, auf die Fotos die produziert worden waren, die Chancen die sie ergreifen konnten, die Abenteuer die sie erlebt hatten. Ich war neidisch auf all diejenigen, die einfach nur ein normales Leben gelebt hatten, während ich mich mit all dieser Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und all den Schmerzen herum plagen musste. Dingen, mit denen man nicht rechnet. Und die man eigentlich auch niemals erleben müssen sollte.

Ich schämte mich. Nicht nur für meinen Neid (einer Sache, die mir sonst so fern ist), auch dafür, dass ich es so weit kommen habe lassen. Ich hatte das Gefühl mich für das Kranksein schämen zu müssen. Dafür, dass ich so lange nicht hatte arbeiten können. Den Kontakt zu vielen hatte abbrechen lassen. Manche noch immer auf bearbeitete Fotos von mir warteten. Keine Energie für irgendetwas als meine eigene Situation übrig hatte. Über Monate war ich keine gute Freundin. Niemand, der wie sonst immer ein offenes Ohr für alle hatte und selbst kleine Stimmungsschwankungen wahrnahm. Ich war nicht mal eine besonders gute Tochter/Schwester. Erst voll Schmerz, dann voll Wut und nun ständig in Tränen ausbrechend.

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Es dauerte seine Zeit, bis ich begann nicht nur körperlich, sondern auch seelisch zu heilen.

Ich habe unterschätzt (oder besser gesagt: nie auf dem Schirm gehabt) was langes Kranksein mit der Psyche anrichtet. Und das auch diese heilen muss. In ihrer ganz eigenen Geschwindigkeit.

Irgendwer hat mal sinngemäß gesagt, dass einem das Leben keine Herausforderungen stellt, für deren Bewältigung man nicht die Kraft hat.
Nur während man mitten drin steckt – in dieser unsäglichen Herausforderung – kann man mit so einem Satz nur wenig anfangen. Sei er noch so wahr. Herum heulen, wütend oder traurig sein – all das ist trotzdem okay. Weil all das nur bedeutet, dass man sich noch nicht mit dieser Situation abgefunden hat und weiter macht. Irgendwie.

Und nun…?

Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass mich diese verlorene Zeit nicht auch jetzt noch manchmal traurig machen würden. Erst neulich ging es um meine Steuererklärung für das letzte Jahr und ich musste mal wieder feststellen: so hätte es weiter gehen können.

Die Zeit heilt alle Wunden, aber diese düsteren Monate werden irgendwie ein Teil von mir sein. Und mich sicher auch noch hin und wieder beschäftigen. Zu tief hat sich der ein oder andere, wirklich grässliche Tag, ins Gedächtnis gebrannt. Ich hätte niemals gedacht jemals in eine Situation zu geraten, in der ich mit 24 Stunden anhaltenden Schmerzen zu kämpfen haben werde. Und das über Wochen. So etwas hinterlässt seine Spuren. Es hat lange gedauert, bis das Vertrauen in meinen eigenen Körper zurück gekehrt ist. Eigentlich hatte ich dieses Gefühl tatsächlich erst nach Island.

Natürlich würde ich mir wünschen all das wäre nie passiert. Noch kann ich gar nicht wirklich absehen wie sehr mich all das verändert hat. Einige wenige Dinge haben sich sicherlich zum Guten gewendet, immerhin achte ich wesentlich mehr auf meinen Körper, auf das was ich esse, worüber ich mich wirklich aufrege. Ich würde sogar behaupten, dass meine körperliche Verfassung besser denn je ist. Zu so viel regelmäßigem Sport über so einem langen Zeitraum (bzw überhaupt zu Sport) konnte ich mich nie wirklich motivieren. Nun ziehe ich das schon ein paar Monate durch und hey, ich habe Bauchmuskeln! Bauchmuskeln! Ich… Ich würde nicht behaupten, dass ich mittlerweile gerne Sport treibe, nein, ich bin sogar nach wie vor sehr unsportlich. Trotzdem habe ich durch den Sport wieder mehr Gefühl für meinen zum Alien gewordenen Körper bekommen und begriffen, dass ich darum nicht mehr rum komme; es mir bei aller Unlust sogar gut tut.

Auch charakterlich scheine ich mich verändert zu haben. Zumindest sprechen mich sehr viele Menschen, die mich gut kennen, darauf an. Für mich selbst ist das nicht richtig greifbar, zwar spüre ich durchaus eine Veränderung, aber dass das für andere so auffällig zu sein scheint? Wunderte mich dann doch, obwohl ich es andererseits auch als selbstverständlich empfinde.
Ich würde nicht behaupten, dass einem nach langer und schwerer Krankheit alle alltäglichen Problemchen total egal werden und man auf wirklich alles völlig gelassen reagiert… So viel innere Ruhe habe ich dann doch (noch) nicht erlangt! Dennoch empfinde ich es schon so, dass es nicht mehr viel gibt vor dem ich auf mich persönlich bezogen Angst habe.
Das macht mich wohl doch wesentlich furchtloser, allerdings auch weniger bereit für Kompromisse. Sicherlich etwas, was noch großen Einfluss auf meine Arbeit haben wird; was ich teilweise auch jetzt schon spüre.

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Auf andere Dinge könnte ich wiederum verzichten. Zu tief sitzt das Grauen und die Verzweiflung dieser Zeit noch. Bei gewissen Zipperlein in bestimmten Bereichen gerate ich sofort in Panik und denke: „Oh Gott, alles fängt wieder von vorne an!“ Es wird sicherlich noch einige Zeit dauern bis diese Ängste verblassen werden.

All das hat auch definitiv meine Ansichten was die liebe Schulmedizin betrifft noch einmal auf den Kopf gestellt. Denn selbst wenn ich sicherlich nicht behaupten würde, dass Globoli die Lösung allen Übels sind, ist es nun mal leider traurige Tatsache, dass viele Mediziner heute nicht mehr richtig hinschauen. Nur offensichtliche Symptome behandeln und nicht tiefer gehen, nicht nach der wahren Ursache des Leidens suchen. Das ist sicherlich bei vielen der Fall und die ein oder anderen seltsamen Symptome, chronischen Krankheiten oder andere Beschwerden könnten definitiv behandelt werden! Wenn, tja wenn nur jemand richtig hinschauen würde…
Ich will mir gar nicht ausmalen wie viele das da draußen betrifft und vor allem nicht, wie es ihnen wohl ergeht – ohne im richtigen Moment an die richtigen Leute zu geraten. Das ist vielleicht eines der wichtigsten Dinge, die ich in dieser Zeit gelernt habe: das man alles hinterfragen muss, gerade wenn es einen selbst und die eigene Gesundheit betrifft. Auch wenn Google nicht der beste Berater in gesundheitlichen Fragen ist, lohnt es sich den eigenen Arzt zu in Frage zu stellen und skeptisch zu bleiben. Ihn notfalls mehrmals zu wechseln und sich bei all den Phrasen mit denen man gerne abgefertigt wird, nicht beirren zu lassen. Man erntet unter Umständen schräge Blicke – so wohl von Mediziner als auch Leuten aus dem Umfeld, aber auf sich selbst zu hören ist in diesem Fall wichtiger. Will einen noch so sehr jemand als psychisch labil abstempeln…

Mittlerweile konnte ich bei Freunden und Bekannten schon einiges aufholen, bin jedoch was die Arbeit und Fotografie angeht, noch nicht wieder am gleichen Punkt angelangt, an dem ich heraus gerissen wurde. All das wird noch etwas Zeit brauchen. Aber da sind endlich wieder neue Ideen, neue Pläne und die Lust darauf und die Energie diese umzusetzen.

Zunächst stand an erster Stelle endlich die Dinge wieder mit Freude zu genießen. Zu Reisen. Sich zu erholen und gesund zu werden.

Jetzt ist es Zeit für neue Abenteuer.


PS: Mein Dank an dieser Stelle geht übrigens an Anja Straubhaar (@ Java Models) und Tanja Zünde  (joyofcolor), die sich bereit erklärt haben diese Fotos – so weit abseits von meiner sonstigen Arbeit – mit mir zu machen. Selbst als es mir nicht gelang diese Idee im Vorfeld wirklich klar zu umreissen, haben sie mir vertraut. Und das sogar obwohl es im Gegensatz zu unseren sonstigen Zusammenarbeiten auch noch eher unwahrscheinlich war, dass diese Fotos in einer Zeitschrift oder ähnlichem veröffentlicht werden würden. Vielen lieben Dank!

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  1. Ich hab den Tab hier schon seit Ewigkeiten offen, weil ich mir Zeit nehmen wollte zum lesen, reflektieren, antworten.
    Hatte das ja schon teilweise mitbekommen bei dir, weil wir uns ja Migränemäßig schon öfter ausgetauscht haben, dass das aber so schlimm bei dir alles war, war mir bisher nicht bewusst. Das klingt alles so furchtbar, war richtig ergriffen.
    Vorallem beschreibst du so viele Dinge, an die man im ersten Moment dann gar nicht denkt. Was in der Zeit alles auf der Strecke bleiben musste, was das auch seelisch mit dir gemacht hat.
    Das tut mir alles so Leid.
    Die Zeit heilt bekanntlich alle Wunden, ich weiß, lästiger Satz, aber ich freu mich von dir zu lesen, dass du dich wieder auf der richtigen Bahn befindest – und es wird auch gut werden! Da bin ich mir sicher.

    Ich bin der festen Überzeugung, dass die Seele sich oft bemerkbar machen möchte, wenn sie etwas belastet. Und da schlägt sie dann auch mit allen möglichen um sich, oft setzt sie sich sogar richtig fest. (Ich kenn das nur insofern nachvollziehen, dass ich 5 Jahre lang immer wieder Lungenentzündung hatte, die sich so festgesetzt hat, dass ich keinen Sport mehr machen konnte, längere Wanderungen, etc. zur Qual wurden, weil ich keine Luft bekommen habe. Irgendwann hab ich dann mal eine Heilpraktikerin aufgesucht und herausgefunden, dass das alles ganz andere Gründe hatte, als andere Ärzte vermutet hatten. Aber ich war damals 12 Jahre alt und es hat mein Leben nicht so massiv beeinflusst.)

    Die Bilder sind übrigens der absolute Wahnsinn und unterzeichnen dieses Gefühl, das beim Blogpost bereits rüberkommt noch einmal. Könnte sie mir stundenlang anschauen. Würd ich mir auch direkt aufhängen!

    Fühl dich mal virtuell gedrückt.
    Natalie

    Antworten
  2. Tabea

    15. November 2016 um 18:43 Uhr

    Liebe Christiane, es tut mir echt leid, dass ich erst jetzt dazu komme, deinen Artikel zu lesen… erst hatte ich keine Zeit dazu und dann habe ich ihn doch tatsächlich vergessen, bis mich Nicoles Lieblingsklicks wieder daran erinnert habe.
    Aber: besser spät als nie.

    Dass man zu machen Dingen genau den richtigen zeitlichen und psychischen Abstand braucht, kann ich nur unterschreiben. Es gibt so Dinge in meinem Leben, über die ich noch immer nicht reden oder schreiben könnte… und es gibt andere Sachen, von denen ich gerade anfange, einigen ausgewählten Personen zu erzählen, obwohl sie immer ein Geheimnis waren und mich auch heute noch ein wenig belasten…
    Aber da sind eben auch andere Dinge, die jetzt einfach keine Relevanz mehr für mich besitzen.

    Dass du mit deinem Text anderen Leuten helfen willst, finde ich spitze. Gerade solche Texte braucht die Welt!
    Und auch, dass es manchmal hilft, zu wissen, dass andere ähnliche Probleme haben, kann ich nur bestätigen. Daher habe ich auch eine Zeit lang sehr viele Dokus über Essstörungen auf Youtube geschaut und Erfahrungsberichte gelesen…

    Wie sich deine Krankheit entwickelt hat, klingt wirklich alles andere als schön. Diese endlose Abgeschlagenheit ohne erkennbaren Grund wäre ja schon der Horror für mich gewesen. Ich muss immer viel meine Probleme den Grund kennen, um sie akzeptieren zu können und beruhigt zu sein…
    Was du dann aber mit der Nebenhöhlenentzüdung durchmachen musstest, stelle ich mir furchtbar vor. Vermutlich habe ich gar keine Vorstellung davon, wie schlimm deine Nächte da wirklich waren, aber vielleicht ist es ja ein bisschen wie früher bei mir, wenn ich meine Tage hatte… denn da hielten mich Bauchschmerzen 2-3 Nächte lang komplett wach und ich fühlte mich so hilflos… und bei dir war es dann ja wahrscheinlich noch viiiel schlimmer?

    Vom Pfeifferschen Drüstenfieber habe ich vor zwei Jahren das erste Mal gehört, als die Schwester meines damaligen Freundes das hatte. Sie war allerdings nach 2 bis 3 Wochen wieder fit, soweit ich weiß.
    Mit einer verschwommenen Sicht aufzuwachen, hätte mir total Angst gemacht! Und wenn dann auch noch die Ärztin ratlos ist… Mensch, du tust mir so leid (Falls das jetzt so verspätet noch angebracht ist…)! Dass du da fürchtest, nie wieder gesund zu werden, kann ich durchaus nachvollziehen.

    Der Tag im Januar scheint ja echt eine Wende gewesen zu sein – ein Glück, dass du doch noch jemanden finden konntest, der den ganzen Mist verstand und wusste, wie du dir helfen kannst, wieder gesund zu werden.
    Wie schwer Sport ist, wenn man monatelang kaum einen Spaziergang machen konnte, ohne danach völlig fertig zu sein, kann ich mir wohl auch kaum ausmalen… und ständig etwas einnehmen zu müssen, stelle ich mir auch seeehr nervig vor. Und Spitzen – HILFE! Du Arme…
    Aber dann auch noch so von den eigenen Organen gequält zu werden – meine Güte. Wie hast du das nur überleben können?

    Dass deine Mitmenschen so wenig Verständnis und Geduld aufbringen konnten am Ende, ist natürlich sehr schade. Aber irgendwie kann man ihnen dafür wohl wirklich nicht böse sein -was man nicht selbst erlebt hat, kann man eben nicht wirklich einschätzen…
    Wie sehr du allerdings unter dem ohne dich weiter gelaufenen Leben leiden musstest, kann ich mir wieder nur in Ansätzen denken. Früher musste ich meinen Vater öfters 5-6 Wochen im Sommer besuchen – und meine Freunde sah ich in der Zeit daher gar nicht. Und auch zu Hause, auf dem Bauernhof, da waren in der Zwischenzeit Tiere geschlachtet worden oder neu geboren, hatten Ställe gewechselt – und manche erkannte ich kaum wieder, weil ihr Fell/ihre Wolle sich so verändert hatte. Tja, und Ausflüge und Viehmärkte hatte ich verpasst, andere Verwandte waren seit Ewigkeiten mal wieder zu Besuch gewesen, die ich nun erst in Monaten vielleicht mal wieder sehen könnte… das war für mich schon immer total blöd. Also hätte ich meinen Körper wohl auch tierisch gehasst, wenn er mir sowas angetan hätte wie deiner dir. Ich war ja schon stinksauer, als mein Knie ohne erkennbaren Grund zu schmerzen begann, sodass man mir ein 6-wöchiges Sportverbot verhängte…

    Dass du in deinem Zustand dann nicht der beste Mensch warst – egal als was – sollte eigentlich jeder verstehen und verzeihen können, finde ich. Aber die gleichen Vorwürfe hätte ich mir auch gemacht… und auch heute hasse ich mich dafür, wenn mir der Stress zu viel wird und ich mich daher von anderen Leuten einige Zeit abkapsele, um wieder mit mir selbst klar zu kommen.

    So langsam, jetzt nach geschätzten 2/3 des Textes, kann ich echt gut verstehen, dass du erst vor einem Monat darüber schreiben konntest…
    Das du nun aber gesünder lebst als vorher und somit versuchst, etwas Positives aus dem Schlamassel mitzunehmen, finde ich sehr schön. Magst du mir vielleicht verraten, ob etwas in deinem „früheren“ Leben gab, was die Ärzte als Auslöser für die Krankheit herangezogen haben? Das würde mich jetzt irgendwie interessieren…

    Sport ist für mich übrigens auch etwas, was mir unheimlich hilft. Ich hätte nie gedacht, dass dieses „geschafft“-Gefühl nach dem Training mir mental so helfen könnte, mich selbst zu akzeptieren.
    Eine charakterliche Veränderung infolge einer so harten Zeit halte ich auch für ziemlich natürlich. Und vielleicht fällt sie auch den Leuten eher auf, da sie ja nicht wie sonst eine schleichende Veränderung miterlebt haben, wenn du dich zurückgezogen hast und nicht arbeiten konntest, beispielsweise.
    Warum bist du denn weniger kompromisbereit geworden?

    In die Mediziner, die man in den Hausarztpraxen antrifft, habe ich übrigens ähnlich wenig Vertrauen, weil mir mit dem Knie niemand helfen konnte (Das Sportverbot hat nichts gebracht, danach habe ich Schmerzmittel geschluckt und bin in wenigen Tagen 240km Fahrrad gefahren und anschließend ging es wieder…) und auch gegen meine angeschwollenen Hände von der Kälte weiß niemand Rat („Klassisches Rheuma ist das nicht“ – „Und was dann?“ – „Keine Ahnung“ – „Und jetzt?“ – „Nichts, Ihr Blut ist ja in Ordnung.“). Danke… Achja, und bei meinem Haarausfall wurde mir auch nicht geholfen, sondern nur gesagt, dass mein Eisenwert okay ist… da wünsche ich mir doch echt manchmal bessere Ärzte…

    Also: Ich wünsche dir weiterhin eine gute Genesung!!!

    Danke für diesen tiefgründigen Artikel – ich glaube, du hast mir Mut gemacht, doch noch mal Ärzte mit meinem schmerzenden Fingern zu nerven und das nicht einfach hinzunehmen.

    Liebe Grüße

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  3. Wow. Ein aufwühlender mutiger Post. Danke, dass du uns daran teilnhaben lassen hast. Ich wünsche Dir ganz viel Mut und Kraft.

    Antworten
  4. Daniela

    2. November 2016 um 13:17 Uhr

    Ich kann vor allem deine Panik nachvollziehen. Anzeichen, die auf die „alte negative“ Erfahrung zurückweisen und die einem den Schauer über den Rücken laufen lassen.. Bei mir kommt das aus einer anderen Richtung. Durch den Schlaganfall meiner Oma bin ich seit Monaten ultrasensibel, wenn mal etwas hinfällt, ein lautes Geräusch kommt, jemand nicht ans Telefon geht, und und und… Das tut mir auch nicht besonders gut.
    Nach all deinen Strapazen und dem Leidensweg freut es mich jedoch total, dass du wieder an einem Punkt angekommen bist, an dem du nach vorne blicken kannst!

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